Gefahr eines Polsprungs wächst

Mit Sorge beobachten NOAA-Wissenschaftler eine schnelle Wanderung des magnetischen Nordpols und eine Abschwächung des Erdmagnetfeldes. Seit 1840 hat die Stärke des Magnetfeldes um 17% nachgelassen. Der magnetische Nordpol entfernt sich immer weiter vom geografischen Nordpool und wandert Richtung Russland und zwar mit einer Geschwindigkeit von 1 km pro Woche. Dadurch wird die Missweisung (Unterschied zwischen geografischen Nordpol und magnetischen Nordpol) immer größer. Eine Navigation mit Karte und Kompass immer schwieriger und ungenauer. Die Kompassnadel zeigt zwar noch Richtung Norden, aber Wissenschaftler fragen sich, wie lange noch? Sie befürchten, dass die schnelle Lageveränderung des magnetischen Nordpols und die Abnahme der Stärke des Erdmagnetfeldes Vorzeichen eines Polsprungs sein könnten. Bei einem Polsprung dreht sich die Polarität des Erdmagnetfeldes um und die Kompassnadel würde dann Richtung Süden zeigen. Erdgeschichtlich gesehen geschieht so etwas relativ häufig: durchschnittlich alle 300 000 bis 500 000 Jahre kehrt sich die Polarität des Erdmagnetfeldes um. Das letzte Mal ist allerdings schon 780.000 Jahre her. Ein Polsprung wäre damit statistisch überfällig. Wann sich die Polsprünge ereigneten lässt sich aus dem geologischen Zeitarchiv der Ozeanböden ablesen: entlang des Mittelatlantischen Rückens entsteht ständig neuer Ozeanboden indem Lava austritt. In der Schmelze enthaltene Magnetitkristalle fungieren wie winzige Kompassnadeln und regeln sich entsprechend der Richtung des Erdmagnetfeldes ein. Mal zeigen diese Magnetitkristalle Richtung Nordpool, mal zum Südpool. So ergibt sich ein magnetisches Streifenmuster am Grund des Atlantiks.

Das Erdmagnetfeldes verdankt seine Entstehung ähnlichen Kräften wie die Wanderung der Kontinente und der Vulkanismus: der Rotation gigantischer Zellen aus geschmolzenen Metall im oberen Erdkern. Diese Konvektionszellen arbeiten wie ein Dynamo und ihre Rotationsrichtung bestimmt die Lage des Nordpols. Die Rotationsrichtung einiger dieser Zellen scheint sich bereits jetzt umzukehren. Ändert sich die Rotationsrichtung mehrheitlich, dann wird sich der Polsprung vollziehen. In der Übergangsphase wird das Erdmagnetfeld vermutlich sehr stark abgeschwächt, oder sogar ganz verschwinden. Für Plattentektonik und Vulkanismus zeichnen sich Konvektionszellen aus Gesteinsschmelze verantwortlich, die im Erdmantel rotieren.

Das Erdmagnetfeld schützt die Erde vor schädlicher kosmischer Strahlung. Die Reaktion des Magnetfeldes mit der Strahlung manifestiert sich in Polarlichter.  Die Strahlung dringt beim Versagen des Magnetfeldes weiter in die Atmosphäre ein. Inwieweit sich das auf die Lebewesen des Planeten auswirkt ist unklar. Die Strahlung kann schlimmsten Falls Zellen schädigen und Mutationen hervorrufen. Sicher scheint zu sein, dass ein Kollaps des Magnetfeldes schädlich für Elektronik ist. Besonders Satelliten könnten zerstört werden und die Elektronik von Flugzeugen beschädigt werden. Aber auch irdische Computer sind nicht sicher. Ein Polsprung könnte sich also sehr negativ auf unsere Zivilisation auswirken und eine globale Katastrophe auslösen. In einem relativ großen Bereich über Südamerika und dem Atlantik ist das Magnetfeld jetzt bereits so schwach, dass man bei Flügen dort die 1000-fache Strahlendosis abbekommt, wie auf anderen Flugstrecken.

Einige Wissenschaftler denken, das wir bereits in der Anfangsphase des Polsprungs stecken. Unklar ist, wie lange dieser Prozess dauert, bis sich der Polsprung vollzogen hat. Aus den Beobachtungen der letzten Jahre scheint hervorzugehen, dass es in geologischen Zeiträumen betrachtet sehr schnell gehen könnte und das sich ein kleiner Polsprung vor 41.000 Jahren innerhalb von 250 Jahren vollzog. Künftige Generationen stehen somit nicht nur vor der Herausforderung den globalen Klimawandel zu meistern, sondern auch mit den Folgen eines Polsprungs fertig zu werden.

(Quellen: Artikel im Spiegel, Artikel Laschamp-Ereignis, Wikipedia. Bildquelle: NOAA)

Mayon mit weiteren Lavafontänen

Die vulkanische Aktivität am Mayon bewegt sich auf dem Niveau der letzten Tage und ist überwiegend effusiv. Es sind weiterhin 2 Lavaströme aktiv. Diese sind 3,2 und 4,5 km lang. Der lange Lavastrom erreicht fast den Fuß des Vulkans. Die effusive Eruption wurde gestern durch 2 Episoden mit Lavafontänen ergänzt, welche bis zu 550 m hoch aufstiegen. Die stärkste dieser Episoden dauerte fast 2 Stunden. Die Lavafontänen speisten zusätzliche Lavaströme. Heute Morgen ereigneten sich 2 weitere Episoden mit Lavafontänen, bzw. kontinuierlichen strombolianischen Eruptionen. Das VAAC Tokyo registrierte 4 Aschewolken in den letzten 24 Stunden.

Kadovar: Rückgang der Aktivität

Das RVO berichtet von einem Rückgang der Aktivität. Entgegen der gestrigen Meldung, wurde bereits am Freitag ein deutlicher Rückgang der Schwefeldioxid-Konzentration gemessen, was darauf hindeutet, dass  es praktisch keinen neuen Magma-Nachschub mehr gibt. Es wurden Dampfwolken beobachtet die 100 m hoch aufsteigen. Im gleichen Artikel ist davon die Rede, dass der Vulkan Karkar begonnen hat Dampf auszustoßen. Karkar ist eine Insel vor der Küste von Madang in der Bismark-See vor Papua Neuguinea und liegt ca. 100 km Vom Kadovar entfernt.

Karymsky eruptierte explosiv

Der Vulkan Karymsky im fernen Kamtschatka eruptierte Vorgestern 3 Aschewolken. Das VAAC Tokyo registrierte Vulkanasche in 5 km Höhe. Karymsky ist einer der aktivsten Vulkane auf Kamtschatka und galt lange Zeit als daueraktiv. in den letzten Jahren treten die Eruptionen eher phasenweise auf.

Thermische Strahlung am Sangeang Api

Heute lichteten sich zum ersten Mal seit langem die Wolken am indonesischen Vulkan Sangeang Api. MIROVA registrierte dann auch eine moderate Wärmestrahlung in Höhe von 13 MW. In Korrelation mit der erhöhten Seismik, scheint mir eine strombolianische Aktivität durchaus möglich zu sein. Denkbar wäre auch schwaches Domwachstum.

Kadovar: langsames Domwachstum

In den letzten Tagen ist es um den Vulkan Kadovar relativ ruhig geworden. Berichte blieben aus und das VAAC Darwin registrierte keine Ascheeruptionen mehr. Die bisher letzte Meldung von Ende Januar verkündete eine deutliche Abnahme der Aktivität. Nun ist scheinbar eine neue Meldung des RVO veröffentlicht worden, die ich im Blog des Kollegen Bernhard Duyck entdeckt habe. Demnach ist die Aktivität noch nicht vorbei. Es wird von einem weiterhin wachsenden Lavadom berichtet, der sich an der Küste aus dem Wasser schiebt. Am 01. Februar gab es einen partiellen Kollaps und es wurde eine Aschewolke generiert. Der Zentralkrater ist ebenfalls aktiv. Es werden hochfrequente Erdbeben registriert, die mit Magmenaufstieg assoziiert sind. Kadovar liegt vor der Nordküste Papua Neuguineas, im Mündungsgebiet des Sepik-Flusses.

Geringe Seismik am Gunung Agung

In den letzten Tagen bewegt sich die Seismik auf relativ niedrigem Niveau. Gestern wurden 7 Erdbeben und kontinuierlicher Tremor registriert. 12 Vibrationen deuteten auf Gaseruptionen hin. Zudem ist das öffentliche Seismogramm offline. Trotz geringer Seismik besteht immer noch die Möglichkeit größerer Ascheeruptionen, allerdings nimmt die Wahrscheinlichkeit dafür ab.

Sangeang Api

Die Seismik der entlegenen Vulkaninsel vor Sumbawa ist deutlich erhöht und lässt strombolianische Eruptionen vermuten. Bestätigung über die Aktivität gibt es von offizieller Seite nicht. Der Alarmstatus steht auf „gelb“ und die Insel wurde bereits 2014 (Bericht) evakuiert. Aktuelle Satellitenbilder zeigen den Vulkan seit Wochen in Wolken gehüllt.

Soufrière mit Schwarmbeben

Bereits am Donnerstag kam es unter dem Vulkan Soufrière auf der Insel Guadeloupe zu einem Schwarmbeben. Es wurden 30 schwache Erdstöße registriert. Die Meisten hatten sehr geringe Magnituden. Das stärkste Erdbeben brachte es auf M 2,1. Die Hypozentren lagen in Tiefen zwischen 2 und 2,5 km. Es ist das erste Mal, dass dieser Vulkan in den News auf vulkane.net auftaucht. La Soufrière ist der höchste Vulkan der Kleinen Antillen in der Karibik. Sein Gefahrenpotenzial wird unterschiedlich eingeschätzt und wurde von Vulkanologen kontrovers diskutiert. Im letzten Jahrhundert eruptierte der Vulkan 3 Mal. Zwischen 1975 und 1977 war der Vulkan recht munter. Beim bisher letzten Vulkanausbruch handelte es sich um eine phreatische Eruption, wie wir sie in den letzten Wochen von mehreren Vulkanen gesehen haben. Diese Wasserdampf-bedingten Ausbrüche können ohne größere Vorwarnung erfolgen.

Schwächere Aktivität am Mayon

In den letzten Tagen hat die Aktivität am Vulkan Mayon wieder abgenommen. Bisher sind die Philippinen von einer größeren Naturkatastrophe verschont geblieben, wobei ein erneutes Aufleben der Aktivität natürlich möglich ist. PHILVOLCS meldet Episoden mit schwachen Lavafontänen (sehr wahrscheinlich strombolianische Eruptionen, die schnell hintereinander folgen) und eine Eruptionswolke, die mehr aus Wasserdampf, denn aus Vulkanasche bestand. Es wird nur von einer Aschewolke berichtet, die gut 1000 m über den Krater aufstieg. Lavaeffusion speiste weiterhin die beiden Lavaströme. Der größte erreichte eine Länge von 4,3 km. Es wurden 17 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert und 10 Episoden mit Tremor. Der Schwefeldioxid-Ausstoß betrug 1583 Tonnen. Weiterhin wird Inflation gemessen. Der Alarmstatus des Mayon steht auf der zweithöchsten Stufe 4.

Paroxysmus am Fuego

Am Fuego endete nach 20 Stunden die erste paroxysmale Eruption des Jahres. Einige Medien berichten vom stärksten Ausbruch des Vulkans seit 1974, was ich allerdings bezweifle. Allein im letzten Jahr gab es 2 Eruptionen mit einem stärkeren Thermalsignal, als es diesmal der Fall war. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass dieser Paroxysmus spektakulär war. Die Lavafontäne speiste 4 Lavaströme und es entstanden mehrere pyroklastische Ströme. Vulkanasche stieg bis auf einer Höhe von 7 km auf. hier gibt es Bilder und Videos der Eruption.

Piton de la Fournaise mit Inflation

Unter dem Vulkan auf der Insel La Réunion sammelt sich weiterhin Magma an. Im Januar wurden 18 vulkanotektonische Erdbeben unter dem Vulkan registriert, die meisten Hypozentren lagen in Tiefen weniger als 2 km. Eine Eruption steht zwar nicht unmittelbar bevor, doch der Vulkan bereitet sich bereits auf einen weiteren Ausbruch vor.

Erdbeben am Ätna

Am Ätna auf Sizilien gab es 2 weitere Erdbeben mit den Magnituden 2,9 und 2,3. Sie manifestierten sich im Norden des Vulkans bei Randazzo. Die Hypozentren lagen in 20 und 29 km Tiefe. Vermutlich waren sie Teil eines Erdbebenschwarms, wobei die schwachen Erdbeben bei EMSC nicht angezeigt werden. Solche tiefen Erdbeben werden häufig durch aufsteigendes Magma verursacht.

Kilauea: 1 Toter durch Gaswolke

Gestern kam es am Kilauea auf Hawaii zu einem Unfall mit Todesfolge. Eine Gruppe aus 4 Vulkanwanderern war auf dem aktiven Lavafeld in Kalapana unterwegs, als es plötzlich stark zu regnen begann. Das Wasser verdampfte auf dem heißen Lavafeld und es entstand eine giftige Dampfwolke, die die Gruppe umschloss. Während 3 Personen die Flucht aus dem giftigen Dampf gelang, erstickte die 4. Person. Bei dem Opfer handelt es sich um Sean King, der als erfahrener Vulkangeher bekannt war und die Gruppe führte. Rettungskräfte machten sich nach einem Notruf um 8.15 Uhr direkt auf den Weg zur Küstenebene, auf der die Lavaströme fließen. Es wurden 2 Hubschrauber eingesetzt. Diese fanden die 3 Überlebenden und den Toten, welcher ein Stück von der Gruppe entfernt aufgefunden wurde. Scheinbar ist er weiter in die Gaswolke hineingelaufen, während die anderen Wanderer Glück hatten und den Dämpfen entkommen konnten. Sie trugen nur leichte Verletzungen davon, die sie sich bei ihrer Flucht über das Lavafeld zugezogen hatten. (Quelle: http://www.bigislandvideonews.com)

Giftige vulkanische Gase sind an aktiven Vulkanen immer eine Gefahr. Daher sollte man stets eine Gasmaske griffbereit dabei haben. Ich selbst bin auch einmal fast erstickt, als ich unversehens in eine Wolke mit hochkonzentrierten Gasen geraten bin. Die Gasmaske befand sich im Rucksack auf meinem Rücken- in dieser Situation hätte sie auch auf dem Mond liegen können. Allerdings war es mir nicht bekannt, dass sekundäre Dampfwolken, welche durch Regenwasser auf dem heißen Untergrund eines aktiven Lavafeldes entstehen, so hoch konzentriert sind, das man darin ersticken kann.

Das Lavafeld bei Kalapana wird derzeit vom Lavastrom 61g gespeist. Seit einigen Wochen erreicht der Lavastrom nicht mehr den Ozean, dafür gibt es weit verzweigte Lavaströme, die an der Oberfläche fließen. Normalerweise fließt ein Großteil der Lava durch unterirdische Tunnel. Wenn diese blockiert sind, oder mehr Lava nachkommt, als durch die Tunnel abfließen kann, bricht die Lava an der Oberfläche durch. Derzeit fließen die Lavaströme ein gutes Stück von der Küste entfernt, in Richtung Ostflanke des Kilaueas. Ein Marsch über die weiten Lavafelder ist anstrengend, besonders unter den klimatischen Bedingungen auf Hawaii.

Fuego: paroxysmale Eruption

Update: Im Laufe des Tages steigerte sich der Paroxysmus weiter! MIROVA registrierte eine sehr hohe thermische Strahlung von 2148 MW, welches der 2 höchste Wert der letzten 12 Monate war. Die Vulkanasche stieg 7 km hoch auf und es wurden pyroklastische Ströme gemeldet.

Originalmeldung: Am Fuego in Guatemala findet derzeit der lang erwartete Paroxysmus statt. Es ist der Erste in diesem Jahr. Gestern Abend steigerte sich die Aktivität schnell. Die strombolianischen Eruptionen gingen in eine 500 m hohe Lavafontäne über, welche zwei Lavaströme speist. Diese waren gestern 800 m und 600 m lang. Vulkanasche steigt bis zu 4800 m ü.NN auf. Über pyroklastische Ströme liegen noch keine Meldungen vor. MIROVA registriert eine Wärmestrahlung von 215 MW. Diese liegt noch deutlich unter den Spitzenwerten anderer Paroxysmen. Die Eruption kann per LiveCam verfolgt werden. Die Daten stammen von INSIVUMEH.

Mayon mit weiteren Lavafontänen

Die Aktivität am Mayon auf den Philippinen hat sich auf moderatem Niveau stabilisiert. In den letzten 3 Tagen ereigneten sich 11 Paroxysmen, welche kleine Lavafontänen förderten. Das VAAC Tokyo registrierte zuletzt etwa alle 6 Stunden eine dieser Phasen. Laut PHILVOLCS erreicht die Vulkanasche eine Höhe von 1000 m über dem Krater und enthält relativ viel Wasserdampf. Gestern ereigneten sich 4 Lava-Kollapse am Dom, welche pyroklastische Ströme erzeugten, die eine Entfernung von 2 km zurücklegten. Dampfexplosionen erzeugten gestern Mittag laute Explosionsgeräusche. Die beiden Lavaströme haben inzwischen Distanzen von 3,6 und 3,2 km zurück gelegt.

Die Seismik scheint deutlich zugelegt zu haben. Es wurden 273 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert, 15 Tremor-Episoden und 7 Steinschlag-Signale. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag bei 2299 Tonnen am Tag. Magmaintrusion hält weiterhin an.

Batur mit Seismik

Am Batur auf der indonesischen Insel Bali steigt die Seismik etwas an. Auf dem Seismogramm erkennt man zahlreiche schwache Ausschläge und Tremor-Phasen. Das PVMGB liefert derzeit keine Interpretation dazu. In unserer Facebookgrupe wurde darüber diskutiert, in wie weit die Seismik vom benachbarten Gunung Agung mit aufgezeichnet werden könnte.

Sangeang Api mit Tremor

Auf dem Seismogramm des indonesischen Inselvulkans Sangeang Api ist eine Phase mit starkem Tremor zu erkennen. Unklar ist, ob er mit einer entsprechenden Eruption assoziiert war. In den vergangenen Monaten war der Vulkan sporadisch aktiv. Genaue Berichte sind mir nicht bekannt. Allerdings wurde die Vulkaninsel vor einigen Monaten evakuiert, da man einen größeren Ausbruch fürchtete.

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