Fuego: katastrophale Eruption

Update 21:30 Uhr:  Ein Anwohner des Fuegos (Ulrich Schirmer) berichtet mir gerade, dass ein Teil der Südwestflanke des Vulkans kollabiert/ausgeblasen wurde und sich ein neuer Krater bildete. Zumindest entstand eine große Depression in der Flanke, in deren oberen Teil ein großes Loch klafft. Die Folgen werden nach und nach deutlich. Wahrscheinlich war der Hauptschlot im Gipfelkrater verstopft, so dass sich ein gewaltiger Gasdruck im Vulkan sammelte. Die Depression erinnert mich an die Spalte, welche 2006 am Ätna-Südostkrater entstand. Das damalig Event war die Geburtsstunde des Neuen Südostkraters. Die Zahl der Todesopfer beläuft sich nun auf 64, Tendenz steigend.

Originalmeldung: Gestern ereignete sich am Fuego in Guatemala eine explosive Eruption mit katastrophalen Auswirkungen. Beim stärksten Ausbruch seit Jahrzehnten stieg Vulkanasche bis zu 17 km hoch auf. Es wurden 8 km lange pyroklastische Ströme generiert, in denen zahlreiche Menschen den Tod fanden. Bisher ist von mindestens 25 Toten die Rede, 20 Personen sind schwerverletzt, 300 Menschen erlitten leichtere Verletzungen. Die Glutwolken erreichten bewohntes Gebiet und flossen über befahrene Straßen. Einige Siedlungen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Über 3000 Menschen wurden evakuiert.

Besonders schlimm betroffen ist -laut Medienberichten- das Dorf El Rodeo. Dieses liegt im Südosten des Vulkans an der Bundesstraße 14. Ein Ort weiter beginnt die Aufstiegsroute auf den Vulkan. Auch Vulkanbeobachter am Acatenango sollen in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

Nun drohen Lahare (Schlammströme), welche entstehen, wenn Regenfälle die Vulkanasche am Hang mobilisieren. Bereits vor wenigen Tagen gab es solche Lahare. In Medienberichten heißt es, der Vulkan habe Ende Mai Schlamm gespuckt, was natürlich Unsinn ist. Genauso unkorrekt wird nun von einem Lavastrom gesprochen, welcher für die Katastrophe verantwortlich gewesen sein soll. Lavaströme und pyroklastische Ströme unterscheiden sich allerdings in vielerlei Hinsicht voneinander.

Kilauea: Erdbeben M 5,5

Am Kilauea auf Big Island Hawaii ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 5,5. Das Hypozentrum lag oberflächennahe in der Gipfelcaldera. Dort kollabiert der Halemaumau-Krater weiterhin. Es sind starke phreatomagmatische Eruptionen möglich.
Die Spalteneruption auf der Küstenebene geht weiter. Allerdings verlangsamte sich das Fortschreiten des Lavastroms, der bereits Teile von Kapoho und Vacationland zerstörte. Bisher hat er scheinbar noch nicht den Ozean erreicht.

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