10 Tipps zum Verhalten bei Ascheeruptionen

Das mexikanische Institut CENAPRED gab jüngst 10 Tipps heraus, wie man sich bei Ascheeruptionen verhält. Grund hierfür dürften die anhaltenden Eruptionen des Popocatepelt sein, der mehrmals tägliche Asche-Dampf-Exhalationen erzeugt. Von diesen sind nur die direkten Anwohner des Vulkans betroffen. Allerdings liegt die Hauptstadt des Landes nur 50 km entfernt und bei größeren Eruptionen kann es hier zu Ascheregen kommen. Bekannter Maßen kann das Einatmen von Vulkanasche und vulkanischen Gasen zu Gesundheitsproblemen führen, wobei es auch zu Spätfolgen kommen kann. Die Korngröße der Vulkanasche variiert: sie kann aus Körnern bestehen, die die Größe von Sand haben, aber auch so fein wie Talkum-Puder sein. Generell gilt: je kleiner die Körnung, desto gesundheitsschädlicher ist die Asche. Extrem feine Asche kann tief in die Lunge eindringen und sich dort ansammeln. Es können die gleichen Probleme entstehen, wie bei einer hohen Belastung mit Feinstaub. Vor allem Partikel die kleiner als 4 Mikrometer sind, können bis in die Aveolen eindringen und diese schädigen. Größere Partikel erreichen nur die oberen Atemwege und können diese reizen, oder schädigen.

Hier die 10 Verhaltensregeln:

  • Vermeiden Sie Aktivitäten im Freien.
  • Schützen Sie Ihre Augen, Nase und Mund, wenn Sie ins Freie gehen müssen.
  • Türen und Fenster schließen.
  • Schlitze und Öffnungen mit feuchten Lappen versiegeln, um den Eintritt von Asche in Häuser und Gebäude zu begrenzen.
  • Schütteln Sie die Asche mit Staubteilen, so dass die Oberflächen nicht zerkratzt werden.
  • Bedecken Sie offene Tanks und andere Gefäße, damit sie nicht kontaminiert werden.
  • Schützen sie Geräte und Autos, so dass sie nicht verderben oder verkratzen.
  • Vermeiden Sie das Autofahren, da die Asche die Sicht beeinträchtigt und das Pflaster rutschig wird.
  • Empfiehlt Mädchen, Jungen sowie älteren Erwachsenen mit Atemwegserkrankungen, den Kontakt mit der Asche zu vermeiden.
  • Wenn Sie Haustiere haben, stellen Sie sicher, dass das Wasser und das Essen, das sie essen, nicht kontaminiert sind.

Dies Tipps gelten natürlich auch an anderen Vulkanen. Besonders Urlauber, die sich in die Nähe aktiver Vulkane aufhalten, sollten sich diese Empfehlungen einprägen. Ich möchte noch dazu ergänzen, dass man Vulkanasche von Autos am besten mit viel Wasser herunterspült und zwar ohne zu wischen. Dies zerstört den Lack wie Sandpapier. Sollte sich viel Asche/Lapilli auf dem Fahrzeug ablagern, kann man vorsichtig mit einem Handfeger arbeiten.

Ätna heizt weiter auf

Gestern wurden weitere schwache Ascheeruptionen des Vulkans auf Sizilien beobachtet. Auffällig ist, dass der Neue Südostkrater seine Aktivität deutlich steigerte. Aktiver Schlot ist hier der „puttusiddu“ auf der oberen Ostflanke des Kegels. Boris Behncke berichtet von 3 Asche-Emissionen innerhalb von 16 Minuten. Nachts waren kleine strombolianische Eruptionen sichtbar, die glühende Tephra förderten. Die Bocca Nuova war ebenfalls recht munter.

INGV-Vulkanologe Marco Neri postete bei FB ein Foto, das eine Straße auf der Ätna-Nordflanke zeigt, die stark von Rissen durchzogen ist und einen Versatz aufweist. Dieses Bild stammt von 2002. Damals gab es ein Erdbeben unter der Nordostflanke des Vulkans und wenig später erfolgte die bekannte Flankeneruption. Der Vulkanologe meint dazu, dass es wichtig sei, die Prozesse entlang der Pernicana Störungszone zu verstehen. Damals betrug der Versatz der Straße  39 cm. Seitdem bewegt sich die Störungszone um 1-3 cm pro Jahr. Laut Dr. Boris Behncke wird derzeit nur eine geringe Deformation im Gipfelbereich registriert, nachdem es in den letzten Monaten moderate Bodendeformationen gab. So ist es sehr schwer Prognosen zu treffen, wie es am Ätna mittelfristig weitergehen wird. Bereitet sich der Vulkan auf eine größere Eruption vor, oder bleibt es bei der jetzigen milden Aktivität? Diese Frage lässt sich nicht beantworten und wir müssen sehen, wie sich die Situation weiter entwickelt.

Interessant ist, dass es nun eine 3. Skyline LiveCam gibt. Sie gibt eine bessere Sicht auf die Gipfelkrater. Dank an Basil Münger der diesen Link teilte.

Anak Krakatau mit Aschewolke

Die Eruption am indonesischen Vulkan geht weiter. Gestern wurde eine Aschewolke registriert, die eine Höhe von 2.300 m erreichte. VSI meldet für gestern 96 Explosionssignale. Die Stärke und Häufigkeit der Explosionen haben gegenüber der Initialphase der Eruption deutlich abgenommen. In den letzten Tagen ist die Eruption allerdings stabil und könnte länger so weitergehen.

Gunung Agung mit Aktivitätsrückgang

In den letzten Tagen hat die Aktivität am Gunung Agung weiter abgenommen. Es wurden nur noch wenige Asche-Dampf-Wolken registriert. Damit einhergehend nimmt auch die thermische Strahlung am Dom ab. Trotzdem bleibt die Situation am Agung unberechenbar. Jeder Zeit kann es zu stärkeren Explosionen kommen, allerdings nimmt die Wahrscheinlichkeit dafür erst einmal ab. Generell ist es auf Bali derzeit sicher, solange man die Sperrzone um den Vulkan nicht betritt. Ein Restrisiko besteht immer, wenn man sich in den Wirkungskreis aktiver Vulkane begibt.

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