Italien: Erdbeben Mw 5,7

Update: Die Magnitude des Bebens wurde nochmals korrigiert und steht beim EMSC jetzt auf 5,2. Es wurde von leichten Schäden berichtet, die große Katastrophe blieb allerdings aus. Scheinbar wurde auch niemand ernstlich verletzt. Allerdings sind weitere starke Erdbeben in der Region nicht auszuschließen. Für Urlauber in der Region könnte es sinnvoll sein, sich zu informieren, wie man sich bei einem Erdbeben richtig verhält.

Original: Im Südosten Italiens gab es ein starkes Erdbeben der Magnitude 5,7. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe, südöstlich des Ortes San Felice del Molise. Dort ereignete sich vor 2 Tagen ein Vorbeben der Magnitude 4,7.  Das Erdbeben war selbst in Rom und Neapel zu spüren gewesen sein. Die Adriaküste ist nur 20 Kilometer entfernt. Dort dürften zahlreiche Touristen geschockt worden sein.  Über Schäden, oder Opfer ist noch nichts bekannt, allerdings können Beben dieser Größenordnung schon starke Schäden an alten Gebäuden hervorrufen. Weitere Infos folgen, sobald vorhanden.

Update am 17.08.2018

Volcano Island: 2 Erdbeben in Japan

In der Nähe der Vulkaninsel Nishinoshima bebte gestern gleich 2 Mal die Erde. Die Erdbeben hatten die Magnituden 6,2 und 6,o und lagen in 15 km Tiefe. Anscheinen blieben die Erdbeben ohne größere Folgen. Bis Tokyo sind es 1410 km. Allerdings liegt das Ogasawara-Archipel gut 150 km vom Epizentrum entfernt. Berichte über Schäden liegen nicht vor.

Erdbeben auf Island

Auch auf Island gab es 3 Erdbeben mit Magnituden über 3. Das Erste ereignete sich am Bardarbunga und hatte die Magnitude 3,5. Sein Hypozentrum lag in 2,9 Kilometern Tiefe. Die beiden anderen Erdbeben manifestierten sich in der Torfajökull-Caldera unweit von Landmannalaugar. Sie hatten die Magnituden 3,8 und 3,3 und lagen in Tiefen von weniger als 4 km. Die Erdstöße dürften von den Besuchern des Landmänner-Bades gespürt worden sein.

Campi Flegrei: Neue Forschungsergebnisse zum Hydrothermalsystem

In diesem Video erklärt Marceau Greese (Uni Tokyo) wie er das Hydrothermal System der Solfatara erkundet hat. Die Solfata ist der aktivste Krater der Phlegräischen Felder, welche auf italienisch Campi Flegrei heißen. Die Campi Flegrei liegt in Sichtweite von Neapel und dem Vesuv. Im Gebiet der Campi Flegrei befinden sich 2 verschachtelte Calderen, welche in der Lage sind gewaltige Eruptionen zu erzeugen. Die Stadt Pozzuoli liegt in diesen Calderen. Aufgrund der Nähe zur Millionenstadt Neapel und der exponierten Lage von Pozzuoli wird der Caldera-Vulkan genaustens überwacht. Allerdings gestaltet sich die Prognose von Eruptionen hier besonders schwierig. Zum einen wurde hier noch nie ein Vulkanausbruch mit modernen Messinstrumenten beobachtet, zum anderen ist die gesamte Situation sehr komplex: Es gibt ein sehr aktives hydrothermales System, welches Signale überlagern könnte, die möglicherweise vom aufsteigenden Magma stammen. Daher versuchen Wissenschaftler zu verstehen, wie das Hydrothermal System der Phlegräischen Felder arbeitet.

Marceau Greese hat dazu auf 2 Methoden zurückgegriffen. Mittels Geoelektrik wurde die Leitfähigkeit des Untergrundes untersucht. Je nach Beschaffenheit des Materials ist die elektrische Leitfähigkeit eine andere. So erhält man ein Bild oberflächennaher Strukturen. Um den tieferen Untergrund zu kartieren, wertete der Forscher seismische Daten aus. Laufzeitunterschiede von Erdbebenwellen liefern Hinweise auf verschiedene Materialien, die von den Wellen durchlaufen werden. So gelang es Marceau Greese ein recht detailliertes Bild vom Untergrund der Solfatara zu bekommen. Er hat sich besonders auf das Umfeld der „Fumarole Grande“ konzentriert. Wie es dort aussieht, erfahrt ihr im Video oben. Es gibt englische Untertitel.

Letztes Jahr ereignete sich in der Solfatara ein tragischer Unfall, bei dem fast eine ganze Familie zu Tode kam. Seitdem ist die einstige Touristenattraktion gesperrt. Das Gleiche gilt für den Campingplatz, der sich am Rand des Vulkankraters befindet.

Island: neue Erdlöcher und Spalten entdeckt

Im isländischen Hochland wurden jüngst mehrere Erdlöcher (Erdfälle) und Spalten entdeckt, die sich in den letzten Tagen bildeten. Die meisten Spalten öffneten sich im Bereich des Tungnafellsjökull, welcher in Nachbarschaft zum Vatnajökull liegt. Die Spalten sollen bis zu 200 Meter tief hinab reichen, sind allerdings schon wieder verfüllt, so dass man nur relativ flache Vertiefungen sieht. Das lockere Lava-Material, aus dem der Boden des Hochlandes besteht, rutscht von alleine in die Spalten hinein. Daher droht wohl keine große Gefahr für Wanderer, trotzdem soll man vorsichtig sein. Da sich einige Erdlöcher direkt neben Pisten bildeten, besteht für Autofahrer sehr wohl eine Gefahr: auch wenn die Löcher zum größten Teil verfüllt sind, reichen die verbleibenden Vertiefungen aus, um ein Fahrzeug zu schrotten.

In einem Zeitungsinterview im Morgunblaðið meinte der Geophysiker Páll Einarsson, dass die neuen Spalten im Zusammenhang mit der Aktivität des Bardarbunga-Vulkans bildeten. Durch das Absinken der Caldera unter dem Vatnajökull, geraten umliegende Gesteinsschichten unter Druck und bilden Risse. Zwar handelt es sich bei den beiden Vulkanen Bardarbunga und Tungnafellsjökull um 2 unabhängige Systeme, doch wurde schon öfters beobachtet, dass sich Änderungen im Bardarbunga-Grimsvötns-System auf den Bereich des Tungnafellsjökull auswirken. So gab es bereits nach der Gjalp-Eruption im Jahr 1996 entsprechende Spalten und Löcher im weiteren Umland des Vatnajökulls.

Ein Areal mit Erdlöchern und Spalten liegt an der Sprengisandur-Route, 2,4 km nördlich der Nyidalur-Furt. Ein Weiteres bei der Furt des Flusses Hagakvísl, 300 m stromabwärts.

Kilauea: geringe Aktivität

Am Kilauea auf Hawaii ist die Situation stabil: In 2 schloten der spalte 8 brodelt noch etwas Lava, allerdings gibt es keine oberflächlich sichtbaren Lavaströme mehr. Inzwischen gibt es Überlegungen, ob man Spalte 8 als eigenständigen Kegel, bzw. Nebenvulkan betrachten soll und ihn einen eigenen Namen geben soll.

Die Bootsrampe bei Pohoiki wurde von der Lava des Ocean Entrys verschont, allerdings ist der Eingang der Bucht durch eine Sandbank blockiert. Die Bucht ist vom Meer abgeschnitten. Aber wer weiß, vielleicht bildet sich dort ein neues Thermalbecken, wie sie in Kapoho von der Lava zerstört wurden.

Die Bucht von Pohoiki ist durch eine Sandbank vom Meer abgeschnitten. © USGS

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