Blattverschiebung

Blattverschiebungen sind tektonische Störungszonen, welche sich oft im Inneren von Kontinentalplatten finden. Sie können aber auch entlang kontinentaler Plattengrenzen auftreten. Dann werden sie Transformstörungen genannt und können mehrere Tausend Kilometer lang werden. Die englische Bezeichnung lautet strike-slip fault.
Bei einer Blattverschiebung gleiten 2 Gesteinsplatten entlang einer senkrechten Fläche aneinander vorbei. Die Verschiebung findet in horizontaler Richtung statt. Die verursachenden Spannungskräfte wirken oft schräg zur Störungsfläche.

Erdbeben an Blattverschiebungen

Meistens findet keine kontinuierliche Bewegung entlang der Störungsfläche statt, obwohl die Kräfte über lange Zeiträume konstant wirken. Dazu ist der Reibungswiderstand zu hoch, besonders weil die Störungsflächen selten gerade und glatt sind. Die Reibung bildet eine Gegenkraft und die Platten können sich verhaken. Es entsteht ein Spannungsfeld, welches sich bei Überschreiten der Gegenkraft schlagartig entspannt. Die Platten verschieben sich schlagartig um einige Zentimeter bis Meter und es kommt es zu einem Erdbeben.

Bewegungssinn von Blattverschiebungen

In welcher Richtung sich die beiden Erdschollen entlang einer Blattverschiebung bewegen, ist per Definition geregelt. Der Bewegungssinn wird immer relativ zur Perspektive des Betrachters angegeben. Die Richtung wird durch den Bewegungssinn der Gesteinsplatte bestimmt, die dem Beobachter gegenüber liegt. So kann er Bewegungssinn einer Blattverschiebung linkshändig sein, oder rechtshändig. Im geologischen Fachjargon spricht man dann von sinistral, oder dextral.

Bekannte Blattverschiebungen

Berühmt-berüchtigte Blattverschiebungen mit einem hohen Erdbebenpotenzial sind die San Andreas Fault in den USA, die Nordanatolische Verwerfung in der Türkei, oder die Große Sumatra Störung in Indonesien. Auch eines der jüngsten katastrophalen Erdbeben ereignete sich an einer Blattverschiebung: das Palu-Erdbeben auf Sulawesi.

Animation einer Blattverschiebung. © WIKIPEDIA/anynobody, Lizenz BY CC 3.0

Ätna: kleine Ascheeruptionen

Heute Morgen ist der Ätna auf Sizilien recht munter. Auf der Livecam Ätna Ost sieht man kleine Ascheeruptionen aus dem Nordostkrater. Diese kommen in kurzen Abständen. Der Nordostkrater war im Vorfeld der letzten größeren Eruption vor 7 Wochen ebenfalls aktiv gewesen. Gestern Abend gab es auch noch ein Erdbeben der Magnitude 2,5 im Südwesten des Vulkans. Diese schwachen Erdbeben stehen meistens im Zusammenhang mit Magmenaufstieg. Inzwischen hat der Herbst Einzug auf Sizilien gehalten und am Gipfel des Vulkans liegt erster Schnee. Vulkane.net-Leser Christopher machte mich auf die Eruptionen aufmerksam.

Merapi: Dampfwolke beobachtet

Das VAAC Darwin brachte heute eine Meldung vom Merapi raus. Dort wurde scheinbar eine größere Dampfwolke ausgestoßen. Vulkanasche wurde nicht festgestellt. In den letzten Wochen ist der Lavadom deutlich gewachsen und quillt bald über den Kraterrand. Dann wird es vermehrt Schuttlawinen geben und vielleicht sogar erste pyroklastische Ströme. Von diesen geht eine ernste Gefahr für die Anwohner des Vulkans aus. In den Jahren 2006 und 2010 forderten pyroklastische Ströme zahlreiche Todesopfer. Letztere Eruption zerstörte sogar Dörfer in 20 km Entfernung vom Krater. das die pyroklastischen Ströme soweit fließen, hatte damals keiner vermutet. Bei sehr großen Eruptionen können pyroklastische Ströme sogar bis nach Yogjakarta fließen.

Kadovar eruptiert Vulkanasche

Eine echte Eruptionswolke ging vom Kadovar aus. Papua Neuguinea auf. Die Asche stieg bis auf einer Höhe von 2300 Metern auf. Der Inselvulkan war Anfang des Jahres überraschend ausgebrochen. Alle Anwohner der Insel mussten evakuiert werden. Der Vulkan war an 2 stellen ausgebrochen: aus dem Gipfelkrater und an der Küste. Dort schob sich ein Lavadom empor. Zeitweise fürchtete man den Kollaps des Doms und einen daraus resultierenden Tsunami. Dieser wäre eine ernste Bedrohung für die Nordküste von Papua Neuguinea geworden.

Sulawesi: Video Bodenverflüssigung

In Palu auf der indonesischen Insel Sulawesi will man nun die Such nach den Opfern der Erdbebenkatastrophe einstellen. Bisher wurden 1763 Menschen tot geborgen. Die tatsächliche Opferzahl von Erdbeben und Tsunami ist allerdings noch weitaus höher: Mehr als 5000 Personen gelten als vermisst. Viele der Vermissten wurden vom Tsunami ins Meer gezogen. Zahlreich Opfer dürfte es auch gegeben haben, als massive Bodenverflüssigung einen ganzen Vorort von Palu zerstörte. Ein Video zeigt, wie dramatisch die Situation gewesen sein muss: eine ganze Siedlung begann zu rutschen und wurde vom Erdboden regelrecht verschluckt.

Bodenverflüssigung ist ein recht häufig vorkommendes Phänomen im Zusammenhang mit starken Erdbeben. Im Jahr 2011 wurde massive Bodenliquifikation in Christchurch (Neuseeland) beobachtet. Wassergesättigter Boden verliert sein Gefüge, wenn er stark rüttelt. Davon sind besonders sandige Böden in Küstenbereichen, oder an Seeufern betroffen. In den Poren zwischen den Sandkörnern befindet sich viel Wasser. Durch das Gerüttel bei einem Erdbeben wird das ansonsten stabile Korngefüge zerstört. Die Sandkörnern rücken näher zusammen, der Porenraum schließt sich und das Wasser wird verdrängt. Es weicht entlang des einfachsten Weges aus und dieser führt nach oben. Wasser tritt an der Oberfläche aus und der Sand selbst verhält sich wie eine Flüssigkeit, verwandelt sich quasi in Treibsand, der nicht tragfähig ist. Auf diese Weise wurde auf Sulawesi eine ganze Siedlung vom Boden verschluckt. Manche Quellen sprechen sogar von 2 Orten, die einfach verschwunden seien. Das Video zeigt einen Zeitraffer aus Satelliten-Aufnahmen direkt nach dem Erdbeben in Sulawesi:




Haiti: steigende Opferzahlen

Nach dem Erdbeben der Magnitude 5,9 steigen auch auf Haiti die Opferzahlen. Mittlerweile ist von mindestens 20 Toten die Rede. Das Erdbeben war auch auf in der benachbarten Urlaubsregion der Dominikanischen Republik zu spüren gewesen. Heute gab es ein Nachbeben der Magnitude 4,2.

Kick em Jenny mit Seismik

Eine weitere Meldung aus der Karibik: Bereits am 30. September wurde der submarine Vulkan Kick ‚em Jenny wurde von einem Schwarmbeben heimgesucht. Das stärkste Einzelbeben brachte es auf eine Magnitude von 3,5. Der Unterwasservulkan liegt nördlich der Insel Grenada und zeigt eine erhöhte hydrothermale Aktivität.

Kanarische Insel: Schwarmbeben

Zwischen den Kanareninseln Teneriffa und Grand Canaria wurde ein Schwarmbeben registriert. Insgesamt gab es 14 Einzelbeben. das Stärkste brachte es auf eine Magnitude von 2,1.

Alaska: Schwarmbeben

Im Norden Alaskas gab es einen kleinen Erdbebenschwarm. die Beben hatten Magnituden um 3,5 und lagen in geringer Tiefe. In den letzten Monaten kam es hier immer wieder zu Erdbebenschwärmen.

error: Content is protected !!