Anak Krakatau: Wachstum der Vulkaninsel

Die beiden Vergleichsbilder zeigen den Krakatau im Juli dieses Jahres und 3 Monate später. Deutlich ist das Inselwachstum im Süden des Vulkans zu erkennen. Dieses stammt von den Lavaströmen, die immer wieder bis ins Meer flossen. Der Krater scheint sich etwas weiter in nördliche Richtung verlagert zu haben. Ein Indiz für das Höhenwachstum des Inselvulkans. Tom Pfeiffer schätzt, dass der Vulkan um 25 – 30% Höhe zugelegt hat und nun gut 450 m hoch ist.

Die neue Eruptionsphase begann am 18. Juni 2018 und hält bis dato an. Aktuell zeigt sich ein hohes thermische Signal, welches darauf hindeutet, dass wieder ein Lavastrom fließt, der die Insel wachsen lässt. Im statistischen Mittel wächst Anak Krakatau um 5 Meter pro Jahr. Allerdings erfolgt das Wachstum nicht gleichmäßig, sondern in Schüben während der Eruptionsphasen. Diese dauern meistens mehrere Monate, oder sogar Jahre. Dazwischen ruht der Vulkan schon einmal mehrere Jahre lang.

Anak Krakatau hießt „das Kind des Krakatau“. Die junge Vulkaninsel ist der Nachfolger des legendären Krakatau, der sich 1883 in einer gewaltigen Eruption selbst zerstörte. Der Untergang der Insel löste einen katastrophalen Tsunami aus, welcher mehr als 36.400 Menschen das Leben kostete. Würde sich eine vergleichbare Katastrophe heute ereignen würden Hunderttausende den Tod finden.

Der Untergang der Insel hinterließ eine Caldera. In dem riesigen Kessel begann sich schnell eine neue Vulkaninsel zu bilden. Im Jahr 1927 erreichte diese die Wasseroberfläche. Anak Krakatau war geboren. Die erste Insel wurde allerdings bald wieder Opfer der Erosion. Geburt und Niedergang wiederholten sich in schneller Folge, bis sich 1930 eine stabile Insel etablierte.  Weltwirtschaftskrise und der 2. Weltkrieg waren Gründe, warum über die ersten Jahre des Vulkaneilandes wenig bekannt ist. Erst später erwachte das Interesse der Forscher, welche die Insel seitdem genaustens beobachten. Sie ist nicht nur für Vulkanologen interessant, sondern auch für Biologen. Sie studieren hier, wie neues Land besiedelt wird.
Quelle der Bilder: Sentinel-hub

Reventador eruptiert Aschewolken

Der Vulkan in Ecuador ist weiterhin aktiv und eruptiert täglich mehrere Aschewolken. Gestern meldete das VAAC Washington 3 Eruptionswolken, heute sind es bisher 2. Die Vulkanasche steig bis in einer Höhe von 6000 Metern auf. Das sind netto mehr als 2400 m über Kraterhöhe. Das Institut EPN berichtet von Aschewolken, die 1200 m über den Krater aufsteigen. Glühende Tephra und kalte Lavabomben deckten die Flanken des Kegels ein. Der Reventador ist seit einer großen Eruption im Jahr 2002 daueraktiv. Damals erreichte die Vulkanasche die Hauptstadt Quito. Diese liegt in 90 km Entfernung. Größere Eruptionen könnten zumindest den Flugverkehr beeinträchtigen.

Sangay in Eruption

Ähnliches wie vom Reventador gibt es auch vom Sangay in Ecuador zu berichten. Hier registrierte das VAAC Vulkanasche, die bis in einer Höhe von 6,7 km aufstieg. Der Sangay ist über 5200 m hoch, die Aschewolke stieg also ca. 1500 Meter über den Krater auf. Das Besondere am Sangay ist, dass er seit 1934 praktisch daueraktiv ist. Natürlich gibt es kürzere Aussetzer in der Aktivität, doch diese dauern meistens nicht lange. Seine Hänge fallen zum Amazonasbecken hin ab. Dorthin fließt auch das Schmelzwasser, welches vom schneebedeckten Gipfel stammt.

Anak Krakatau eruptiert vulcanianisch

Der Kollege Tom Pfeiffer kehrte gestern von einer Expedition zum Krakatau zurück. Er berichtet von anhaltender explosiver Aktivität am Anak Krakatau. Bei einigen Eruptionen handelt es sich um kraftvolle vulcanianische Eruptionen. In den Aschewolken werden gelegentlich kleine vulkanische Blitze erzeugt. Lavaströme entstanden in der letzten Woche nicht. MIROVA registrierte heute eine moderate Thermalstrahlung und auf einem aktuellen Satelliten-Bild erkennt man eine Aschewolke, die vom starken Wind in nordwestlicher Richtung verfrachtet wird.

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