Fuego: Aktivität zieht wieder an

Nach einigen relativ ruhigen Tagen steigerte sich die Aktivität des Vulkans in Guatemala wieder. INSIVUMEH berichtet von schwachen-moderaten Explosionen, bei denen Vulkanasche bis zu 4300 m ü.N.N. aufsteigt. Davon gibt es bis zu 15 Stück pro Stunde. Glühende Tephra erreicht eine Höhe von 100 m über dem Krater. Auf MODIS ist eine thermale Anomalie zu sehen. MIROVA ist leider noch offline, daher auch heute keine genauen Werte zur Wärmeabstrahlung.

Karangetang eruptiert pyroklastische Ströme

Der Vulkan Karangetang liegt auf der indonesischen Insel Api Siau und eruptierte gestern mindestens einen pyroklastischen Strom, welcher Fotografiert wurde. Sehr wahrscheinlich gingen mehrere Ströme vom Dom ab. In Newsberichten ist aber nur von Aschewolken die Rede. Seit November wächst ein Dom in einem der Krater des Vulkans.

Schuttlawine am Merapi

Am indonesischen Vulkan Merapi ging gestern eine größere Schuttlawine ab. Diese erreichte eine Länge von fast 1 km.  solche Schuttlawinen sind Vorläufer von pyroklastischen Strömen. Der Dom wuchs auch in den letzten Tagen, allerdings verlangsamte sich die Wachstumsrate auf 2000 Kubikmeter am Tag. Das Gesamtvolumen liegt nun bei 370.000 Kubikmeter. Die Anzahl vulkanisch bedingter Erdbeben hat ebenfalls etwas abgenommen. Dennoch gehen zahlreiche Steinschläge ab und die Gefahr wächst mit jedem Kubikmeter Lava weiter, welche sich im Dom akkumuliert.

Sakurajima eruptiert Vulkanasche

Der Vulkan Sakurajima liegt auf der japanischen Insel Kyushu und hat heute einen Lauf: bisher eruptierte er 9 Aschewolken. Diese erreiche eine Höhe von 3700 m über dem Meeresspiegel. Bei den Eruptionen der letzten Monate ist überwiegend der Krater Minami-dake involviert.

Santiago mit Emission

Eine bisher unbestätigte Meldung vom VAAC Washington sagt aus, dass es möglicherweise zu einer Eruption am Vulkan Santiago auf der gleichnamigen Galapagos-Insel gekommen ist. Es wurde wurde eine nicht näher beschriebene Emission registriert. Eine thermische Anomalie, die auf eine Spalteneruption hindeutet, konnte ich bisher nicht lokalisieren.

Bericht sagt: Vulkantouristen werden zum Problem

Der Vulkantourismus boomt in den letzten Jahren, zum Leidwesen der Behörden, welche für die Sicherheit an Vulkanen zuständig sind. Ein Bericht der britischen “Royal Geographic Society” (RGS), über den die BBC schreibt, bestätigt dies und stellt besonders Island in den Vordergrund. Dort würden sich bei Eruptionen besonders viele “Vulkanophile” in Gefahr bringen. Gemeint sind die Eruptionen des Bardarbunga (2014) und Eyjafjallajökull in 2010. Die Autorin des Berichts, Geografin Dr. Amy Donovan, schreibt, dass der Leichtsinn der abenteuerlustigen Vulkantouristen nicht nur die Akteure selbst in Gefahr bringt, sondern auch die Sicherheits- und Rettungskräfte. Von vielen Seiten würden gut gemeinte Tipps gegeben werden, welche allerdings nicht wirklich hilfreich seien. So schrieb z.B. der deutsche Focus, dass es gefährlich werde, wenn es “stinkt” und dass man dann besser umkehren solle. Leider sind aber nicht alle vulkanischen Gase zu riechen, so dass man ersticken  könnte, ohne es zu merken. Weiter heißt es in dem Bericht, dass man einen Vulkan nicht rund um die Uhr bewachen könnte und dass die Vulkanophilen Gesetze brechen, um ein Selfie mit dem eruptierenden Vulkan zu machen.

Leider liefert der Bericht der RGS keinen Lösungsansatz zu diesem Problem. In erster Linie halte ich es für dringend Notwendig die Menschen über den Vulkanismus aufzuklären. Gefahren kann man vermeiden, wenn man sie kennt. Ein Restrisiko besteht für jeden, der sich in die Nähe aktiver Vulkane begibt. Selbst erfahrene Vulkanologen können Opfer einer Eruption werden. Doch ich halte absolut nichts davon, Vulkane in eine Festung zu verwandeln. Oftmals nötigen Absperrungen “Vulkanophile” wie mich dazu, unnötige Risiken einzugehen, indem man sich über (teils gefährliche) Umwege auf den Vulkan schleichen muss. Dabei wird von den Behörden oft Panik geschürt, teils, weil sie selbst unkundig sind und nicht wissen was zu machen ist. Teils wird versäumt, die Anwohner rechtzeitig zu Evakuieren, da man Panik und Kosten minimieren will, oder weil die Situation falsch eingeschätzt wird. Dennoch, selbstverständlich sollte man sich an die Anweisungen der Behörden halten!

Der Bericht geht auch nicht auf die Gefahren ein, in denen sich die ständigen Anwohner eines Vulkans befinden. Unter Sicherheitsaspekten betrachtet grenzt es an Wahnsinn Vulkanflanken von so gefährlichen Vulkanen wie dem Vesuv, oder Merapi zu bewohnen. Ganz zu schweigen von den Menschen, die in Calderen wie der Campi Flegrei leben. Studien über die Gesundheitsgefährdung von Anwohnern durch Gas und Feinstaub sind mir auch nicht bekannt.

Die meisten touristischen Todesopfer an Vulkanen kommen nicht durch Eruptionen zustande, sondern durch die Gefahren des Alpinismus: Vulkanwanderer verirren sich und stürzen zu Tode, verdursten, erfrieren, oder werden vom Blitz getroffen. Die wenigsten ersticken in Gasen, oder werden von einer vulkanischen Bombe erschlagen! Das ist ein grundlegendes Problem der immer leichteren Zugänglichkeit von Bergen und allgemeinen Reiseboom. So wagen sich Leute ins Hochalpin, die die Voraussetzungen dazu nicht mitbringen. Skrupellose Geschäftemacher beuten die Natur aus, karren Touristen in Horden auf die Berge. Da werden Seilbahnen und Pisten gebaut, Mobilfunkmasten aufgestellt und Abenteuerfahrten auf Gletschervulkanen angeboten, ohne die Touristen aufzuklären! Wenn ich mir die frierenden Leute in Shorts und Sandalen angucke, die am Ätna in Bussen hochgefahren werden, denke ich mir so oft, denen hätte mal jemand sagen können, dass es in 3000 m Höhe auch im Sommer kalt sein kann! Auf Island sieht es ähnlich aus: das Hochland ist von Jeep-Pisten durchzogen, am Flughafen werden Offroad-Fahrzeuge an Ahnungslose vermietet, die sich auch ohne Vulkanausbruch verirren, oder den Wagen in einer Furt versenken. Aber wenn ein Vulkan ausbricht, und Leute mit Erfahrung zur Eruption fahren wollen, stehen sie entweder vor Absperrungen, oder werden an den Ohren aus dem Sperrgebiet heraus geschleift. Da kann ich nur sagen: der Wahnsinn hat System!

Ich plädiere dafür die Menschen zu informieren und aufzuklären. Am besten schon in der Schule, indem man brauchbaren Geografie-Unterricht anbietet. Nicht zuletzt an den Vulkanen selbst. Doch vernünftige Besucherzentren sucht man meistens vergeblich.

Quelle: BBC, ORF

Papua Neuguinea: Erdbeben Mw 5,9

Vor der Ostküste von PNG bebte die Erde mit einer Magnitude von 5,9. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Es folgte ein weiteres Erdbeben Mw 5,7 in 40 km Tiefe. In den letzten Wochen manifestieren sich in dieser Region auffallend viele Erdbeben. Der Vulkan Tavuvur (Rabaul Caldera) liegt nicht allzu weit entfernt Dieser Feuerberg war in den letzten Jahren relativ ruhig, vielleicht muckt er sich bald ja wieder?!

Lombok-Bali: Erdbeben Mw 5,1

Zwischen den indonesischen Inseln Lombok und Bali gab es ein Erdbeben der Magnitude 5,1. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Das Beben war auf beiden Inseln deutlich zu spüren. Das Beben ereignete sich in einer Zeit, in der man auf Entspannung der Lage hoffte, doch die Ruhe war trügerisch. Seit dem starken Erdbeben im Sommer dieses Jahres gab es zahlreiche moderate Erschütterungen. Experten meinen aber, dass die Wahrscheinlichkeit eines weiteren katastrophalen Erdbebens bei Lombok gering ist, da sich die Spannungen abgebaut hätten.

Liparische Inseln: erhöhte Seismik

In den letzten Tagen gab es mehrere schwache-moderate Erdbeben bei den Liparischen Inseln, nördlich von Sizilien. Heute ereignete sich eine Erschütterung der Magnitude 3,1 östlich der Insel Vulcano. Das Hypozentrum lag in 147 km Tiefe und befand sich somit im oberen Erdmantel.Weitere schwache Beben gab es an der Küste bei Milazzo und südlich des Stromboli. Dieser zeigte sich gestern in recht guter Form. Insgesamt gibt es im Bereich von Sizilien derzeit sehr viele Erdbeben. es würde mich nicht überraschen, wenn sich etwas größeres anbahnt. so gibt es seit Monaten am Ätna viele Erdbeben. Andere Störungszonen Richtung Palermo und Syracus zeigen sich auch von der aktiven Seite. Sizilien ist eine der seismisch aktivsten Zonen Europas, hier ereigneten sich bereits mehrere katastrophale Erdbeben.

Poas: phreatische Eruptionen

Am Poás in Costa Rica gibt es derzeit schwache phreatische Eruptionen zu bewundern. Die Dampfexplosionen schleudern Schlamm bis zu 30 m hoch. Die Dampfwolken erinnern in ihrer Form an einer schlanken Zypresse, heißt es in einer Meldung von OVSICORI. Die Eruptionen trocknen den Kratersee langsam aus, oder vielmehr müsste man sagen, dass dafür sehr wahrscheinlich der erhöhte Hitzefluss aufsteigenden Magmas verantwortlich ist. Erst vor wenigen Tagen hatte sich das Wasser des Sees verfärbt und ist grün geworden. Oft gehen phreatische Eruptionen phreatomagmatischen Ausbrüchen voran, bei denen dann auch Asche in den Eruptionswolken vorkommt. So eine Aktivitätsphase war am Poás im letzten Jahr zu beobachten. Damals wurde der Nationalpark für Besucher gesperrt.

Gunung Agung: Regen erzeugt Lahare

Am Gunung Agung auf Bali wurden 4 kleinere Lahare beobachtet. Die Schlammströme werden durch starke Regenfälle ausgelöst. Diese mobilisieren Ascheablagerungen am Hang des Vulkans. Auf Bali scheint die Regenzeit ungewöhnlich stark auszufallen, was auch dem El Nino genannten Klimaphänomen geschuldet sein kann. Die Seismik ist dieser Tage relativ niedrig. Es scheint kein neues Magma aufzusteigen.

Karangetang: Seismik hoch

Anders sieht es am Karangetang im Norden des indonesischen Archipels aus. Dort ist die Seismik hoch und es wird harmonischer Tremor registriert. Gestern zeichnete das VSI 208 Steinschlag-Signal auf. Dass deutet darauf hin, das der Dom im Krater fleißig wächst. Es würde mich nicht wundern, wenn dort demnächst pyroklastische Ströme abgehen würden. Leider ist MIRVOA offline, so dass mir keine Thermaldaten zur Verfügung stehen, um die Situation genauer abzuschätzen.

Fuego: Eruptionen schwächer

Der Fuego in Guatemala ist weiterhin aktiv, allerdings hat die Stärke der explosiven Eruptionen abgenommen. INSIVUMEH berichtet von 6-10 Explosionen pro Stunden, bei denen die Vulkanasche bis in einer Höhe von 4300 m aufsteigt. Dass sind 500 m weniger als in den letzten Wochen. Glühende Tephra bringt es auf 100 m Höhe über den Kraterrand. Gestern gab es eine 2 minütige Episode mit kontinuierlichem Dampfausstoß, der unter Hochdruck stand. Solche Dampferuptionen hören sich an wie ein startendes Düsenflugzeug.

Pacaya eruptiert 2 Lavaströme

Vom Pacaya gehen derzeit 2 kurze Lavaströme aus. Diese sind 75 m und 150 m lang und fließen in nordöstlicher Richtung. Der Kegel im Mc Kenney-Krater ist schwach strombolianisch aktiv. Es wird schwacher Tremor registriert.

Komandorskieye Ostrova Region: Erdbeben M 7,4

Vor der Ostküste Kamtschatkas ereignete sich ein schweres Erdbeben der Magnitude 7,4. Das Hypozentrum lag in nur 10 km Tiefe. Es besteht Tsunami-Gefahr. Es manifestierten sich bereits zahlreiche Nachbeben mit Magnituden über 5. Das Epizentrum lag 445 km Nordöstlich der Regionalhauptstadt Petropavlovsk-Kamchatskiy.

Der nächst gelegene aktive Vulkan ist Karymsky. Er liegt nur etwa 200 km vom Erdbebenherd entfernt. In den letzten Monaten eruptierte er nicht, falls sich dort in den nächsten Tagen etwas tut, könnte ein Ausbruch durch das Erdbeben ausgelöst worden sein.

Island: Schwarmbeben unweit Keflavik

In der Nähe des Internationalen Flughafens von Island ereignet sich ein Schwarmbeben. Die stärkste Erschütterung hatte die Magnitude 3,2. Das Hypozentrum lag in 5,6 km Tiefe bei Fagradalsfjall. Das ist der westlichste Höhenzug vulkanischen Ursprungs auf Island. Insgesamt wurden 171 Einzelbeben registriert. Auch im Bereich des Herdubreid gab es vereinzelte Erdbeben.

Shiveluch eruptiert Aschewolke

Der Shiveluch auf Kamtschatka ist heute erneut ausgebrochen. Das VAAC meldet eine Aschewolke, die eine Höhe von 7300 m ü.N.N. erreichte. Bei der Eruption entstanden kleinere pyroklastische Ströme. Im hufeisenförmigen Krater des entlegenen Vulkans wächst seit Jahren ein Lavadom. Immer wieder kollabieren Teile des Staukuppe, was pyroklastische Ströme erzeugt.

Ebeko in Eruption

Vor der Südküste Kamtschatkas liegt der Ebeko. Der Kurilen-Vulkan eruptierte heute eine Aschewolke, die eine Höhe von 3,3 km erreichte. Die Häufigkeit der Vulkanausbrüche dort ist insgesamt rückläufig.

Anak Krakatau mit kleiner Aschewolke

In Indonesien ist der Krakatau weiter aktiv. Das VAAC Darwin registrierte eine kleine Aschewolke, die gut 300 m über Kraterhöhe erreichte. Die Stärke der Eruptionen hat in den letzten Wochen abgenommen und es kommen weniger Berichte rein. Dass könnte allerdings auch der Regenzeit geschuldet sein.

Herdubreid: Schwarmbeben ebbt ab

Die seismische Aktivität unter dem isländischen Tafelberg-Vulkan Herdubreid hat in den letzten Stunden nachgelassen. Insgesamt zeichnete IMO 326 Erdbeben im Bereich des Vatnajökulls auf, was schon beachtlich ist. Es würde mich nicht wundern, wenn wir hier demnächst weitere Schwarmbeben sehen würden.

Ätna weiterhin aktiv

Am Ätna auf Sizilien gibt es weiterhin den Lavastrom zu bewundern, der aus dem Puttusiddu genannten Krater des Neuen-Südostkrater-Kegels fließt. Ausläufer des Stroms erreichen den oberen Bereich des Valle del Bove. Zudem ist der Krater strombolianisch aktiv.

Vesuv mit kleinem Erdbebenschwarm

Gestern war die Seismik am Vesuv wieder etwas höher, als in den letzten Tagen. Das INGV Napoli registrierte 9 leichte Erschütterungen unter dem Vulkan. Der Vesuv gilt als Pulverfass und wird daher besonders gut beobachtet.

Yellowstone: weitere Eruption vom Steamboat-Geyser

Im Yellowstone-Nationalpark ereignete sich am Montag ein weiterer Sprung des Steamboat-Geysirs. Es war die 31. Wasser-Eruption in diesem Jahr. Seit beginn der Aufzeichnungen wurden noch nie so viele Sprünge des Geysirs beobachtet, wie in diesem Jahr. Vulkanologen gehen aber davon aus, dass die hohe Aktivität des Geysirs nichts mit einem potentiellen Aufheizen des Vulkans zu tun hat.

Yellowstone-Caldera: Rätsel um Schwarmbeben gelöst

Im Sommer 2017 wurde der Nordwesten der Yellowstone-Caldera von einem fast 4 Monate andauernden Schwarmbeben erschüttert. Zwischen Juni und Anfang Oktober wurden mehr als 2500 Erschütterungen registriert. Damals wurde darüber spekuliert, dass das Schwarmbeben mit der Intrusion eines Magmatischen Gangs in Verbindung stehen könnte. Einige Medien postulierten bereits den nächsten Supervulkan-Ausbruch. Nun glauben Forscher des USGS die Quelle des Schwarmbebens ausfindig gemacht zu haben.

Der Seismologe David Shelly schrieb in einem Blog, dass das seismische Netzwerk des Yellowstone Nationalparks so stark ausgebaut wurde, dass die Seismologen sehr viele Daten über die Erdbeben erhalten. Diese wurden nun genau analysiert. Die Wissenschaftler konnten jede einzelne Erschütterung genau lokalisieren und den Weg verfolgen, auf dem sich die Erdbebenzentren verlagerten. Man ging davon aus, dass die Erdbeben von Fluiden (Magma, Wasser, Gas) ausgelöst wurden und anhand der Beben konnte man den Weg der Fluide verfolgen. Diese bewegten sich entlang von Störungszonen die in Nord-Nord-Ostrichtung verliefen. Es kam aber auch zu Erdbeben an Störungszonen, die senkrecht zur Hauptorientierung der Störungen standen. Zudem fluktuierte die Ausbreitungsgeschwindigkeit stark. Zu stark, um von Magma ausgelöst zu werden.Von daher gehen die Wissenschaftler aus, dass es sich bei dem Fluid um Wasser handelte, welches sich entlang von Rissen ausbreitete. Das Wasser kam aus der tief liegenden Magmakammer und wurde dort aus der Gesteinsschmelze „ausgeschwitzt“. Es stand unter hohem Druck und war sehr heiß. Bei seinem Aufstieg durch die Risse kühlte es ab.

Weiter kommt Shelly zu dem Schluss, dass keine Gefahr einer Eruption bestand, obwohl das Schwarmbeben außergewöhnlich stark war. Bodendeformation, oder andere Anzeichen iéiner bevorstehenden Eruption, wurden nicht registriert.

Auch wenn die Forscher von keiner erhöhten Ausbruchsgefahr ausgehen, beweist das Tiefenwasser, dass unter dem Yellowstone eine aktive Magmakammer existiert. Doch wo ist das Wasser geblieben? Könnte das aufgestiegene Tiefenwasser der Grund dafür sein, warum der Steamboat-Geyser in diesem Jahr außergewöhnlich aktiv war? Jedes gelöste Rätsel wirft neue Fragen auf. Den Forschern wird es bestimmt nicht langweilig am Yellowstone.

Herdubreid: massives Schwarmbeben

Auf Island bebt es derzeit mächtig, zumindest was die Anzahl einzelner Erdbeben unter dem Herdubreid angeht. Dort manifestiert sich derzeit eines der stärksten Schwarmbeben, welches wir in den letzten Monate auf Island zu sehen bekommen haben. Sehr wahrscheinlich wird der Schwarm von einem Magmatischen Gang verursacht, der in die Gesteine unter dem Tafelbergvulkan eindringt. In den letzten 48 Stunden wurden im Bereich des Vatnajökulls 198 Erdbeben registriert. Die meisten davon unter Herdubreid. Einige Erdbeben manifestierten sich auch unter dem Bardarbunga.

Herdubreid eruptierte in den letzten Jahrtausenden nicht. Es wird angenommen, dass die letzten Eruptionen mindestens 10.000 Jahre her sind und unter dem Eis des letzten Glazial stattfanden. Daher erhielt der Vulkan die abgeflachte Form eines Tafelbergs. Laut Definition -die meiner Meinung nach unhaltbar ist- gilt der Herdubreid als erloschen. Allerdings gehört der Herdubreid zum System der Askja und hier ist der letzte Ausbruch nicht so lange her: die Askja eruptierte zuletzt im Jahr 1961. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass das Schwarmbeben ein Anzeichen einer bevorstehenden Eruption ist, auch wenn die Wahrscheinlichkeit hierfür gering ist. Starke Schwarmbeben gab es in dem Bereich schon öfters, ohne das es zu einem Vulkanausbruch kam. Im Zusammenhang mit der Bardarbunga-Eruption in 2014 gab es im Bereich Askja/Herdubreid ebenfalls zahlreiche Erdbeben, welche auf Intrusion hindeuteten.

Planchon-Peteroa: Ascheeruptionen

Der Komplexvulkan Planchon-Peteroa ist weiterhin aktiv und eruptiert Aschewolken. Laut VAAC Buenos Aires steigt die Asche bis in einer Höhe von 5300 m auf. In den letzten 24 Stunden wurden 4 dieser Eruptionswolken registriert. Der Alarmstatus steht auf “gelb”. Beim zuständigen Institut SERNAGEOMIN gibt es LiveCams. In den letzten Tage stieß der Vulkan bereits öfters Vulkanasche aus. Planchon-Peteroa ist einer der aktivsten Vulkane in Chile.

Ätna und der Lavastrom: Reisetipps

Die Aktivität am Ätna geht weiter und der Lavastrom wird immer größer. Er legt sowohl an Länge, als auch an Breite zu. Mittlerweile haben einige Arme des Stroms den oberen Bereich des Valle del Bove erreicht. Die strombolianische Tätigkeit hält ebenfalls an. MIROVA registrierte gestern eine hohe thermische Strahlung von 530 MW. Die Seismik ist nach wie vor hoch. Es gibt leichte Erdbeben, die im Gipfelbereich in geringer Tiefe liegen. Weiter außen an den Vulkanflanken manifestierten sich tief sitzende Erschütterungen.

Mittlerweile sind einige Vulkanspotter am Ätna unterwegs, um sich die Eruption anzugucken. Offiziell ist der Aufstieg zu den oberen Bereichen des Ätnas gesperrt. Wanderer dürfen nur bis in einer Höhe von 2500 m aufsteigen. In Begleitung eines Bergführers sind 2700 m erlaubt. Darauf wies Vulkanologe Boris Behncke in einer Diskussion in unserer FB-Gruppe hin. Dort wurde auch gefragt, von wo aus man die aktuelle Tätigkeit am besten sehen kann. Von den (gesperrten) Bereichen im Süden des Ätnas sieht man den Ausbruch nur sehr angeschnitten. Näher ran kommt man nicht, da Aa-Lavaströme von 2017 den Weg zum Fuß des NSEC versperren. Es bleiben praktisch nur Fernblicke. Am einfachsten gestalten sich diese von der Straße SP 92 aus. entweder auf dem Stück zwischen Refugio Sapienza nach Zafferana, oder von Milo in Richtung Citelli. Wer etwas näher ran will und wandern möchte, kann auf den Monte Zoccolaro steigen, oder auf die Serra delle Concazze. Von dort aus hat man derzeit wohl den besten Blick. Allerdings ist es auf dem Nordrand des Valle del Bove kalt und windig. Bei schlechtem Wetter ist der Aufstieg nicht nur sinnlos, sondern auch gefährlich. Allerdings sagen die Meteorologen für das Wochenende schönes Wetter voraus.

Wer den Ausbruch fotografieren will und einigermaßen Format füllende Bilder haben möchte, benötigt ein starkes Teleobjektiv. Am Besten ein lichtstarkes. Eine Brennweite zwischen 400 und 600 mm ist da schon erforderlich. Ein entsprechendes Stativ und Fernauslöser sind da obligatorisch. Aber auch Weitwinkel-Fotos mit Sternenhimmel und Lava-Spur könnten mittlerweile attraktiv werden.

Kuchinoerabu-jima: Größere Asche-Eruption

Update 19.12.18: Heute kehrte der Vulkan zu seiner “üblichen” Aktivität zurück und eruptiert kleinere Aschewolken. Diese steigen bis zu 1000 m ü.N.N. auf. Das VAAC registrierte heute bisher 3 dieser Eruptionen.

Originalmeldung: Heute Nachmittag brach der Vulkan Kuchinoerabu-jima größer aus. Das VAAC Tokyo registrierte eine Aschewolke in einer Höhe von 5300 m. Es ist der größte Ausbruch der aktuellen Eruptionsphase. Seit mehreren Wochen stößt der Vulkan keine Aschewolken aus. Diese gehen vom Krater Shindake aus. Bei der letzten größeren Eruption vor 3 Jahren, wurde eine noch größere Aschewolke erzeugt. Aus dieser ging ein pyroklastischer Strom hervor, welche die Ortschaft auf der Vulkaninsel bedrohte.

Mayon: phreatische Eruption

Heute Nachmittag gab es am Mayon eine kleinere Eruption. Das VAAC registrierte Vulkanasche in 3 km Höhe. Sehr wahrscheinlich war der Ausbruch phreatisch. In den letzten Wochen kommt es immer wieder zu solchen Eruptionen. Diese könnten durch starke Regenfälle getriggert werden. Dom und Fördersystem sind noch heiß. Zudem wird leichte Inflation registriert.

Island: Schwarmbeben unter Herdubreid

Unter dem isländischen Vulkan Herdubreid breitet sich ein Erdbebenschwarm aus. Das stärkste Einzelbeben hatte eine Magnitude von 2,7 (laut EMSC 3,0) und lag in 7,2 km Tiefe. Gestern ereignete sich unter dem Bardarbunga ein Erdstoß der Magnitude 3,6. Insgesamt wurden in den letzten 48 Stunden 111 Erdbeben im Bereich des Vatnajökulls registriert.

Merapi: glühende Schuttlawine

Bereits am Sonntag ging eine größere Schuttlawine vom Dom im Krater des Merapi ab. Die Schuttlawine war so heiß, dass sie auf Fotos eine Glutspur hinterließ. Der Dom wächst weiter. Zuletzt betrug die Wachstumsrate 2300 Kubikmeter am Tag. Damit ist die Förderrate rückläufig.