Wetterchaos in Deutschland und Österreich

Im Alpenraum sorgen heftige Schneefälle für Katastrophenstimmung: In Bayern und Österreich ging heute Morgen auf zahlreichen Straßen nichts mehr. Es gab zahlreiche Verkehrsunfälle und es bildeten sich kilometerlange Staus. Einigen Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten. Bei Berchtesgaden ging eine Lawine ab und verschüttet eine Straße. Dort sitzen 350 Menschen fest.

Die Lage in Österreich wird als dramatisch beschrieben: im Bundesland Salzburg wurde die höchste Lawinen-Warnstufe ausgerufen. Es gab bereits mehrere Todesopfer. Am Hochkönig sind am Morgen bereits große Lawinen der Stufe abgegangen. In der Steiermark werden Evakuierungen vorbereitet.

Sturmflut an den Küsten

Im Norden Deutschlands kommt die Gefahr aus dem Meer. Dort drohen Sturmfluten. Bereits gestern stand der Hamburger Fischmarkt unter Wasser. Heute traf es die Altstadt von Lübeck. Auch in Wismar gab es Überschwemmungen.

Der Flughafen Köln/Bonn musste seinen Betrieb heute Vormittag einstellen, da Eisregen die Startbahn in eine rutschige Fläche verwandelte.

Auch in den nächsten Tagen soll uns das Wetterchaos erhalten bleiben. Selbst in den Mittelgebirgen soll viel Neuschnee fallen. Im Alpenraum sollen bis zu 50 cm Schnee dazu kommen. Nach der Dürre im Sommer, kommt nun der Niederschlag auf einmal runter. Man kann davon ausgehen, dass die Schneeschmelze Hochwasser erzeugen wird. Besonders betroffen könnten Donau und Elbe sein. Aber auch am Rhein könnte es dann kritisch werden.

Krakatau: Dramatischer Bericht eines Fischers

Auch 17 Tage nach der Katastrophe bleibt das Thema Krakatau aktuell. Heute zeigt sich der Vulkan zwar von seiner ruhigen Seite, dafür ist der Augenzeugenbericht eines Fischers im Netz publiziert worden, welcher sich in unmittelbarer Nähe des Vulkans aufhielt, als dieser teilweise kollabierte.

Der Fischer stammt von der Insel Sumatra und heißt „Roni“. Zusammen mit 14 Kollegen fischte er am 22. Dezember 2018 im Krakatau Archipel. Er beschreibt den Paroxysmus als „ungewöhnlich“, scheinbar war er stärker als die Eruptionen zuvor. Als es vulkanische Blitze gab, beschlossen die Fischer das Archipel zu verlassen und fuhren in ihren Booten Richtung Heimat. Roni erwähnt noch, dass sie an diesem Tag ungewöhnlich viele Fische fingen. Ohne weiter Warnzeichen kam es plötzlich zu riesigen Wellen. Der Fischer sah, wie die flache Insel Sertung von den Wellen komplett überspült wurde. Sertung liegt 3 km von Anak Krakatau entfernt. Es gab 4 Wellen und er schätzt die höchste auf 25 m. Roni und ein anderer Fischer gingen scheinbar über Bord (hier widerspricht sich der Bericht ein wenig) und schwammen (oder fuhren) zur Insel Sertung. Sie banden sich an Bäumen fest, damit die Wellen sie nicht fortspülen konnten und verharrten so die ganze Nacht. Am nächsten Morgen entdeckten die beiden Freunde, das es noch weitere Überlebende gab, die sich auf ähnlicher Weise gerettet hatten. 5 Tage harrten sie auf Sertung aus, ohne dass Hilfe kam. Sie ernährten sich von Kokosnüssen. Am Sonntag beschlossen sie zur nächsten bewohnten Insel zu schwimmen (daher gehe ich davon aus, dass beide Fischer über Bord gingen) und bauten sich Schwimmhilfen aus Strandgut. Zu 4. brachen sie Richtung Sebesi auf. Am nächsten Morgen erreichten 3 von ihnen die Insel. Insgesamt wurden von den 15 Fischern 7 gerettet. 1 Mann ertrank definitiv, 7 weitere gelten als vermisst.

Sollte dieser Bericht der Wahrheit entsprechen, dann wundere ich mich doch sehr, warum die indonesischen Behörden nicht nach den Fischern suchten. Es ist allgemein bekannt, das sich in dem Archipel praktisch immer Fischer aufhalten. Oft mischen sich unter diesen Touristen. Schließlich ist das Krakatau-Archipel in einem Nationalpark geschützt. Vor der Katastrophe gab es eine 2 km Sperrzone um den Krater des Anak. Somit war es erlaubt sich auf den umliegenden Inseln aufzuhalten. Künftig sollte es jedem Besucher des Archipels klar sein, dass er im Notfall auf sich alleine gestellt ist und zumindest einige Tage selbständig überleben muss, solle es zu einer erneuten Katastrophe kommen.

Quelle: youtube

Ätna: Erdbeben Ml 4,1

Am Ätna auf Sizilien gab es ein weiteres moderates Erdbeben der Magnitude 4,1. Das Hypozentrum lag im Norden des Vulkans, in der Nähe der Schilift-Station Etna Nord. Die Tiefe des Bebens wird mit 2 km angegeben. Anwohner des Ätnas konnten den Erdstoß deutlich spüren, doch über Schäden liegen keine Meldungen vor. Die Erschütterung fand in der Gegend des NW-Rifts respektive der Pernicana-Störungszone statt und war wahrscheinlich tektonischer Art. Allerdings werden die Störungszonen am Ätna gerne durch aufsteigendes Magma aktiviert, welches für Stress im Vulkan sorgt. Erdbeben dieser Größenordnung wurden oft vor Flankeneruptionen registriert. Ein Schwarmbeben, welches eine unmittelbar bevorstehende Eruption ankündigen könnte, ist heuer aber ausgeblieben. Auch wenn ich das Erdbeben als moderat bezeichnet habe, ist es für den Ätna schon relativ stark.

Mount Shindake eruptierte

Der japanische Vulkan auf der Insel Kuchinoerabu eruptierte gestern eine Aschewolke, die gut 2000 m hoch aufstieg. Laut Medienberichten wurden die 108 Bewohner der Insel aufgefordert diese vorübergehend zu verlassen. Ein Hubschrauber des JMA wurde losgeschickt, um den Krater zu inspizieren, konnte jedoch nichts ungewöhnliches entdecken. Der Ausbruch ereignete sich um 16:37 Uhr, also einige Stunden vor dem starken Erdbeben östlich der Insel. Die Eruption wurde nicht vom VAAC Tokio registriert.

Shiveluch mit weiteren Aschewolken

Dafür registriert das VAAC aber umso mehr Aschewolken am Shiveluch auf Kamtschatka. In den letzten 3 Tagen waren es 6 Aschewolken, die bis zu 7 km hoch aufstiegen. Im Krater des Vulkans wächst ein Lavadom. Die Aschewolken sind oft mit dem Abgang pyroklastischer Ströme assoziiert. In der letzten Zeit ist Shiveluch der aktivste Vulkan der Region. Von dem einstigen Dauerbrenner Karymsky hört man nur noch selten etwas.

Mayotte-Region: Erdbeben Mb 4,7

Im indischen Ozean gab es ein Erdbeben der Magnitude 4,7. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe und etwas östlich der Insel Mayotte. Seit gut einem Jahr gibt es in der Region zahlreiche Erdbeben und es wird ein Zusammenhang mit magmatischer Aktivität vermutet. Die genauen Umstände der Erdbebenserie geben den Wissenschaftlern allerdings Rätsel auf. Die gesamte Insel verschob sich um mehrere Zentimeter.

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