Heuschreckenplage: 2. Generation fliegt

Was haben Kenia, Somalia, Äthiopien, Pakistan und Indien gemeinsam? Obwohl die Länder in Ostafrika und Asien Tausende Kilometer auseinander liegen, werden beide Regionen von den Wüstenheuschrecken heimgesucht. Jetzt werden die ersten Tiere der 2. Generation flugfähig und die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten. Die Schwärme setzen sich aus 20 Mal mehr Tieren zusammen als die erste Welle. Im kenianischen Samburu-County werden Schwärme aus 80.000.000 Heuschrecken pro Quadratkilometer gemeldet. In Windeseile fressen sie alles kahl was grün ist und rauben die Lebensgrundlage der Menschen. Dass es soweit kommen konnte, ist dem Umstand geschuldet, dass es in den letzten 18 Monaten im Osten Afrikas ungewöhnlich feucht war. Anfang Mai gab es lokale Überschwemmungen in Kenia und in Indien und Pakistan fielen der Monsun-Regen ungewöhnlich stark aus. Für die extremen Niederschläge wird der Klimawandel verantwortlich gemacht. In den asiatischen Staaten wurden bislang nur Nymphen der 2. Generation gesichtet. Diese sind noch nicht flugfähig und müssen noch eine Metamorphose durchlaufen. die Schwärme der 1. Welle treten nicht so flächendeckend auf wie in Ostafrika.

Der Corona-bedingte weltweite Lockdown trägt eine Mitschuld an der Plage: Durch die Unterbrechung von Lieferketten gab (und gibt) es zu wenige Pestizide um gegen die Heuschrecken vorzugehen. So droht eine Hungersnot, die weitaus mehr Menschen das Leben kosten könnte, als es COVID-19 machen wird. Jetzt gilt es eine neuerliche Brut der Heuschrecken zu verhindern. Eine 3. Welle wäre nochmals 20-fach stärker.

Überschwemmungen in Kenia und Somalia

In der ersten Maiwoche mussten 40.000 Menschen entlang des Nzoia-Flusses evakuiert werden. Seit Beginn der großen Regenzeit Anfang März wurden 233.000 Menschen, durch starke Regenfälle und Hochwasser beeinflusst. Der Wetterdienst prognostiziert ungewöhnlich hohe Niederschläge im Rift Valley und anderen teilen des Landes. Die Brutbedingungen für eine 3. Heuschreckenwelle sind damit weiterhin gut.

Fuego: Installation Livecam

Im Januar 2020 bereiste ich die guatemaltekischen Vulkane Pacaya und Fuego. Neben den üblichen Vulkanbesteigungen zum Fotografieren und Filmen der Eruptionen, hatte ich vor eine LiveCam am Fuße des Fuegos zu installieren. Die LiveCam wird von unserem Vulkanverein „Vulkanologische Gesellschaft e.V.“ finanziert und betrieben, wobei wir Unterstützung von Ulrich finden. Bei der vorherigen Reise hatte mich Martin mit Ulrich bekannt gemacht. Ulrich ist ein deutscher Aussiedler, der mit seiner einheimischen Frau auf einem schönen Anwesen lebt, dass sich nahe des ehemaligen Golfplatzes von La Reunion befindet. Das Haus zählt zu einer handvoll Gebäuden, die dem Vulkan besonders nahe liegen und sich mitten in den alten Kaffeeplantagen befinden. Von hier aus hat man nicht nur einen unglaublichen Blick auf den Doppelvulkan Fuego-Ancatenango, sondern auch auf die benachbarten Vulkan Agua und Pacaya. Ulrich holte mich von meinem Hotel in Antigua ab und fuhr mich zu seinem Haus, wo ich sehr gastfreundlich empfangen wurde. Zusammen mit einem seiner Angestellten kletterten wir auf das Dach und machten uns an die Montage der Kamera, die ich von zuhause mitgebracht hatte. Tage zuvor hatte Ulrich ein gut 30 m langes Lan-Kabel verlegt und einen Stromanschluss auf dem Dach eingerichtet. Innerhalb weniger Stunden war die Kamera installiert und eingerichtet, wobei wir die Kamera erst einmal provisorisch aufstellten, da sie zu einem späteren Zeitpunkt noch ein wenig verstellt werden soll.

Nach der Kamerainstallation zeigte mir Ulrich noch, wie knapp er und seine Familie der Katastrophe von 2018 entgangen sind, als pyroklastische Ströme und Lahare den Golfplatz nebst Hotel und Teile einer Siedlung zerstörten. Knapp 300 m trennen sein Haus vom Ort der Zerstörung.

Am nächsten Tag brach ich mit einer geführten Gruppe zum Acatenango auf, um von dort aus den Blick auf den Krater des Fuegos zu genießen. Der Aufstieg zum terrassierten Camp unterhalb des Gipfels des Acatenangos war anstrengen, aber der wunderschöne Wald auf der Vulkanflanke lässt einen die Anstrengungen vergessen. Eine halbe Stunde vor erreichen des Camps sieht man zum ersten Mal den Krater des Vulkans Fuego, was für einen zusätzlichen Motivationsschub sorgt.

Zur Abenddämmerung startete ich meine Kameradrohne für einen Flug Richtung eruptierenden Vulkankrater. Der GPS-Empfang war gut und so flog ich die Drohne bis an die Grenzen des Möglichen wo es zu einem Abriss der Verbindung zur Fernsteuerung kam. Doch anstatt automatisch zum Startpunkt zurückzukehren, drehte sie im 90 Gradwinkel ab. Die 800 € teure Drohne verschwand auf nimmer wiedersehen. Was mich besonders betrübte, war nicht der Verlust der Drohne, sondern der Verlust der Videos, die ich bis dahin am Fuego gedreht hatte. Ein wenig demotiviert hockte ich mich hinter meine Kamera und machte ein paar normale Bilder, wobei ich diesmal für den Vollmond zu spät dran war und mich die Resultate ohne Durchzeichnung des Vulkanhangs langweilten. Daher beendete ich die Bilderjagt bald und genoss den Anblick der Eruptionen bis mir die Augen zufielen.

Am nächsten Morgen ging es zeitig wieder runter. Für mein Gepäck hatte ich mir einen Träger bestellt, so dass ich selbst nur meine Fotoausrüstung tragen musste. Derart entfesselt machte der Abstieg richtig Spaß und in Windeseile erreichte ich den Fuß des Fuegos. Ein Tag später ging es wieder Richtung Heimat, wo Corona schon auf mich wartete. Im März gelangte die Seuche auch nach Guatemala, wo Ulrich bis jetzt (Anfang Mai) in Quarantäne lebt. Daher lässt die endgültige Platzierung der Webcam noch auf sich warten.

Sakurajima eruptiert erneut

Heute Nacht eruptierte der japanische Vulkan stärker als sonst. Das VAAC brachte 3 Vona-Meldungen heraus, nach denen Vulkanasche bis auf einer Höhe von 5500 m über dem Meeresspiegel aufstieg. Der Höhe der Aschewolken nach zu Urteilen, waren es die stärksten Eruptionen der letzten Wochen. Allerdings war es zum Zeitpunkt der Eruptionen windstill und die Asche konnte aufsteigen, ohne sofort verdriftet zu werden. Gestern ereignete sich ein Ausbruch, der sehr wahrscheinlich ähnlich stark war, bei dem der Wind die Aschewolke niederdrückte. Die Eruptionen kommen aus dem Zentralkrater des Vulkans. Vulkanische Blitze konnte ich auf dem Video nicht ausmachen. Die Seismik ist recht schwach, scheinbar sind die Förderweg offen und es bricht beim Aufstieg des Magmas kein Gestein mehr. Livedaten gibt es unter dem Link.

Ätna: Tremor fährt Achterbahn

Der Tremor am Ätna befand sich heute Nacht auf Achterbahnfahrt. Nach dem Erreichen von 2 Peaks fiel er bis tief in den grünen Bereich ab, um dann wieder einen neuen Hochpunkt zu erreichen. Auf dem Seismogramm erkennt man ebenfalls eine Tremorphase, die auf kontinuierliche Eruptionen hindeutet. Der Vulkan könnte versuchen stärker auszubrechen, doch scheinbar ist der Druck dafür noch nicht hoch genug: das Magma nahm Anlauf und begann im Fördersystem aufzusteigen. Nachts kam es dann zu einer Phase stärkerer strombolianischer Eruptionen, bevor dem Vulkan die Puste ausging und das Magma im Schlot wieder nach unten sackte. So etwas kann sich mehrmals wiederholen. Oft gipfeln diese Phasen mit strombolianischen Eruptionen dann in einer stärkeren Eruption. Ort des Geschehens war der Neue Südostkrater. Auf der Thermalcam erkennt man aktuell 2 heiße Schlote.

Yellowstone: Steamboat Geyser sprang wieder

Gestern kam es zum 13. Sprung des Geysirs im Yellowstone Nationalpark. Es war der erste Sprung im Mai. Das Pausenintervall verkürzte sich von 16 auf 10 Tagen. Steamboat Geyser ist der stärkste Geysir der Welt.

Ätna: Explosivität erhöht

Neue Aufnahmen der Ätna-Aktivität zeigen, dass es häufig zu stärkeren Explosionen aus dem Interkraterkegel der Voragine kommt. Die Explosionen spiegeln sich in den Aufzeichnungen der Infraschall-Ereignissen wieder, die von den Mikrofonen des Instituts LGS registriert werden. In den letzten Tagen war nicht klar, ob die Daten vom starken Wind verfälscht wurden. Heute ist es allerdings nahezu windstill am Vulkan und die Signale werden weiterhin in ähnlicher Häufigkeit wie an den Vortagen registriert. Hinzu kommt die visuelle Bestätigung der Messungen durch Videoaufnahmen von Michelle Mammino. Auf den Aufnahmen sieht man, dass mehr Asche gefördert wird. Vor wenigen Monaten enthielten die Eruptionen hingegen sehr wenig Asche.

Der Tremor fluktuiert auf erhöhtem Niveau und MIROVA detektiert eine schwache thermische Anomalie. Sie befindet sich in dem Bereich, der einen Lavastrom ausschließt.

Klyuchevskoy ist heiß

Der Klyuchevskoy auf Kamtschatka (Russland) emittiert eine hohe thermische Strahlung mit einer Leistung von 218 MW. Anders als am Ätna, scheint hier die Anwesenheit eines Lavastroms eindeutig zu sein. Zudem eruptiert der Vulkan Aschewolken. Sie erreichen eine Höhe von bis zu 6700 m.

Rabaul: schwache thermische Aktivität

Am Vulkan in Papua Neuguinea wurde heute eine schwache thermische Anomalie registriert. Sie hat eine Leistung von 6 MW. Als Strahlungsquelle kommt der Tavurvur infrage, der in der Rabaul-Caldera liegt. Es ist aber auch möglich, dass die Thermalstrahlung nicht vulkanischen Ursprungs ist. Interessant ist, dass die Anomalie auftrat, nachdem gestern die Gegend um den Vulkan von einem Erdbeben der Magnitude 5,2 erschüttert wurde. Ein Zusammenhang lässt sich nicht ausschließen.

Sakurajima mit stärkerer Explosion

Der Sakurajima auf Kyushu (Japan) eruptierte gestern eine Aschewolke. Sie erreichte eine Höhe von 3600 m über dem Meeresspiegel. Starker Wind verfrachtete die Asche in südwestlicher Richtung. Ein Teil der Wolke wurde vom Fallwind auf die Vulkanflanke gedrückt und verursachte so einen Aschestrom. Anders als ein pyroklastischer Strom dürfte der Aschestrom nicht sehr heiß gewesen sein.

Indonesien Erdbeben Mw 6,8

Gestern bebte in Indonesien die Erde mit einer Magnitude von 6,8. Das Hypozentrum lag mit 99 km sehr tief. Das Epizentrum wurde in der Banda-See lokalisiert. Die nächstgelegene Siedlung Tual ist 349 km vom Epizentrum entfernt. Der Erdstoß blieb für Menschen folgenlos. Das Beben entstand durch Subduktion der indoaustralischen Platte unter die Sunda-Platte. Durch die Plattenkollision entstehen nicht nur Erdbeben, sondern auch Vulkanausbrüche, die zahlreiche Vulkaninseln entlang des Sundabogens wachsen ließen.

Papua Neuguinea: Erdstoß Mw 6,1

Heute Mittag rappelte es bei Papua Neuguinea. Das Hypozentrum des Bebens lag in ungewöhnlichen 499 km Tiefe und damit im oberen Erdmantel. Ort des Geschehens war eine Subduktionszone in der Bouganville Region. Das Epizentrum lag 213 km nordwestlich des Ortes Arawa. Nicht weit entfernt liegen die submarinen Vulkane der Salomonen

Heute Abend bebte es ein weiteres Mal in Papua Neuguinea. Das Erdbeben hatte eine Magnitude von 5,2. Das Hypozentrum lag 128 km tief. Das Beben ist aufgrund seiner Nähe zum Vulkan Tavurvur interessant, der sich nur 35 km vom Epizentrum entfernt befindet. Tavurvur ist junger Vulkan, der sich in der älteren Rabaul-Caldera bildete.

Mexiko: Erdbebenserie bei Colima

Im mexikanischen Bundesstaat Colima bebt seit Tagen die Erde. Die stärkste Erschütterung hatte die Magnitude 4,2 mit einem Erdbebenherd in 90 km Tiefe. Weitere Erschütterungen lagen im Magnituden-Bereich zwischen 3,7 und 3,2. Die Tiefen dieser Beben variierten zwischen 41 und 8 km. Das stärkste Beben lag an der unteren Südwestflanke des Vulkans Colima. Die anderen Beben manifestierten sich weiter im Südwesten.

Mayotte: Mw 3,1

Die Mayotte-Region wurde von einem Erdstoß der Magnitude 3,1 heimgesucht. Hier lag das Hypozentrum in 45 km Tiefe. Das Epizentrum wurde gut 25 km östlich der Insel lokalisiert. Dort gab es bereits vor 5 Tagen eine Erschütterung der Magnitude 3,5. Die Beben dürften im Zusammenhang mit den großen Magmenbewegungen dort stehen.

Ätna: Bocca Nuova aufgefüllt

Die Aktivität am Ätna wird durch strombolianische Eruptionen aus unterschiedlichen Schloten bestimmt. Auf der Thermalcam erkennt man einen heißen Förderschlot am Neuen Südoskrater.  Es werden weiterhin keinen Lavaströme festgestellt. Der Tremor fluktuiert und bewegt sich momentan im „roten Bereich“. Im aktuellen Bericht des INGV werden die Veränderungen der letzten Monate dargestellt. Neue Fotos der Bocca Nuoca zeigen, dass der Krater zum großen Teil von den Lavaströmen aus der Voragine aufgefüllt wurde. Im Februar war ich selbst vor Ort und fand den Krater noch deutlich tiefer vor. Der Intrakrater-Kegel in der Voragine bildete einen 2. Kegel aus.

Aus dem INGV Bericht geht auch hervor, dass sich die Tiefe der Erdbebenherde verringerte. Die meisten Erschütterungen finden nahe der Oberfläche statt, wobei die Epizentren südöstlich des Neuen Südostkraters liegen. Geht man davon aus, dass die Beben von aufsteigendem Magma verursacht werden, könnte sich eine stärkere Eruption des Neuen Südostkraters anbahnen. Eine Spaltenöffnung ist nicht auszuschließen.

Anak Krakatau mit thermischer Anomalie

Der indonesische Inselvulkan Anak Krakatau emittiert heute eine moderate Wärmestrahlung mit einer Leistung von 23 MW. Sie geht vom neuen Krater aus, der sich nach dem Flankenkollaps im Dezember 2018 bildete. Die Seismik hat weiter abgenommen und ist nur noch leicht erhöht. Auf einem Satellitenfoto von letzter Woche erkennt man sehr schön den Lavastrom, der im April gefördert wurde.

Nevados de Chillan weiter aktiv

Der chilenische Vulkan Nevados de Chillan eruptiert weiterhin Aschewolken. Laut dem VAAC Buenos Aires erreichte die Asche heute eine Höhe von fast 5200 m über dem Meeresspiegel. SERNAGEOMIN berichtet von Aschewolken die 1000 m über Kraterhöhe aufstiegen. Die Vulkanasche wurde vom starken Wind erfasst und in nordwestlicher Richtung verdriftet. Ohne den Wind wäre die Asche deutlich höher aufgestiegen.

Stromboli: Deutliche Aktivitätsabnahme

Die Aktivität am Stromboli (Liparische Inseln) hat in den vergangenen Tagen deutlich abgenommen. Auffällig ist nicht nur der Rückgang bei Häufigkeit und Stärke strombolianischer Eruptionen, sondern vor allem das Nachlassen der seismischen VLP Ereignissen. Dabei handelt es sich um seismische Signale mit sehr langer Periode. Die VLP-Ereignisse werden wahrscheinlich durch das Öffnen und Schließen von Rissen verursacht, die mit Magma gefüllt sind. Hier registrieren die Seismometer noch 12,7 Ereignissen pro Stunde. Zu Hochzeiten lag dieser Wert bei mehr als 18 Ereignissen in der Stunde. Mittlerweile wurde ein durchschnittliches Niveau erreicht. Der Explosionsdruck lag zuletzt bei nur 0,4 bar. Gestern wurden 42 Explosionen festgestellt. Die meisten Eruptionen manifestieren sich aus dem zentralen Kraterbereich. Der sonst so aktive nordöstliche Krater schweigt. Möglicherweise ist er verstopft. Der Ausstoß an Kohlendioxid ist in den letzten Wochen gestiegen und nimmt 3-stellige Werte an. Gestern wurden 381 Tonnen/Tag gemessen. Auch die Steinschlagtätigkeit ist erhöht. Auf der LiveCam kann man die Staubspuren von Lavabrocken beobachten die über die Sciara del Fuoco bis zum Meer rollen.

Die Interpretation der Daten ist schwierig. Entweder ist die Tätigkeit in der Tat stark zurück gegangen und pendelt sich nun wieder auf dem Niveau vor der großen Eruption im letzten Jahr ein, oder es handelt sich nur um ein Zwischentief. Eigentlich hätte ich weitere Episoden mit Lavastrom-Tätigkeit erwartet. Der erhöhte-Kohlendioxid-Ausstoß deutet an, dass in der Tiefe Magma schlummert, dass auf seinen finalen Aufstieg wartet. Der Rückgang der VLP-Ereignisse zeigt, dass nicht genug Druck im System herrscht um mehr Magma aufsteigen zu lassen.

Klyuchevskoy eruptiert Vulkanasche

Der Vulkan auf Kamtschatka (Russland) eruptierte 2 Aschewolken. Sie erreichten Höhen von 7000 m über dem Meeresspiegel. MIROVA verzeichnete eine moderate Thermalstrahlung mit einer Leistung von 76 MW.

Anak Krakatau: Seismik rückläufig

Nachdem die Seismik am Anak Krakatau seit Sonntag deutlich erhöht war, werden nun weniger Erdbeben registriert. Allerdings liegt die Bebenhäufigkeit noch deutlich über dem Mittelwert. Zum Höhepunkt der seismischen Krise am Montag, wurden mehr als 300 vulkanisch bedingte Erdstöße aufgezeichnet. Eine Eruption blieb bis jetzt aus.

El Hierro: Erdstoß M 2,5

Nachdem es gestern ein leichtes Erdbeben vor der Küste der Kanareninsel gab, manifestierte sich heute ein Erdstoß unter dem Zentrum der Insel. Das Epizentrum lag vor dem Abhang bei El Golfo. Genau hier begannen im Jahr 2011 die ersten Erdstöße, die die Eruption des „El Discreto“ ankündigten.

Corona-Studie enthüllt Dunkelziffer

Nach Wochen der Unsicherheiten und Spekulationen über das Corona-Virus und der vom Virus ausgelösten Erkrankung COVID-19, werden nun immer mehr belastbare Fakten veröffentlicht. Ganz oben an steht eine Studie aus Deutschland, deren Ergebnisse gestern publiziert wurden. Die Studie wurde unter der Leitung des Bonner Virologen Prof. Hendrik Streeck erstellt. Streeck und sein Team testeten in Gangelt (Gemeinde Heinsberg) 919 Einwohner in 405 Haushalten. Sie fanden heraus, dass in Gangelt 15 Prozent der Menschen mit dem Corona-Virus infiziert waren. Die Infektionssterblichkeit lag bei 0,37 Prozent. Rechnet man diese Sterblichkeitsrate auf ganz Deutschland hoch, dann würde man auf ca. 1,8 Millionen Corona-Infizierte kommen. Im Vergleich zu den bestätigten Fällen, käme man auf eine 10-fach höhere Dunkelziffer infizierter Menschen in Deutschland. Streeck sagt selbst, dass man die Daten nicht 1:1 auf ganz Deutschland übertragen könne, doch sie liefern einen ungefähren Richtwert, der eine deutlich kleinere Fehlertoleranz aufweist als bisherige Annahmen. Diese gingen von einer Sterblichkeitsrate zwischen 0,2 bis 1,5 Prozent aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO gab die Mortalitätsrate sogar mit 3,4 Prozent an. Tatsächlich sieht es so aus, als wäre die Sterblichkeit bei der Corona-Pandemie ähnlich hoch wie bei einer Grippe-Pandemie und ungefähr doppelt so hoch wie bei einer saisonalen Grippewelle. Die Infektionsrate einer saisonalen Grippe liegt übrigens ebenfalls bei 15%.

Ein weiteres Ergebnis der Studie besagt, dass 22 Prozent der Infizierten keine Symptome zeigten und sich eigentlich für Gesund hielten. Kinder scheinen in der Verbreitung des Virus nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Vergleichbares geht auch aus den Beobachtungen anderer Ärzte hervor. Kinder unter 10 Jahren werden scheinbar nur sehr selten infiziert und haben einen milden Verlauf.

Am schlimmsten betroffen sind Menschen jenseits der 60. Die meisten Menschen mit einem schweren Infektionsverlauf haben zudem Vorerkrankungen die überwiegend chronisch sind. Doch es gibt auch junge Menschen mit schweren Verläufen. Die Todesraten hier sind allerdings sehr gering. Die allermeisten Menschen infizieren sich in Pflegeheimen oder Krankenhäusern, gefolgt von Familiengemeinschaften. Nur wenige Menschen stecken sich auf der Arbeit, oder beim Einkaufen an.

Lockdown und Mundschutz

Tatsächlich sieht es momentan so aus, als würde sich die Verbreitung des Virus in Mitteleuropa deutlich verlangsamen. Die Verdopplungsrate in Deutschland hat sich auf 105 Tage vergrößert. Die Reproduktionsrate liegt mit 0,79 vergleichsweise niedrig. Die Krankenhäuser waren bei uns zu keinem Zeitpunkt überlastet. Im Gegenteil: das Infektionsgeschehen konzentrierte sich auf einige Hotspots und da in allen Krankenhäusern der Normalbetrieb gedrosselt wurde, um sich auf COVID-19 Patienten vorzubereiten, mussten zahlreiche Kliniken Kurzarbeit anmelden, da der befürchtete Patientenansturm ausblieb. Die ursprünglichen Ziele des Lockdowns wurden schon übererfüllt. Trotzdem traut sich die Politik nicht aus dem Lockdown aus zusteigen. Statt dessen wurde letzte Woche noch die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht eingeführt, obwohl es nicht ansatzweise genug professionelle Atemschutzmasken gibt. Die Wirksamkeit von nicht professionellen Atemschutzmasken ist unter Experten sehr umstritten. Selbst Virenschutzmasken bieten keine echte Sicherheit vor einer Infektion, helfen aber noch am besten. Da es diese Masken nicht in ausreichenden Mengen gibt, sollten sie Ärzten und Pflegepersonal vorbehalten bleiben, doch selbst diese können nicht ausreichend mit den Masken versorgt werden.

Das schwedische Modell

Der schwedische Sonderweg kennt nur wenige gesetzliche Beschränkungen für die Bürger. Die Regierung hat die meisten Maßnahmen auf freiwilliger Basis verhängt. Kitas und Schulen bleiben bis zur 9. Klasse geöffnet. Höhere Jahrgänge und Unis lernen digital. Es gibt zwar Abstandsregeln für Gäste in Gastronomiebetriebe, aber geschlossen wurden nur wenige Gasstätten. Die wirtschaftlichen Folgen sind bisher weniger gravierend als bei uns. Die Infektions- und Todesraten sind dafür prozentual gesehen höher als bei uns, dennoch ist das große Chaos ausgeblieben. Ein weitaus größerer Teil der Bevölkerung ist bereits immunisiert und im Falle einer 2. Welle werden die Folgen geringer sein als in Deutschland, wo man auf einen Impfstoff hofft, der vielleicht im nächsten Jahr kommt. Das Infektionsgeschehen in Schweden verlief nicht exponential, sondern bildete vergleichsweise schnell ein Plateau mit stabilen Infektionszahlen aus. Inzwischen sind auch in Schweden die Zahlen rückläufig. Das wirft die Frage auf, ob die ganzen verpflichtenden Maßnahmen bei uns noch zu rechtfertigen sind. Insbesondere die Schließung von Kitas und Schulen scheinen es nicht zu sein. Die Epidemie-Notfallpläne gehen von einem Grippevirus aus, das Kinder ebenfalls häufig übertragen können und an dem sie selbst schwer erkranken können. Das scheint bei der aktuellen Situation nicht der Fall zu sein.