Nishinoshima in Bestform

Der japanische Inselvulkan Nishinoshima ist weiterhin sehr aktiv und sogar zur Bestform aufgelaufen. Das VAAC Tokyo registriert weitere Aschewolken. Sie steigen bis auf einer Höhe von 4600 m auf. MIROVA detektiert eine sehr hohe thermische Strahlung mit einer Leistung von bis zu 2566 MW. Es ist seit mindestens einem Jahr der höchste Wert und zeigt, dass viel Lava in Form von Strömen gefördert wird. Die Lavaströme erreichen die Küste und lassen die Insel beständig wachsen. In diesem Zusammenhang wurde jüngst eine Animation aus Satelliten-gestützten Radarbildern erstellt, die das Inselwachstum der letzten Monate veranschaulicht. Interessant sind nicht nur die Veränderungen der Küste, sondern auch das Geschehen am Krater.

Animation des Inselwachstums. © JMA

Mauna Loa: Seismik herhöht

Das HVO berichtet, dass es in der letzten Woche 153 schwache Erdbeben unter dem höchsten Vulkan der Welt gab. Das stärkste Beben hatte die Magnitude 2,7 und ereignete sich unter der oberen Südostflanke. Es wird weiterhin leichte Inflation registriert: Magma sammelt sich im Magmenkörper unter dem Vulkan. Ob- und wann ein Vulkanausbruch generiert werden wird ist weiter offen.

Santiaguito: Ascheeruption in Guatemala

In Guatemala ist mit dem Santiaguito ein dritter aktiver Vulkan in den Schlagzeilen aufgetaucht. Das VAAC detektierte gestern eine Aschewolke, die bis zu einer Höhe von 4600 m aufstieg. Damit überragte die Aschewolken die alltäglichen Eruptionswolken um gut 1400 m. Die Eruption löste den Abgang einer kleinen Schuttlawine auf dem Hang des Domvulkans aus. MIROVA registriert keine nennenswerte Wärmestrahlung. Der Dom scheint nur gemächlich zu wachsen und zu größeren Abbrüchen, die glühendes Material freilegten, kam es scheinbar auch nicht. Obwohl der Vulkanausbruch nicht wirklich spektakulär war, sorgte er in der lokalen Presse für wirbel, da er zeitgleich mit dem Pacaya seine Aktivität steigerte. Der Fuego ist zudem weiterhin aktiv und eruptiert in kurzen Intervallen.

China: Erdbeben Mw 6,4

Die chinesische Provinz Xinjiang wurde heute Nacht von einem Erdbeben der Magnitude 6,4 erschüttert. Das Hypozentrum lag in nur 2 km Tiefe. Das Epizentrum manifestierte sich in einer nahezu unbewohnten Gegend eines Himalaja-Ausläufers, unweit der Wüste Gobi. Von daher gab es wohl keine Schäden an Infrastruktur zu beklagen. Nächst gelegener Ort ist in 276 km Entfernung Hotan. Es gab Vor- und Nachbeben mit Magnituden größer 4.

Türkei: Erdbeben Mw 5,4

Ganz im Osten der Türkei bebte es mit einer Magnitude von 5,4. Das Beben erschütterte das Grenzgebiet zum Iran bei der Ortschaft Özalp. Die Tiefe des Hypozentrums wurde mit 10 km angegeben. In der Region verläuft die Ostanatolische-Verwerfungszone, an der es immer wieder zu starken Erdbeben kommt.

Neuseeland: Erdstoß Mw 5,5

Bereits vorgestern bebte es im Westen der neuseeländischen Südinsel. Das Hypozentrum wurde in einer Tiefe von 10 km lokalisiert. Das Epizentrum lag 84 km nördlich von Te Anau. Neuseeland liegt auf einer Subduktionszone des Zirkumpazifischen Feuerrings und wird häufig von Erdbeben heimgesucht. Die Südinsel wird durch eine Blattverschiebung quasi in 2 Hälften geteilt. An dieser Blattverschiebung ereignete sich auch das aktuelle Erdbeben. Im Nordosten der Südinsel geht die Subduktionszone des Kermadec-Trench in die Blattverschiebung über. Zu allem Überfluss liegt im Bereich der Übergangszone der submariner Kaikoura Canyon: Hier fallen steile Wände über 1000 m ab. Starke Erdbeben können unterseeische Hangrutschungen auslösen, die ihrerseits Tsunamis triggern können.

Island: Weitere Erdbeben

Das Schwarmbeben an der Tjörnes-fracture-zone geht weiter, wenn auch mit reduzierter Intensität. In den letzten 48 Stunden wurden fast 900 Erschütterungen registriert. 13 Beben hatten Magnituden größer als 3. Im Süden der Insel ist es indes ruhiger geworden, aber ich halte es für wahrscheinlich, dass wir hier in den nächsten Tagen/Wochen weitere Schwarmbeben erleben werden.