Erde dreht sich schneller

Wie exakte Messungen der Rotationsgeschwindigkeit der Erde ergeben haben, beschleunigt sich die Erdrotation seit 2016. Vorher verlangsamte sie sich. Im Jahr 2020 verringerte sich die Tageslänge um eine Millisekunde. Für 2021 wird eine noch größere Verkürzung der Tageslänge erwartet. Die Werte sind zwar minimal, aber dennoch von wissenschaftlichem Interesse. Zudem könnte es bald nötig sein, eine Schaltsekunde einzuführen.

Der Standardwert der Tageslänge liegt bei 86.400 Sekunden (also 24 Stunden). Früher nahm man an, dass sich die Erdrotation kontinuierlich verlangsamt, die Tage also länger werden, doch das scheint nicht ein konstanter Prozess zu sein. Seit dem Ende der Dinosaurier verlängerte sich der Tag (durch Reibung und Mondbremmsung) um ca. 30 Minuten, allerdings gab es im Atomuhrzeitalter bereits mehrere Phasen der Beschleunigung und der Abbremsung der Erdrotation. Wodurch diese Phasen Zustande kommen ist ungeklärt: geodynamische Prozesse des Erdinneren kommen ebenso infrage, wie exogene Einwirkungen, etwa wie eine Umverteilung der Polareismassen.

Anders herum kann man sich auch die Frage stellen, ob sich die minimale Veränderung der Rotationsgeschwindigkeit auf die Geodynamik auswirkt, bzw. wie sich die Prozesse gegenseitig beeinflussen. Ich könnte mir Auswirkungen auf das Erdmagnetfeld genauso vorstellen, wie Steuerung von etwaigen Erdbeben- und Eruptionszyklen. Zukünftige Forschergenerationen dürften doch noch was zu tun haben.

Neapel: Großes Sinkloch nahe des Vesuvs

Heute morgen tat sich ein großes Sinkloch in Neapel auf. Es öffnete sich auf dem Parkplatz des Krankenhauses „Ospedale del Mare“. Der nachgebende Boden riss mehrere Fahrzeuge in die Tiefe. Der Grund für die Bildung des Sinkloches ist noch unklar. Über Personenschäden liegen noch keine Meldungen vor. Medienberichten zufolge hatte es nachts eine Explosion gegeben. Auf Fotos erkennt man Dampf aufsteigen. Das Krankenhaus liegt nur ca. 6000 m nordwestlich vom Vesuvgipfel und damit sogar noch im Randbereich der roten Evakuierungszone. Einen Zusammenhang mit vulkanischen Aktivitäten halte ich dennoch für unwahrscheinlich. Betrachtet man das Bild genauer, dann sieht man, dass Pfeiler aus dem Boden ragen. Es könnte also sein, dass sich unter dem Parkplatz ein Kellergeschoß befand und „nur“ die Decke eingestürzt ist.

Klimawandel: 2020 wärmstes Jahr in Europa

Das letzte Jahr war in Europa das Wärmste seit beginn der Klimaaufzeichnungen. Weltweit betrachtet teilen sich 2020 und das bisherige Rekordjahr 2016 den ersten Platz. In Deutschland war es das zweit wärmste Jahr.

In Europa lagen die Temperaturen im Schnitt um 1,6 Grad höher als im Referenzzeitraum 1981-2010. Eingepreist ist darin dann schon ein Temperaturanstieg von ca. 0,6 Grad seit beginn der Industrialisierung. Insgesamt erwärmte sich Europa also seit 1880 um ca. 2,2 Grad!  Die globale Temperaturerhöhung in Bezug auf 1880 belief sich auf 1,25 Grad. Die Klimaerwärmung geht in den Polarregionen am schnellst voran und ist in hohen Breiten noch entsprechend groß. Zum Äquator hin ist der Wandel noch nicht so dramatisch.

Neues Temperaturminimum in Spanien

Im Zusammenhang mit der globalen Klimaerwärmung scheint es paradox, dass ausgerechnet im Sonnenland Spanien neue Minusrekorde aufgestellt wurden. Das Quecksilber fiel in Vega de Liordes (Provinz León) auf -35,8 Grad Celsius. Sturmtief „Filomena“ hatte nicht nur die eisigen Luftmassen im Gepäck, sondern auch viel Schnee.

Corona: Lage in China spitzt sich zu

Nahe der chinesischen Hauptstadt wurden zwei Millionenmetropolen von der Außenwelt abgeriegelt. Innerhalb weniger Tage hatten sich dort mindesten 300 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Die Lage droht wieder außer Kontrolle zu geraten, wobei sich meiner Meinung nach, eine Pandemie kaum dauerhaft kontrollieren lässt.

Update 08.01.21: Pacaya, Popocatepetl und Kilauea

Heute stehen die beiden P’s Popocatepetl und Pacaya im Fokus der Berichterstattung auf vnet, denn die beiden Lateinamerikanischen Vulkane erzeugten Aschewolken. Am Kilauea auf Hawaii stieg der Spiegel des Lavasees weiter.

Pacaya eruptiert Aschewolke

Lavafeld auf der Pacaya-Westflanke. © Thierry Sluys via FB

Gestern registrierte das VAAC eine Aschewolke am guatemaltekischen Vulkan Pacaya. Sie erreichte eine Höhe von 3000 m und wurde in westlicher Richtung verfrachtet. Ob die Aschewolke durch explosive Eruptionen entstand, oder ob es zu einem Kollaps am Lavastrom kam ist ungeklärt. INSIVUMEH berichtet von strombolianischen Eruptionen, die glühende Tephra bis zu 200 m hoch auswerfen. Die multiplen Lavaströme auf der Westflanke sind bis zu 550 m lang. Auf neuen Fotos erkennt man, welche Dimensionen das neu entstandene Lavafeld hat. Ich finde, dass es eine besondere Ästhetik ausstrahlt.

Popocatepetl eruptiert Aschewolken

Seit gestern eruptierte der Popocatepetl 6 Aschewolken, die vom VAAC detektiert wurde. Die Vulkanasche erreichte eine Höhe von 6400 m über dem Meeresspiegel und driftete in östlicher und südöstlicher Richtung. CENAPRED berichtet von 30 Asche-Dampf-Exhalationen und 1002 Minuten Tremor, was erneut ein sehr hoher Wert ist. Der Tremor wird von Magmenbewegungen verursacht und deutet an, dass da einiges an Magma unterwegs ist. Darüber hinaus wird vor ballistischen Fragmenten gewarnt, die einem in Kraternähe erwischen könnten. Darum bleibt der Aufstieg gesperrt.

Kilauea: Lavasee wächst weiter

Der Lavasee im Halema’uma’u Krater am Kilauea auf Hawaii wächst weiter. Gegenüber dem Vortag stieg der Pegel des Lavasees um weitere 2 m an und steht nun bei 194 m. Die Förderrate aus den beiden Schloten in der Westwand scheint recht konstant zu sein. Das Volumen beträgt mehr als 27 Millionen Kubikmeter. Gestern beschleunigte sich die Deflation und die Vulkanologen des HVO vermuten den Beginn eines neuen DI-Ereignisses. Doch bis jetzt hält die Deflation an.