Ätna: Paroxysmus zur Abenddämmerung

Ätna
Lavafontäne am Ätna. © Massimo Lo Giudice

Am Ätna auf Sizilien (Italien) findet derzeit (17.30 Uhr) ein wunderbarer Paroxysmus zur Abenddämmerung statt. Er lässt sich über die diversen Livecams sehr gut verfolgen. Es steigt eine sehr große Lavafontäne auf und Vulkanasche wird natürlich auch gefördert. Ein Lavastrom fließt in Richtung Osten. Er besteht aus 2 Armen, von denen einer bereits den Boden des Valle del Bove erreicht hat. Das VAAC warnte um 16:14 UCT vor sehr starken Ascheausstoß. Vulkanasche wurde in einer Höhe von 10.400 m über dem Meeresspiegel detektiert.

Update 18:22 Uhr: Paroxysmus neigt sich dem Ende zu

Wie es für paroxysmale Eruptionen typisch ist, war die Eruption stark, aber nur von kurzer Dauer. Die Lavafontäne ist in sich zusammengeklappt, genauso der Tremor. Es ist aber noch intensives Glühen sichtbar, dass von der abgelagerten Tephra und Lavaströmen auf den Flanken des Neuen Südostkraters ausgeht. Aus dem Zentralkrater wird Asche emittiert.

Zur initialen Hochphase der Eruption, konnte man eine Asche-Dampf-Wolke erkennen, die von der Basis des Kegels ausging und sich rasch in östlicher Richtung bewegte. Die Dampfwolke könnte auf ein Kollaps-Ereignis nebst pyroklastischen Strom hindeuten, oder durch den Kontakt von Lava mit Wasser herrühren. Hier sind die Analysen der Beobachter vor Ort gefragt. Ich werde in einem Update berichten.

Der Vulkanausbruch ließ sich bestens über diverse LiveCams und LiveStreams ortsansässiger Vulkanführer miterleben. Das ersetzt zwar nicht das Erlebnis vor Ort, ist aber wenigstens ein schönes Trostpflaster. Viele der Streams liefen in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“ zusammen. Ich möchte allen aktiven Mitgliedern für ihre unschätzbar wertvolle Mitarbeit danken und natürlich allen Followern fürs Gucken und Lesen. Spannender könnte Networking wohl kaum sein!

Erdbeben-Update 16.02.21: Vanuatu

In den Erdbeben-News vom 16.02.21 steht ein Erdbeben in Vanuatu im Fokus. Darüber hinaus berichte ich von mehreren moderaten Erdstößen in Kamtschatka und bei den Galapagos-Inseln.

Vanuatu: Erdbeben Mw 6,2

Das Südsee-Archipel Vanuatu wurde von einem Erdbeben der Magnitude 6,2 erschüttert. Das Epizentrum wurde 76 km westlich von Port-Vila lokalisiert. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von 10 km. Es gab zahlreiche Erdstöße. Einige brachten es auf Magnituden über 5. Die Beben manifestierten sich am Vanuatu-Graben nur einige Hundert Kilometer weiter nordwestlich, wie das starke Erdbeben letzter Woche, dass den Loyalty-Inseln zugeschrieben wurde.

Kamtschatka: Erdbeben Mb 5,3

An der Südwestspitze der russischen Halbinsel Kamtschatka bebte die Erde mit einer Magnitude von 5,3. Das Hypozentrum lag in 140 km Tiefe und damit bereits im oberen Erdmantel. Das Epizentrum befand sich 70 km nördlich von Ozernovskiy. In relativer Nähe liegen die Vulkane Gorely und Mutnovsky, die ich im Jahr 2012 besteigen durfte.

Galapagos: Erdbeben M 4,9

In einer seismisch aktiven Region westlich der Galapagos-Inseln ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 4,9. Es manifestierte sich an dem Kreuzungspunkt mehrere divergenter Störungszonen. Die Tiefe des Erdbebenherdes wird mit km angegeben.

Costa Rica: Erdbeben M 4,6

In Costa Rica kam es zu einer kleinen Erdbebenserie. Das EMSC registrierte heute 11 Erschütterungen. Die Stärkste hatte eine Magnitude von 4,6 mit einer Herdtiefe von 20 km. Das Epizentrum befand sich in der Bucht von Golfito.

Spanien: Weitere Erdbeben bei Granda

Westlich der spanischen Stadt Granada gab es weitere Erdbeben. Die stärkste Erschütterung der letzten Tage ereignete sich gestern und hatte eine Magnitude von 3,5. Die Tiefe des Hypozentrums wurde mit 10 km angegeben. Das Erdbeben konnte von den Anwohnern wahrgenommen werden. Seit gestern wurde 26 Erschütterungen registriert. Mit weiteren Beben muss gerechnet werden.

Taal: Tremor löst Evakuierungen aus

Am philippinischen Calderavulkan Taal löste ein weiterer Anstieg des Tremors nun erste Evakuierungsmaßnahmen aus. Gestern registrierte PHILVOLCS 98 Tremorphasen.  sie dauerten zwischen 5 und 12 Minuten. Die Wassertemperatur des Kratersees stieg auf 77,1 Grad Celsius und seit Oktober 2020 wird leichte Inflation registriert. Es steigt also Magma auf und es bewegt sich scheinbar relativ nahe der Oberfläche.

Der Taal sorgte im Januar 2020 für die wohl spektakulärste Eruption des Jahres. Das Foto stammt aus dieser Zeit.

Vulkan-Update 16.02.21: Sakurajima, Merapi, Ätna

Im heutige Vulkan-Update geht es um den japanischen Sakurajima, der eine beeindruckende Explosionsserie erzeugte. Am Merapi kam es zu weiteren Abgängen und der Ätna befindet sich in einer eruptiven Hochphase. Vom Soufrière gibt es neue Bilder des Doms.


Soufrière: Neues Bild vom Lavadom

Auf der Karibikinsel St. Vincent ist der Dom des Vulkans Soufrière enorm gewachsen. Neue Bilder dokumentieren, dass er praktisch auf einer Seite das ganze Tal zwischen Kraterwand und alten Dom ausfüllt. Auf den Bildern sieht man auch, dass die Staukuppel recht stabil aussieht und das Kollaps-Ereignisse in nächster Zeit unwahrscheinlich sind.

Auf der Nachbarinsel Martinique scheint sich hingegen die Situation ein wenig zu entschärfen, denn die Seismizität am Montagne Pelée ist deutlich zurückgegangen.

Sakurajima mit Eruptionsserie

Auf der japanischen Insel Kyushu ist der Sakurajima wieder aktiver geworden. Seit dem Wochenende meldete das VAAC Tokio 8 Aschewolken, die vom Vulkan in der Bucht von Kagoshima ausgingen. Der Eruptionsserie voran ging eine Phase mit erhöhter Seismizität. So wurden am 10. Februar gut 35 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert. Der höchste Wert der letzten 3 Monate. Auch jetzt noch ist die Seismik erhöht. Es scheint sich viel Magma zu bewegen.

Merapi: Abgänge glühender Schuttlawinen

Der Merapi auf Java (Indonesien) ist weiterhin sehr aktiv. Das VSI meldete für den Beobachtungszeitraum zwischen 0.00 – 06.00 Uhr den Abgang von 25 Schuttlawinen. Sie hatten eine maximale Gleitstrecke von 1500 m und erzeugten teilweise Glutspuren. Außerdem gab es 2 hybride Erdbeben.

Ätna in guter Form

Ich kann dem Ätna heute einen guten Allgemeinzustand attestieren, mit vergleichsweise hohen Tremor im roten Bereich. Der Neue Südostkrater ist seit gestern permanent aktiv und erzeugt aus dem Ostschlot strombolianische Eruptionen und kleine Lavafontänen. Auf Videoaufnahmen in unserer FB-Gruppe ist zu erkennen, dass auch Schlote im Süden aktiv geworden sind, die bei einem der letzten Paroxysmen entstanden.