Vulkan-Update 07.03.21: Ätna-Paroxysmus

Im Vulkan-Update zum Sonntag geht es um den 10. Paroxysmus, der sich am Ätna in direkter Folge ereignete. Der Sangay erzeugte eine größere Ascheeruption. Außerdem gibt es ein neues Foto vom Dom im Krater des Vulkans Soufrière.

Ätna: Paroxysmus No. 10

In den frühen Morgenstunden ereignete sich am Ätna ein neuer Paroxysmus. Es war der 10. in Folge und der 12. seit Beginn der Ausbrüche im Dezember 2020. Die Aktivitätssteigerung begann mitten in der Nacht und bei starker Bewölkung, so dass diesmal vergleichsweise wenige Neugierige das Schauspiel verfolgten. Auf dem Tremor-Graph erkennt man mehrere Zacken in der Tremoramplitude und die Eruptionen steigerten sich vergleichsweise langsam. Der Tremor begann etwa ab 2.30 UCT langsam zu steigen. Die Hauptphase der paroxysmalen Eruption stellte sich gegen 6.00 UCT ein und endete 45 Minuten später. Nimmt man die Tremor-Amplitude als Maßstab, dürfte es einen kurzen, aber starken Eruptionshöhepunkt gegeben haben. Das wird auch durch die Angaben des VAAC Toulouse bestätigt. Die Satelliten detektierten Vulkanasche in 10.700 m Höhe. Vulkanasche, Lapilli und kleinere Blöcke regneten in den Ortschaften östlich des Vulkans nieder. Jetzt erkennt am auf der Montagnola-Thermalcam, dass der gesamte Südostkrater mit glühender Tephra eingedeckt wurde. Über die Größe der Lavaströme lässt sich derzeit nichts sagen, da die tieferen Regionen des Vulkans noch in Wolken gehüllt sind und die Thermalcams weiter unten keine Sicht haben.

Sangay eruptiert Vulkanasche

In Ecuador eruptierte des Sangay eine Aschewolke, die höher aufstieg als üblich. Direkt über den Vulkan detektierte das VAAC Asche in einer Höhe von 8200 m. Weiter im Südwesten stieg die Aschewolke bis auf einer Höhe von 12.100 m auf.

Soufrière: Lavadom deutlich gewachsen

Auf der Karibikinsel St. Vincente ist der Dom im Krater des Vulkans Soufrière deutlich gewachsen. Er ähnelt einem langgestreckten Pfannkuchen und erreicht nun das Fumarolenfeld am Rand des alten Doms. Der Dom ist mit einem sehr zähen Lavastrom zu vergleichen und weist Parallelen zum ersten Dom des Vulkans Sinabung auf Sumatra auf, der seit Dezember 2013 wuchs. Mit dem Unterschied, dass der Dom am Sinabung eine Lavazunge bildete, die bis auf den Hang des Vulkans hinabreichte und von der es immer wieder Schuttlawinen und Pyroklastische Ströme abgingen. Eine Gefahr, die ich am Soufrière nicht sehe, da der Dom schön eingekesselt ist.

Erdbeben-Update 07.03.21: Island M 5,0

Update 08.03.21: Auf Reykjanes hält der Erdbebenschwarm weiter an. Heute Morgen meldete IMO bereits mehr als 500 Erschütterungen seit Mitternacht. Der stärkste Erdstoß brachte es auf M 3,3. Insgesamt ist die Aktivität rückläufig und es stellt sich die Frage, ob es einen neuen Puls eben wird. Am Sonntag wurden 2800 (!) Erschütterungen registriert. Seit Beginn des Schwarmbebens sind weit mehr als 20.000 Erdstöße aufgetreten.

Einige Forscher postulieren bereits, dass das die Vorboten einer neuen Eruptionsphase auf Reykjanes sind, die Jahrzehnte, oder sogar Jahrhunderte andauern könnte. Allerdings wurde das auch bereits vermutet, als Bardarbunga aktiv war. Fest steht, dass die Seismik ungewöhnlich hoch ist, selbst für isländische Verhältnisse. Aber was weiß man schon darüber, denn die Seismik wird ja erst seit einigen Jahrzehnten systematisch überwacht? Bis jetzt versagten noch die allermeisten Prognosen, was das Verhalten der Vulkane auf Island anbelangt: werde Grimsvötn, noch Katla, oder Hekla kamen bisher und auch der Öræfajökull konnte sich letztendlich nicht zu einer Eruption durchringen. Allerdings ist es recht klar, dass unter Reykjanes bereits seit Herbst 2019 vermehrt Erdbeben stattfinden und mehrere Schwarmbeben eindeutig mit Magmenintrusion zusammenhingen. Das wir hier früher, oder später einen Vulkanausbruch erleben werden ist nicht unwahrscheinlich.

Originalmeldung: Auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel gab es ein neues Erdbeben mit einer Magnitude von 5. Laut IMO wurde der Erdstoß um 02:02 Uhr detektiert. Das Epizentrum befand sich etwa 3 km west-süd-westlich von Fagradalsfjall. Bereits um 0:22 Uhr wurde eine kurze Tremorphase registriert. Sie dauerte 20 Minuten und ist an der Grafik dadurch zu erkennen, dass auch die Frequenzbänder 0,5-1 Hz und 1-2 Hz ausschlugen. Es folgte eine allgemeine Zunahme der Seismizität, auf deren Höhepunkt sich das Beben M 5,0 ereignete. Interessanter Weise verortete das EMSC diesen Erdstoß an der Nordküste der Reykjanes Halbinsel, in direkter Nachbarschaft zur Landeshauptstadt. Das EMSC gibt eine Magnitude von 5,2 an.