Erdbeben-Update 06.04.21: Iran, Kermadec

Die Erdbeben-Nachrichten thematisieren moderate Erdbeben in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak, sowie bei den neuseeländischen Kermadec-Inseln. 

Iran-Irak: Erdbeben Mw 5,3

Datum: 06.04.2021| Zeit: 15:12:25 UTC | Lokation: 5.53 N ; 46.16 E | Tiefe: 10 km

Im Grenzgebiet zwischen Iran und Irak bebte es mit einer Magnitude von 5,3. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Das Epizentrum befand sich 2 km westlich der iranischen Ortschaft Marīvān. Über etwaige Schäden liegen noch keine Meldungen vor, dafür gibt es zahlreiche Wahrnehmungsberichte beim EMSC.

Kermadec: Erdbeben Mb 5,3

Datum: 06.04.2021| Zeit: 10:07:46 UTC | Lokation: 29.67 S ; 176.57 W | Tiefe: 10 km

In relativer Nähe zu den neuseeländischen Kermadec Inseln gab es weitere Nachbeben am Tonga-Graben. Das Stärkste brachte es heute Mb 5,3. Der Erdbebenherd befand sich in 10 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 941 km südlich von ‘Ohonua auf Tonga lokalisiert.

Argentinien: Erdstoß M 4,8

Datum: 06.04.2021| Zeit: 17:36:27 UTC | Lokation: 24.05 S ; 64.35 W | Tiefe: 10 km

Heute Nachmittag bebte es in Argentinien mit einer Magnitude von 4,8. Der Erdbebenherd befand sich 10 km tief. Das Epizentrum lag 9 km süd-süd-westlich von Palma Sola. Die Region im Nordwesten Argentiniens wird relativ selten erschüttert, anders die gegenüberliegende Seite der Anden: In der chilenischen Atacama-Wüste bebt es derzeit ständig.

Japan: Erdbeben Mb 4,6

Datum: 06.04.2021| Zeit: 16:44:16 UTC | Lokation: 43.08 N ; 145.57 E | Tiefe: 57 km

Vor der Küste der japanischen Insel Hokkaido manifestierte sich ein Erdbeben der Magnitude 4,6. Das Hypozentrum wurde in 57 km Tiefe lokalisiert. Das Epizentrum 27 km lag südlich von Nemuro.

Kroatien: Erdstoß Mb 4,6

Datum: 06.04.2021| Zeit: 08:54:20 UTC | 45.20 N ; 16.22 E | Tiefe: 10 km

In Kroatien manifestierte sich erneut ein Erdbeben. Es hatte die Magnitude 4,6 und ein Hypozentrum in 10 km Tiefe. Das Epizentrum befand sich 27 km südlich von Petrinja. In der Region gab es in den vergangenen Wochen zahlreiche Erschütterungen. Ihnen voran war im Dezember ein Erdbeben Mw 6,4 gegangen.

(Quelle: EMSC)

Naturkatastrophen-Nachrichten 06.04.21: Unwetter und Überschwemmungen

Global betrachtet gibt es momentan wieder sehr viele Unwetter und Extremwetter, die zu Naturkatastrophen führen. Besonders betroffen sind Indonesien und Ost-Timor, aber auch die Türkei und Spanien wurden von Unwettern heimgesucht. Ein Arctic Outbreak sorgt bei uns für Winterwetter im Frühling.

Naturkatastrophen durch Extremwetter in Indonesien und Ost Timor

Vor wenigen Tagen habe ich bereits über die schweren Überschwemmungen in Indonesien und Ost-Timor berichtet. Es gab weitere Regenfälle und die Situation hat sich deutlich verschärft. Mittlerweile sind mindesten 144 Menschen in den Fluten umgekommen. Ganze Ortschaften wurden weggespült. Dort, wo das Wasser zurückweicht, ist alles unter Schlamm erstickt.

In Dill, der Hauptstadt von Ost-Timor, verwandelten sich Straßen in Flüsse. Aus kleinen Bächen wurden reißende Ströme. 27 Menschen starben. Die Infrastruktur brach zusammen, es gibt weder Strom, noch Trinkwasser. Es drohen Seuchen, da natürlich auch das Abwasser der Kanalisation an die Oberfläche geschwemmt wurde. Die EU hat dem kleinen Staat Hilfe zugesichert.

Spanien: Hagelsturm legt Alicante lahm

Die spanische Stadt Alicante wurde vor 2 Tagen von einem starken Hagelsturm heimgesucht. Auch hier verwandelten sich Straßen in Bäche. Ähnliche Bilder gibt es aus der Türkei, wo es zu Überflutungen bei Bursa kam. Dort trafen Unwetter und Schneeschmelze aufeinander.

Deutschland: Wintereinbruch im Frühling

Der April macht bekanntlich was er will. Doch jenseits der bekannten Volksweisheit, erleben wir gerade einen ungewöhnlich heftigen Wintereinbruch im Frühling. Selbst im Flachland kommt es zu Schneefällen nebst Gewittern. Den Obstbauern freut es wenig, denn viele Gehölze stehen bereits in voller Blüte. Die ungewöhnliche Wetterlage kommt durch einen großen Luftdruckunterschied zwischen Grönland und Nordeuropa zustande. Am Sonntag hat er einen massiven arktischen Kälteeinbruch in Richtung Kontinentaleuropa ausgelöst. Massive Schneefälle werden auch für Slowenien und Kroatien vorhergesagt.

Vulkan-Nachrichten 06.04.21: Fagradalsfjall

In den Vulkan-News vom 6. April geht es um die Eruption am isländischen Vulkan Fagradalsfjall, an dem sich gestern eine neue Eruptionsspalte öffnete. Es gibt auch Nachrichten vom karibischen Vulkan Soufrière. Dort wurde ein Schwarmbeben registriert.

Fagradalsfjall: Seismizität erhöht

Datum: 06.04.2021 | Lokation: 63.903, -22.273 | Eruption:  Hawaiianisch| Link

Die neue Eruptionsspalte kurz nach ihrer Öffnung. © Volcano Chanser via FB

Die Eruption am isländischen Vulkan Fagradalsfjall setzt sich an 2 Lokalitäten fort: zum einen ist noch der Hornito im Geldingadalir-Tal aktiv.  Zum anderen ist die Spalte im Nachbartal Meradalir tätig. Gestern Abend führten Vulkanologen Messungen durch. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Förderrate an der neuen Spalte bis auf 7 Kubikmeter in der Sekunde angestiegen war. Am Hornito traten ca. 3 Kubikmeter Lava pro Sekunde aus. Insgesamt wurden also 10 Kubikmeter Lava pro Sekunde gefördert und die Gesamteruption verstärkte sich. Bislang wurden um 5 Kubikmeter Lava pro Sekunde eruptiert. Dennoch ist die Eruption weiterhin als klein einzustufen.

Die Luftqualität im Ort Vogar verbesserte sich merklich. Dort litten die Anwohner in den letzten Tagen unter einer hohen Konzentration an Schwefelgasen. Nachts stieg die Seismizität entlang des Magmatischen Gangs deutlich an. Es wurden 224 Erdbeben innerhalb von 48 Stunden festgestellt. IMO meldet auch einen Erdrutsch in einem Bereich zwischen den beiden Eruptionsstellen, die ca. 500 m auseinander liegen. Der Boden hatte sich um mehr als 1 m gesenkt. Aufgrund der unklaren Situation wurde der Zugang zum neuen Vulkan erst einmal gesperrt. Die neue Spalte hatte sich gestern in unmittelbarer Nähe zum Wanderweg geöffnet und in nur 200 m Entfernung zu einem Zeltcamp des Zivilschutzes.

Neue Aufnahmen gibt es natürlich auch. Die hier gezeigten stammen vom italienischen Volcano-Chaser Marco di Marco, den ich vom Ätna kenne. Darüber hinaus findet ihr zahlreiche Medien in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism„.

Soufrière: Neues Schwarmbeben

Datum: 06.04.2021 | Lokation: 13.34, -61.18 | Eruption: Lavadom | Link

Unter dem Gipfel des karibischen Vulkans Soufriere (St Vincente) manifestierte sich ein Schwarmbeben. Die stärkste Erschütterung brachte es auf M 3,9. Das Beben war auf der ganzen Insel zu spüren gewesen. 9 weitere Beben hatten Magnituden über 3. Der Schwarm wird als wesentlich intensiver beschrieben, als der letzte, der sich zwischen dem 23. und 25. März ereignete. Außerdem setzt sich das Domwachstum fort.

Der Dom gleicht einer großen Lavazunge und ist zwischen Kraterrand und altem Dom eingequetscht. Von der Charakteristik her handelt es sich um einen Pancake-Dom.