Kamtschatka Bildbericht

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Sep 172012
 

Vom 24.08.2012 bis zum 15.09.2012 bereisten die Geonauten Florian, Martin und Marc Kamtschatka, das Land am anderen Ende Eurasiens. Die Halbinsel ist etwas größer als Deutschland und wird von nur 380.000 Menschen bewohnt. Zu Zeiten der UDSSR waren hier Radaranlagen, Raketenabschussanlagen und U-Bootbasen stationiert und Kamtschatka war für westliche Touristen gesperrt. Daher galt Kamtschatka lange Zeit als unentdecktes Land. Mit dem Ende des Kalten Krieges änderte sich das langsam und heute ist die Halbinsel Traumziel vieler Weltenbummler. Aus geologischer Sicht ist Kamtschatka ein Grenzland zwischen den Kontinenten: hier stoßen Eurasien und die Pazifische Platte aufeinander. Letztere taucht unter Kamtschatka ab. Im Erdmantel wird die Pazifische Kruste teilweise aufgeschmolzen. Ein Teil der Schmelze tritt an den Vulkanen Kamtschatkas wieder aus. So gesehen ist Kamtschatka das Krematorium von Hawaii, denn auch die Reste der vulkanischen Inselkette werden hier aufgeschmolzen.

Das Ziel der Geonauten war es die Vulkane Kamtschatkas zu erkunden. Besondere Aufmerksamkeit erhielten hierbei die Vulkane Kliuchevskoi, Bezymianny, Shiveluch und Mutnovsky. Die Feuerberge Tolbatschik und Gorely wurden ebenfalls besucht. Entgegen diverser Berichte der KVERT-Gruppe präsentierten sich die Feuerberge relativ ruhig. Am Dom des Shiveluch konnten wir nur 2 kleine Schlote mit Rotglut ausmachen, am Gorely glühte es aus einem Vent. Am Bezymianny dampfte der Dom und gelegentliches Rumpeln deutete auf Steinschläge hin. Der Vulkan Mutnovsky befindet sich seit Jahren in einem Zustand postvulkanischer Aktivität mit dampfenden Fumarolen und kochenden Schlammtöpfen. Das Besondere hier ist der Gletscher im Inneren der Caldera, die den Vulkan dominiert.

Am Fuße des Mutnovskys gibt es 2 Täler in denen sich kleine Gletscher befinden. Bäche haben Eishöhlen geschaffen die durchaus begehbar sind. Natürlich besteht ein vergleichsweise geringes Risiko, dass diese Höhlen einstürzen, dafür belohnen sie aber mit einem einmaligen Szenario aus Licht und Eis.

Mrz 082012
 

KVERT berichtet von einer weiteren Zunahme der seismischen Aktivität am Vulkan Bezymianny auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka: waren es im Februar noch zwischen 7 und 19 leichte Erdbeben, die den Vulkan täglich erschütterten, stieg ihre Zahl im März auf bis zu 66 Beben pro Tag an. Zugleich tauchte am Gipfel eine thermische Anomalie auf, die als wachsender Lavadom interpretiert wird.

Die Vulkanologen erhöhten den Alarmstatus auf „rot“. Mit einer starken explosiven Eruption ist jederzeit zu rechnen.

Bezymianny

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Apr 212011
 

Der Vulkan auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka produzierte am 14. April einen stärkeren explosiven Vulkanausbruch. Eine Aschewolke stieg bis in einer Höhe von ca. 8 Kilometern. Die Eruption dauerte 40 Minuten. Vulkanasche regnete in 45 Kilometern Entfernung auf eine Ortschaft nieder. Der Alarmstatus wurde kurzfristig hochgestuft, am Folgetag allerdings wieder auf “orange” zurückgesetzt.

Vulkane Kamtschatkas

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Apr 142011
 

Im wöchentlichen Bulletin des USGS und Smithsonian Institute dominieren die Vulkane Kamtschatkas:

Am Bezymianny wurden eine Zunahme der Gas-Emissionen, sowie eine thermische Anomalie beobachtet. Der Alarmstatus wurde auf „orange“ gesetzt.

Der Karymsky produzierte seismischen Daten zufolge einen Vulkanausbruch mit einer Aschewolke, die vermutlich bis 4,5 km hoch aufstieg.

Der Vulkan Kizimen war seismisch sehr aktiv. Es wurden vulkanische Erdbeben verzeichnet. Eine thermale Anomalie war über mehrere Tage sichtbar.

Am Shiveluch stieg eine Aschewolke bis zu 7.5 km hoch auf. Auch hier wurde am Lavadom eine thermale Anomalie beobachtet.

Alle 4 Vulkane stehen auf der Alarmstufe „orange“. Mit größeren Eruptionen ist jederzeit zu rechnen.

Die Geonauten planen indes für den September eine Reise zu allen 4 Vulkanen. Es sind noch 2 Plätze für Mitreisende verfügbar. Bei Interesse bitte unter info(at)vulkane.net melden. Der Reisepreis für die volle Tour liegt bei ca. 6000 € zzgl. Flug.

Bezymianny in Zentral-Kamtschatka

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Jun 012010
 

Der Vulkan Bezymianny liegt im fernen Osten der sibirischen Halbinsel Kamtschatka. Der 2882 Meter hohe Stratovulkan zählt zu den dombildenden Subduktionszonen-Vulkanen. Er fördert überwiegend dazitische und andesitische Lava. Da diese Lava-Arten hochviskos und gasreich sind, weist der Bezymianny ein hohes explosives Potential auf. Überwiegend produziert er vulcanische- und peleanische Eruptionen, bei denen pyroklastische Ströme entstehen. Typisch sind Lavadome, es sind aber auch Lavaströme bekannt.

Zusammen mit den Vulkanen Kliuchewskoi, Kamen und Kliu bildet der Bezymjany eine Gruppe dicht beieinander stehender Stratovulkane; die Kljucevskaia-Vulkangruppe. In der Literatur ist sie auch unter dem Namen der beiden Hauptvulkane als Kliuchevskoi-Bezymianny-Vulkankomplex bekannt

Der höchste dieser Vulkane ist mit 4835 Metern der Kliuchevskoi. Er ist einer der größten und aktivsten Vulkane der Welt. Im Durchschnitt bricht er alle 2 Jahre aus. 1994 schickte er seine Aschen bis in eine Höhe von 20 Kilometern.
Der Bezymianny wurde durch eine der gewaltigsten peleanischen Eruptionen in historischer Zeit bekannt: Nach 1000-jähriger Ruhe erwachte der Vulkan 1955 zu neuem Leben, als ein Lavadom zu wachsen begann. Dieses Wachstum wurde von einer Reihe vulcanischer Eruptionen begleitet. Am 30. März 1956 erfolgte eine laterale Explosion, bei der eine Aschewolke bis in 40 Kilometer Höhe aufstieg. Diese Explosion erzeugte eine seitwärts gerichtete Druckwelle sowie pyroklastische Ströme; 500 Quadratkilometer Land wurden bei diesem Ausbruch zerstört. Der Vulkan verlor 300 Meter an Höhe, und es entstand eine hufeisenförmige Senke. Der Ausbruch weist große Ähnlichkeit mit der Eruption des Mount St. Helens im Jahr 1980 auf.

Seit der Eruption von 1956 ist der Bezymianny wächst ins der hufeisenförmigen Depression ein neuer Lavadom. Phasenweise gehen on ihm kliener, explosive Ausbrüche hervor. Ein größeres Event fand 1985 statt, als der Vulkan pyroklastische Ströme erzeugte, die eine Strecke von 13 Kilometern zurück legten. Vom Dom gehen auch kurze Lavaströme aus.

Das jüngste Ereignis im Juni 2010 scheint eine stärkere vulcanische Eruption gewesen zu sein. Da der Vulkan in Wolken gehüllt war, sind aber nur indirekte Schlüsse aus Interpretationen von Messdaten möglich. Eine LiveCam ermöglicht eine Beobachtung in Echtzeit.