Bardarbunga: Seismik hoch

Die Bardarbunga-Caldera und die Depressionen im Eis. © IMOUpdate: IMO gibt ein paar weitere Zahlen bekannt: das Lavafeld ist nun über 65 qkm groß. Die Subsidenz des Calderabodens liegt bei 42 m. Die geothermale Wäremabstrahlung der Caldera beträgt ein paar Hundert Megawatt. Aus der Eisschmelze fließen pro Sekunde ca. 2 Kubikmeter Wasser in die Gletscherflüsse. Diese Menge ist noch zu gering, um in der Jökullsa aufzufallen. Aber scheinbar befindet sich Magma nahe des Calderabodens.

Originalmeldung: Gestern war ein Tag mit erhöhter Seismik am Bardarbunga. 10 Beben hatten eine Magnitude im 4er Bereich. Heute Nacht ereignete sich ein Erdstoß der Magnitude 5,3. Es werden praktisch keine Mikrobeben registriert, doch das liegt wahrscheinlich am starken Sturm, der die Seismometer beeinträchtigt. Überwachungsflüge fotografierten Depressionen auf dem Gletscher, welche durch Eisschmelze verursacht werden. Diese vertieften sich im letzten Monat.

Die Spalteneruption geht weiter. Der Lava-Ausstoß soll in den letzten Wochen konstant geblieben sein. Allerdings sind auf neueren Fotos praktisch keine Lavafontänen mehr zu sehen. Das Magma ist also zum großen Teil entgast.

Bardarbunga: Seismik rückläufig

Die Holuhraun-Spalte gestern Abend. © IMOUpdate 17.00 Uhr: Im täglichen Bericht des isländischen Zivilschutzes heiß es, dass die Bardarbunga-Caldera bisher um 40 m abgesackt ist. Zudem vertiefte sich eine Depression im südöstlichen Teil der Caldera im letzten Monat um 25 m. Der Geothermische Gradient ist an dieser Stelle erhöht, so dass Eis schmilzt. Ob dort eine subglaziale Eruption stattfindet ist unklar.

Originalmeldung: Gegenüber der Phase mit erhöhter Seismik in der vergangenen Woche, wurden in den letzten 48 Stunden nur 20 Erdbeben mit Magnituden größer als 3 registriert. 2 Erdbeben mit relativ flach liegenden Hypozentren brachten es auf M 5,3. Nach diesen starken Erdbeben sackte der Calderaboden deutlich ab.

Die Eruption an der Holuhraun-Spalte geht weiter. Gestern Abend gab es mal freien Blick auf die Eruption. Signifikante Änderungen waren nicht auszumachen.

Stromboli und Ätna

Lavaströme am Stromboli. © INGVAm Stromboli fließen wieder 2 Lavaströme über die Sciara del Fuoco. Die Seismik ist relativ unauffällig. Scheinbar hat sich diese Art der Aktivität etabliert. Strombolianische Eruptionen aus den Gipfelkratern finden nur sporadisch statt.

Vor der Westküste Liparis ereignte sich eine neues Erdbeben. Am Ätna manifestirten sich einige Mikrobeben und am NSEC werden sporadisch schwache strombolianische Eruptionen beobachtet. Die Gipfelkrater dürfen aber wieder mit Führern bestiegen werden. Von daher schein das INGV derzeit nicht mit größeren Eruptionen, oder Paroxysmen zu rechnen. Dafür gab es den ersten Schnee der Saison und das Wetter schaut so aus, als würde da mehr kommen.

Bardarbunga: Seismik hoch

Holuhranu-Splate plus Lavastrom. &copy, IMOHeute war die Seismik unter dem Zentralvulkan wieder einmal recht hoch. Es wurden 5 Beben mit Magnituden größer als 4 registriert. In den letzten 48 Stunden waren es 36 Erschütterungen mit Magnituden größer als 3. Entlang des magmatischen Ganges wurde ebenfalls Seismik aufgezeichnet.

Die Aktivität an der Holuhraun Spalte geht wie bisher weiter. Heute Morgen konnte man auf der LiveCam den aktiven Teil der Spalte sehen. Es wird von einem kräftigen Lavastrom berichtet, der in nördlicher Richtung unterwegs ist.

IMO veröffentlichte eine neue Gefahrenkarte für den Fall eines Gletscherlaufes. Es sind potenzielle Überflutungsbereiche eingetragen, sowie die Zeiten, die das Wasser braucht um Landmarken zu erreichen.

Bardarubunga: 2 stärkere Erdbeben

Wie schon im letzten Posting erwähnt, hat sich die seismische Aktivität am Bardarbunga geändert. Es finden deutlich weniger Erdbeben mit Magnituden größer als 3 statt. Dafür ereignete sich in den letzten 24 Stunden 2 starke Erdbeben der Magnituden 5,4 und 5,0. Die Hypozentren beider Beben lagen in ca. 4 km Tiefe und hängen daher sehr Wahrscheinlich mit der Setzung des Calderabodens zusammen. Diese lag in den letzten Tagen zwischen 30 und 40 cm pro Tag. Insgesamt ist die Caldera um fast 40 m abgesackt. Das Volumen liegt bei 0,75 Kubikkilometer.

Bardarbunga: veränderte Seismik

Der Winter hat im isländischen Hochland Einzug gehalten. Wolkenfreie Blicke auf die Holuhraun-Spalte sind selten. Die Eruption geht aber weiter. Das Lavafeld ist ca. 52 qkm groß. Die Seismik hat sich erhöht. Es wurden deutlich mehr Mikrobeben im Bereich des magmatischen Ganges registriert. Am Herdubreid ereignete sich in 8 km Tiefe ein Beben M 3,2. Es hängt wahrscheinlich mit der Magmaintrusion im Zusammenhang. Während der Nacht gab es unter dem Zentralvulkan keine Beben mit Magnituden größer als 3. Die Hypozentren der Mikrobeben lagen sehr flach. Das könnte darauf hindeuten, dass die Subsidenz des Calderabodens rückläufig ist.

Bardarbunga: Erdbeben unter der Caldera

30 Beben waren stärker als m 3,0. © IMOUpdate 06.10.2014: Die Zahl der Erdbeben mit Magnituden größer als 3 ist, für den Zeitraum der letzten 48 Stunden, auf 36 gestiegen. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 5.

Originalmeldung: Während die Eruption an der Holuhraun-Spalte unverändert weiter geht, stellt sich die Frage was mit dem Zentralvulkan passieren wird? Seit gestern ist die Anzahl der Erdbeben mit Magnituden über 3 gestiegen. Seit Mitternacht gab es 12 dieser stärkeren Erdbeben und in den letzten 48 Stunden waren es 30. Das Stärkste schaffte M 4,8. Interessant ist, dass sich die Hypozentren dieser Beben auf 2 unterschiedliche Tiefen-Niveaus verteilen: ein Cluster liegt in Tiefen oberhalb von 5 km, ein Anderer zwischen 7-8 km Tiefe. Dort wird der Abfluss des magmatischen Ganges vermutet. Diese Beben stehen wahrscheinlich direkt mit Magmabewegungen im Zusammenhang. Die flacheren Erdbeben kommen durch das Absinken des Caldera-Bodens zustande. Die Subsidenz hält unvermindert an.
Nach wie vor besteht die Möglichkeit, dass es zu einer explosiven Eruption des Bardarbunga kommt. Durch die Subsidenz könnte Magma nach oben gedrückt werden. Das Magma würde vermutlich durch die Schwächezone am NE-Rand der Caldera aufsteigen, in der die meisten Erdbeben stattfinden. Sollte es zuvor zu einer effusiven Eruption unter dem Eis kommen, könnte Schmelzwasser durch Risse bis zur Magmakammer gelangen und dort phreatische Explosionen verursachen. Es ist auch möglich, dass sich der Chemismus der Restschmelze ändert. Solche Restschmelzen sind zähflüssiger und gasreicher als das basaltische Magma, das derzeit an der Holurhaun-Spalte austritt. Durch weitere Druckentlastung könnte das Gas explosionsartig entweichen und eine entsprechend starke Eruption verursachen.

Bardarbunga: Erdbeben M 5,2

Zum Abend noch ein schnelles Update zum Bardarbunga. Unter dem Zentralvulkan hat sich ein weiteres Erdbeben der Magnitude 5,2 ereignet. Das Hypozentrum lag in 4,4 km Tiefe. Das Beben ist mit einer Subsidenz des Calderabodens um ca. 0,5 m assoziiert. Es war also ein typisches Setzungserdbeben. Die Aktivität an der Holuhraun-Spalte geht unvermindert weiter.

Subsidenz-Verlauf des Calderabodens. © IMO

Subsidenz-Verlauf des Calderabodens. Das aktuelle Beben ist noch nicht eingezeichnet, korrelliert aber mit dem steilen Abfall der Kurve an ihrem Ende. © IMO

Bardarbunga: neue Rekordwerte

In der isländischen Zeitung Visir sind heute Interviews mit Wissenschaftlern der Uni Island zu lesen. Die Forscher berichten über neue rekordverdächtige Zahlen im Zusammenhang mit der Eruption der Holuhraun Spalte. Hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Es wurden bisher ca. 0,5 Kubikkilometer Lava gefördert. Das Lavafeld bedeckt eine Fläche von 40 Quadratkilometern. Der Lavastrom hat eine durchschnittliche Mächtigkeit von 12 Metern. Nahe der Spalte türmt sich die Lava bis zu 30 m hoch auf.
  • In den letzten 150 Jahren gab es auf Island nur einen Vulkanausbruch der mehr Lava förderte. Dies war die 13 Monate dauernde Eruption der Hekla, die 1947 begann. Wenn die Holuhraun Spalte noch 2 Wochen auf gleichem Niveau aktiv sein sollte, würde sie diesen Rekord brechen.
  • In Bezug auf die ausgestoßene Gasmenge ist die aktuelle Eruption Rekordhalter. Täglich werden zwischen 10.000 und 20.000 Tonnen vulkanische Gase ausgestoßen. Die Schwefeldioxid-Konzentration ist ungewöhnlich hoch.

Derweilen geht die Eruption unvermindert weiter. Der Lavastrom hat inzwischen die Zufahrtspiste zur Eruptionsstelle erreicht. Die Piste wurde gesperrt, ein direkter Zugang zur Eruption gestaltet sich somit zumindest schwierig.

Die Seismik konzentriert sich auf den Zentralvulkan und auf den Endbereich des magmatischen Ganges. Unter dem Bardarbunga gab es wieder starke Setzungs-Erdbeben. Der Calderaboden ist insgesamt um ca. 28 m abgesackt.

Bardarbunga: neue Daten

LiveCam Bild der Holuhraun-Eruption. ©IMOIm gestrigen Update gaben die isländischen Behörden neue Daten über die geförderte Lavamenge bekannt: die durchschnittliche Förderrate liegt zwischen 250 und 350 Kubikmeter Lava pro Sekunde. Insgesamt wurde bisher zwischen 0,4 und 0,6 Kubikkilometer Lava gefördert. Das Besondere bei dieser Eruption ist der relativ lange Zeitraum mit einer hohen Lava-Förderung. Eine ähnlich stabile Förderrate wurde nur während der Surtsey-Eruption beobachtet.

Die Lava hat einen Siliziumdioxid-Anteil von ca. 50%. Es ist ein bereits chemisch differenzierter (gereifter) tholeitischer Basalt, der aus einer Magmakammer in ca. 10 km Tiefe kommt. Die Lava die 2010 an der Fimmvörduhals-Spalte gefördert wurde hatte einen SiO2-Anteil von ca. 47% und ist wahrscheinlich ohne lange Zwischenlagerung aus großen Tiefen aufgestiegen. Die explosiv geförderte Lava der Eyjafjallajökull-Eruption brachte es auf ca. 58% SiO2. Diese Schmelze war ein basaltischer Andesit der relativ lange in der Magmakammer verweilte. Solange aus der Holuhraun-Spalte der tholeitische Basalt strömt, ist die Gefahr einer explosiven Eruption vergleichsweise gering. Die Gefahr steigt, wenn sich der Chemismus der Lava ändert, oder der Lavastrom stark nachlässt. Natürlich könnte auch Schmelzwasser, das in die Magmakammer eindringt, eine explosive Eruption auslösen.

Unter dem Zentralvulkan Bardarbunga ereigneten sich seit Mitternacht 6 Erdbeben mit M größer als 3. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 5,2. Die Eruption geht praktisch unverändert weiter.