Review Vulkanausbruch Ätna: Paroxysmus am 13.01.2011

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Jan 152011
 

Das INGV Catania veröffentlichte einen ausführlicheren Bericht über den Vulkanausbruch, der sich in der Nacht zum 13.01 am Ätna ereignete. Die Eruption begann mit strombolianischen Eruptionen und steigerte sich um 22.48 Uhr zu konstanten Lavafontänen die eine Höhe von 500 m erreichten. Zudem stieg eine Aschewolke mehrere Kilometer hoch, was zur Sperrung des Flughafens Catania führte.

Ein massiver Lavastrom teilte sich in 3 Arme und floss in das Valle del Bove. In sehr kurzer Zeit erreichte er den Talboden und stagnierte hinter dem Mt. Centenarie. Normalerweise benötigen Lavaströme mehrere Tage um diese Distanz zurückzulegen. Das lässt vermuten, dass die Lava sehr dünnflüssig gewesen sein muss und die Förderrate extrem hoch gewesen war.

Gesteinsanalysen zeigen, dass die Lava aus einem “primitiven” Magma entstanden ist, dass große Ähnlichkeiten mit dem Magma der Paroxysmen im Jahr 2000 aufweist. Primitiv bedeutet hier wenig differenziert, also ein basaltisches Stamm-Magma, dass schnell aufgestiegen ist. Es liegt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei nicht um ein Einzelevent handeln wird und weitere Ausbrüche in den nächsten Wochen folgen könnten.

Der Pitkrater an der Ostflanke des SE-Krater-Kegels hat nun damit begonnen einen eigenen Kegel aufzubauen.

Eruption am Ätna auf Sizilien

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Dez 222010
 

Das INGV berichtet über eine kurze explosive Eruption die sich heute früh am Ätna auf Szilien ereignet hat. Schauplatz des Vulkanausbruches war die Bocca Nuova. Die Explosion war schwächer als der letzte Ausbruch am 25. August und förderte eine Aschewolke die ca. 200 m hoch aufstieg.

Zudem sind neue Infos über die Stromboli-Eruption vom 19.12. online. Es handelte sich um eine Sequenz mit 3 Explosionen aus dem “S”-Vent. glühendes Material stieg dabei bis zu 250 m hoch auf.

Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise

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Dez 102010
 

Update 11.12.2010: Die Eruption erwies sich als der kurzlebigste Ausbruch seit 2007: nach nur 15 Stunden war der Vulkanausbruch vorbei.
Der Vulkan Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion ist zum 3. Mal in diesem Jahr ausgebrochen. Der Ausbruch begann gestern Abend um 22.42 Uhr, nachdem 2 seismische Krisen erste Anzeichen für eine bevorstehende Eruption des Schildvulkans im Indischen Ozean lieferten.
Das Eruptionszentrum liegt auf der Außenflanke des Gipfelkraterkegels Dolomieu und ist vom Pas de Bellecombe aus sichtbar. Aus einer Spalte wird ein kleiner Lavastrom gefördert, der ca. 400 m hangabwärts fließt. Der Zutritt zur Enclose Fouqué wurde zunächst gesperrt. Wanderer wurden zu Beginn der seismischen Krise aus der Caldera evakuiert.
Einige kleine Lavafontänen die ca. 10 – 15 Meter hoch aufsteigen begleiten die Spalteneruption. Ich rechne nicht mit einer signifikanten Verstärkung des Vulkanausbruches.
Diese Maßnahmen zeigen deutlich, wie sehr sich das Krisenmanagement auf La Réunion geändert hat. Ich erinnere mich sehr gut an die Eruptionen von 1998 und 2004. Damals wurden die Touristenströme richtiggehend kanalisiert und zu den Eruptionszentren geführt, dabei waren die Eruptionen weitaus stärker, als es jetzt der Fall zu sein scheint. Tausende Schaulustige –meistens Einheimische- sind zu den Lavaströmen gepilgert und haben sich das Naturschauspiel der Eruptionen aus nächster Nähe betrachtet. Auf der einen Seite fand ich es sehr positiv, dass sich die Menschen auf La Réunion dafür begeisterten und interessierten, auf der anderen Seite Entstand natürlich die eine, oder andere gefährliche Situation.
Schon bei der letzten wirklich großen Eruption im Jahre 2007 wurde der Zugang zu den Lavaströmen stark limitiert. Straßensperren wurden errichtet, die man nur mit Sondergenehmigung passieren durfte.

Vulkan Bromo auf Java

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Nov 272010
 

Der Vulkan Bromo in Indonesien begann vor einigen Tagen unruhig zu werden. Seit Anfang November war eine vermehrte Tätigkeit vulkanischer Beben verzeichnet worden. Am 15.11. setzte Tremor ein und der Alarmstatus wurde am 23.11. auf 4 erhöht. Gestern fand eine kleine Eruption statt, die Asche 500 m hoch förderte.

Der Bromo ist ein heiliger Berg auf Java. Zum jährlichen Paschafest pilgern Tausende Gläubige auf den Kraterrand des Vulkans und werfen Opfergaben in den Krater. Der Bromo liegt in der Tengger-Caldera und war zuletzt im Jahr 2004 aktiv. Damals starben bei einer spontanen Eruption 2 Touristen die auf dem Kraterrand standen.

Erneute Explosion am Merapi

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Nov 042010
 

Am Donnerstag kam es zu einer weiteren Eruption des Merapis. Der Ausbruch war der bisher Stärkste dieser eruptiven Phase. Die Eruptionswolke stieg 4 km hoch und Pyroklastische Ströme wurden generiert. Mittlerweile befinden sich mehr als 70.000 Menschen auf der Flucht. Die Vorräte für die Flüchtlinge reichen noch für 5 Tage, dann geht der Region Yogja das Geld aus. Einzige Hoffnung: Ausruf des nationalen Notstandes und Gelder aus der Hauptstadt.

Ausbruch am Merapi

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Okt 262010
 

Update 21.00 Uhr: Es haben sich weitere explosive Eruptionen ereignet. Die kürzeste dauerte 2 min, die längste 33 min. Mittlerweile ist von 14 Verletzen mit schweren Brandwunden die Rede. Bäume sollen brennen, was auf den Abgang pyroklastischer Ströme hindeutet. Der Druck unter dem Dom steigt weiterhin, eine stärkere Explosion und der Abgang große pyroklastischer Ströme ist jederzeit möglich. Vor Ort hofft man, dass sich der Druck in mehreren kleinen Eruptionen entlädt. Scheinbar hat sich der Eruptionstypus des Vulkans geändert.

Update 18.00 Uhr: Indonesischen Newsberichten zufolge gab es bisher 7 Opfer durch den Vulkanausbruch am Merapi. Sie haben schwerste Verbrennungen davon getragen, die entweder durch heißen Aschefallout hervorgerufen wurden, oder durch pyroklastische Ströme verursacht wurden. Die Vulkanologen vor Ort sprechen von “heißen Wolken”. 1 Kind starb bisher.

Einige Quellen sprechen von einer 18 km hohen Eruptionswolke, andere nur von 1,5 km hohen Ascheauswurf. Dr. Surono, der Chef der Geologiebehörde in Bandung, sagte, der Ascheausstoß der “heißen Wolke” hätte 20 Minuten gedauert. Der Ausbruch von 2006 wurde von einem 6-minütigen Ascheausstoß eingeleitet.

Am frühen Dienstagabend (Ortszeit) ist auf Java der Merapi ausgebrochen. Laut Vulkanologischen Observatorium kam es bisher zu 3 explosiven Eruptionen bei denen Vulkanasche bis zu 1,5 km über den Krater aufstieg. Die befürchtete starke Explosion blieb bisher aus.

Möglicherweise sprengte diese Initialeruption die Förderschlote frei, sodass nun das Domwachstum beschleunigt wird und bald pyroklastische Ströme entstehen. Dennoch kann es jederzeit zu einer starken explosiven Eruption mit Domkollaps kommen.

in einem Radius von 10 km werden mehr als 40.000 Menschen evakuiert. Vulkanologen rechnen mit einem stärkeren Ausbruch, als den von 1930. Damals starben 1300 Menschen.

Eruption am Piton de la Fournaise rückläufig

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Okt 192010
 

Die Aktivität auf La Réunion ist stark zurückgegangen. Derzeit ist nur noch ein Förderschlot tätig. Lavaspattering und kleinere Explosionen fördern Lavabrocken bis 15 m hoch. Auf einen zweiten Förderschlot hat sich ein Hornito gebildet. Insgesamt wurden bisher ca. 600.000 Kubikmeter Lava gefördert.

Eruption am Piton de la Fournaise stabil

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Okt 152010
 

Update 19.50 Uhr: Die Eruption geht weiter, der Tremor ist stabil und variiert nur gering. Einige kleine Lavafontänen sind aktiv und die Lavaströme haben eine Distanz von 1600 m zurückgelegt. Die Lavatemperatur beträgt 1100 Grad Celsius. Sie wurde heute Nachmittag von Mitarbeitern des Vulkanologischen Observatoriums gemessen. Weitere Fotos sind hier zu sehen.

Die Eruption am Piton de la Fournaise begann gestern gegen 19.10 Uhr nach einer seismischen Krise. Bereits am Nachmittag erhöhte sich die Zahl der Erdbeben, die im Krater Dolomieu zahlreiche Erdrutsche auslösten. Anhand der seismischen Signale konnten die Vulkanologen den Magmaaufstieg genau verfolgen. Zunächst stieg das Magma entlang dem zentralen Förderschlot unter dem Dolomieu auf, als es dann kurz vor der Basis des Krater-Kegels in südöstliche Richtung abknickte. Es erreichte in der Nähe des alten Nebenkraters Château Fort die Oberfläche. Es entstand ein Riss von ca. 150 m Länge. Mehrere Lavafontänen mit einer Höhe zwischen 20 und 30 Metern erschienen und speisten kleine Lavaströme. Heute Morgen beschränkte sich die Tätigkeit bereits auf 4 Austrittsstellen, um die sich kleine Kegel bilden. Die Eruption ist stabil und geht auf diesem Niveau weiter.

Vom Aussichtspunkt Pas de Bellecombe aus ist die Eruption nicht sichtbar. Am Pas de Bellecombe beginnt auch der Wanderweg in die Caldera Enclose Fouqué, der Zugang ist derzeit gesperrt.

Einen Blick auf das Eruptionszentrum bekommt man vom Piton de Bert, der durch einen halbstündigen Marsch von einem Parkplatz an der Plain des Sables erreichbar ist. Am Piton de Bert steht auch eine neue LiveCam auf der man derzeit eine kleine Dampfahne der Eruption sieht.

Dieser Ausbruch ist der Erste außerhalb des Gipfelkraters seit der großen Eruption vom April 2007. Damals öffnete sich eine Eruptionsspalte auf 500 Metern Höhe und in kurzer Zeit erreichten Lavaströme den Indischen Ozean. Seitdem gab es 6 weitere Eruptionen im und am Krater Dolomieu. Der längste Ausbruch dauerte 63 Tage, der Kürzeste nur 6 Stunden.

Fotos und aktuelle Berichte auf Französisch gibt es hier.

Eruption am Piton de la Fournaise

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Okt 142010
 

Heute begann um 19.10 Uhr (Ortszeit) die seit langem erwartete Eruption am Fournaise. Das Ausbruchszentrum liegt widererwartend nicht im Hauptkrater Dolomieu, sondern südöstlich am Château Fort innerhalb der Enclose Fouqué. Leider befindet sich das Eruptionszentrum von der LiveCam aus gesehen hinter dem Kraterkegel des Dolomieu, sodass auf der Cam nur ein leicht roter Schein zu sehen ist.

Erneute Eruption am Sinabung

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Aug 302010
 

Nachdem die Aktivität am Sinabung auf Sumatra gestern Nachmittag etwas zurück ging, kam es heute Nacht wieder zu einem Vulkanausbruch. Diesmal stieg die Aschewolke bis zu 2000 m hoch auf. Es wurde auch glühende Lava gesichtet.

Es wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. In einem Umkreis von 6 km wurde eine Sperrzone eingerichtet und über 18.000 Menschen evakuiert. Mehr als 7000 Atemmasken wurden ausgegeben. Mindestens 2 Menschen starben, einer davon an Atemproblemen

Sorono, der Direktor des Vulkanologischen Institutes von Indonesien, sagte in einem Interview, dass der Vulkan bereits am Freitag Zeichen der Unruhe zeigte. Eine Serie kleinerer Erdbeben deutete die beginnende Aktivität an. Da der Sinabung seit 400 Jahren ruhte, wurde er nicht systematisch überwacht. Von daher ist es auch schwierig Prognosen über den weiteren Verlauf der Eruption zu treffen.

Der Vulkan Sinabung liegt im Norden der indonesischen Insel Sumatra und nur 25 km vom Supervulkan Toba entfernt. Die nächst größere Stadt ist Berastagi. Dort gibt es auch einigen Tourismus. Ebenfalls in Sichtweite liegt der Vulkan Sibayak.

Der 2460 m hohe Stratovulkan entstand im Holozän und besitzt 4 Krater im Gipfelbereich. Diese sind entlang einer Nord-Süd verlaufenden Störungszone aufgereiht.

Der jüngste Ausbruch im Jahr 1600 förderte andesitische und dazitische Lava, aus der auch der gesamte Vulkan besteht. Auf den Vulkanflanken flossen zahlreiche Lavaströme hinab.
1912 entstanden im Gipfelbereich und in einem steilen Tal auf der Flanke Fumarolen. Bilder zeigen großflächige Schwefelablagerungen und anhaltende Aktivität.

Aktuelle Fotos zeigen, dass mindesten 2 Förderschlote (vermutlich in 2 unterschiedlichen Kratern entlang einer Spalte) aktiv sind. Die Förderschlote befinden sich unterhalb des Gipfels. Auf den Fotos sieht der Vulkan weniger nach einem Stratovulkan, als mehr nach einem Komplexvulkan aus. Die Entstehung eines Domes halte ich für möglich.