Ätna: Erdbeben richtet Zerstörungen an

Update 14:45 Uhr: Die Seismik ist weiterhin sehr hoch. Im Vergleich zu gestern zog sie wieder an. Man kann davon ausgehen, dass Magma dabei ist aufzusteigen und den Druck auf die Störungszonen erhöht.

Originalmeldung: Heute Nacht um 3:18 Uhr ereignete sich in der Ätna-Region ein Erdbeben der Magnitude 4,8 (Richterskala). Der Erdstoß dauerte fast 40 Sekunden. Das Hypozentrum lag in nur 1,2 km Tiefe bei Viagrande, zwischen Pedara und Acireale. Ungefähr auf dieser Höhe befindet sich die Basis des Ätnas, wo der Vulkankegel auf dem Grundgebirge aufsitzt. Die besondere Geologie des Areals und das flach gelegenen Hypozentrum müssen die seismischen Wellen verstärkt haben. So sind große Schäden an der Infrastruktur entstanden, die man ansonsten bei einem Erdbeben dieser Magnitude nicht erwarten würde: Hunderte Häuser wurden beschädigt, oder stürzten sogar ganz ein. Wie durch ein Wunder gab es keine Todesopfer. Mindestens 4 Personen wurden verletzt. Die Autobahn entlang der Küste musste gesperrt werden, da sich die Fahrbahn absenkte. Im Umkreis von 20 km um das Epizentrum wurden große Beschädigungen gemeldet. Betroffen sind auch die Orte Trecastagni, Pedara, Zafferana Etnea, die vielen Ätna-Reisenden bekannt sein dürften.

Vor der großen Flankeneruption in 2002 ereignete sich ein vergleichbares Erdbeben bei Milo, etwas weiter Bergauf, als es heute der Fall war. Das Beben ereignete sich an einer Störungszone des Ätnas. Das Beben wurde durch den Druck ausgelöst, den das aufsteigende Magma auf die Störung aufbaute. Aktuell ist die Situation vergleichbar. Der Tremor am Vulkan ist immer noch erhöht, auch wenn momentan keine Lava auszutreten scheint. Vom Bauchgefühl her, müsste sich in den nächsten Tagen eine größere Eruption anbahnen. Auch weitere starke Erdbeben sind nicht auszuschließen. Seit Wochen ist die Seismik auf Sizilien erhöht, auch abseits des Ätnas. Dieser befindet sich momentan allerdings in ständiger Bewegung.

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