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    Categories: Bildergalerien: Vulkanfotos und Reportagen

Bildergalerie: Karangetang Api Siau

Die Fotos dieser Bildergalerie entstanden auf Api Siau und Sulawesi, zwischen dem 28.08.2015 und 01.09.2015. Der Vulkan Karangetang zeigte sich von seiner aktiven Seite.

Zum ersten Mal hörte ich von Api Siau und dem Karangetang im Jahr 2008. Damals war ich mit Alain am Anak Krakatau unterwegs und er schwärmte von dem kleinen Eiland und seinem Vulkan. 7 Jahre hat es dann gedauert, bis ich Gelegenheit hatte die Vulkaninsel zwischen Sulawesi und den Philippinen zu besuchen. Und das geschah eigentlich auch mehr aus Verlegenheit, denn als dass es geplant war: das eigentliche Ziel der Geonauten war der Vulkan Raung auf Java, doch die Eruption endete kurz vor unserer Ankunft auf Java. So beschlossen wir nach einem Abstecher zum Kawah Jjen weiter gen Nord-Sulawesi zu fliegen. Von Manado aus nahmen wir eine Fähre gen Api Siau. Das angebliche Schnellboot klapperte sämtliche Inseln auf dem Weg ab und so waren wir über 5 Stunden auf See. An jeden Hafen wurde das Boot von einer Heerschar Händler gestürmt, die den wenigen Passagieren Obst und Gebäck anboten. Eins stand sehr schnell fest: die Menschen hier waren noch deutlich näher an ihren traditionellen Wurzeln, als die Leute auf Java.

Die Einfahrt nach Api Siau war sehr schön. Vor der langgestreckten Bucht lagen mehrere kleine Inseln und die Gegend sah doch sehr nach Traumstrände und Taucherparadiese aus, die von den Kegel des rauchenden Vulkans dominiert wurden. Schnell bezogen wir das einzige Hotel im Ort, dessen Ausstattung eher als rudimentär beschrieben werden kann. Allerdings lag es praktisch am auslaufenden Vulkanhang und bot einen direkten Blick auf die Feuerrutsche. Die erste Nacht verbrachten wir fotografierend am Hotel, wobei ich mir der exponierten Lage durchaus bewusst war: ein größerer pyroklastischer Strom könnte jeder Zeit durch den Ort marschieren und würde dabei wohl auch kaum das Hotel verschonen. Doch wie so häufig beruhigte der Gedanke, dass die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas ausgerechnet jetzt passiert, relativ gering ist. Dabei hatten wir es natürlich gerade auf pyroklastische Ströme abgesehen, die gelegentlich vom Dom abgehen. Diese sahen wir in unserer ersten Nacht allerdings nicht und auch nicht in den folgenden 2 Nächten. Dafür wälzte sich ein extrem zäher Lavastrom über den Hang und verursachte glühende Schuttlawinen. Gelegentlich waren strombolianische Eruptionen am Gipfel zu sehen, doch auf dieser Distanz wirkten sie wie winziges Tischfeuerwerk. Trotzdem, uns war bewusst, dass der Karangetang ein gefährlicher Vulkan ist. Erst vor wenigen Monaten rauschte einer der gefürchteten Pyroklastischen Ströme durch ein Flussbett bis in bewohntes Gebiet und zerstörte einige Häuser.

Am 3. Tag erreichte uns die Nachricht über einen Ausbruch des Lokon auf Sulawesi und wir reisten wieder überstürzt ab. Leider hatten wir keine Zeit mehr die Insel genauer zu erkunden, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Marc Szeglat :