El Hierro: Inselgeburt lässt auf sich warten

Chris und ich sind von unserem 1-wöchigen Aufenthalt auf El Hierro zurück. Kurz vor unserer Ankunft am 8.11.2011 ereignete sich der bisherige Höhepunkt des submarinen Vulkanausbruches, als mehrere Meter hohe Wasserdome aufstiegen. Die Wasserdome waren von braun-gelb-grauer Farbe und transportierten Gase und Lavabrocken an die Wasseroberfläche. Danach nahm die sichtbare Aktivität wieder ab.

Der obere Förderschlot liegt ca. 1 km vor der Küste. Zeitweise entgaste er und Blasen brodelten am Jacuzzi. Zudem bildeten sich Bimsstein-Teppiche und gelblicher Schaum. Das Wasser war auf einer großen Fläche grünlich verfärbt. Gelegentlich roch es schwach nach Schwefelwasserstoff.  An unserem Abreisetag (14.11.2011) steigerte sich die Aktivität ein wenig. Es stiegen bis zu 100 cm große Lavabrocken auf, die auf der Wasseroberfläche schwammen und dampften. Nach der Abkühlung gingen sie wieder unter.

Die an verschiedenen Stellen erwähnten Augenzeugenberichte lokaler Vulkan-Spotter erscheinen mir sehr subjektiv zu sein. Unsere Recherchen konnten die Berichte von pyroklastischen und glühenden Material nicht bestätigen, noch sahen wir auf langzeitbelichteten Fotos Rotglut. Die Lavabrocken steigen nicht aufgrund explosiver Kräfte auf, sondern weil sie gasreich sind und solange schwimmen, bis sie abkühlen und ihre Schwimmfähigkeit verlieren.

Örtlichen Presseartikeln konnten wir entnehmen, dass es sich bei der geförderten Lava um eine neue Lava-Art handeln soll, die bisher noch nicht beschrieben wurde. Mitarbeiter des IGN konnten uns dazu allerdings nichts sagen, da die Proben ins Institut nach Madrid geschafft wurden. Scheinbar ist der interne Informationsaustausch einseitig. Auch die genaue Wassertiefe über den Förderschlot konnten uns die Institutsmitarbeiter vor Ort nicht mitteilen. Die letzte Messung, die zu einem Resultat führte, betrug 110 m. Der jetzige Schätzwert liegt zwischen 110 und 65 m Wassertiefe. Das Forschungsschiff kann in dem getrübten Wasser offensichtlich nicht genau messen. Unbekannt war auch die Lage des 2. Förderschlotes, der sich ca. 6 km vor der Küste befinden soll. Da der Tremor weiterhin hoch ist, nehme ich an, dass dort die meiste Lava austritt.

Die Bewohner von La Restinga mussten jeden Abend um 18 Uhr den Ort verlassen. Der Küstenabschnitt wurde restriktiv gesperrt. Die Menschen fühlen sich im Stich gelassen, da der Informationsaustausch auch in diesem Bereich nicht funktioniert. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass sie nicht hinreichend Aufgeklärt wurden. Einige Bewohner standen am Rande der Panik, als eine Brise leichten Schwefelgeruch heran wehte.

Der weitere Verlauf der Eruption ist nur schwer zu prognostizieren. Theoretisch kann der submarine Vulkanausbruch über Monate und Jahre auf schwachem Niveau weitergehen, ohne dass sich sichtbares tut. Genauso ist die Geburt einer neuen Insel möglich. Denkbar sind auch die Öffnung weiterer Eruptionszentren und eine Verlagerung des Ausbruches an Land, oder das plötzliche Ende der Aktivität.

Inzwischen richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Inselnorden. Bei El Golfo sehen die Behörden die Gefahr der Entstehung eines 2. Eruptionsherdes und bereiten die Bevölkerung des Ortes Frontera auf eine schnelle Evakuierung vor. Unklar ist nach wie vor, ob sich ein neuer Schlot an Land, oder Unterwasser öffnen wird.

Bildergalerie: Schwefelbrand am Kawah Ijen

 

Am 12. und 13. August besuchten die Geonauten den Vulkan Kawah Ijen in Ostjava. Die Anfahrt vom Semeru aus dauerte gut 8 Stunden. Dichter Verkehr und eine sehr schlechte Straße an der Außenflanke des Ijen-Plateaus gestalteten die Fahrt zu einer Geduldsprobe.

Ich besuchte den Vulkan vor 8 Jahren das erste Mal. Seitdem hat sich einiges verändert, am Kawah Ijen: der Bereich um die untere Verladestation wurde zu einem kleinen Touristikzentrum ausgebaut. So erobern vor Beginn der Morgendämmerung unzählige Touristen den Vulkan und stürmen den Weg hinauf zum Krater. Der Aufstieg ist nicht sonderlich schwer, an einigen Stellen verläuft der Weg aber recht steil, sodass man schon außer Atem gelangen kann. Für kleine Kinder und alte Menschen kann der Weg schon eine Herausforderung darstellen. Menschen mit Herzkreislaufproblemen und Atemwegerkrankungen sollten den Kawah Ijen meiden: oft steht der Wind so, dass der letzte Teil des Aufstiegs durch schweflige Dampfschwaden führt. Wer einen Abstieg in den Krater plant, sollte unbedingt eine Gasmaske mit Filtereinsätze für Schwefelgase dabei haben, denn was die Indonesier dort täglich einatmen ist alles andere als gesund!

Der Schwefelabbau wurde maximiert und es sind sehr viele Arbeiter unterwegs. In einer endlosen Karawane mühen sie sich über den Pfad aus dem Krater und transportieren den letzten Krümel Schwefel ab. Viele Arbeite gießen flüssigen Schwefel in Förmchen und formen so Souvenirs die sie den Touristen anbieten.

Das Ziel der Geonauten war es den Schwefelbrand im Krater zu fotografieren. Dieser ist nur nachts sichtbar und auch dann wird er zum größten Teil gelöscht. Daher gehört schon etwas Glück dazu, einen brennenden Schwefelfluss vor die Linse zu kriegen. Da die Arbeiter so emsig beschäftigt waren löschten sie diesmal sehr sorgfältig und Flammen manifestierten sich nur direkt an den Gasaustritten.

Nachts war es aber wenigstens ruhig am Vulkan und niemand störte uns beim Fotografieren. Im Schein des Vollmondes präsentierte sich der Kawah Ijen in seiner vollen Schönheit. Die blauen Flammen des Schwefelbrandes faszinierten uns.

Bildergalerie: Kasada-Zeremonie am Vulkan Bromo

Zum 2. Mal in diesem Jahr besuchten die Geonauten den Vulkan Bromo in Indonesien. Das 1. Mal waren wir im März dort und dokumentierten den Ausbruch des Vulkans. Die Eruptionen hatten bereits im November 2010 begonnen und dauerten bis Ende Mai an. Im August entwich noch viel Dampf aus dem Förderschlot, der eine hohe Konzentration an Schwefelgasen und Chlorverbindungen enthielt. Mehrmals stündlich verstärkten sich die Exhalationen und unter lautem Zischen wurde die Dampfwolke dichter und stieg höher auf.

Unter diesen Bedingungen wurde in der Vollmondnacht vom 14. auf den 15. August die Kasada-Zeremonie abgehalten, während deren Höhepunkt Tausende Menschen zum Kraterrand des Vulkans pilgern. Das hinduistische Opferfest ist eine Art vorgezogenes Erntedankfest. Die Götter werden um eine reiche Ernte gebeten. Zudem wird dem Prinzen Kesuma gedacht, der dem Gott Brahma im Krater des Vulkans geopfert wurde. Seine Mutter Roro Anteng löste einer Sage nach damit dass Versprechen ein, dass sie Brahma im Gegenzug zu reichem Kindersegen gegeben hatte. Kesuma war ihr letztgeborenes Kind, von denen sie 25 hatte. Roro Anteng gilt zusammen mit ihrem Gemahl Joko Seger als Gründer des Königreiches von Tengger (der Name Tengger leitet sich aus den letzten Silben ihrer Nachnamen ab). Allerdings löste sie das Versprechen nicht freiwillig ein, denn Brahma ließ den Vulkan ausbrechen und drohte das Königreich zu zerstören, würde die Prinzessin das Opfer verweigern.

Das Fest beginnt schon am Tag zuvor. In den Dörfern am Rande der Caldera herrschte Jahrmarktstimmung. In den Straßen wurde gefeiert, Händler bauten Verkaufsstände auf und überall wurde was zum Essen verkauft. Abends startete im Gemeindezentrum von Cemorolawang das eigentliche Fest. Ein großes Gesteck aus Bananenblättern, in dem allerlei Opfergaben befestigt waren, wurde herbeigeschafft und um Mitternacht auf einen Pickup geladen. Zusammen mit dem Zeremonienmeister und einigen Priestern fuhr man dann zur Piste am Ortsrand, die hinab in die Caldera führt.

Dichter Nebel wallte über den Calderarand und die Sichtweite betrug gerade einmal 15 Meter. Die Priester errichteten einen Schrein und beteten. Anschließe entzündete man Fackeln und das Gesteck wurde in einer Prozession bis zum Tempel am Fuße des Bromo getragen. Dort herrschte Partystimmung. Die Luft war erfüllt vom knattern der Mopeds und Jeeps, mit denen viele unterwegs waren. Der Boden der Sandmeercaldera war aufgewühlt. Viele verpassten die Pisten wegen dem dichten Nebel und fuhren offroad. Der Tempel war wenig stimmungsvoll illuminiert. Neonröhren hingen an den Decken des aus Beton erbauten Tempels. Die Priester saßen in Reih und Glied unter einer Überdachung und Reden wurden Geschwungen. Viel verstand ich nicht, doch es fielen öfter die Namen der Prinzessin, ihres Sohnes und dem Gott. Es war kalt und der Nebel wurde immer dichter, als gegen 4 Uhr plötzlich Bewegung in die Versammlung kam. Kleine Gruppen um die Priester mit ihren Opfergaben setzten sich Richtung Bromo in Bewegung und stürmten die Treppe zum Kraterrand. Die Gruppe die ich begleitete verlief sich 2 Mal im Nebel, doch kurz vor Sonnenaufgang erreichten wird den Krater. Der Dampf reizte Lungen und Augen und ohne langes Federlesen wurden die Opfergaben in den Krater gepfeffert. Als das riesige Gesteck am Hang aufschlug erscholl entsetztes Schnattern und Gackern; was ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht wahrgenommen hatte war, dass sich in dem Gesteck Käfige mit lebenden Hühnern befanden. Im Krater warteten bereits einige arme Menschen anderer Glaubensrichtungen, die sich auf die Opfergaben stürzten und mit Keschern flüchtende Hühner durch den Krater jagten: immer bedroht in den Schlot zu stürzen, in den Gasen zu ersticken, oder von einer plötzlichen Explosion erfasst zu werden. Den ganzen Vormittag pilgerten dann Hindus zum Krater und brachten ihre persönlichen Opfergaben dar.

Das neue Vulkanbuch von Martin Rietze und mir erzählt von den Mythen und Legenden der Vulkane. Der Bildband erscheint im Frühjahr 2012 im Terra Magica-Verlag.

Bildergalerie: Batu Tara auf Kombo Island vor Flores

Die Geonauten Thorsten Böckel, Martin Rietze, Chris Weber und Marc Szeglat bereisten den indonesischen Vulkan Batu Tara zwischen dem 17. und 19. August 2011.

Der Vulkan liegt auf der unbewohnten Insel Kombo Island vor der indonesischen Insel Flores. Er ist schwer zugänglich, was zum Teil daran liegt, dass der Vulkan für die Einheimischen tabu ist. Sie glauben, dass die Geister ihrer Ahnen dort wohnen und trauen sich nicht die Insel zu betreten. Zudem  erschweren die steilen Klippen der Küste ein Anlanden und die Besteigung des Vulkans ist ohne Hilfsmittel fast unmöglich. Folglich gibt es nur sehr wenige Berichte und Fotos von diesem einzigartigen Vulkan, der seit einigen Jahren periodisch strombolianisch aktiv ist. Die wenigen Berichte über den Batu Tara stammen meistens von Seglern, die die Insel passierten, oder von Überflügen. Gelegentliche Meldungen vom VAAC zufolge, kommen am Batu Tara immer wieder größere Ascheeruptionen vor. Die Ausbreitung der Aschewolken wird per Satellit überwacht, da sie unter Umständen eine Gefahr für den Flugverkehr darstellen könnten.

Zum Zeitpunkt unseres Besuches war der Batu Tara strombolianisch aktiv. Mehrmals in der Stunde brach er aus und Aschewolken stiegen einige Hundert Meter hoch auf. Nachts boten rotglühende Lavabomben, die zum Teil außerhalb des Kraters landeten und den Gipfel eindeckten, ein fantastisches Naturspektakel. Die Explosionen waren deutlich lauter, als die am Stromboli in Italien. Die Lavabomben flogen auch höher.  Viele Lavabomben rollten über die Feuerrutsche und landeten zischend im Meer. Ein großer Teil des Materials, das über die Feuerrutsche rollte, stammte von einem kurzen und zähen Lavastrom, der aus der Basis des Förderschlots quoll.

Wir dümpelten mit unserem gecharterten Boot nicht nur vor der Insel, sondern ließen uns auch absetzten. Das Anlanden gestaltete sich als abenteuerlich. Ale Beiboot fungierte ein wackliges Kanu und wir benutzten es nur um die Ausrüstung zu transportieren. Wir schwammen etwas seitlich der Feuerrutsche und gingen an einem schmalen Strand vor einer Klippe an Land. Dort verbrachten wir gut 24 Stunden. Die Bootsbesatzung wollte vor der anderen Inselseite fischen gehen; den Männern war der Anblick des feuerspeienden Vulkans zu unheimlich.

Ätna: strombolianische Aktivität und paroxysmaler Vulkanausbruch

Chris Weber von VEI und ich verbrachten 5 Tage am Ätna um die strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova (BN) zu dokumentieren.

Am 16. Juli verbrachten wir eine erste Nacht am Torre del Filosofo. Eisiger Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h und eine zeitweilige Wolkenmütze am Gipfel verhinderten den Aufstieg zur BN. Aus dieser war fast beständige Rotglut zu sehen, gelegentlich stiegen einzelne Lavabomben bis über den Kraterrand auf. Aus dem SE-2-Krater gab es eine spontane strombolianische Eruption. Lavabomben stiegen ca. 150 m über den Kraterrand auf und schlugen auf der Außenflanke des neuen Kegels ein. Für eine Sommernacht war es ungewöhnlich kalt und wir mussten Schutz in den Überresten des alten Observatoriums suchen.

Am Nachmittag des 17. Juli ließ der Wind etwas nach und wir stiegen zur Bocca Nuova auf. Der Wind drückte die Gase in den Krater, sodass zunächst nichts zu sehen war. Explosionsgeräusche der Vulkanausbrüche waren mehrmals in der Minute zu hören.  Erst als die Dämmerung ziemlich weit fortgeschritten war, konnten wir die Eruptionen durch den Gasnebel erahnen.  Der Förderschlot befand sich im Ostteil des Kraters. Kleine Explosionen, die Schlacken und Bomben mehrere 10er Meter hoch förderten, fanden mehrmals in der Minute statt, größere Explosionen alle 2 – 3 Minuten. Pro Stunde gab es ca. 1 Event, bei dem die Bomben über den Kraterrand hinaus stiegen. Gegen 3 Uhr Nachts wurde die Sicht etwas besser, der Wind nahm allerdings ebenfalls wieder zu und fegte uns fast vom Kraterrand.

Am Morgen des 18. Juli stiegen wir ab und fuhren Richtung Zafferana um unsere Vorräte aufzufrischen. Im Laufe des Vormittags setzte sporadische strombolianische Tätigkeit am SE-2-Krater ein und wir vermuteten, dass sich ein neuer paroxysmaler Vulkanausbruch in den nächsten Tagen etablieren würde. Der Tremor war stark rückläufig und die Aktivität in der BN ließ nach.

Die Nacht zum 19.Juli verbrachten wir auf halber Ätnahöhe um nach 2 durchwachten Nächten zu schlafen. Aus viel Schlaf wurde auch diesmal nichts, denn der Paroxysmus startete schneller als erwartet. Seine Hochphase begann gegen 2 Uhr und dauerte bis 4.30 Uhr. Lavafontänen stiegen bis zu 250 m hoch auf und Lavaströme flossen ins Vale del Bove. Mit Beginn der Morgendämmerung war der Paroxysmus vorbei. Leider verpennten wir den Anfang des Geschehens, sodass wir das Naturspektakel nur von unten mitbekamen. Es war der 6. paroxysmale Vulkanausbruch am Ätna in diesem Jahr. Die Intervalle der vorherigen Ausbrüche lagen zwischen 4 – 8 Wochen, dieser Ausbruch erfolgte nach nur 9,5 Tagen Pause. Im Gegensatz zu den vorherigen Ausbrüchen kündigte sich dieser Paroxysmus nicht einige Stunden vorher durch steigenden Tremor an.

Im Laufe des Tages stiegen aus der BN kleine Aschewolken auf, die auf Kollaps im Krater hindeuteten. In der Hoffnung auf ein Wiederaufleben der strombolianischen Aktivität stiegen wir erneut zum Kraterrand auf. In der BN war aufgrund starker Dampfentwicklung nichts zu erkennen. Allerdings stieg die Vulkanasche aus dem nordwestlichen Bereich des Kraters auf und stammte scheinbar nicht aus dem aktiven Förderschlot. Nachts war keine Rotglut zu sehen. Ein Gewitter mit Hagelsturm vertrieb uns gegen 3 Uhr Nachts vom Kraterrand und wir mussten erneut Unterschlupf in den Resten des Torre del Filosofo suchen. Morgens steigen wir dann endgültig ab.

Ich denke, das wird dieses Jahr nicht meine letzte Reise zum Ätna gewesen sein, die Situation ist weiterhin spannend.

Bildergalerie: Neuseeland

Ich besuchte die neuseeländische Nordinsel im April 2009. Ich kombinierte die Reise mit einem Aufenthalt auf Vanuatu. 8 Tage blieb ich auf Neuseeland, bevor ich über Sidney weiter in Richtung Vanuatu flog. Mein Ziel war es einen ersten Eindruck von den Vulkanen und Thermalgebieten Neuseelands zu bekommen. Mit dem Leihwagen gestaltete es sich trotz der knappen Zeit recht problemlos zu mindestens ein paar Stunden an den wichtigsten Hot Spots zu verbringen.

Als erstes steuerte ich Rotorura an. In dem Gebiet finden sich gleich mehrere Vulkane und Thermalgebiete. Das bekannteste ist das bei dem Maori-Dorf Whakarewarewa. Zahlreiche heiße Quellen, Fumarolen, Schlammpools und Geysire  sind hier zu bewundern. Die kleine Maori-Siedlung ist direkt in dem Thermalgebiet errichtet worden und die Einwohner leben mit der Erdwärme. Sie benutzen die Quellen zum garen ihrer Speisen und zum Baden. Heute vermarkten sie sich und ihre Lebensweise, denn die Siedlung gleicht einem großen Freilichtmuseum und ist gegen Eintritt zu besichtigen. Allerdings müssen die Touristen das Whakarewarewa Thermal Village um 17 Uhr verlassen.

Bekanntester Geysir Neuseelands ist der Pohutu-Geyser. Er liegt zusammen mit mehreren kleinen Geysiren auf einem Kalksinterplateau. Früher waren die Geysire direkt über das Maori-Dorf erreichbar, heute kann man von dort nur einen Blick aus der Ferne erhaschen. Die geschäftstüchtigen Neuseeländer richteten einen 2. Naturpark ein, dessen Eingang nicht weit vom Maori-Dorf entfernt ist. Im Whakarewarewa Thermal Valley befindet sich die größte Ansammlung von Heißwasser-Phänomenen auf Neuseeland. Natürlich muss man hier Extraeintritt (ca. 20 NZD) zahlen. Wie auch im Maori-Dorf gibt es hier Vorführungen der traditionellen Maori-Tänze (Haka) zu bewundern.

Ich war mit dem Zelt unterwegs und übernachtete am Ufer des Sees Rotomahana. Dort gibt es zwar einen Campingplatz, aber ich zog das freie Campen am Seeufer vor, was auf Neuseeland generell gestattet ist. Nur sollte man sich nicht ohne Erlaubnis auf Privatgrundstücke stellen. In direkter Nachbarschaft zum See liegt der Vulkan Tarawera, der 1886 ausbrach und das Dorf Te Waiora zerstörte. Dabei wurden auch die legendären „Pink and White Terraces“ zerstört.

Meine Fahrt ging weiter Richtung Wai-O-Tapu wo der Lady Knox Geyser und der Champagne Pool die bekanntesten Attraktionen sind. Was mich mindestens genauso faszinierte, war der Campingplatz bei den Waikite Valley Thermal Pools. Diese Thermalanlage verfügt über zahlreiche Schwimmbecken und naturnahe Badepools, die von heißen Quellen gespeist werden. Besucher des (kostenpflichtigen) Campingplatzes haben freien Eintritt und können auch nachts baden gehen. Angeschlossen ist ein kleiner Naturlehrpfad, der die Flora entlang eines Wanderweges an einem heißen Bach beschreibt.

Von dort ging meine Reise weiter zum Lake Taupo. Der See bildete sich in der riesigen Caldera des gleichnamigen Vulkans. Dieser steht im Verdacht über das Potenzial eines Supervulkans zu verfügen. Vor 22.500 Jahren verursachte Taupo einen Vulkanausbruch mit einem VEI 7.

Unweit des Taupo liegt die Vulkangruppe Ngauruhoe-Tongariro-Ruapehu. Eigentlich hatte ich vor den Tongariro zu überqueren, doch mich verließ das Wetterglück. Als ich auf dem Plateau mit den Kraterseen der Emerald Lakes ankam versperrten Wolken die Sicht und ich musste umkehren. Ruapehu ist der aktivste Vulkan der Gruppe, doch auch er hüllte sich in Wolken.

Als letztes besuchte ich White Island. Die kleine Vulkaninsel liegt in der “Bay of Plenty“. Der Vulkan war zuletzt im Jahr 2000 aktiv. Man erreicht ihn vom Ort Whakatane aus. Mir persönlich hat der beschauliche Ort sehr gut gefallen.

Bildergalerie Dallol

Die Fotos dieser Bildergalerie vom Dallol entstanden auf einer Expedition durch die äthiopische Wüste Danakil im Jahr 2008. Hauptziel der Reise war der Vulkan Erta Alé.

Das Thermalgebiet des Vulkans Dallol zählt zu den sonderbarsten Orten, die ich jemals bereiste. Es liegt in der äthiopischen Wüste Danakil am Rande des Assale Salzsees und unterhalb des Meeresspiegels. Dass dieses Gebiet bereits einmal vom Meer überflutet war zeigen nicht nur die Salzmassen, sondern auch versteinerte Korallen, die in der Gegend rumliegen. In der Danakil regnet es nur sehr wenig, allerdings verändert jeder Niederschlag die Landschaft. Wasser und Wind modellieren die Landschaft, die zum größten Teil aus Salz und Ton besteht. Zudem unterliegt der Wasserspiegel des Sees den Wind- und Gezeitenkräften. Selbst wenn diese nur minimale Schwankungen im Wasserstand verursachen, reichen sie aus um Feuchtigkeit in vorher trockene Gebiete wandern zu lassen. Auf nassem Salz wird eine Jeepfahrt dann zu einem abenteuerlichen Unterfangen.
Abenteuerlich ist es in der Danakil auch aus einem anderen Grund: Die Wüste befindet sich im Grenzgebiet zu Eritrea und Freiheitskämpfer, Rebellen, Terroristen und einfache Banditen mache die Gegend um den Assale Salzsee besonders unsicher. Immer wieder kommt es zu Überfällen auf Touristen. Beim jüngsten dieser Ereignisse im Januar 2012 starben mehrere Touristen auf dem Weg zum Vulkan Erta Alé. Unter den Opfern befanden sich 2 Deutsche. Eine weitere Gefahr geht von Minen aus, die zum größten Teil Überreste aus dem eritreischen Befreiungskrieg sind, zum Teil aber auch neu ausgelegt werden.
Trotz all dieser Gefahren wartet der Dallol mit einer unbeschreiblichen Landschaft auf, die kaum näher am Urzustand unseres Planeten sein könnte.  Das Thermalgebiet bildet ein Plateau das sich wie ein niedriger Tafelberg von einigen 10er Metern Höhe über die flache Salzebene erhebt. Am Rand wird der Dallol von Salzcanyons und Erosionstürmen begrenzt.  Die Landschaft der Wüste ist ganz in gelb- und ockertönen gehalten, dazwischen die weißen Türme der Mineralquellen und das Grün der Salzlake in den Wasserbecken. Die erbarmungslose Sonne dampft das Wasser ein und lässt Salzkristalle wachsen, die wie Schneeflocken auf dem Wasser treiben. Die Mineralsalze lassen einige exzentrische Gebilde wachsen, die in ihrem Aussehen den Naturgesetzen zu trotzen scheinen. Am sonderbarsten sind Mineraleier die innen hohl sind.

Bildergalerie Bromo

Am 18. März 2011 machten sich die Geonauten Martin, Richard und Marc auf den langen Weg nach Indonesien, um den Vulkanausbruch des Bromo zu dokumentieren. Der mythische Vulkan liegt in der Tengger-Caldera im mittleren Westen Javas und ist von Surabaya aus bequem per Auto zu erreichen. Am Caldera-Rand wurde eigens für Vulkanneugierige Touristen die „Lava View Lodge“ errichtet und in dieser quartierten wir uns für die nächsten 4 Nächte ein um die Eruptionen zu beobachten. Eigentlich ist der Name der Lodge ein wenig irreführend, denn so häufig sind Vulkanausbrüche in der Tengger-Caldera nicht; die letzte Eruption des Bromo erfolgte im Jahr 2004. Damals gab es nur einen vergleichsweise kleinen Ausbruch, der sich auf wenige Explosionen beschränkten. Da die Eruption unvermittelt kam, befanden sich zahlreiche Touristen am Kraterrand und 2 verloren ihr Leben. Der Bromo ist ein recht flacher Vulkan und über eine Treppe leicht zu besteigen. Er ist Wohnsitz des Gottes Brahma. Zahlreiche hinduistische Pilger kommen jedes Jahr hierhin, um ihren Gott zu verehren und jedes Jahr wird das große Opferfest „Kasada“ abgehalten. Als ich so am Rand der Caldera stand und auf den gut 2 km entfernten Bromo starrte, fragte ich mich, ob das Fest dieses Jahr wohl auch wieder abgehalten werden wurde. Laute Detonationen ließen mich zusammenzucken und die Fensterscheiben der Lodge klirren. Glühende Lavabomben flogen weit über den Kraterrand hinaus und eine beständige Aschesäule jagte über einen Kilometer hoch in den Himmel. Brahma musste sehr wütend sein! In der ersten Nacht beobachteten wir den Vulkan vom Caldera-Rand aus und legten uns gegen 2 Uhr zum Schlafen nieder. Kurz vor 6 Uhr kam Richard ins Zimmer gestürzt und riss mich aus meinen Träumen; Bromo hatte seine Aktivität gesteigert. Unter lautem Getöse stieg eine Aschewolke gut 2,5 km in den Himmel. Wir schnappten unsere Kameras und machten uns ans Werk. Wir wollten die Hochphase nutzen um den Ausbruch von möglichst vielen Perspektiven zu dokumentieren. So ließen wir uns von Motoradtaxis zu diversen Aussichtspunkten fahren. Ich war der festen Überzeugung, dass ein Ritt auf dem Motorrad gefährlicher war als der Vulkanausbruch. Nach gut 2 Stunden verringerte sich die Aktivität plötzlich und für mehrere Stunden stieg nur ein schwaches Dampfwölkchen aus dem Krater des Bromo auf. Wir nutzten die Pause für einen ausgiebigen Brunch in der Lodge, mit tollem Ausblick auf den Vulkan.

Gegen Mittag pilgerten wir hinab in die Caldera und zum Tempel am Fuße des Bromo. Die Eruptionen hatten sich zwischenzeitlich wieder etwas verstärkt und aus knapp 250 Metern Entfernung war der Lärm ohrenbetäubend. Allerdings landete weitaus weniger große Lavabrocken auf dem Kraterrand als angenommen und in uns keimte der Gedanke einen Blick in den Krater zu Riskieren.

Nach einer durchwachten Nacht am Tempel, die uns außer beständigem Ascheniederschlag nicht viel einbrachte, kehrten wir zur Lodge zurück und beschlossen es abends zu riskieren und auf den Kraterrand zu steigen. Dazu hatten wir uns die höchste Stelle des Bromo ausgesucht, da hier praktisch keine Lavabomben landeten. Schnell hoch und schnell runter war die Devise. Dazu nur leichtes Gepäck. Wir wählten eine Aufstiegsroute über den benachbarten Kraterkegel des Bromo, der über einen schmalen Grat mit diesem Verbunden war. Der Weg hierauf erwies sich aufgrund dichter Vegetation und steiler Schluchten als unangenehm. Von Ästen und Laubwerk rieselte ständig Asche auf uns nieder, besonders, wenn wir auf allen Vieren durch Lücken im Gehölz kriechen mussten. Vorsichtig wanderten wir über den schmalen Grat der die beiden Kegel miteinander verbindet und riskierten einen ersten Blick in den Krater. Es stieg nur ein wenig Asche auf, aber aus der Nähe betrachtet war das schon beeindrucken. Langsam steigerte sich die Aktivität und strombolianische Eruptionen schickten Lavabomben bis weit über Augenhöhe. Vom Vulkanfieber gepackt beschlossen wir die Nacht hier zu verbringen. Das Risiko schätzten wir als noch vertretbar ein, da hier auf der höchsten Stelle des Kraterrandes keine frischen Bomben lagen. Trotzdem war die Nacht voller Spannung, besonders als der Vulkan begann Gas auszustoßen. Die Gaseruptionen dröhnten wie ein Startender Düsenjet und die Verzweiflung trieb uns dazu Tempotücher in die Ohren zu stopfen. Morgens dann der Abstieg über eine direktere Route an der Flanke des Bromo hinab. Dazu mussten wir gut 150 Meter durch eine Hochrisikozone am Kraterrand rennen. Als wir diese gerade passiert hatten und die ersten Meter auf der Flanke geschafft hatten, schepperte es hinter uns gewaltig. Kürbisgroße Lavabomben flogen bis hoch auf den Kraterrand und landeten dort, wo wir noch vor wenigen Sekunden langgerannt sind. Uns war klar, dass auch der obere Hang ein gefährlicher Ort zum verweilen war und so legten wir einen blitzabstieg hin, der uns dummerweise direkt in ein Labyrinth aus Canyons führte. Das ständige Auf und Ab durch die Canyons kostete mehr Zeit, als die lange Route über den Nachbarvulkan, verdiente aber einen Abenteuerpunkt.

An unserem letzten Tag war es vorbei mit dem schönen Wetter, dafür drehte Brahma aber noch mal kräftig auf und wütete so stark im Vulkan, dass die Fensterscheiben klirrten und Türen wie von Geisterhand zuschlugen.

Was für die Geonauten eine abenteuerliche Exkursion war, stellt für die Bevölkerung ein Desaster dar: der Ascheniederschlag bedeckte die Felder der Bauern und vernichtete die Ernte. Der Flughafen von Surabaya musste zeitweise gesperrt werden. Doch bereits im August waren die meisten Schäden wieder behoben und auf den frisch gedüngten Feldern wuchsen neue Feldfrüchte heran. Zum Kasadafest pilgerten wieder Tausende auf den Kraterrand des Bromo.

Bildergalerie: Menschen am Nyiragongo

Die Bilder entstanden im Januar 2011 auf unserem Weg von Goma nach Ruanda. In Goma selbst herrschte absolutes Fotoverbot. Wir hatten auch keine große Lust unsere teueren Kameras dort herauszuhohlen. In einem Fotogeschäft wurden (wahrscheinlich geklaute) Kameras der Pressefotografen verkauft. Vor unserem Aufstieg zum Nyiragongo fürchteten wir um unsere Kameras, danach um die Aufnahmen. In Ruanda konnte man aber relativ entspannt fotografieren.