Yellowstone: weitere Erdbeben

In den letzten Tagen hatte die Erdbebentätigkeit im Yellowstone Nationalpark etwas nachgelassen. Letzte Nacht gab es dann ein weiteres Erdbeben M 3,4 in 10 km Tiefe. Es gab mehrere Nachbeben die nur wenig schwächer waren.

Bereits vor 2 Tage ereignete sich ein Schwarmbeben unter der Long Valley Caldera in Kalifornien. Rund 40 Erdbeben erschütterten die Caldera in Tiefen zwischen 6 und 3 km. 

Der Lōʻihi Seamount vor Big Island Hawaii wird dieser Tage ebenfalls von einem weiteren Schwarmbeben heimgesucht. Hier hat es bereits vor 14 Tagen zahlreiche Erdbeben gegeben.

Griechenland: Erdbeben Mw 5,3

Vor der Südküste der griechischen Insel Kreta gab es ein Erdbeben der Magnitude 5,3. Es ereignete sich gestern Abend in 15 km Tiefe. Der Erdstoß war auf Kreta deutlich zu spüren, über Schäden liegen aber bislang keine Meldungen vor. Es gab mehrere Nachbeben.

Vor der Küste Kretas verläuft die Subduktionszone zwischen Afrika und Europa entlang derer es immer wieder zu starken Erbeben kommt. An der Küste bildet sich ein sogenannter Akkretionskeil, an dem sich abgeschabter Meeresboden und Ozeanische Kruste aufstauen und metamorphe Gesteine aufsteigen. Dort habe ich zu meiner Studienzeit kartiert und einige Gesteine wie Serpentinit und Pegmatit mit Turmalin finden sich heute noch in meiner Vitrine. 

Tschechei: Schwarmbeben im Cheb Becken

Update 12.07.17:  Die tschechische Erdbebenwarte hat bisher mehr als 2500 Erdbeben registriert. Die Mehrzahl von ihnen allerdings mit sehr schwachen Magnituden, die zum Teil in den negativen Bereich reingehen. Diese Beben sind im Seismogramm der Uni Leipzig nicht dargestellt. Beben mit Magnituden größer als 0,5 gab es bisher 319 und es waren 63 Erdbeben mit M größer 1.

Originalmeldung: Im tschechischen Cheb-Beckens kam es heute zu einem Schwarmbeben mit vergleichsweise hohen Magnituden: das stärkste Einzelbeben hatte eine Magnitude von 3,4 und lag in nur 10 km Tiefe. Einige Beben ereigneten sich in 5 km Tiefe. Die meisten Erdbeben manifestierten sich nördlich von Luby. Das Cheb-Becken ist bekannt für seine Schwarmbeben die meistens mit dem vermuteten Magmatismus im Untergrund zusammen hängen. Bei der geringen Tiefe und recht hohen Magnituden der aktuellen Bebenserie ist eine tektonische Ursache nicht auszuschließen.

Das Seismogramm der Uni Leipzig zeigt den Erdbebenschwarm. Das Geophon steht im tschechischen Lazy.

Philippinen: Erdbeben 5,9

Die philippinische Insel Leyte wurde erneut von einem starken Erdbeben Mw 5,9 erschüttert. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe, südlich des aktiven Vulkans Mahagnao. Bei dem noch stärkeren Erdbeben in der Vergangenen Woche wurde mehr als 700 Häuser beschädigt und mindestens ein Mensch starb. 187 Personen wurden verletzt. Die Region Leyte wurde 2013 vom Taifun Haiyan schwer verwüstet. Spätestens seitdem zählt die Region zu den ärmsten des Landes.

Montana: Erdbeben M 5,8

Im US-Bundesstaat Montana bebte die Erde heute mit einer Magnitude von 5,8. Das Hypozentrum lag in nur 5 km Tiefe in der Nähe des Ortes Helena. Der Yellowstone-Nationalpark liegt in ca. 250 km Entfernung. Das Erdbeben war weithin zu spüren und viele Menschen spekulierten über einen Ausbruch des Supervulkans. Es gab mehrere Nachbeben. Über Schäden liegen noch keine Meldungen vor. 1935 bebte hier die Erde mit einer Magnitude von 6,2. Damals gab es Schäden.

Eine weitere Region mit aktiven Vulkanen wurde heute von einem noch stärkeren Erdbeben getroffen: auf der philippinischen Insel Leyte bebte die Erde mit einer Magnitude von 6,5. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Hier rechne ich mit Schäden.

Ecuador: Erdbeben Mw 6,0

Update 22.00 Uhr: In Zentralitalien gab es soeben ein Erdbeben der Magnitude 4,2. Das Hypozentrum lag in 2 km Tiefe bei Amatrice. Der Ort wurde im letzten Jahr durch ein starkes Erdbeben weitgehend zerstört.

Originalmeldung: Wenige Kilometer vor der Küste Ecuadors ereignete sich ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,0. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Es gab geringe Schäden und 3 Verletzte. Vor einem Jahr gab es in der gleichen Region ein starkes Erdbeben Mw 7,8. Damals starben über 600 Personen.

Gestern gab es 3 Beben Mw größer als 3 unter dem isländischen Gletschervulkan Bardarbunga. Die stärkste Erschütterung brachte es auf Mw 3,8. Die Hypozentren lagen in einem Kilometer Tiefe.

In der Schweiz manifestierte sich heute ein Erdbeben der Magnitude 4,3. Sein Hypozentrum lag in nur 5 km Tiefe in einem Naturschutzgebiet. Bern liegt 59 km entfernt. Es gab zahlreiche schwache Nachbeben.

Loihi: erhöhte Seismik

Am Loihi (korrekte Schreibweise: Lō‘ihi) Seamount wurden in den letzten Tagen weitere Erdbeben registriert. Der submarine Vulkan liegt ca. 30 km vor der Küste von Big Island Hawaii und gilt als Nachfolger des Kilauea-Vulkans. Die Erdbeben manifestieren sich unter der Westflanke, in mehr als 10 km Tiefe. Die Karte vom EMSC zeigt nur die Beben mit Magnituden größer 2. In den letzten Tagen gab es insgesamt 74 Erdbeben am Loihi.  Seit Anfang des Jahres wurde ein leichter Anstieg der Seismik beobachtet, der sich in den letzten Tagen deutlich verstärkte.

Loihi liegt derzeit noch 969 m unter dem Meeresspiegel. Vulkanologen gehen davon aus, dass er in ca. 200.000 Jahren die Wasseroberfläche erreichen könnte.

Japan: Erdbeben 5,2

Auf der japanischen Insel Honshu gab es mehrere mittelstarke Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 5,2  (EMSC) und lag in 10 km Tiefe. Es gab einiges an Sachbeschädigungen und 2 Personen wurden verletzt. Beben dieser Größenordnung sind für Japan nichts besonders, allerdings sind sie hier eine Meldung wert, weil sie sich in eine der japanischen Vulkanprovinzen ereigneten. Sie liegt ca. 190 km westlich von Tokyo. Eines der Beben manifestierte sich unter dem Mount Ontake. Dieser Vulkan brach 2014 aus, wobei 47 Wanderer den Tod fanden.

Der seismische Schwarm unter dem Yellowstone N.P. hält weiterhin an. Mittlerweile wurden über 1000 Einzelbeben registriert. Diese hängen sehr wahrscheinlich mit Magmenbewegungen im Untergrund zusammen. Alarm geben die Behörden dennoch nicht, da andere Parameter wie Deformation und Gasausstoß nicht signifikant erhöht sind. Die Temperaturen im Norris Geyser Basin sind ebenfalls stabil.

Unter einem weiteren Vulkan der USA wurde ein Schwarmbeben verzeichnet: am Lō‘ihi Seamount vor Hawaii wurden 76 Einzelbeben registriert. Das Stärkst brachte es auf Mw 2,9 und lag in 15 km Tiefe.

Yellowstone: Schwarmbeben und Tremor

Update 22.06.17: Das Schwarmbeben geht unvermindert weiter. Gestern Abend gab es 2 Erdbeben Mw 2,9 und 2,1 und gut 100 schwächere Einzelbeben.

Originalmeldung: In der Yellowstone-Caldera ereigneten sich in den letzten 2 Wochen fast 700 Einzelbeben.  Diese gehören zu einem Schwarmbeben, welches sich im Nordwesten des Nationalparks abspielt. Das stärkste Beben brachte es auf Mw 4,4. Die durchschnittliche Tiefe der Beben liegt bei 8 km. Zeitweise kommt es zu Tremor, der auf Magmabewegung im Untergrund schließen lässt.

Erdbebenschwärme sind nicht ganz unbekannt im Yellowstone. Die letzten größeren ereigneten sich in den Jahren 2002, 2004, 2008 und 2010. Eine aktuelle Erdbebenkarte gibt es bei der Uni Utha.

Katla: Erdbeben Mw 3,6

Update: Es manifestierte sich ein 6. Erdbeben mit M größer 3 (3,1). Insgesamt wurden in den letzten 48 Stunden 62 Beben unter dem Myrdalsjökull und der Katla registriert.

Originalmeldung: Die Erdbebentätigkeit entlang der isländischen Störungszonen und Vulkanregionen ist dieser Tage wieder ziemlich hoch. Besonders bemerkenswert sind 5 Erdbeben der Magnituden 3,6, 3,3, 3,2, 3,2 und 3,0 im Gebiet der Katla-Caldera. Sie lagen in geringen Tiefen von ca. 1 km. Hier ereigneten sich in den letzten 2 Tagen mehr als 30 Beben.

Vulkanologen halten eine Eruption seit mehreren Jahren für überfällig. In den vergangenen Monaten gab es mehrere schwache Gletscherläufe, die teilweise mit Minieruptionen unter dem Gletscher erklärt wurden. Ich bin sehr gespannt, wann „the big one“ kommen wird.