Vulkanausbruch am Eyjafjalljökull auf Island

02.04.2010

Kurz vor meiner Abreise von Island verstärkte sich die Aktivität am Fimmvörduháls – Vulkan wieder. Wenig Abseits der bisherigen Spalte öffnete sich am Mittwochabend ein neuer Riss, aus dem Lavafontänen und Lavaströme gefördert werden. Die neue Eruptionsspalte verläuft ungefähr in Ost-West-Richtung, während die ältere Spalte ungefähr in Nord-Süd Richtung (NNE-SSW) orientiert ist. Zahlreiche Lavaströme fließen in den Hvannargil-Canyon. Ein Video gibt es hier.

Ein ausführlicher Bericht über meine Beobachtungen folgt in Kürze.

23.03.2010

Der Ausbruch des Fimmvörduháls – Vulkans (so wird die neue Eruptionsspalte jetzt offziell genannt) geht auf stabilem, aber niedrigerem Niveau weiter. In mehrstündigen Intervallen fluktuiert die Aktivität und es kommt zu explosiveren Eruptionen. Die Seismik unter dem Eyjafjalljökull ist weiterhin hoch und GPS -Messungen deuten auf Inflation hin!

Inzwischen hat sich entlang des aktiven Teils der Spalte ein Lavafeld mit einem gut 30 Meter hohen Tephrawall gebildet, sodass hier bald von einem neuen Krater-Kegel gesprochen werden kann. Er liegt mitten auf dem beliebten Wanderweg von Skogar nach Thórsmörk. Durch den Canyon Hvannargil fließt ein Lavastrom Richtung Thórsmörk. Der Wasserstand und Temperatur des Flusses Krossa sind erhöht, was auf Zufluss von Schmelzwasser zurückzuführen ist.

Ich mache mich am Mittwoch zusammen mit Geonaut Martin auf den Weg nach Island. Ich versuche über das Twitter-Widget live zu berichten.

22.03.2010

Die Eruption am Fimmvörduháls-Grat zwischen den Gletschern Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull hat ihren Charakter verändert. Es wurde von einer 4 km hohen Eruptionssäule und Explosionen berichtet, die vermutlich auf ein Eindringen von Schmelzwasser ins Eruptionszentrum zurückzuführen sind. Zudem verlängerte sich die Spalte auf eine Länge von 2 Kilometern. Augenzeugen berichten von 2 explosiven Eruptionszentren an beiden Enden der Spalte. Zudem befürchten Vulkanologen, dass der relativ kleine Ausbruch eine Eruption des benachbarten Vulkans Katla hervorrufen könnte. Dieser befindet sich unter dem Gletscher Mýrdalsjökull. Ein Ausbruch unter dem Eis könnte zu einem Gletscherlauf führen und eine Bedrohung für umliegende Siedlungen darstellen. Bei den letzten 3 Eruptionen des Eyjafjalljökull folgte die Katla kurze Zeit später.

21.02.2010

Samstag nacht begann gegen 23.30 Uhr ein Vulkanausbruch im Süden von Island und ca. 120 km östlich von Reykjavik. Auf einem Grad zwischen den Gletschern Eyjafjalljökull und Myrdalsjökull öffnete sich eine ca. 500 Meter lange Spalte.
Bilder und Videos, die in isländischen Medien veröffentlicht wurden, zeigen, dass im Initialstadium 10 Lavafontänen aufstiegen und Lavaströme generierten. Zudem wurde leichter Ascheniederschlag registriert.
Sofort traten Notfallpläne in Kraft. Der internationale Flughafen Keflavik wurde gesperrt und der Flugverkehr weiträumig umgeleitet, da Asche in der Atmosphäre eine Gefahr für den Fugverkehr darstellt. Zudem wurden ca. 500 Menschen aus Bauernhöfen in der Nähe der Eruptionsspalte evakuiert.
Zunächst war befürchtet worden, dass der Vulkan unter dem Gletscher Eyjafjalljökull ausgebrochen sei. Von Vulkanausbrüchen unter dem Eis geht die Gefahr eines Gletscherlaufes (Jökullhaup) aus. Dabei sammelt sich Schmelzwasser in einem See unter dem Eis und ergießt sich nach einigen Tagen in einer gewaltigen Flutwelle durch Täler am Fuß der Gletscher. Diese Gefahr scheint im Augenblick aber nicht zu bestehen, da der Grad zwischen den beiden Gletschern zum größten Teil eisfrei ist. Ein Gletscherlauf ereignete sich auf Island zuletzt 1996, als der Vulkan Barabunga unter dem größten Gletscher Europas, dem Vatnajökull, ausbrach. Damals wurden die Küstenebene bei Skaftafell überflutet und die Ringstrasse auf Island unterbrochen.
Der Vulkan jetzt brach nicht ohne Vorankündigung aus. Seit einigen Wochen nahm die Erdbebentätigkeit unter dem Eyjafjalljökull zu und es wurde über einen bevorstehenden Vulkanausbruch spekuliert. Auch jetzt bebt die Erde noch, wie die aktuelle Erdbebenkarte des Icelandic Meteorlogical Office zeigt.
Zuletzt kam es in dieser Gegend vor 186 Jahren zu einem Vulkanausbruch. Auch die Katla, ein Vulkan unter dem Myrdalsjökull zeigte in den letzten Jahren immer wieder erhöhte seismische Aktivität. Vor 10 Jahren brach auf Island die Hekla aus, die sich in Sichtweite des Eyjafjalljökull befindet. Im November 2004 fand der bisher letzte Vulkanausbruch auf Island statt, als der Vulkan Grimsvötn ausbrach.

Ol Doinyo Lengai

Fred Belton berichtet auf seiner Homepage über die Aktivität des Ol Doinyo Lengai. Seit den großen Eruptionen im Frühjahr 2008 ist es um diesen einzigartigen Vulkan im Ostafrikanischen Riftvalley recht still geworden. Nun liegen Berichte über neuerliche Aktivität vor. Am (unzugänglichen) Kraterboden sind neue Hornitos entstanden die Natriumkabonantit fördern. Am 11. Februar wurde pulsierendes Lavaspattering aus einem kleinen Riss im Krater beobachtet.

Schweres Erdbeben vor Chile

Vor der Küste Chiles hat sich ein Erdbeben der Stärke 8.3 auf der Richterskala ereignet. Das Epizentrum befand sich 115 km vor der Küstenstadt Concepción. Eine Tsunamiwarnung wurde ausgesprochen. Eine 1,30 Meter Hohe Flutwelle wurde bereits registriert. Über Schäden liegen noch keine Meldungen vor.
Erdbeben können Vulkanausbrüche hervorrufen. In der betroffenen Region liegen zahlreiche Vulkane wie Villarica und Llaima. Sie haben das Potential jederzeit auszubrechen.

Fotostrecke über Soufrière Hills

Das MVO hat jetzt eine Fotostrecke mit Aufnahmen des partiellen Domkollapses am 11.02. online gestellt. Die Bilder zeigen besonders die Auswirkungen des Ausbruches. Viele Orte, an denen sich die Geonauten noch wenige Tage zuvor aufgehalten hatten, wurde dem Erdboden gleich gemacht! Dass verdeutlicht uns allen, wie schmal der Grat ist, auf dem wir wandern.
Der alte Flughafen ist nun vollständig unter den Ablagerungen der pyroklastischen Ströme begraben.

Partialer Domkollaps am Soufrière Hills

Das MVO auf Montserrat berichtet heute abend von einem partialen Domkollaps. Nachdem sich morgens die Aktivität bereits Richtung Norden verlagert hatte wurde der Zugang zur Evakuierungszone B bereits gesperrt. Gegen 13 Uhr (Ortszeit) kam es dann zu dem Ereignis, dass 55 Minuten dauerte. Es wurden große pyroklastische Ströme generiert, die über den alten Flughafen bis ins Meer flossen. Asche stieg bist zu 17 km hoch auf. Es war der größte Ausbruch seit Jahren auf am Soufriere Hills.