Sangay: Eruption staut Wasser

Der ecuadorianische Vulkan Sangay ist weiterhin aktiv und intensivierte seine Eruptionen, laut Aussage von Rangern des Nationalparks. Die Waldhüter zeigen sich besorgt ob der Beeinflussung der Natur durch den Vulkanausbruch: der Sangay fördert nicht nur einen Lavastrom, sondern auch Vulkanasche, die sich auf den Vulkanflanken ablagert. Der viele Regen der Region mobilisiert die Asche und generiert Lahre. Die Schlammströme bestehen aber nicht nur aus einem Asche-Wasser-Gemisch, sondern transportieren auch Geröll und Baumstämme talabwärts. Die meisten Lahare fließen durch den Rio Volcán, der mit seinen Nebenflüssen den Sangay entwässert. Sein Wasser ist häufig getrübt, selbst wenn keine Lahare durch das Flussbett rauschen. Der Rio Volcán mündet in den größeren Fluss Upano. Sein kristallklares Wasser ist nicht nur bei den Parkbesuchern zum Baden beliebt, sondern versorgt auch die Strom abwärts gelegenen Farmen und die Stadt Macas mit frischem Wasser. Die schlammige Fracht aus dem Rio Volcán kontaminiert nun das Wasser des Upano. Zudem bildeten sich im Mündungsbereich der Flüsse große Überflutungsflächen die den Wald zerstörten. Zeitweise staut sich hier der Schlamm, da die Fracht der Lahare den Abfluss des Wassers blockiert.

Bei großen Eruptionen kann sogar soviel Material transportiert werden, dass sich richtige Staudämme bilden. So geschehen am Rhein bei Andernach, als die Eruption des Laacher-See-Vulkans einen so mächtigen Damm aufbaute, dass der Rhein gestaut wurde. Als der Damm brach, rauschte eine Flutwelle durch das Rheintal. Würde sich so etwas heute ereignen, wäre die Katastrophe gewiss.

Pacaya: Neuer Lavastrom

Am Pacaya in Guatemala hat sich das eruptive Geschehen ein wenig geändert. Der Lavastrom fließt nun nicht mehr nach Norden, sondern in die entgegengesetzte Richtung, über die unzugängliche Südflanke. MIROVA registriert eine moderate Wärmestrahlung mit einer Leistung von 39 MW. INSIVUMEH berichtet, dass der Lavastrom eine Länge von 200 m hat. Die strombolianische Eruptionen verstärkten sich und erreichen eine Höhe von bis zu 75 m.

White Island: Aktivität steigert sich weiter

Die hydrothermale Aktivität am neuseeländischen Inselvulkan White Island steigerte sich weiter. Die Vulkanologen von GeoNet besuchten die Vulkaninsel und beobachteten starken Dampfausstoß. Dieser erfolgte in Schüben und dort, wo die Gasaustritte unter Wasser lagen, gab es Schlammeruptionen. Diese schleuderten den Schlamm meterweit. Die seismische Tätigkeit ist ebenfalls weiterhin erhöht. Der Alarmstatus des Vulkans steht auf „gelb“.

Ätna: Anhaltende Aktivität

Der Ätna auf Sizilien (Italien) ist weiterhin aktiv. Die Vulkanologen vom INGV veröffentlichten gestern Abend eine Fotoserie. Sie bestätigt die Aktivität, über die Messdaten hinaus. Auf den Fotos sieht man über dem Kraterbereich einen rot illuminierten Nachthimmel. Intensive Rotglut geht von der Voragine aus. Dort schmeißen stombolianische Eruptionen glühende Tephra bis über den Kraterrand. Etwas schwächer fällt der rote Lichtschein über dem Berich des Nordostkraters aus. Hier scheint es weniger glühendes Material zu geben. Asche wird nur sporadisch eruptiert. Zum erste Mal seit Wochen stimmte auch der Neue Südostkrater wieder in das Eruptionsgeschehen mit ein: hier wurde um 21 Uhr eine strombolianische Eruption aufgezeichnet. Auf aktuellen Satellitenbildern sind 4 thermische Anomaliene sichtbar: die Stärkste ist im Nordostkrater zu sehen. In der Boccan Nuova und Voragine sind 2 gleichstarke Anomalien zu erkennen. Der Neue Südostkrater zeigt einen sehr schwachen Hot Spot. MIROVA registriert eine moderate Thermalstrahlung mit einer Leistung von 11 MW. Der Tremor ist erhöht.


Erta Alé: Hornito aktiv

Im Pitkrater des äthiopischen Vulkans Erta Alé ist ein aktiver Hornito gefilmt worden. Er bildete sich auf dem Deckel des Lavasees: Lavaspattering speiste einen Lavastrom, der sich in mehrere kurze Arme aufteilte und über den Boden des Kraters floss. Auf Satellitenbildern ist nur eine schwache thermische Anomalie zu erkennen. Allerdings wird auch noch ein kleiner Lavastrom gespeist, der sich im Südosten des Vulkans bewegt. Ich gehe davon aus, dass sich erst wieder ein dauerhafter Lavasee etablieren wird, wenn der Lavastrom im Südosten stoppt.

Popocatepetl: Rotglut am Dom

Der mexikanische Vulkan Popocatepetl ist in den letzten Tagen wieder aktiver geworden und dominierte die VONA-Meldungen des VAACs Washington. Seit gestern gibt es dort 5 Meldungen zu lesen. Vulkanasche wurde bis zu 5800 m ü.N.N. gefördert. Das sind knapp 400 m über Kraterhöhe. Bei einem Observierungsflug sichteten die Vulkanologen einen glühenden Bereich im Zentrum des kleinen Lavadoms.

Bardarbunga: Schwarmbeben

Unter dem isländischen Gletschervulkan Bardarbunga manifestierten sich neue Erdbeben. Das stärkste brachte es auf eine Magnitude von 3,8. Der Erdbebenherd lag in 2,4 km Tiefe. Eine weitere Erschütterung hatte die Magnitude 3,0. Der Bardarbunga liegt unter dem Vatnajökull. Er ist der größte Gletscher auf Island und sogar von ganz Europa.

Fuego: Thermische Strahlung ist hoch

Die Aktivität am Fuego in Guatemala geht weiter. Vulkansche steigt bis zu 4800 m ü.N.N. auf. Pro Stunde werden zwischen 9 und 16 Explosionen beobachtet. Glühende Tephra wird bis zu 400 m über Kraterhöhe gefördert. Es entstehen Schuttlawinen. Der Lavastrom intensivierte seine Aktivität und hat eine Länge von 700 m erreicht. Auch von der Front des Lavastroms gehen Lawinen ab. sie erreichen den Vegetationsrand. Waldbrände sind also möglich. MIROVA registriert eine hohe thermische Strahlung mit einer Leistung von 157 MW.

Colima: Aschewolke registriert

Der mexikanische Vulkan Colima eruptierte offenbar eine Aschewolke. Das VAAC registrierte gestern Abend Vulkanasche in einer Höhe von 5500 m. Vorher wurden keine Anzeichen einer bevorstehenden Eruption gemeldet. Eine thermische Strahlung wurde nicht registriert.

Der Vulkan liegt im Süden Mexikos, nahe der gleichnamigen Stadt. 2015 sorgte eine spektakuläre Eruptionsphase für Schlagzeilen. Monatelang fanden frequente Eruptionen statt, bei denen auch vulkanische Gewitter generiert wurden.

Mayon: Lahar-Gefahr

Der philippinische Vulkan Mayon ist derzeit nicht aktiv, dennoch warnt das Institut PHILVOLCS vor Lahare: diese könnten durch heftige Regenfälle ausgelöst werden, die Infolge von Taifun erwartet werden. Der Regen könnte Ascheablagerungen in Schlamm verwandeln und als Lawine hangabwärts rauschen. Die Ascheablagerungen bildeten sich bei den letzten Eruptionen Anfang 2018. Besonders gefährdet sich Schluchten und Flussläufe. Schon öfters kamen Gipfelstürmer an den Hängen des Vulkans um, weil sie entweder von Schuttlawinen, oder Laharen überrascht wurden.

Vor 3 Tagen wurde ein seismischen Steinschlag-Signal registriert. Ansonsten wird leichte Deflation gemessen und es gibt keine Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch.

Sakurajima generiert Explosionen

In Japan ist der Sakurajima weiterhin aktiv. Heute erfolgten 6 Eruptionen, die VONA-Warnungen auslösten. Vulkanasche steig bis auf einer Höhe von 4000 m ü.N.N. auf. In mindestens einer der Aschewolken wurden sehr kleine vulkanische Blitze gesichtet. Die elektrischen Entladungen sind auf einem Video zu sehen gewesen.

Vesuv: Seismischer Schwarm

Heute ereignete sich am Vesuv in Italien ein weiteres Schwarmbeben. Die Erschütterungen haben geringe Magnituden kleiner als 1. Auf der Seite des INGV werden seit gestern Abend 22 Beben angezeigt. Die Hypozentren liegen überwiegend in Tiefen kleiner als 1000 m. Die meisten Beben streuen über die Nord- und Ostflanke des Gipfelbereichs. Auf der Webseite von Meteovesuvio wird sogar von 85 Mikrobeben berichtet.

Im Oktober wurden am Vesuv 118 Beben registriert. Das Stärkste hatte die Magnitude 1,8. Der langjährige Trend zeigt eine Zunahme der Seismik mit einem bisherigen Höhepunkt im letzten Jahr. Allerdings registrieren die Vulkanologen des INGV Neapels einen deflationären Trend: die Hangneigung nimmt ab und es sieht nicht danach aus als würden die Erdbeben durch aufsteigendes Magma verursacht werden. Hier gibt es eine LiveCam. Die Seismogramme sind momentan offline.

Popocatepetl: Aktivitätszunahme

In den letzten Stunden hat die Aktivität am Popocatepetl in Mexiko wieder zugenommen. Das VAAC registrierte Vulkanasche in 6400 m Höhe. CENAPRED berichtete gestern von 124 Exhalationen, die geringe Mengen Asche förderten. Zeitweise wurde kontinuierlich Asche ausgestoßen. Der Tremor dauerte 541 Minuten. Es scheint wieder mehr Magma aufzusteigen.

Nevados de Chillan eruptiert Aschewolken

Der chilenische Vulkan Nevados de Chillan eruptierte seit gestern 5 Mal Vulkanasche. Die Wolken stiegen bis auf einer Höhe von 3700 m auf. Der Alarmstatus für den Flugverkehr steht auf „orange“.

Sabancaya weiter aktiv

In Südamerika steht der Sabancaya in Peru weiterhin in den Schlagzeilen. Von diesem Vulkan gingen in den letzten 48 Stunden ebenfalls 5 Aschewolken aus, die VONA-Warnungen verursachten. Die Asche erreichte eine Höhe von bis zu 7300 m über dem Meeresspiegel. Im Krater wächst ein Lavadom.

Sakurajima weiter in guter Form

Der Sakurajima auf der japanischen Insel Kyushu toppt die Aktivität der Südamerikaner und eruptierte in den letzten beiden Tagen 10 Aschewolken, die von Warnungen für den Flugverkehr auslösten. Die Asche stieg bis zu 3700 m hoch auf. Berichte über vulkanische Blitze liegen nicht vor.

Santiaguito: leichter Aktivitätsanstieg

Der guatemaltekische Domvulkan Santiaguito steigerte seine Aktivität ein wenig. INSIVUMEH berichtet von 1-3 schwachen bis moderaten Eruptionen pro Stunde. Vulkanasche steigt bis auf einer Höhe von 3300 m auf. Es kommt zum Abgang von Schuttlawinen. Es sieht so aus, als würde der Dom etwas schneller wachsen.

Dallol: Lebensfeindlich trotz Wasser

Das der äthiopische Vulkan Dallol in einer der lebensfeindlichsten Wüste der Erde liegt ist kein Geheimnis: die Danakil zählt zu den heißesten und trockensten Gegenden der Erde und liegt teilweise sogar unter dem Meeresspiegel. Einer der bizarrsten Orte dort ist der Domvulkan Dallol, der sich mitten in einem Salzstock befindet. Paradoxer Weise beherbergt der Dallol ein ausgeprägtes Hydrothermal-System, dass sich an der Oberfläche in Form von heißen Quellen und kleinen Geysiren manifestiert. Das Wasser ist sehr reich an Mineralien, die sich am Rand der Becken ablagern. Bis zum Jahr 1940 wurden hier Potassium und Kalium-Minerale abgebaut.

Eine neue wissenschaftliche Studie bestätigte nun die Lebensfeindlichkeit des Dallols: die Forscher fanden selbst im Thermalwasser keine Spuren von Leben. Nicht einmal thermophile Archäobakterien konnten nachgewiesen werden. Dafür fanden sie eine hohe Konzentration an Magnesium-Ionen und attestierten dem Wasser völlige Sterilität. Die französische Forschergruppe um Purificación López-García vom Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) in Orsay, warnte Planetenforscher davor, anzunehmen, dass die Existenz von Wasser auf anderen Planeten gleichbedeutend ist mit dem Vorhandensein von Leben. Wasser sei zwar eine Voraussetzung für Leben wie wir es kennen, aber es ist kein Garant dafür.

Stromboli: stärkere Explosionen

Stromboli ist in den letzten Wochen aus dem Fokus der Berichterstattung gerückt, ist aber nach wie vor aktiv. Das LGS bestätigt dem Vulkan ein mittleres Aktivitätsniveau. Die Anzahl strombolianischer Eruptionen war in den letzten drei Tagen unterdurchschnittlich niedrig. Es wurden zwischen 30 und 70 Explosionen am Tag registriert, der Durchschnittswert liegt bei 100. Dafür wurde ein hoher akustischer Explosionsdruck gemessen: vorgestern war er mit 3,92 bar sehr hoch, gestern nahm er etwas ab und betrug 2,1 bar. Normalerweise liegt dieser Wert unter 1 bar. Die Explosionen sind also derzeit sehr laut, was auf einen höheren Gasdruck schließen lässt und das wiederum auf eine größere Auswurfshöhe der Tephra. Dazu passen die Screenshots die in unserer FB-Gruppe veröffentlicht wurden.

Anak Krakatau mit thermischen Signal

Ebenfalls etwas ruhiger geworden ist es um Anak Krakatau. Seit mehreren Tagen wurden keine Eruptionen mehr gemeldet. Da diese aber in den letzten Monaten immer zyklisch auftraten, könnte das die Ruhe vor dem Sturm sein. MIROVA registriert heute eine thermische Anomalie mit einer Leistung von 10 MW, was ein Anzeichen für baldige Aktivität sein kann. Wie diese aussieht dokumentieren eindrückliche Bilder von John van Marcke.

Sabancaya: Domwachstum und Lahargefahr

Der Sabancaya in Peru ist weiterhin sehr aktiv. Das VAAC Buenos Aires registriert täglich Aschewolken, die bis zu 8200 m ü.N.N. aufsteigen. Die Vulkanologen von INGEMMET berichten, dass der Dom im Krater weiter wächst. Er breitet sich nun auch im südlichen Teil des Kraters aus. Wenn das Domwachstum anhält, könnten in einigen Monaten pyroklastische Ströme entstehen, sobald der Dom über den Kraterrand hinaus ragt. Schon jetzt herrscht Lahar-Gefahr. Die von den Explosionen geförderte Asche lagert sich überwiegend auf den Vulkanflanken ab. Während der Regenzeit könnte sich die Asche mit Regenwasser mischen und Schlammlawinen entstehen. Sie könnten Zufahrtsstraßen gefährden. Autofahrer sollen besonders wachsam sein. Eine neue Gefahrenkarte zeigt die exponierten Gebiete.

Fuego: Lavastrom bereitet Sorge

Der Fuego in Guatemala änderte sein eruptives Verhalten. Wie bereits gestern berichtet, steigerte sich die Auswurfshöhe glühender Tephra. Seit dem 19 November wird eine Zunahme der Tremoramplitude beobachtet, auch die Dauer des beständigen Bodenzitterns nahm zu. Das ist ein Indiz für aufsteigendes Magma. Zudem wird berichtet, dass wieder mehr Lava effusiv gefördert wird. Die Vulkanologen sehen darin die Gefahr, dass die Lava bald durch Schluchten fließen könnte, die in Richtung Siedlungen zeigen. Schuttlawinen und ggf. pyroklastische Ströme könnten dann bewohntes Gebiet erreichen. Die Bevölkerung wurde in einem Sonder-Bulletin vor diesen Gefahren gewarnt.

Ätna weiterhin aktiv

Der sizilianische Vulkan ist weiterhin aktiv. Allerdings läuft die Eruption quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab, da die meiste Zeit Wolken die Sicht auf den Krater behindern. Dennoch gelangen den INGV-Vulkanologen einige Beobachtungen in wolkenfreien Momenten. Nach wie vor gibt es kleinere Eruptionen aus der Voragine und dem Nordostkrater. Es steigen glühende Tephra und Aschewolken auf. MIROVA registriert immer wieder eine moderate Wärmestrahlung bis 20 MW Leistung. Der Tremor ist erhöht.

Fuego: Lavastrom wird länger

Update: Im jüngsten Bericht von INSIVUMEH heißt es heute, dass pro Stunde 10-12 Explosionen registriert wurden. Der Lavastrom ist auf 400 m Länge geschrumpft.

Originalmeldung: Die Häufigkeit der explosiven Aktivität am Fuego in Guatemala hat weiter abgenommen. Pro Stunde werden zwischen 6 und 10 Explosionen registriert. Vor einem Monat waren es noch doppelt so viele. Dafür wird die glühende Tephra weitaus höher ausgeworfen: INSIVUMEH berichtet von Auswurfshöhen von bis zu 450 m über Kraterhöhe. Vulkanasche steigt bis auf einer Höhe von 4700 m ü.N.N. auf. Der Lavastrom, der seit einigen Wochen in Richtung der Schlucht von Seca fließt, hat an Länge deutlich zugenommen und misst nun 800 m. Ich gehe davon aus, dass der Lavastrom die explosive Aktivität beeinflusst. Auf dem Sentinel-Satellitenfoto (vom 21.11.19) erkennt man den Lavastrom im Süden des Vulkans sehr gut. Die thermale Signatur des Kraters ist ebenfalls sehr ausgeprägt.

Yellowstone Caldera: Steamboat Geyser sprang wieder

Heute ist der weltgrößte Geysir Steamboat wieder gesprungen. Es war der dritte Sprung in diesem Monat. In den letzten Wochen hat sich da Pausen-Intervall wieder verlängert und liegt nun bei 9 Tagen. Zudem geht wieder ein Bericht über das neue Thermalgebiet am entlegenen Tern Lake durch die Presse. Es wurde zuletzt im August dieses Jahres von Wissenschaftlern besucht, die sich fasziniert zeigten. Die Evolution des Areals begann vor gut 15 Jahren, als die Vegetation begann abzusterben. Nun ist eine baumlose Flächen entstanden, an der sich der Boden zersetzt und die typische hellgraue Färbung von Thermalgebieten angenommen hat. Es gibt heiße Quellen, aber noch keine Geysire. Das hydrothermale System des Yellowstones ist im steten Wandel begriffen.

Campi Flegrei: Inflation geht weiter

Die Campi Flegrei und die Yellowstone-Caldera weisen viele Ähnlichkeiten auf. Bei beiden Systemen handelt es sich um Caldera-Vulkane, deren Eruptionen verheerende Folgen haben können, die sich global auswirken. Die Campi Flegrei ist zwar kleiner als der Yellowstone Vulkan und hat andere Wurzeln, dafür liegt er aber in einer der am dichtesten besiedelten Gegenden Europas. Schon moderate Ausbrüche hätten katastrophale Folgen. Während die Vulkanologen des Yellowstones derzeit keine Anzeichen des Erwachens ihres Vulkans sehen, sieht es bei der Campi Flegrei anders aus. Hier verdichten sich die Anzeichen immer mehr, dass sich der Vulkan langsam auf eine Eruption vorbereitet. Im wöchentlichen Bericht des INGVs heißt es, dass anhaltende Bodendeformation beobachtet wurde. Innerhalb von 2 Wochen hob sich der Boden um 0,5 cm an. Seit 2017 verzeichnete man eine durchschnittliche Inflation von 0,7 cm pro Monat. In der letzten Woche wurden 42 schwache Erdstöße registriert.

In den Fokus der Wissenschaftler rückte auch die Fumarole von Pisciarelli, die sich am oberen Nordosthang der Solfatara befindet. Die Amplitude des fumarolischen Tremors hat sich dort seit 2017 verdreifacht. Der fumarolische Tremor wird durch den Aufstieg magmatischer Fluide verursacht. Der Tremor hier würde den Zustand des Gesamtsystems der Solfatara wiederspiegeln, so die Wissenschaftler um Flora Giudicepietro vom INGV.

Sakurajima eruptiert Tephra

In Japan ist der Sakurajima weiterhin sehr aktiv und eruptiert Aschewolken. Seit Stunden emittiert der Vulkan ununterbrochen Asche. Zwischendurch gibt es größere explosive Eruptionen, die Aschewolken bis auf einer Höhe von 4 km aufsteigen lassen. Bei diesen Explosionen wird auch glühende Tephra gefördert, die weit über die Vulkanhänge verteilt wird. Der Alamstatus befindet sich auf „3“.

Das VAAC Tokio gab heute bereits VONA-Warnungen vor der Vulkanasche heraus. Brisant daran ist, dass der Flughafen von Kagoshima keine 25 km vom Vulkan entfernt liegt. Man kann davon ausgehen, dass in der Luft um den Sakurajima weitaus mehr Vulkanasche enthalten ist, als es über Mitteleuropa der Fall war, als es im Jahr 2010 zur mehrtägigen Sperrung des Luftraums kam, weil auf Island der Eyjafjallajökull eruptierte. Den Flugzeugen scheint es nun nicht so viel auszumachen, wie man hierzulande befürchtet.

Datenanalyse Sakura-jima

Tatsächlich beobachten die Japaner den Vulkan sehr genau und fühlen ihm den Puls. In den vergangenen Tagen gab es mehrere Phasen erhöhter Seismik. An einigen Tagen wurden um die 50 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Am 12. Oktober waren es ca. 70 Beben. Sie deuten darauf hin, dass sich Magma im Untergrund bewegt, bzw. aufsteigt. Im Oktober wurden insgesamt 697 Beben registriert. Im Vormonat waren es 278 Beben. Der vulkanische Tremor hatte eine Gesamtlänge von fast 35 Stunden.

Magmenaufstieg wird auch durch Bodendeformation bestätigt. Diese setzte verstärkt am 16. September ein. Im Oktober bewegte sich der Boden an einigen Messpunkten um gut 1,8 cm. Die Vulkanologen der JMA berichteten darüber in ihrem Bulletin für den Monat Oktober. Dort wurde ebenfalls erwähnt, dass der Schwefeldioxid-Ausstoß hoch ist. Er betrug zwischen 2000 und 2800 Tonnen am Tag.

Das obere Diagram zeigt die seismische Aktivität unter dem Sakurajima an. Die untere Grafik zeigt die Anzahl explosiver Eruptionen. Erfasst sind die letzten 2 Monate. © IMO

Aktuelle Tabellen zur seismischen und explosiven Aktivität bestätigen, dass die Tätigkeit des Sakurajimas einem 2-Jahreshoch entgegen strebt.

Übersicht der Daten der letzten 2 Jahre. © JMA

Shishaldin: Hohe Thermalstrahlung

Der Vulkan Shishaldin (Alaska/USA) hat Fieber: MIROVA registriert heute eine hohe Wärmestrahlung mit einer Leistung von 954 MW. Diese deutet darauf hin, dass der entlegene Vulkan mit einer neuen Eruption begonnen hat. Sehr wahrscheinlich fließt ein Lavastrom. Das AVO berichtete gestern von zunehmender Seismik und einen bevorstehenden Ausbruch. Zu diesem Zeitpunkt wurde erst eine kleine thermische Anomalie detektiert. Seit Oktober gab es bereits 2 Phasen mit Lavastrom-Tätigkeit.

Shishaldin ist ein 2857 m hoher Stratovulkan und liegt im Zentrum von Unimak Island in den östlichen Aleuten. Der Vulkan ist von Eis bedeckt. Auf seinen Flanken gibt es 24 Parasitärkrater, die von zahlreichen Flankeneruptionen zeugen. In den letzten Jahren war der Shishaldin meistens strombolianisch tätig. Seine Eruptionen werden selten gefährlich, da der nächstgelegene Ort 32 km entfernt liegt. Trotzdem könnte der Vulkan hoch aufsteigende Aschewolken erzeugen, die dann eine Gefahr für den Flugverkehr darstellen. Deshalb steht der Alarmstauts auf „orange“. Das Satellitenbild stammt vom Beginn der ersten Eruptionsphase im Oktober.

Sakurajima: Show goes on

Die Eruptionen am Sakurajima in Japan gehen weiter. Heute Morgen stieg Vulkanasche bis auf einer Höhe von 3700 m ü.N.N. auf. Das VAAC Tokio registrierte 3 dieser Eruptionswolken. Gegenüber gestern verringerte sich die Häufigkeit der Explosionen.

Popocatepetl eruptiert 2 Mal

In den letzten 24 Stunden gab es 2 moderate Explosionen am mexikanischen Vulkan. Neben Vulkanasche wurde glühende Tephra gefördert, die den oberen Flankenbereich eindeckte. Die Anzahl der Exhalationen ist deutlich gestiegen und belief sich auf 238. Tremor dauerte 118 Minuten.

Ätna mit heißen Schloten

Gestern wurde ein neues Thermalbild des Ätnas veröffentlicht, auf dem man außer Wolken auch mal wieder den Krater sehen konnte. Zu erkennen sind 3 kleine thermische Anomalien. Sie liegen in den Schloten der Bocca Nuova, Voragine und dem Nordostkrater. Aus beiden letztgenannten Schloten erkennt man dünne Aschewolken aufsteigen. Der Neue Südostkrater bleibt kalt.

Die seismische Tätigkeit ist nach wie vor hoch, hat aber -wie die eruptive Tätigkeit auch- im Vergleich zu den letzten beiden Monaten etwas nachgelassen. Es werden immer noch Beben unter dem Zentralkrater und dem Valle del Bove registriert. Ein weiterer Bebenspot befindet sich in der Nähe von Milo. Aller 3 Zonen mit erhöhter Seismizität liegen auf einer Linie. Zudem gibt es in den letzten Tagen Mikroseismik an verschiedenen Lokalitäten des Vulkans.

Sakurajima in Höchstform

In Japan gehen die explosiven Eruptionen des Vulkans Sakurajima weiter. Seit gestern verzeichnete das VAAC Tokio 17 Aschewolken die bis auf einer Höhe von fast 4000 m ü.N.N. aufstiegen. Starker Wind verfrachtete die Eruptionswolken schnell. Die Ausbrüche erfolgen weiterhin aus dem Minami-dake am Gipfel des Sakurajimas. Der etwas seitwärts liegende Showa-dake ist weiter ruhig. Aufgrund der Bewölkung liegen keine Daten zur Wärmestrahlung vor. In den letzten 2 Tagen steigerte sich der Takt der Eruptionen deutlich. Auslöser hierfür könnte das Erdbeben in Vulkan-Nähe gewesen sein.

Aso-san emittiert weiter Asche

Der Aso auf der japanischen Insel Kyushu ist weiterhin aktiv und emittiert Aschewolken. Heute wurden bereits 6 Aschewolken detektiert. Die Asche steigt bis zu 1800 m hoch auf. Auch beim Aso-san steigerte sich die Häufigkeit der Ausbrüche etwas.

Update 19:00 Uhr: auch im weiteren Tagesverlauf zeigte sich Aso-san von seiner aktivsten Seite und emittierte kontinuierlich Vulkanasche. Auf dem Video sieht man, dass das Wetter auch nicht gerade das Beste war. Doch davon zeigte sich der Vulkan vollkommen unbeeindruckt.

Popocatepetl wieder aktiver

Nach einigen Tagen schwächerer Aktivität legte der Popocatepetl wieder zu. Das VAAC Darwin meldete heute bereits 2 Aschewolken, die ihre staubige Fracht bis zu 1 km über Kraterhöhe transportierten. CENAPRED berichtete gestern von 199 Asche-Dampf-Exhalationen und 99 Minuten Tremor. Tags zuvor wurden 2 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Das Stärkste hatte eine magnitude von 3,1. Es steigt also weiter Magma auf.

Taal-Vulkan: Seismik immer noch erhöht

Unter dem philippinischen Taal-Vulkan gibt es immer noch zahlreiche Erdbeben. Gestern wurden 100 Erschütterungen registriert. Zudem meldet PHILVOLC , dass die Wassertemperatur des Kratersees von 32.8°C auf 33.6°C stieg. Der Alarmstatus des Vulkans bleibt auf „1“. Obwohl der Taal ein großer Caldera-Vulkan ist, muss die nächste Eruption nicht zwangsläufig katastrophal verlaufen. Allerdings ist die Region dicht besiedelt und schon ein moderater Ausbruch könnte zu einigen Problemen führen.