Naturkatastrophen-Update 29.01.21: Überflutungen in Deutschland

Wenn sich Dauerregen und Schneeschmelze vereinen, dann kann ja nichts Gutes dabei raus kommen. So steigt in einigen Teilen Deutschlands bereits jetzt die Hochwassergefahr und es kommt zu Überflutungen. Besonders betroffen sind Flüsse und Bäche im Südwesten und Süden der Republik. Aber auch am Niederrhein steigen die Pegel.

Katastrophale Überflutungen in Büdingen

Im hessischen Büdingen ist die historische Altstadt überflutet. Zu der Naturkatastrophe kam es, als eine Schutzmauer am Seemenbach brach. Bürgermeister Spamer stuft die Lage als „dramatisch“ ein. Das Hochwasser erreichte auch ein Seniorenheim. Gut 100 Bewohner mussten in anderen Heimen untergebracht werden.

In umliegenden Orten kam es ebenfalls zu Überschwemmungen und Menschen wurden in ihren Häusern eingeschlossen. Sie mussten von der Feuerwehr geborgen werden. Die Rettungskräfte sind pausenlos im Einsatz und rechnen mit einer langen Nacht.

Da an 4 Pegeln die höchste Hochwasser-Meldestufe überschritten wurde, spricht das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) von einem „außergewöhnlichen Hochwasser“. Bebaute Gebiete und Straßen sind dann „in größerem Umfang“ überflutet. Tatsächlich wurden bereits jetzt zahlreiche Straßen überflutet und gesperrt. In mehreren Ortschaften klingeln die Alarmglocken und die Menschen versuchen sich auf die drohenden Fluten vorzubereiten.

Hochwasser im Kreis Fulda

Im Osten von Hessen spitzt sich die Hochwasserlage ebenfalls zu. Die Pegel an der Fulda und ihren Nebenflüssen steigen und die Feuerwehren fahren unzählige Einsätze und pumpen vollgelaufene Keller leer.

Für das Wochenende wird sogar mit einer Verschärfung der Lage gerechnet, da weitere Regenfälle nebst Tauwetter vorhergesagt werden.

Bei aller Dramatik der Lage: die Dürre, die uns in den letzten 3 Jahren fest im Griff hatte, dürfte sich zumindest regional etwas entspannen. Vielerorts sind die Böden in größeren Tiefen allerdings noch zu trocken.

Corona: Statistik zur Übersterblichkeit veröffentlicht

Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin unser Leben und die Corona-Schutzmaßnahmen bringen weitreichende Beschränkungen unserer Grundrechte mit sich. Sind diese nach aktuellem Kenntnisstand zur Tödlichkeit von COVID-19 noch zu rechtfertigen? Eine Grundlegende Antwort kann ich nicht liefern, aber einige Aspekte zu Bedenken geben.
Corona

In der vergangenen Woche wurde die vorläufige Statistik zur Übersterblichkeit 2020 in Deutschland veröffentlicht. Die Daten stammen vom Bundesamt für Statistik. Aus den Daten geht hervor, was ich bereits im letzten Update zum Thema vermutet habe: die Übersterblichkeit 2020 entspricht in etwa jener von 2018, die im Diagramm oben durch die obere Grenze der blauen Fläche zur Bandbreite hervorgeht. Gegenüber 2018 sind in 2020 gut 5000 Personen mehr verstorben. Demnach sind die Corona-Todeszahlen um 20-30% niedriger, als es aus den Newsmeldungen des RKI hervorgeht. Im Klartext bedeutet dies, dass viele der hochbetagten Todesopfer mit mehreren Vorerkrankungen auch ohne eine Corona-Infektion zeitnahe gestorben wären. Die Sterblichkeit infolge einer Corona-Infektion entspricht in etwa jener einer Grippe-Pandemie.

Unsere Wahrnehmung der Geschehnisse wird durch die ständige Medienpräsenz verstärkt. Denn tatsächlich standen infolge der Grippewelle 2017/2018 ebenfalls zahlreiche Kliniken in Deutschland vor der Überlastung und konnten keine Patienten mehr aufnehmen. Der Unterschied zur aktuellen Situation: damals gab es wenige Berichte darüber und die Politik interessierte sich nicht für das Thema. Natürlich kommt aktuell erschwerend dazu, dass ein Großteil der Welt von dem Coronavirus heimgesucht wird und die Lage in anderen Ländern teilweise schlechter ist als in Deutschland.

Einschränkend gebe ich zu bedenken, dass man bei der Einschätzung der Lage nicht alle Geschehnisse 1:1 von anderen Ländern auf Deutschland übertragen kann. Ist die britische Virusmutation tatsächlich um soviel ansteckender, als die bisher verbreitete, oder spielen regionale Unterschiede (z.B. Londoner Metro) eine Rolle in der Verbreitung des Virus? Das Viren mutieren ist ein absolut natürlicher Prozess. Normalerweise will sich das Virus besser an seinen Wirt anpassen, infektiöser, aber weniger tödlich werden. Wenn nun auf jede Mutation mit einer Verschärfung der Schutzmaßnahmen reagiert wird, dann sehe ich uns noch nächstes Jahr im Lockdown, zumal einige Mutationen später die Vakzine nicht mehr wirken werden. Allmählich scheint es auch den Verantwortlichen zu dämmern, was für eine Mammutaufgabe es ist, einen Großteil der Bevölkerung zu impfen!
Was wir dringend brauchen ist eine Langzeitstrategie, wie wir uns bestmöglich schützen können, ohne uns dauerhaft mit den jetzigen Einschränkungen abzufinden.

Keine Frage: die Pandemie stellt eine ernste Gesundheitsbedrohung dar, aber sie rechtfertigt meiner Meinung nach nicht, dass wir über Monate hinweg so vieler Grundrechte beraubt werden, wie es derzeit der Fall ist! Als besonders dramatisch sehe ich die langfristigen Schulschließungen an.

Naturkatastrophen Update 15.01.2021: Extremwetter und Erdrutsch

Der Winter kommt mit aller Macht nach Europa und sorgt vielerorts für Extremwetter. Außerdem kam es in der Straße von Korinth zu einem Erdrutsch, weswegen der griechische Kanal gesperrt werden musste.

Schneechaos in Süddeutschland

Der Wintereinbruch brachte eine Schneewalze mit sich, die in Teilen von Sachsen, Bayern und Baden Württemberg für Chaos sorgte. Teilweise brach der Verkehr zusammen und es kam zu kilometerlangen Staus. Besonders betroffen waren das Erzgebirge, die Region um den Bodensee und die Schwäbische Alp. LKWs kamen an Steigungen nur noch mit Schneeketten voran. Auf der Bundesstraße 317 saßen zahlreiche Lastkraftwagen nebst ihrer Fahrer über Nacht fest. Bei Wittlingen wurde eine alte Frau beim Gassigehen von einem kollabierenden Baum erschlagen. Er konnte den Schneemassen nicht standhalten.

Temperatursturz in der Mittelmeer Region

Rund um das Mittelmeer kam es zu einem starken Temperatursturz, der in Höhenlagen sogar für Frost sorgte. So verwandelten sich im türkischen Taurus-Gebirge Straßen in Rutschbahnen. In vielen anderen Regionen verursachten hefige Niederschläge Überschwemmungen.

Polarwirbel kollabiert

Meteorologen sehen einen weiteren Kollaps des Polarwirbels voraus. Der Polarwirbel hält normalerweise die kalten Luftmassen der Nordpolregion dort gefangen. Wenn die Höhenwinde nachlassen, kann die polare Kaltluft unkontrolliert ausbrechen und bis weit in den Süden vordringen. Manche Wetterfrösche glauben, dass uns eine Situation bevorsteht, wie sie sich zuletzt 1929 zugetragen hat. Damals herrschten in Mitteleuropa wochenlang Temperaturen von unter -20 Grad Celsius. Praktisch alle Flüsse froren zu. Interessant dürfte es werden, wenn nun eine extreme Kältewelle auf ein pandemiegeschwächtes Europa treffen sollte. Mein Tipp: kauft Klopapier!

Nächste Woche soll es allerdings in Deutschland erstmal wärmer werden. Tatsächlich werden regional 2-stellige Plustemperaturen vorausgesagt. Auch eine Art Extremwetter!

Kanal von Korinth gesperrt

Die Straße von Korinth wurde für den Schiffsverkehr gesperrt, nach dem ein größerer Erdrutsch in den Kanal gekracht war. Aktuell bemüht man sich, die Geröllmassen wieder auszubaggern. Bereits im November kam es nach einem ähnlichen Ereignis zur Sperrung der Wasserstraße. Ob ein Zusammenhang zu den Erdbeben der letzten Tage dort besteht ist ungeklärt.

Der über 6 Kilometer lange Kanal erspart kleineren Schiffen eine 400 km lange Strecke, wenn sie von der Adria in die Ägäis wechseln möchten. Dabei ist die Fahrt durch den Kanal durchaus spektakulär, denn seine steilen Felswände ragen bis zu 85 m hoch auf.

Madrid: Schneechaos und Extremwetter

Wir leben in unruhigen Zeiten des Umbruchs und Wandels. Nicht nur Corona beeinflusst unsere Gesellschaft, sondern auch zunehmend extreme Wettersituationen: Madrid erlebte den stärksten Wintereinbruch der letzten 50 Jahre, in Sibirien ist es viel zu warm und in Australien wüten wieder Waldbrände.

Schneechaos in Madrid

Spanien erlebt dieser Tage den stärksten Wintereinbruch der letzten 50 Jahre, mit negativen Temperaturrekorden und viel Schneefall. In der Hauptstadt Madrid fielen bis zu 60 cm Neuschnee. Vier Menschen starben durch den extremen Wintereinbruch. Viele Autofahrer steckten über Nacht in den Schneemassen fest. Es entstand ein Verkehrschaos, von dem auch Zug- und Flugbetrieb betroffen waren. Sturmtief Filomena brachte zunächst eisige Temperaturen mit sich. So wurde in einem Ort 400 km von Madrid entfernt, ein neuer negativer Temperaturrekord aufgestellt: -35,8 Grad Celsius. Betrachtet man den letzten positiven Temperaturrekord von 47, 3 Grad, der im Jahr 2017 aufgestellt wurde, so kommt man auf eine Temperaturspanne von 83,1 Grad. Ein Wert den man ehr auf dem Mars vermuten würde, als auf der Erde. Solche extremen Temperaturspannen werden in Zukunft dank des Klimawandels zunehmen und stellen das Leben vor großen Herausforderungen.


Apropos Klimawandel: die ungewöhnliche Wetter-Situation kommt durch eine Störung der subpolaren Höhenwind-Zirkulation zustande. Da Aufgrund der globalen Klimaerwärmung die Stärke des Jetstreams abnimmt, kommt es immer häufiger zur Bildung ortsstabiler Hochdruckgebiete und Omega-Wetterlagen. Derzeit stört ein Hochdruckgebiet bei Island die normale Wetterzirkulation und lenkt polare Kaltluft über den Atlantik bis weit in den Süden. Bei den Azoren bildete sich so das Tiefdruckgebiet Filomena, dass in einem Wirbel nach Osten abgelenkt wurde und Spanien erreichen konnte. Aber nicht nur dort gab es einen Wintereinbruch. Bereits seit Dezember fällt in Norditalien ungewöhnlich viel Niederschlag. In den Alpen kommt er als Schnee, weiter südlich sorgt Regen für angespannte Hochwassersituation. Doch das Hoch im hohen Norden hat noch weitreichendere Folgen: am Südrand des Tiefdruckgebiets schließt sich wieder ein Hoch an, dass ungewöhnlich viel warme Luft aus Nordafrika bis nach Sibirien lenkt. Dort hat sich wieder eine ausgeprägte Wärmeanomalie etabliert. Im Durchschnitt ist es dort über 8 Grad zu warm.

Australien: Heftige Buschfeuer wüten

Wie auch bereits im vergangenen Jahr, so brennt es auch in diesem Januar wieder heftig im Süden Australiens. Zuerst wüteten Brände auf Fraser Island, und nun sind Tausende Hektar Buschland bei Perth abgefackelt. Eigentlich rechnete man dieses Jahr mit starken Regenfällen, die durch das Klimaphänomen El Nina verursacht werden könnten. Doch von Regen ist bis jetzt keine Spur. Trockenes Wetter bei Temperaturen von über 40 Grad schaffen günstige Waldbrandbedingungen.

Neapel: Großes Sinkloch nahe des Vesuvs

Heute morgen tat sich ein großes Sinkloch in Neapel auf. Es öffnete sich auf dem Parkplatz des Krankenhauses „Ospedale del Mare“. Der nachgebende Boden riss mehrere Fahrzeuge in die Tiefe. Der Grund für die Bildung des Sinkloches ist noch unklar. Über Personenschäden liegen noch keine Meldungen vor. Medienberichten zufolge hatte es nachts eine Explosion gegeben. Auf Fotos erkennt man Dampf aufsteigen. Das Krankenhaus liegt nur ca. 6000 m nordwestlich vom Vesuvgipfel und damit sogar noch im Randbereich der roten Evakuierungszone. Einen Zusammenhang mit vulkanischen Aktivitäten halte ich dennoch für unwahrscheinlich. Betrachtet man das Bild genauer, dann sieht man, dass Pfeiler aus dem Boden ragen. Es könnte also sein, dass sich unter dem Parkplatz ein Kellergeschoß befand und „nur“ die Decke eingestürzt ist.

Klimawandel: 2020 wärmstes Jahr in Europa

Das letzte Jahr war in Europa das Wärmste seit beginn der Klimaaufzeichnungen. Weltweit betrachtet teilen sich 2020 und das bisherige Rekordjahr 2016 den ersten Platz. In Deutschland war es das zweit wärmste Jahr.

In Europa lagen die Temperaturen im Schnitt um 1,6 Grad höher als im Referenzzeitraum 1981-2010. Eingepreist ist darin dann schon ein Temperaturanstieg von ca. 0,6 Grad seit beginn der Industrialisierung. Insgesamt erwärmte sich Europa also seit 1880 um ca. 2,2 Grad!  Die globale Temperaturerhöhung in Bezug auf 1880 belief sich auf 1,25 Grad. Die Klimaerwärmung geht in den Polarregionen am schnellst voran und ist in hohen Breiten noch entsprechend groß. Zum Äquator hin ist der Wandel noch nicht so dramatisch.

Neues Temperaturminimum in Spanien

Im Zusammenhang mit der globalen Klimaerwärmung scheint es paradox, dass ausgerechnet im Sonnenland Spanien neue Minusrekorde aufgestellt wurden. Das Quecksilber fiel in Vega de Liordes (Provinz León) auf -35,8 Grad Celsius. Sturmtief „Filomena“ hatte nicht nur die eisigen Luftmassen im Gepäck, sondern auch viel Schnee.

Corona: Lage in China spitzt sich zu

Nahe der chinesischen Hauptstadt wurden zwei Millionenmetropolen von der Außenwelt abgeriegelt. Innerhalb weniger Tage hatten sich dort mindesten 300 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Die Lage droht wieder außer Kontrolle zu geraten, wobei sich meiner Meinung nach, eine Pandemie kaum dauerhaft kontrollieren lässt.

Corona: 2. Verlängerung des Lockdowns

Corona-StatistikCorona hält die Welt weiter in Atem und seit meinem letzten Update zum Thema hat sich einiges getan! Die wichtigste Nachricht dürfte gewesen sein, dass man in vielen Ländern der Welt mit Impfungen begonnen hat. In Deutschland ist die Impfkampagne träge angelaufen, was mindestens zwei Gründe hat: es ist zu wenig Impfstoff vorhanden und die deutsche Bürokratie bremst die Aktion aus. Zunächst sollen alte Menschen über 80 Jahre geimpft werden. Das geschieht in Pflegeheimen, aber auch privat. Ein Problem liegt wohl darin, dass Call-Center überlastet sind und viele Impfwillige keinen Termin bekommen. Es dürfte sich über Monate hinziehen, bis durch die Impfungen genug Menschen immunisiert worden sind und so ein wesentlicher Rückgang der Infektionen erreicht wird. Für die aktuelle 2. Welle kommt das zu spät, denn sie wird mit steigenden Temperaturen im Frühjahr von alleine abflauen, so, wie es sich auch mit jeder Grippepandemie verhält.

Corona-Lockdown in der Verlängerung

Gestern wurde -wenig überraschend- der Lockdown zum 2. Mal verlängert und verschärft. Sehr wahrscheinlich dürfte es nicht die letzte Verlängerung gewesen sein. Die bisherigen Maßnahmen konnten die täglichen Neuinfektionen nur wenig reduzieren. Vielerorts liegt die 7-Tages Inzidenz bei über 150. Vom Ziel der Politiker, diese Zahl auf 50 zu drücken ist man als sehr weit entfernt. Die Politiker werden von Wissenschaftlern beraten, die ihre Empfehlungen zu den Lockdown-Maßnahmen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse geben, mit denen sie Modelle zum Infektionsgeschehen generieren. Und das ist ein Umstand, der mich persönlich ziemlich enttäuscht: obwohl das Virus seit einem Jahr grassiert scheinen die wissenschaftlichen Erkenntnisse in Bezug auf das Infektionsgeschehen gering zu sein. Bisher konnte selbst die Rolle der Schulen nicht geklärt werden und die Studien zum Thema, ob- und wie Kinder das Virus verbreiten sind widersprüchlich. Logische Überlegungen lassen eigentlich den Schluss zu, dass die Rolle der Schulen nicht so groß sein kann, denn die Schüler befinden sich bereits seit 4 Wochen in den Ferien, ohne dass die Zahl der Neuinfektionen signifikant gedrückt worden ist. Eine ähnliche Rolle kommt wohl dem Einzelhandel und der Gastronomie zu. Letztere ist bereits seit Anfang November geschlossen. In der 2. Verlängerung des Lockdowns wurde nun auch die persönliche Bewegungsfreiheit von Leuten aus Regionen mit einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 200 beschränkt. Man reagiert so auf Tagesausflügler, die mit ihren Familien zum Rodeln gefahren sind. Auch diese Maßnahme kann ich nicht nachvollziehen: Es gibt absolut keine Hinweise darauf, dass es überhaupt Superspreader-Ereignisse im Freien gegeben hat, vielleicht mit Ausnahme von überfüllten Stadien, ganz zu Beginn der Pandemie. Bei mir hat sich der Eindruck verfestigt, dass Wissenschaftler und Politiker ahnungslos im Dunklen rumtappen.

Ort der Infektionen

Immer klarer hingegen ist, dass die allermeisten Infektionen sehr wahrscheinlich vom Arbeitsplatz in die Familien eingetragen werden. Ein Umstand, der von Politikern und Medien ignoriert und totgeschwiegen wird! Denn nachdem Schulen, Einzelhandel, Gastronomie und jegliche Arten von Veranstaltungen und öffentlichen Versammlungen geschlossen, verboten und tabu sind, bleibt das als einziger Infektionstreiber übrig. Natürlich mit Ausnahme von Infektionen, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erworben werden. Dort ist es nicht gelungen das Virus unter Kontrolle zu bringen. AHA-Regeln scheinen nur begrenzte Wirksamkeit zu haben und es sind immer noch nicht ausreichende ffp-Virenschutzmasken vorhanden. Von Filtern in Klimaanlagen und entsprechenden Belüftungssystemen ganz zu schweigen. Selbstredend hat man es auch nicht hinbekommen, die Belegung der Pflegeeinrichtungen zu reduzieren und mehr Personal einzustellen. Der Sommer wurde tatenlos verschenkt und man beschränkte sich darauf Reisen zu erschweren.

Warum kein harter Lockdown?

In Deutschland spricht man immer von einem harten Lockdown, doch tatsächlich ist es immer noch ein überwiegend privater Lockdown. Erst wenn sämtliche Betriebe geschlossen werden, kann das Infektionsgeschehen maßgeblich gedrückt werden. Hier hat man die Chance vertan, über die Weihnachtsfeiertage in einen echten harten Lockdown zu gehen, so wie es die Länder bereits im November taten, die mit ihren Maßnahmen wenigstens kurzzeitig erfolgreich waren. So ein Lockdown ist in Deutschland allerdings nicht gerne gesehen, da das massive Verdienst- und Steuerausfälle mit sich bringen würden. So wird nun das private Leben maßgeblich eingeschränkt, während man noch schön seinen Pflichten nachgehen darf.

Sind die Maßnahmen überhaupt verhältnismäßig?

Diese Frage sollte immer wieder gestellt werden, denn unser aller Grundrechte werden auf massivster und noch nie dagewesener Art und Weise verletzt, wenigstens, seitdem die Bundesrepublik Deutschland besteht! Was sind diese demokratischen Grundrechte wert, wenn sie einfach so außer Kraft gesetzt werden können? Als Rechtfertigung werden die hohen Todesraten und eine drohende Überlastung des Gesundheitswesens herangezogen. Ganz klar: es sterben zahlreiche Menschen an Corona! Die Statistiken zur Übersterblichkeit sind erst bis Ende November ausgewertet, wobei man berücksichtigen muss, dass es einen deutlichen Anstieg der Sterberate im Dezember geben hat. Die blaue Linie der Grafik stellt den Durchschnitt der Sterblichkeit der Jahre 2016-2019 dar. Die rote Linie die Todeszahlen von 2020. Der Bereich zwischen der roten Linie und der blauen Durchschnittslinie stellt die Zahl der Menschen dar, die an (und nicht nur mit) Corona gestorben sind. Die blaue Fläche, mit dem Peak in der KW 10, kam durch die Übersterblichkeit infolge der Grippe-Epidemie 2017-18 zustande. Wahrscheinlich wird die Dezember-Sterblichkeit 2020 einen ähnlich hohen Peak in der finalen Statistik einnehmen. Und kristallklar, ohne die Maßnahmen wären mehr Menschen gestorben. Ob das allerdings diese drastischen Einschnitte in die Rechte eines jeden -besonders über so lange Zeiträume- rechtfertigt, muss jeder für sich selbst beantworten. Nicht zu vergessen sind die massiven -ungleich verteilten- wirtschaftlichen Folgen. Verweist man auf die Ethik, dann stelle ich mir natürlich die Frage, warum man nicht bei früheren Grippewellen und Pandemien versucht hat, die Todesrate so niedrig wie möglich zu halten? Ober müssen wir von nun an immer mit Lockdowns und Einschränkungen rechnen, wenn überdurchschnittlich viele Menschen sterben? Und wie sieht es mit den seit langem eingepreisten Todesfällen aus, die vermeidbar gewesen wären? Nach wie vor stirbt die Mehrheit der Menschen an Herzkreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Krebs. Viele dieser Erkrankungen finden ihre Ursache in äußeren Einflüssen, die mit gutem Willen vermeidbar wären! Warum werden da nicht konsequent Tabak, Alkohol und Zucker verboten? Warum ist Sport nicht verpflichtend und warum wird so wenig gegen Umweltverschmutzung getan?

Norwegen: Erdrutscht reißt Häuser in Abgrund

Gestern Morgen um 4:00 Uhr ereignete sich ein großer Erdrutsch in Norwegen. Im Ort Ask, gut 40 Kilometer nordöstlich von Oslo, begann der Boden auf einer Länge von 700 Metern und einer Breite von 300 Metern zu rutschen und riss dabei mehrere bewohnte Häuser mit sich. 12 Personen wurden am Abend vermisst. In der Nacht tauchten 2 Vermisste auf. 10 Menschen erlitten Verletzungen. Die Bergungsarbeiten dauern an und der Ort wurde zum größten Teil evakuiert. Bis zum Abend konnten Rettungskräfte das abgerutschte Areal nicht betreten, da es immer noch Bodenbewegungen gab und Häuser einstürzten.

Mehrere Bewohner der abgerutschten Häuser berichteten, dass sie aus dem Schlaf gerissen wurden, als ihre Häuser anfingen sich zu bewegen. Sie beschreiben, dass die Gebäude zunächst stark zitterten und dann an Fahrt zunahmen. Bei der Polizei gingen telefonische Hilferufe ein, noch während sich die Gebäude im Rutschen befanden.

Bereits im Juni 2020 kam es in Norwegen zu einem ähnlichen Ereignis. Damals waren in der Kommune Alta 8 Häuser zerstört worden, als der Boden abrutschte. Dort wurden die Bewohner der Häuser von einem lauten Knall aufgeschreckt und sie konnten sich noch in Sicherheit bringen. Ein Video dokumentierte den Erdrutsch.

Die genaue Ursache für die Katastrophe in Ask ist noch nicht geklärt. Wahrscheinlich wurde der Erdrutsch durch lang anhaltende Regenfälle getriggert. Der Untergrund der Region besteht aus Quickton, der sich durch die Regenmassen vollgesogen haben könnte. Dadurch könnte der Boden aufgequollen sein und seine Scherfestigkeit verloren haben. Zudem kann sich Wasser in tonhaltigen Böden stauen und besonders unter Frosteinwirkung ausdehnen. Normalerweise bedürften solche Böden eine Drainage, damit überflüssiges Wasser abgeführt werden kann. Untersuchungen werden zeigen müssen, ob hier eine entsprechende Entwässerung vor Bebauung des hügligen Geländes eingebracht wurde. Mehrere Geologen reisten nach Ask und nahmen ihre Untersuchungsarbeiten auf.

Corona: Neue Virusvariante

Das Coronavirus ist mutiert! Die neue Variante soll um 70% infektiöser sein als die Variante der 2. Welle. Mutierte Viren wurden in Südafrika und in England festgestellt und auch einmal in den Niederlanden nachgewiesen. Dort gilt nun ein Landeverbot für Flugzeuge aus England. Was die Mutation des Virus für die Impfung mit den jüngst entwickelten Vakzinen bedeutet ist noch unklar. Während der britische Premier sagt, es gebe keine Hinweise darauf, dass der neue Impfstoff gegen die Mutation nicht wirken würde (obwohl es generell zu früh ist, um eine Wirkung der bisherigen Impfungen festzustellen), sind sich diesbezüglich britische Virologen nicht so sicher. Laut einem Medienbericht schrieben sie dazu, dass die neue Variante besonders viele Mutationen im Bereich der Spike-Proteine habe, auf die sich das Vakzin von Biontech konzentriere. Es könnte durchaus sein, dass das aktuelle Vakzin nicht mehr wirke.

Generell mutieren Viren schnell, was auch die Entwicklung von Impfstoffen so schwierig macht. Gegen die saisonale Grippe muss jedes Jahr ein neuer Impfstoff her und das HI-Virus mutiert so schnell, dass man bisher überhaupt kein Vakzin entwickeln konnte. Wenn wir Pech haben, bleibt uns nichts anders übrig, als zu lernen mit dem Virus zu leben. Bisher ist auch völlig unklar, wie lange eine Immunisierung vorhält, sei es durch eine Impfung, oder durch eine überstandene Infektion. Allerdings gibt es auch Forscher die behaupten, dass viele Menschen eine Grundimmunisierung aufgrund vorherigen Kontakts mit einem anderen Coronavirus haben.

Nicht nur in London ist die Lage wieder schlimmer geworden, sondern auch in einigen asiatischen Ländern, die bis jetzt von der 2. Welle weitestgehend verschont geblieben sind. So steigen die Fallzahlen in Japan und Korea. Nur China gibt sich souverän. Dort wurden heute 138 Fälle gemeldet.

Greift der härtere Lockdown?

Heute Morgen wurden in Deutschland 22.771 Neuinfektionen gemeldet. Für einen Sonntag ist das ein neuer Rekord. Aufgrund der Inkubationszeit werden das allerdings Infektionen gewesen sein, die bereits vor einer Woche übertragen wurden. Noch ist es zu früh um eine Wirkung des härteren Lockdowns vom Mittwoch feststellen zu können. In einer Woche sollten wir schlauer sein!