Schwarzes Loch: erstes Foto

Schwarze Löcher stellten bisher nie gesehene Phänomene dar, deren Existenz mathematisch nachgewiesen war, die aber dennoch kontrovers diskutiert wurden. Heute präsentierten Astronomen das erste echte Bild eines Schwarzen Loches und lieferten damit den Beweis ihrer Existenz: eine Weltsensation!

Das Foto entstand allerdings nicht durch ein optisches Teleskop, sondern wurde mithilfe von 8 Radioteleskop-Stationen gemacht, die in einem Mammutprojekt miteinander verbunden wurden. Die Radioteleskope sind auf der ganzen Welt verteilt und wurden in der Event Horizon Telescope Collaboration zusammengeschaltet.

Das Schwarze Loch befindet sich im Zentrum der Galaxie M87. Es ist 55 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Der helle Ring, um das Loch herum, besteht aus gekrümmten Licht: Die Gravitation des Schwarzen Lochs ist 6,5 Milliarden Mal so stark ist wie Schwerkraft der Sonne. Licht in der Nähe des Schwarzen Lochs wird gekrümmt. Die Masse des Lochs ist so groß, dass es sämtliche Materie anzieht und selbst das Licht kann der Schwerkraft nicht entkommen. Daher sehen wir praktisch nur den Schatten des Lochs. Indirekt liefert das Bild auch einen Nachweis dafür, dass das Licht aus Teilchen (Lichtquanten) besteht.

An dem Projekt waren mehr als 200 Wissenschaftler beteiligt. Es fand unter der Leitung der schweizerischen ETH statt. Direktor Sheperd S. Doeleman der Universität Havard kündigte das Ereignis so an: „We have taken the first picture of a black hole. This is an extraordinary scientific feat accomplished by a team of more than 200 researchers.“

Paul TP Ho, der Direktor des East Asian Observatory, kommentiert das Bild so: „Sobald wir uns sicher waren, dass wir den Schatten eines Schwarzen Lochs abgebildet hatten, konnten wir unsere Beobachtungen mit umfangreichen Computermodellen vergleichen, die die Physik des verzerrten Raums, überhitzte Materie und starke Magnetfelder umfassen. Viele der Merkmale des beobachteten Bildes stimmen überraschend gut mit unserem theoretischen Verständnis überein. Dies stimmt uns zuversichtlich hinsichtlich der Interpretation unserer Beobachtungen, einschließlich unserer Einschätzung von der Masse des Schwarzen Lochs.“

Als nächsten wollen die Forscher das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie fotografieren.

Asteroid 2018 LF16

Seit einigen Tagen gehen zahlreiche Artikel durch die Medien, nach denen der Erde der Untergang droht. Grund hierfür soll ein möglicher Impakt des Asteroiden 2018 LF 16 sein. Der erdnahe Himmelskörper wurde im Juni 2018 entdeckt. Die NASA veröffentlichte Tabellen seiner Bahn und demnach könnte der Asteroid bereits am 8. August 2023 auf die Erde einschlagen und ein Massensterben verursachen. Der Brocken hat einen Durchmesser von 200 Metern und würde tatsächlich eine große Katastrophe auslösen, sollte er in einem Stück die Erde treffen. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer?

Fakt ist, dass die Erde im Laufe ihrer Geschichte bereits mehrmals von großen Asteroiden getroffen wurde. Vor 66 Millionen Jahren soll der Impakt eines Asteroiden das Aussterben der Dinosaurier verursacht haben, oder zumindest eine Mitschuld daran getragen haben. Auf der Halbinsel von Yucatan schlug ein gewaltiger Brocken ein, der einen Durchmesser von ca. 10 km gehabt haben soll. Er schuf den Chicxulub-Krater der einem Durchmesser von 180 km hat und 10 km Tief ist. Der Einschlag wirbelte ungeheure Mengen Gas und Staub auf, welche einen globalen Winter verursachten, der lange Zeit anhielt. In der Folge starben erst die Pflanzen, dann die meisten Tierarten aus. Allein der Größenvergleich zwischen den Dino killenden Asteroiden und 2018 LF 16 macht klar, dass der Impakt von LF 16 keine globale Katastrophe verursachen würde, sondern eine, die lokal begrenzt wäre.

Die NASA berechnete in ihren Tabelle die Vorbeiflüge des Asteroiden für die nächsten Hundert Jahre. In dieser Zeit wird er die Erdbahn 62 Mal kreuzen und bei einigen Gelegenheiten der Erde relativ nahe kommen. Doch die Wissenschaftler geben die Wahrscheinlichkeit für eine Kollision des Asteroiden mit der Erde als 1:30.000.000 an. Es ist also extrem unwahrscheinlich, dass Asteroid 2018 LF 16 die Erde in absehbarer Zeit treffen wird.

Meteroiteneinschlag auf Kuba

Auf Kuba ging am Freitag ein Meteorit nieder. Er zerbrach in der Atmosphäre in zahlreiche Stücke.  Anwohner der Ortes Viñales berichteten von einem Feuerball am Himmel und von einem lauten Explosionsknall. Einige Medien berichten, dass die Druckwelle Fensterscheiben bersten ließ. Die Menschen dachten zunächst an einen Flugzeugabsturz. Aber scheinbar ist ein Meteorit in der Luft explodiert, denn kurz nach dem Knall regnete es Steine. Die größten Bruchstücke des Meteoriten sind 20 – 30 Zentimeter groß. Sie bestehen zum größten Teil aus Nickel und Eisen.

Ein Meteorit sorgte auch zur Mondfinsternis am 17. Januar für Schlagzeilen: Erstmalig wurde der Einschlag eines Meteoriten auf dem Blutmond fotografiert und gefilmt. Der Einschlag ist als kleiner Lichtblitz am linken Mondrand erkennbar. Astronomen aus Kolumbien berechneten, dass die Impaktenergie gut einer Tonne TNT entsprochen hat. Es könnte ein Einschlagskrater entstanden sein, der einen Durchmesser von 15 m hat.

Genaugenommen unterscheiden Astronomen zwischen Meteoriden, Meteoriten und Meteoren. Als Meteroiden werden die Himmelskörper im Weltraum bezeichnet. Sobald sie in die Erdatmosphäre eindringen und aufglühen, entsteht eine Lichterscheinung die Meteor genannt wird. Umgangssprachlich bezeichnet man die Leuchterscheinung auch als Sternschnuppe. Verglüht der Himmelskörper nicht vollständig, wird der Rest, der den Boden erreicht als Meteorit bezeichnet.

Meteoriden sind vergleichsweise kleine Himmelskörper. Sie werden nach Herkunft und Zusammensetzung des Materials unterschieden. Meteoriden, die direkt bei der Bildung des Sonnensystems entstanden, werden als chondritische Steinmeteoriden bezeichnet. Diese sind in ihrem Aufbau undifferenziert. Differenzierte Meteoriden haben einen schalenartigen Aufbau. Sie kann man in 3 Gruppen unterteilen:

  • Achondrite aus Stein
  • Eisen Meteoriden aus eine Nickel-Eisen-Legierung
  • Stein-Eisen-Meteoriden

Diese differenzierten Meteroiden stammen entweder aus Asteroiden, oder wurden sogar von Monden, oder Planeten heraus gesprengt, als sie von einem Himmelskörper getroffen wurden.

Blutmond und Supermond 2019

Die erste Mondfinsternis in diesem Jahr konnte von den meisten Orten Deutschlands aus beobachtet werden. Und wer sich in den frostigen Morgen wagte, wurde Zeuge eines wunderbaren Naturphänomens. In Bayern sorgten Dunst und Nebel allerdings Vielerorts für Beeinträchtigungen und eingeschränkter Sichtbarkeit des Himmelsspektakels.

Der Blutmond war zugleich Supermond, da der Mond im Perigäum stand und der Erde besonders nahe war. Daher erschien er etwas größer als andere Vollmonde. Eine vergleichbare Kombination aus totale Mondfinsternis und Supermond wird es hier erst am 31.Dezember 2028 wieder geben.

Verlauf der Mondfinsternis

Die Mondfinsternis begann um 4.43 Uhr. Um diese Zeit drang der Mond in den Erdschatten ein. Um 5.41 Uhr standen Sonne, Erde und Mond auf einer Linie und die Totalität begann: Der Mond färbte sich blutrot. Diese außergewöhnliche Färbung kam dadurch zustande, dass der Rotanteil des Sonnenlichtes von der Erdatmosphäre gebrochen wurde und so den Mond erleuchten konnte. Die Hauptphase der Mofi dauerte über eine Stunde. Um 6.44 Uhr trat der Mond wieder aus dem Erdschatten aus. Um 7:51 Uhr endete das Spektakel. Kurz darauf ging die Sonne auf und der Mond unter.

Die letzte totale Mondfinsternis über Deutschland ereignete sich im 27 Juli 2018. Damals konnten wir die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts beobachten.

Der nächste Blutmond

In der Nacht vom 16. auf 17. Juli 2019 wird eine partielle Mondfinsternis eintreten, welche von Deutschland aus beobachtbar sein wird. Erst am 16. Mai 2022 gibt es den nächsten Blutmond einer totalen Mondfinsternis über Deutschland.
Dieses Jahr wird es auch eine totale Sonnenfinsternis geben, allerdings keine die von Europa aus zu sehen wäre. Sie findet am  2. Juli 2019 statt und ist von Chile und Südamerika aus zu sehen.

Erdmagnetfeld: Polwanderung beschleunigt sich

Die NOAA bringt dieser Tage ein Update der Missweisung heraus, da sich die Wanderung des magnetischen Nordpols in den letzten Monaten auf dramatischer Weise beschleunigte. Steht möglicherweise ein Polsprung bevor?

Das Erdmagnetfeld schützt die Erde vor kosmischer Strahlung und dem Sonnenwind. Zudem erzeugt es die magnetischen Pole der Erde, die Abseits zur Rotationsachse der Erde liegen. Der Winkel zwischen geografischen Nordpol und magnetischen Pol wird Deklination genannt. Er verursacht eine Missweisung bei der Navigation mit Kompass und Karte: Die Karten sind zum geografischen Nordpol ausgerichtet, während die Kompassnadel zum magnetischen Pol zeigt. Die Missweisung ist normalerweise in Grad auf jeder Navigationskarte vermerkt. Auch für die modernen Navigationsgeräte ist diese Missweisung von Bedeutung und muss von Zeit zu Zeit angepasst werden, da die magnetischen Pole nicht an einem Ort verweilen, sondern wandern. Die ersten Messungen der Polwanderung wurden 1831 durchgeführt. Bis in die 1990iger Jahre hinein verschoben sich die Pole um ca. 15 km pro Jahr. Ursprünglich befand sich der magnetische Nordpol an der arktischen Küste Kanadas, und wandert in Richtung Sibirien. Seit dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts beschleunigte sich die Polwanderung auf 55 km pro Jahr.  Die letzte Korrektur der Missweisung wurde 2015 vorgenommen und wurde bis zum Jahr 2020 berechnet. Nun beschleunigte sich die Polwanderung abermals deutlich, so dass das zuständige Amt (NOAA) sich genötigt sieht die Missweisung für die Navigation bereits jetzt neu zu berechnen. Ein entsprechendes Update musste nun wegen dem Shutdown der US Regierung auf Ende des Monats verschoben werden.

Das alte Modell der Lage des Pols bis 2020. Interessanterweise liegt der magnetische Pol nahe am Geografischen. © World Data Center for Geomagnetism/Kyoto Univ. via nature.com

Mit der Beschleunigung der Polwanderung wächst die Befürchtung, dass ein Polsprung schneller eintreten könnte, als bisher geglaubt. Bei einem Polsprung kehrt sich die Polarität des Erdmagnetfeldes um: der magnetische Nordpol wird zum Südpol und andersherum. während einer Übergangszeit können sich multiple Pole ausbilden. In der Erdgeschichte gab es zahlreiche Polsprünge, welche sich im Schnitt alle 76.000 Jahre ereignen. Statistisch gesehen halten viele Wissenschaftler einen Polsprung für überfällig. Neben der beschleunigten Polwanderung gibt es weitere Anzeichen dafür, dass sich der Erdmagnetfeld auf eine Umkehrung der Polarität vorbereitet: Die Stärke des globalen Feldes nimmt zusehends ab und es wurden bereits Nebenpole lokalisiert. So könnte es tatsächlich sein, dass sich der Polsprung bald ereignen wird, wobei das „bald“ in geologischen Zeiträumen gesehen, einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderte beschreiben kann.

Die Folgen eines Polsprungs

Die Folgen eines Polsprungs wären für unsere Zivilisation fatal. Wissenschaftler denken zwar, dass der Zusammenbruch des Erdmagnetfeldes nicht gleich zu einem Massensterben führen würde, allerdings wären Satelliten und Strom- und Kommunikationsnetze dem Teilchen-Beschuss aus dem Weltall schutzlos ausgeliefert. Ein Zusammenbruch der modernen Infrastruktur wäre die Folge. Schon alleine eine langanhaltende Störung des GPS-Navigationssystem würde zum Crash des globalen Handels und der Weltwirtschaft führen.

Aber was verursacht die Beschleunigung der Polwanderung, welche letztendlich zum Polsprung führen könnte? Forscher arbeiten mit Hochdruck an eine Lösung dieser Frage. Bisher vermutet man eine Anomalie im äußeren (flüssigen) Erdkern: Der kontinuierliche Konvektionsstrom aus flüssigen Eisen ist Teil des Geodynamos der Erde. Man vermutet, dass im Erdkern eine hydromagnetische Welle entstand, die einen Hochgeschwindigkeitsstrahl aus flüssigem Eisen erzeugte. Dieser steigt unter Nordkanada auf und führt zur Beschleunigung des nördlichen Magnetpols. Bereits im Jahr 2016 kam es zu einem geomagnetischen Puls unter Südamerika. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei das Magnetfeld der Erde ins Wanken geraten. Dass geschah zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, kurz nachdem das letzte Update für die Missweisung der Navigationssysteme durchgeführt wurde. Die weitere Entwicklung lässt sich derzeit praktisch nicht vorhersagen.



Ich meine, dass es sogar noch zu unseren Lebzeiten zu einem Polsprung kommen könnte. Die Wahrscheinlichkeit dafür mag sehr gering sein, doch auszuschließen ist das nicht. Eine weiter Hypothese ist, dass die Vorgänge im Erdkern auch den Erdmantel beeinflussen. Wer weiß, vielleicht geht diese Beeinflussung sogar soweit, dass sie sich auf die Vulkane auswirken?! Zumindest wäre dies ein Erklärungsansatz für die Zunahme der weltweiten vulkanischen Aktivität, die wir seit dem Herbst 2017 beobachten können.

Weiterführende Artikel bei vnet:

Polsprung und Laschamp Ereignis

Nordlichter und Erdmagnetfeld

Vorbereitung auf globale Naturkatastrophen

Niland-Geysir auf Wanderschaft

Der Niland-Geysir ist wieder aktiver geworden und beunruhigt die Menschen in Südkalifornien. Der Geysir, der eigentlich eine Schlammquelle ist, wurde 1953 entdeckt und zwar in der Nähe der San-Andreas-Verwerfung. Er verdankt seine Existenz warmen Gasen aus tieferen Bereichen der Erdkruste, die entlang von Erdbeben-Rissen aufsteigen. Das Besondere: die Schlammquelle begibt sich auf Wanderschaft.

Nachdem der Niland Geysir für viele Jahre an einem Ort verweilte, begann er vor wenigen Jahren mit einer erneuten Wanderung. Zunächst verlagerte er sich nur um wenige Meter. In den letzten 6 Monaten legte der Niland-Geysir allerdings deutlich an Geschwindigkeit zu und verlagerte sich um 18 Meter. Dann beschleunigte er abermals seine Wanderung und machte einen 20 Meter Sprung an einem Tag. Er manifestierte sich ausgerechnet neben den Gleisen einer viel genutzten Strecke, nahe dem Highway 111. Er destabilisierte nicht nur die Gleisanlagen, sondern bedroht nun auch optische Kabel und eine Erdöl-Pipeline, welche im Boden verlegt sind.


Versuche, den Geysir aufzuhalten sind bisher fehlgeschlagen. Man errichtete eine unterirdische Barriere, welche die Gleisanlage schützen sollte. Diese Mauer aus Geröll und Stahl ist 23 m tief. Doch der Niland-Geysir schlüpfte einfach unter sie hindurch und näherte sich der Bahnanlage weiter.

Die Wissenschaftler sind sich nicht ganz im Klaren darüber, welche Bedeutung die Wanderschaft des Schlamm-Geysirs hat. Tatsächlich ging die seismische Aktivität in diesem Abschnitt der San Andreas Verwerfung zurück. Dies könnte bedeuten, dass sich ein Plattenabschnitt verhakt hat und dass sich nun größere Spannungen im Untergrund aufbauen. Damit steigt die ohnehin schon hohe Erdbebengefahr weiterhin. Seismologen rechnen seit Jahren mit einem sehr starken Erdbeben entlang der San Andreas Verwerfung, welches als „big one“ bezeichnet wird. Allerdings sehen die meisten Forscher keinen Grund zur Beunruhigung: Ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Wanderschaft des Niland-Geysirs und einer erhöhten Erdbebengefahr gibt, ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

Geoforscher warnen Neugierig allerdings davor, sich dem Schlamm-Geysir zu nähern. In seiner Nähe stinkt es nicht nur nach faulen Eiern, sondern es strömt auch Kohlendioxid aus, welches sich in Bodennähe sammeln kann. Dann droht Erstickungsgefahr. Ein Sturz in den Schlamm-Geysir wäre ebenfalls fatal: Das Becken ist 12 m tief und misst 5 x 23 m. In den letzten 10 Jahren hat der Niland-Geysir eine Strecke von 75 m zurückgelegt und hinterließ eine Schneise instabilen Bodens.

Schlammvulkane bei Niland und die Salton Buttes

Niland ist ein Ort am Südostende des Salton-Sees in Südkalifornien. Dort gibt es eine Reihe von Schlammvulkanen. Diese dürften die gleiche Entstehungsgeschichte wie der beschriebene Schlamm-Geysir haben, nur dass sie sich nicht großflächig verlagern. Bei dem Niland-Geysir handelt es sich genau genommen auch nicht um einen Geysir, sondern um eine Schlammquelle.

Im Süden des Salton-Sees gibt es auch Überreste magmatischen Vulkanismus: die 5 Obsidian-Kuppen der Salton Buttes. Bis vor wenigen Jahren dachte man, dass die letzte Lava-Eruption hier vor 30.000 Jahren statt fand, doch neuere Forschungsergebnisse belegen, dass sich letzte Eruptionen an dieser Stelle vor gut 2600 Jahren ereigneten.

Himmelsphänomen STEVE sorgt für Schlagzeilen

STEVE wurde am 17. Juli über Kanada fotografiert. © Neil Zeller via AA

Ein relativ unbekanntes Naturphänomen gibt Rätsel auf: immer häufiger wird die Himmelserscheinung STEVE beobachtet. STEVE steht für „Strong Thermal Emission Velocity Enhancement“. Was dem Laien erst einmal wie ein Polarlicht erscheint, ist ein gänzlich anderes Phänomen. Wie es genau Zustande kommt ist unklar. Man vermutet, dass es eine besonders heftige Strömung heißer Ionen in der Hochatmosphäre ist. Dieses Strömung wird Sub-Auroral Ion Drift genannt. Doch die SAID ruft normalerweise keine Leuchterscheinungen hervor.

Auf dem Foto oben erkennt man STEVE: es ist die grüne Leiter-artige Struktur mit dem lila leuchtenden Band daneben. Das Phänomen tritt am Rande eines gewöhnlichen Polarlichts auf, welches auf dem Bild im Hintergrund zu sehen ist. Das Himmelsphänomen tauchte zum ersten Mal vor gut 10 Jahren auf, als es auf einem Satellitenfoto entdeckt wurde. In der letzten Zeit häufen sich die Sichtungen von STEVE.

Der Wettersatellit POES-17 kreuzte die Bahn von STEVE in 800 km Höhe und registrierte keine energiegeladenen Partikel, die bei einem Polarlicht die Magnetosphäre zum Leuchten bringen. Daraus schließen Forscher, dass es sich eben nicht um ein Polarlicht handelt. Doch wie das seltsame Leuchten zustande kommt ist unklar. Klar ist hingegen, dass STEVE nur auftaucht, wenn starke Polarlichter über den Himmel ziehen. STEVE ist in einem Winkel zwischen 4 und 10 Grad zum Äquator versetzt und bildet sich nur in einem engen Zeitfenster um Mitternacht. Das lila Leuchten dauerst selten länger als eine Stunde. Inzwischen ist STEVE zum Objekt der Begierde bei Astronomen und Fotografen geworden. Zwischen März und September begeben sie sich auf die Jagt nach STEVE, denn nur dann erscheint das Phänomen am Himmel. Allerdings wurde Steve noch nie über Skandinavien beobachtet, sondern nur über Nordamerika und Neuseeland.

Wer weiß, vielleicht gibt es ja einen Zusammenhang zwischen dem stark abnehmenden Erdmagnetfeld, der Poldrift und STEVE?

Quelle: Abenteuer Astronomie

Polsprung kann schnell kommen

Schon lange befürchten Wissenschaftler, dass es zu einem Polsprung kommen könnte! Bei einem Polsprung kehrt sich die Polarität des Erdmagnetfeldes um. Der magnetische Nordpol würde dann am geografischen Südpol der Erde liegen, und andersherum. In einer Übergangszeit würde das Magnetfeld der Erde versagen. Die Erde wäre einem verstärkten Bombardement kosmischer Strahlung ausgesetzt, wobei besonders der Sonnenwind ein Problem darstellt. Die Lebewelt würde zwar noch durch die Atmosphäre geschützt werden, doch die Folgen für unser Stromnetz und besonders für Satelliten außerhalb der Atmosphäre wären unabsehbar. Letztere würden sehr wahrscheinlich stark beschädigt werden. Die Folgen wären für die moderne Gesellschaft katastrophal: Kommunikation und Navigation würden zum großen Teil ausfallen. Flugzeuge müssten am Boden bleiben, Schiffe bekämen Probleme. Der interkontinentale Fracht- und Personenverkehr käme zum erliegen. Die Börse würde kollabieren, eine Weltwirtschaftskrise drohen. Das Beunruhigende: es gibt bereits erste Anzeichen eines bevorstehenden Polsprungs. Es könnte also eine ernste Naturkatastrophe drohen!

Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass der Prozess des Polsprungs mehrere Jahrhunderte, bis Jahrtausende dauert. Nun kommt eine neue Studie zu einem erschütternden Ergebnis: Der Polsprung könnte sich in weniger als 100 Jahren vollziehen!

Forscher in einer chinesischen Tropfsteinhöhle. © PNAS via tagesschau.de

Zu dieser Erkenntnis gelangte ein chinesisches Forscherteam, welches Tropfsteine in der chinesischen Sanxing-Höhle untersuchte. Das Alter der Tropfsteine kann ziemlich genau bestimmt werden, ebenso ihre Wachstumsrate. Die Forscher um  Dr. Yu-Min Chou untersuchten die Magnetisierung von Stalagmiten und kamen zu dem Schluss, dass sich vor gut 98.000 Jahren eine sogenannte Exkursion ereignete. Bei diesem Phänomen kehrt sich das Magnetfeld nur kurzfristig um. Allerdings kollabiert auch bei einer Exkursion das Magnetfeld, welches uns vor kosmischer Strahlung schützt. Der gesamte Prozess soll damals 144 Jahre gedauert haben. Einer anderen Studie nach, könnte es vor 41.000 Jahren ebenfalls zu einer Exkursion gekommen sein.

In den letzten 175 Jahren hat sich das Magnetfeld bereits um 10% abgeschwächt. Jährlich verlagert sich der magnetische Nordpol um ca. 50 km und liegt heute bereits unter dem Packeis nördlich von Kanada. Die Polwanderung beschleunigte sich in den letzten Jahrzehnten deutlich. Wir befinden uns also sehr wahrscheinlich schon in einer Zeit der Polumkehrung. Niemand kann genau abschätzen, wie viel Zeit der Prozess noch benötigt, um ihn abzuschließen. Die neue Studie legt nahe, dass es sehr viel schneller gehen könnte, als bisher befürchtet.

Sehr wahrscheinlich wird durch einen Polsprung kein Massen-Aussterben verursacht. Allerdings könnten Tiere die sich am Magnetfeld orientieren Probleme bekommen: vor allem Vögel, aber auch Wale und Insekten könnten darunter leiden. Durch den verstärkten Strahlungssturm in der oberen Atmosphäre würde die Ozonschicht ausdünnen. In den Polregionen könnte mehr UV-Strahlung die Erde treffen. Die Gefahr von Hautkrebs-Erkrankungen würde steigen. Ob auch das Stromnetz kollabieren wird, oder ob elektrische Geräte zerstört werden würden ist unklar. Falls ja, wäre dieses Ereignis fatal für unsere modernen Zivilisation. Dass der Mensch einen Polsprung überleben kann, gilt ebenso als gesichert: Zur Zeit der Exkursion von vor 98.000 Jahren lebten bereits unsere direkten Vorfahren und auch der Neandertaler überlebte das Ereignis. Der letzte echte Polsprung fand vor 780.000 Jahren statt. Auch damals wanderten bereits Hominiden auf unserem Planeten. Im Schnitt kam es alle 280.000 Jahre zu einem Polsprung. Statistisch gesehen wäre einer überfällig. Sollte das Magnetfeld kollabieren, würde es auch keine Nordlichter mehr geben.

Weitere Links zum Thema:

Polsprung und Laschamp-Ereignis

Quelle: PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1720404115, Studienteilnehmer: Dr. Yu-Min Chou (Southern University of Science and Technology), Professor Chuan-Chou Shen (National Taiwan University), Professor Andrew Roberts  (Australian National University)

Island: neue Erdlöcher und Spalten entdeckt

Im isländischen Hochland wurden jüngst mehrere Erdlöcher (Erdfälle) und Spalten entdeckt, die sich in den letzten Tagen bildeten. Die meisten Spalten öffneten sich im Bereich des Tungnafellsjökull, welcher in Nachbarschaft zum Vatnajökull liegt. Die Spalten sollen bis zu 200 Meter tief hinab reichen, sind allerdings schon wieder verfüllt, so dass man nur relativ flache Vertiefungen sieht. Das lockere Lava-Material, aus dem der Boden des Hochlandes besteht, rutscht von alleine in die Spalten hinein. Daher droht wohl keine große Gefahr für Wanderer, trotzdem soll man vorsichtig sein. Da sich einige Erdlöcher direkt neben Pisten bildeten, besteht für Autofahrer sehr wohl eine Gefahr: auch wenn die Löcher zum größten Teil verfüllt sind, reichen die verbleibenden Vertiefungen aus, um ein Fahrzeug zu schrotten.

In einem Zeitungsinterview im Morgunblaðið meinte der Geophysiker Páll Einarsson, dass die neuen Spalten im Zusammenhang mit der Aktivität des Bardarbunga-Vulkans bildeten. Durch das Absinken der Caldera unter dem Vatnajökull, geraten umliegende Gesteinsschichten unter Druck und bilden Risse. Zwar handelt es sich bei den beiden Vulkanen Bardarbunga und Tungnafellsjökull um 2 unabhängige Systeme, doch wurde schon öfters beobachtet, dass sich Änderungen im Bardarbunga-Grimsvötns-System auf den Bereich des Tungnafellsjökull auswirken. So gab es bereits nach der Gjalp-Eruption im Jahr 1996 entsprechende Spalten und Löcher im weiteren Umland des Vatnajökulls.

Ein Areal mit Erdlöchern und Spalten liegt an der Sprengisandur-Route, 2,4 km nördlich der Nyidalur-Furt. Ein Weiteres bei der Furt des Flusses Hagakvísl, 300 m stromabwärts.

Kilauea: geringe Aktivität

Am Kilauea auf Hawaii ist die Situation stabil: In 2 schloten der spalte 8 brodelt noch etwas Lava, allerdings gibt es keine oberflächlich sichtbaren Lavaströme mehr. Inzwischen gibt es Überlegungen, ob man Spalte 8 als eigenständigen Kegel, bzw. Nebenvulkan betrachten soll und ihn einen eigenen Namen geben soll.

Die Bootsrampe bei Pohoiki wurde von der Lava des Ocean Entrys verschont, allerdings ist der Eingang der Bucht durch eine Sandbank blockiert. Die Bucht ist vom Meer abgeschnitten. Aber wer weiß, vielleicht bildet sich dort ein neues Thermalbecken, wie sie in Kapoho von der Lava zerstört wurden.

Die Bucht von Pohoiki ist durch eine Sandbank vom Meer abgeschnitten. © USGS

Klimawandel: Kippelemente und Heißzeit

Die aktuelle Hitzewelle und Dürre in Deutschland, Europa und großen Teilen der Nordhalbkugel, scheint die Menschen für das Thema globaler Klimawandel zu sensibilisieren. So berichten die Medien heute über neue Forschungsergebnisse eines internationalen Teams, welche in einem Paper im Rahmen des „Proceedings“ der US-nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht wurden. Das Team setzte sich aus u.a. Mitarbeitern des Potsdamer Institut für Klimaforschung und Stockholm Resilience Centre zusammen. Eigentlich wurden die „neuen Forschungsergebnisse“ schon länger vermutet und wurden schon in den verschiedensten Medien diskutiert.

Die neue Erkenntnis der Forschungsarbeit soll darin liegen, dass es Kippelemente im Klimasystem gibt, die einen Dominoeffekt auslösen könnten: werden bestimmt Prozesse erst einmal in Gang gebracht, dann könnten sie automatisch weiter ablaufen, selbst wenn der anthropogene Ausstoß an klimaschädlichen Gasen gestoppt werden würde. Als Beispiele werden Störungen von Ökosystemen herangeführt, wie z.B. das Verschwinden des Amazonas-Regenwaldes, das Abschmelzen des grönländischen Inlandeises, oder das Freisetzen von Methanhydraten. Wenn nun also das Grönländische Inlandeis schmilzt, wird die Albedo verringert. Das Gestein heißt sich auf und die Atmosphäre erwärmt sich weiter. Dadurch steigen auch die Temperaturen im Meer, was bewirken könnte, dass vermehrt Methanhydrate freigesetzt werden. Ist dieser Prozess erst einmal in Gang gesetzt, lässt er sich quasi nicht mehr stoppen, selbst wenn eine weitere Erwärmung von Menschenhand gestoppt wird: die globalen Temperaturen steigen weiter!

Selbst wenn die globale Klimaerwärmung auf 2 Grad begrenzt werden könnte, wie es das Pariser Klimaabkommen bewirken soll, dann könnten schon einige Kippelemente in Gang gesetzt worden sein. Eine Erwärmung des Klimas um 4-6 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts könne dann nicht mehr aufgehalten werden. Der Temperatur-Korridor, bei dem diese Kippelemente in Gang gesetzt werden könnten, liegt bei einer Temperaturerhöhung von 1,5-2 Grad, gegenüber den Temperaturen vor Beginn der Industrialisierung. In diesem Jahr liegt die globale Durchschnittstemperatur bereits bei 1,5 Grad über diesem vorindustriellen Wert und ich gehe einmal davon aus, dass wir bereits verschiedene Kippelemente in Gang gesetzt haben. In früheren Modellen zum Klimawandel wurden scheinbar die Jetstreams unterschätzt. Der Verlauf der Höhen-Luftströmungen hat sich in den letzten Jahren verändert. Diese Veränderungen bewirken z.B. dass es über Mitteleuropa immer häufiger zu Omega-Wetterlagen kommt: ein Hochdruckgebiet wird zwischen zwei ortstabilen Tiefdrucksystemen eingekeilt und bewegt sich praktisch nicht vom Fleck. So eine Wetterlage ist derzeit für unsere Dürre verantwortlich.

Meiner Meinung nach benötigt man nicht immer neue Theorien zum Klimawandel, sondern kann zukünftige Entwicklungen aus Daten des Paläo-Klimas ablesen. Sicherlich spielten bei den Ereignissen im Karbon und Perm noch weitere Faktoren eine Rolle, eine Entscheidende findet sich auf jeden Fall in der Bildung der Kohlelagerstätten. In der 60 Millionen Jahre umfassenden Epoche des Erdzeitalters Karbon wurden große Mengen Kohlenstoff in der Erde eingelagert, indem gewaltige Mengen Biomasse (Bäume, Algen) in Kohle und Erdöl umgewandelt wurden. Die Biomasse entzog vorher der Atmosphäre das Kohlendioxid, welches in Kohlenstoff umgewandelt wurde. Der Entzug des Kohlendioxids aus dem Kreislauf bewirkte schon damals einen radikalen Klimawandel: In der nachfolgenden Epoche Perm war die Erde zeitweise fast komplett mit Eis bedeckt, da die Durchschnittstemperaturen um 10 Grad fielen. Die Kohlendioxid-Konzentration der Luft hatte sich von 1000 ppm auf 100 ppm verringert. Heute liegt sie bei 400 ppm. Was früher Jahrmillionen dauerte, schafft der Mensch in Jahrzehnte: wir verbrennen die eingelagerten Kohlenwasserstoffe und setzen den Kohlenstoff wieder in Form von Kohlendioxid frei. Der Klimawandel geht so schnell von statten, wie noch nie zuvor in der Geschichte der Erde. So ein radikaler Wandel zieht für gewöhnlich ein Artensterben mit sich, welches wir bereits beobachten können.

Inzwischen ist es eigentlich zu spät, um das Ruder noch herumzureißen! Die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft verschlafen die Situation, oder Sitzen sie einfach aus! Notwendige drastische Maßnahmen zu ergreifen wäre unpopulär und würde vor allem das Wirtschaftswachstum ausbremsen. Dabei stecken in neuen Technologien ja auch neue Verdienstchancen.

Generell kann der Einzelne nur versuchen, so wenig wie möglich zu konsumieren und mit den Ressourcen sparsam umzugehen. Zudem können Vorsorgemaßnahmen getroffen wären, wie z.B. krisensichere Anlagestrategien zu verfolgen und sich zu überlegen, wie man sich wenigstens teilweise selbst versorgen, bzw. Versorgungsengpässe überbrücken kann. Langfristiges und nachhaltiges Denken und Handeln ist angesagt. Dazu zählen auch eigenes Wassermanagement (Zisternen, Wassertanks), Schutz vor Überflutungen und Stürmen, Stromversorgung (Solarzellen, kleine Windturbinen) und Gruppenbildung. Letzteres ist besonders wichtig, um in Krisenzeiten gesellschaftlichen Rückhalt zu gewinnen. Doch dazu demnächst mehr.