Sabancaya: neue Eruptionen

Gestern machte mich vulkane.net Leser Heiko auf neue Eruptionen am Sabancaya aufmerksam. Heiko ist in Peru und war Zeuge des Wiederauflebens der vulkanischen Aktivität. Es wurden mehrere Aschewolken generiert die bis zu 4 km über Kraterhöhe aufstiegen und 40 km weit über das Land drifteten. Die Behörden reagierten schnell und erhöhten die Warnstufe auf „orange“.  Leider lädt die Website von INGEMMET nicht vollständig, so dass Webcam-Blicke versagt bleiben.

In Guatemala kommt es am Fuego wieder zu explosiven Eruptionen. Diese vulcanianischen Eruptionen lassen Vulkanasche in Höhen von 4700 m aufsteigen. Die Explosionen sind in 10 km entfernten Orten zu hören.

Piton Fournaise: Tremor fluktuiert

Vorgestern Abend stieg der Tremor am Piton Fournaise wieder stark an und erreichte kurzfristig fast wieder so ein hohes Niveau, wie zur Anfangsphase der Eruption. Leider gibt es keine Echtzeitgrafik, aber ich vermute, dass der Tremor wieder deutlich gesunken ist. Der Lava-Ausstoß ist relativ gering und schwankt zwischen 1 und 3 Kubikmeter. Die Wärmestrahlung schwankt mit und liegt zwischen 600 und 800 MW. Die Daten im Original gibt es beim OVPF.

Das VAAC Tokyo registrierte in den letzten 24 Stunden 5 Eruptionen des japanischen Inselvulkans Suwanose-jima. Vulkanasche stieg bis zu 2 km hoch auf. Der Karymsky auf Kamtschatka eruptierte im gleichen Zeitraum 2 Mal.

Piton Fournaise: Eruption geht schwach weiter

Auf dem aktuelle LiveCam Foto vom Fournaise sieht man, dass sich die Eruption auf schwachem Niveau stabilisiert hat. Ein Schlot speist eine wenige Meter hohe Lavafontäne von der ein Lavastrom ausgeht. Dieser ist insgesamt 2,2 km lang. Ich denke, im Augenblick ist er nur auf eine Länge von einige Hundert Metern aktiv. Die Wärmestrahlung liegt bei relativ konstanten 900 MW. Der Tremor ist deutlich zurückgegangen und geht mit geringer Intensität weiter. Erdbeben wurden in den letzten 24 h nicht registriert.

Der Turrialba in Costa Rica emittierte seit gestern mehrere kleine Aschewolken. Sie wurden vom Wind schnell seitwärts verfrachtet, so dass sie nur wenige Hundert Meter hoch aufstiegen.

 

Poás: Ascheeruption

In den letzten Tagen ereigneten sich mehrere kleine Ascheeruptionen am Poás in Costa Rica. Die letzte fand gestern Morgen um 6.30 Uhr Ortszeit statt. Der Kratersee ist schon seit längerem verdampft, wodurch die Eruptionen weniger spektakulär aussehen. 

Vergleichbare Vulkanausbrüche werden auch vom Reventador in Ecuador gemeldet. Hier muss allerdings glühende Tephra involviert sein, da der Vulkan derzeit eine Wärmestrahlung von 82 MW emittiert. 

Der Ätna auf Sizilien stieß auch etwas Vulkanasche aus. Es wird eine schwache Wärmesignatur angezeigt. In den letzten Tagen stand der Vulkan in den Schlagzeilen, da die DLR dort einen Rover testete.

Ol Doinyo Lengai: Inflation

Der Ol Doinyo Lengai steht heute seit langer Zeit mal wieder in den Schlagzeilen. Laut einem Bericht von NatGeo, hat letztes Jahr ein Forscherteam um Dr. Sarah Stamps ein Beobachtungsnetzwerk am Vulkan in Tansania installiert. Nun wird seit Anfang dieses Jahres eine Zunahme der Inflation beobachtet. Außerdem gibt es weitere Hinweise, dass sich am Vulkan etwas tut. So würde sich ein großer Riss im Gipfelbereich des Vulkans immer weiter vergrößern. Die Geophysikerin spricht auch über kleine Ascheeruptionen und Kegel (Hornitos) die sich neu formieren würden: „There are increased ash emissions, earthquakes, uplift at small volcanic cones, and an ever widening crack at the top of the volcano on the west side,” sagt sie. “These are all signs of volcanic deformation that will likely lead to an eruption sooner rather than later.“

Auf der anderen Seite heißt es im gleichen Artikel, dass Mitarbeiter der Anthropologin Liutkus-Pierce meinten, dass die Massai vor Ort keine Anzeichen für eine bevorstehende Eruption sehen, der Vulkan sei ruhig.

Die letzte große eruptive Phase des Ol Doinyo Lengai ist nun 10 Jahre her. Mehrere Monate bevor die damaligen Paroxysmen begannen, zeigte der Vulkan eine deutlich erhöhte Tätigkeit seiner Natriumkarbon-Lava im Gipfelkrater. 

(Quelle: NatGeo)

Piton Fournaise: Neue Eruption

Update 15.07.17: Die Eruption scheint sich bereits ihrem Ende zu nähern. Gestern Morgen waren entlang der 450 m langen Spalte, bis zu 7 größere und mehrere kleine Fontänen aktiv, am Abend waren es noch 3. Heute Morgen sieht man nur Gas aufsteigen. Gestern erreichte der Lavastrom eine Länge von ca. 3 km. In kurzer Zeit ist verhältnismäßig viel Lava ausgetreten. Die Wärmestrahlung ist stark rückläufig, liegt allerdings noch bei 1081 MW. Gut möglich, dass der Lavastrom noch aktiv ist.

Originalmeldung: Der Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion ist heute Nacht um 0.50 Uhr (Ortszeit) ausgebrochen. Am Fuße des Dolomieu öffnete sich eine Eruptionsspalte aus der kleine Lavafontänen aufsteigen. Diese generieren einen Lavastrom. MIROVA zeigt eine sehr hohe Wärmesignatur von mehr als 4000 MW. Den Vulkanausbruch kann man via LiveCam, oder vom Piton de Bert aus beobachten. Der Zugang zur Caldera wurde gesperrt.

Mexiko: Neue hydrothermale Aktivität

Der Kringel markiert das neue Hyrdothermalgebiet. Der rote Punkt rechts Unten den Paricutin. © Google

Vereinsmitglied Manfred Meyer entdeckte eine interessante Meldung aus Mexiko, die in den dortigen Medien die Runde macht: am Sonntag alarmierten besorgte Bürger aus Pueblo Viejo den Zivilschutz, weil sich am Rande eines Fußballplatzes neue Fumarolen und heiße Quellen gebildet hatten. Die Dämpfe der Fumarolen sollen über 200 Grad heiß sein. Zudem wurden 2 verbrannte Ziegen gefunden. Die Einheimischen sprechen auch von ausgetretener Lava. Man befürchtet nun, dass ein neuer Vulkan entstehen könnte. Was sich nun erst einmal weit hergeholt anhört, könnte in der Region des Lago de Chapala (nahe der Stadt Guadalajara) tatsächlich Realität werden. Vor gut 3 Jahren wurden am Ufer des Sees bereits neue heiße Quellen gesichtet. In Ixtlán de los Hervores gibt es ein Thermalgebiet. Dort sprang auch ein neuer Geysir. 

Das gesamte Gebiet liegt in einer vulkanisch aktiven Zone am Rande des Michoacán-Guanajuato-Vulkanfeldes, zu dem auch der Paricutin zählt. Dieser monogenetische Schlackenkegel entstand 1943 auf einem Acker. Das Vulkanfeld besteht aus mehr als 900 dieser Schlackenkegel. Statistisch gesehen bilden sich 2 neue Kegel pro 1000 Jahre. Diese Statistik würde eher dagegen sprechen, dass wir in absehbarer Zeit tatsächlich Zeugen einer Geburt eines Vulkans werden, gänzlich auszuschließen ist dies aber nicht. 

Das Video zeigt die aktuelle Situation im Pueblo Viejo. Dank an Jörg Harm der mir den Link schickte.

Fuego: Zunahme der Aktivität

Der Fuego in Guatemala steuert wieder auf einen Paroxysmus zu. MIROVA registriert heute eine Wärmestrahlung von 148 MW und der Tremor ist erhöht. Leider sind die LiveCams offline, so dass visuelle Bestätigung der Daten fehlt.

Am Ätna auf Sizilien sichtete Boris Behncke vom INGV heute kleine Aschewolken, die vom Neuen Südostkrater ausgingen. Zudem wurden in den letzten Tagen mehrere Erdbeben in Tiefen weniger als 5 km registriert, die sich in Richtung der Zentralkrater verlagern. Es ist sehr gut möglich, dass es in nächster Zeit wieder vulkanische Aktivität am Ätna zu bewundern gibt.

Maly Semyachik: Eruption registriert

Am Vulkan Maly Semyachik auf Kamtschatka hat es laut VAAC Tokyo eine Eruption gegeben. Gestern wurde in 3 km Höhe  eine Aschewolke registriert. Der entlegene Vulkan ist für seinen intensiv blau gefärbten Kratersee bekannt. Auf KVERT ist derzeit noch nichts von diesem Ausbruch zu lesen.

Der Klyuchevskoy dominiert derzeit das Geschehen auf der sibirischen Halbinsel. Bei mehreren Eruptionen pro Tag steigt die Vulkanasche steigt bis zu 2 km über den Krater auf.

Fuego: Steigerung der Aktivität

In den letzten Tagen nimmt die explosive Tätigkeit am Fuego in Guatemala leicht zu. Gestern registrierte INSIVUMEH 5-8 mittelstarke Eruptionen pro Stunde. Vulkanasche erreichte eine Höhe von 4800 m über NHN. Die Asche driftete bis zu 10 km in südöstlicher Richtung. Es ist nicht unwahrscheinlich, das der Fuego wieder auf einen neuen Paroxysmus zusteuert. 

Am Pacaya wurde leichter Tremor registriert und nächtliches Kraterglühen bescheinigt. Es ist gut möglich, dass es kleine Strombolianer im Mc Kenney Krater gibt.

Das VAAC Tokyo registrierte in den letzten 24 Stunden 5 Eruptionen des Klyuchevskoy auf Kamtschatka. Sporadisch meldet sich auch der Karymsky zu Wort. Um den Shiveluch ist es etwas ruhiger geworden, dennoch ist er mit täglichen Eruptionen vertreten.

Die Vulkaninsel Nishinoshima wächst weiterhin. Hier gibt es auch sporadische Ascheeruptionen. Das Eiland liegt gut 1000 km südlich von Tokyo und zählt zu den jüngsten Inseln der Erde. Genaueres lest ihr im neuen Steckbrief Nishinoshima