Ätna: weitere schwache Erdbeben

Update: Heute Abend bebt die Erde am Ätna weiter. Es ereigneten sich weiter Erdbeben mit Magnituden um 2 bei Adrano. Tiefen zwischen 13 und 25 km.

Original: Unter der Südwestflanke des Ätnas auf Sizilien bebte wieder die Erde. Insgesamt wurden 7 Beben registriert. Die 2 Stärksten hatten die Magnituden 2,3 und 3,3. Die Hypozentren lagen in 3 und 6 km Tiefe und verlagerten sich gegenüber der letzten Bebenserie weiter Richtung Süden.

Ätna: Schwarmbeben

Am Vulkan Ätna auf Sizilien manifestierte sich heute Nachmittag ein Schwarmbeben: EMSC registrierte bisher 15 Erdbeben mit Magnituden größer als 2. Das Stärkste brachte es auf Mw 3,1. Die Hypozentren liegen unter dem Ort Adrano auf der Südwestflanke des Vulkans, in Tiefen zwischen 10 und 20 km. Vermutlich werden die Erdbeben von aufsteigendem Magma hervorgerufen, wobei auch eine tektonische Ursache denkbar wäre. Erfahrungsgemäß wird es zahlreiche schwächerer Erdbeben geben die bei EMSC nicht angezeigt werden. Auf der Seismik des INGV hält sich die Zahl schwacher Signale in Grenzen, was an der Empfindlichkeit der Einstellungen liegen kann.

Im Dezember letzten Jahres ereignete sich, in 4 km Entfernung zum jetzigen Beben, ebenfalls ein Schwarmbeben. Im Februar 2017 begannen dann neue Paroxysmen.

Ätna: Zunahme der Seismik

In den letzten 2 Tagen hat die Tätigkeit schwacher Erdbeben am Ätna deutlich zugenommen. Unter der Südflanke ereignete sich ein Schwarmbeben in mittlerer Tiefe zwischen 15 und 5 km. Somit wird der Vulkan wieder deutlich munterer. Leider funktioniert derzeit die Tremoranzeige auf der Seite des INGV nicht, so dass ein wichtiges Instrument zur seismischen Beobachtung fehlt.

Ätna: Rückkehr der Aktivität

Seit gestern zeigt der Ätna auf Sizilien ein Wiederaufleben der Aktivität: aus dem Sattelvent zwischen den beiden Südostkratern wird sporadisch Vulkanasche ausgestoßen. Laut Dr. Boris Behncke vom INGV handelt es sich dabei überwiegend um altes Material. Es ist aber bestimmt nur eine Frage der Zeit, bis sich wieder strombolianische Eruptionen manifestieren.

Zudem wurden in den letzten 3 Tage mehrere Erdbeben unter der Südostflanke des Ätna registriert, deren Hypozentren in weniger als 5 km Tiefe lagen. Diese Erdbeben könnten von aufsteigendem Magma verursacht worden sein. In den Wochen zuvor war die Seismik ungewöhnlich niedrig.

Ätna: hot spots

Auf der Thermalcam des INGV sieht man heute mehrere “hot spots” im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters. Diese Hochtemperatur-Fumarolen sind Anzeichen eines hohen Magmastands im Förderschlot. Zudem gab es am Wochenende einige Erdbeben mit Magnituden um 2, die sich in Tiefen von mehr als 15 km im Westen des Vulkans ereigneten. Diese Beben liefern Indizien dafür, das Magma im Bereich des oberen Erdmantels in die Kruste eindringt und aufsteigt. Am Ätna bleibt es also spannend.

Spannend, oder zumindest interessant ist eine Meldung von Bardarbunga auf Island: heute manifestierten sich 2 Erdbeben Mw 4,0 und 3,2 (EMSC) in 2 und 8 km Tiefe. Es folgten zahlreiche schwächere Beben.

Ätna mit Geysir verglichen

Die “Ausbruchsversuche” die der Ätna in den letzten Tagen regelmäßig alle 8 Stunden probte, wurden vom Vulkanologen Marco Neri mit dem Verhalten eines Geysirs verglichen. Statt Wasser, würden Fluide (sprich Magma) im Fördersystem aufsteigen. Bis gestern spiegelte sich dieses seltsame Verhalten des Vulkans in einem plötzlichen Anstieg des Tremors wieder, der mit einer kurzen Phase strombolianischer Tätigkeit aus dem Sattelvent assoziiert war. Seit gestern Morgen ist es allerdings wieder ruhig am Ätna.

Weniger ruhig ist es hingegen am Shiveluch in Kamtschatka. Der Vulkan eruptiert mehrmals täglich und Vulkanasche driftet weit in südöstlicher Richtung. Der benachbarte Klyuchevskoy ist ebenfalls aktiv.

Auf der indonesischen Insel Sumatra eruptierte der Sinabung eine Aschewolke die 4 km hoch aufstieg. Dies war die stärkste Eruption einer Serie die sich in den letzten Tagen am Vulkan manifestierte.

Ätna: Ausbruchsversuche

In den letzten 2 Tagen gab es am Ätna auf Sizilien mehrere Versuche einen Ausbruch zu starten. Was sich jetzt vielleicht nach dem Anfang eines Gefängnisromans liest, bezieht sich allerdings nicht auf Gardinen in Schweden, sondern auf eine versuchte vulkanische Eruption: auf der Tremorgrafik sieht man mehrere Spitzen. Dr. Boris Behncke vom INGV berichtet zudem von strombolianischen Eruptionen aus dem neuen Südostkrater, die mit diesen Ausbruchsversuchen korrelierten. Es stellt sich die Frage was als nächstes passiert? Schafft die alte Dame Ätna es noch einmal, das Magma bis ganz nach oben zu pumpen, oder sucht es sich gar einen anderen Weg? Um bei dem Bild eines Gefängnisausbruchs zu bleiben: ein seitlicher Tunnel wäre ganz nett. Aber das sind nur die Fantasien eines gelangweilten Autors.

Spannender ging es dagegen am Shiveluch auf Kamtschatka zu: hier krepierten die Eruptionen nicht, sondern brachen voll durch. In den letzten 2 Tagen registrierte das VAAC Tokyo 15 Aschewolken, die vom Dom des Vulkans ausgingen. Die Eruptionen hingen sehr wahrscheinlich mit partiellen Domkollaps und der Bildung pyroklastischer Ströme zusammen.

Ätna: neue Eruption

Gestern Abend setzte am Ätna auf Sizilien ein erneuter Vulkanausbruch ein: Ort des Geschehens ist wieder der Neue Südostkrater. Dieser eruptiert strombolianisch und 2 Lavaströme, die in unterschiedlichen Richtung fließen. Beide Lavaströme fließen ins Valle del Bove. Einer nimmt den üblichen Weg auf der Südseite des Neuen Südostkraters, der Zweite fließt über die Nordseite. Der Tremor ist höher als bei der letzten Eruption. Nach dem initialen Peak ist er momentan wieder rückläufig. Mal sehen, ob er sich stabilisiert. Das Wetter ist bescheiden und es ergeben sich nur dunstige Blicke via LiveCam.

Heute eruptierte auch der Sakurajima zum 2. Mal seit dem 25. April. Vulkanasche wurde vom VAAC Tokyo in 3 km Höhe registriert. Es war die 8. Eruption in diesem Jahr.

Ätna: neuer Lavastrom

Update: Der Tremor ist Rückläufig und sehr wahrscheinlich auch die Förderrate der Lava. Derweilen berichtet Stefan Tommasini davon, dass der Zugang zum Lavastrom wieder limitiert wurde: Touristen ist es nur erlaubt bis auf einer Höhe von 2700 m aufzusteigen. Bergführer und Zivilschutz kontrollieren vor Ort und schicken jeden der Höher hinauf will zurück! Mein persönliches Resume aus den neuen Kontrollen: der Ätna ist für mich als Vulkanfilmer derzeit uninteressant!

Originalmeldung: Am Ätna auf Sizilien fließt wieder ein Lavastrom. Er ergießt sich aus einem neuen Förderschlot kurz unter dem Sattelvent zwischen dem Neuen- und Alten Südostkrater. Scheinbar kam es zu einem Kollaps des neuen Kegels auf dem Sattelvent. Die Lava befindet sich kurz vor dem Valle del Bove. Heute Vormittag war noch alles ruhig am Vulkan, die Lava muss recht schnell unterwegs sein! Der Tremor ist erhöht und zeigt einen Sprung, als die Eruption plötzlich begann.

Ätna: neue Verordnung

Während sich die Lavastromtätigkeit am Ätna weiter deutlich reduziert hat und praktisch komplett zum Stillstand gekommen ist, werden die Behörden der unterschiedlichen Gemeinden nicht müde neue Verordnungen zu erlassen: zumindest, wenn man sich von Nicolosi aus nähert, darf man nun alleine wieder bis auf einer Höhe von 2800 m aufsteigen. Mit Führer sind noch 150 m mehr drin. Schluss ist also derzeit bei 2950 m. Ob diese neue Verordnung auch gilt, wenn man sich von den Gemeinden Belpasso und Ragalna aus nähert ist nicht klar. Hier galten bisher Maximalhöhen von 2350 m, bzw. 2200 m, wenn man solo geht. Dies teilte mir der Ätna-Guide Andrea Ercolani (Siciltrek, deutschsprachig) mit.

Die höheren Regionen des Ätnas sind derzeit schwer zugänglich, da die neuen Lavaströme die Pisten und Pfade oberhalb des “Belvedere” zerstörten. Erfahrungsgemäß dürfte die Piste relativ schnell wieder instand gesetzt sein, doch die Trampelpfade über die neuen Lavaströme dürften ein Weilchen recht unbequem zu gehen sein. Was wir jetzt bräuchten wären ein paar Paroxysmen, die alles mit feiner Vulkanasche bedecken!