Ätna: zahlreiche Verletzte

Update 19.30 Uhr: Auf der LiveCam sieht es so aus, als würde sich relativ viel Lava aus einem Schlot an der Basis des Südostkraterkegels ergießen. Zudem hat es ein paar schwache Erdbeben im Norden des Vulkans gegeben. Hypozentren liegen bei Linguaglossa in 11 km Tiefe.

Originalmeldung: Heute Vormittag ereignete sich nahe der Front des Lavastroms eine phreatische Explosion: an einer Stelle mit besonders viel Schnee und vermutlich einer Senke in der sich Schmelzwasser gesammelt hatte, kam es beim Kontakt mit der Lava zu einer Wasserdampfexplosion. Dabei wurden Lavabrocken vom Lavastrom durch die Luft geschleudert. Diese trafen zahlreiche Schaulustige, die am Lavastrom im Bereich des „Belvedere“ auf 2700 m Höhe unterwegs waren. Unter den Verletzten waren mehrere Mitarbeiter des INGV Catania. Der Chef des Alpenvereins der Ortsgruppe Catania beobachtete das Geschehen von einer Pistenraupe aus und half den Verwundeten. Nach bisherigen Informationen sind die Verletzungen eher leicht. Mein Freund Dr. Boris Behncke hat eine Blessur am Kopf davon getragen, ansonsten ist er aber wohlauf.

Derzeit stößt der Ätna eine Aschewolke aus, der Tremor ist ein wenig rückläufig. Am besten lässt sich das Geschehen via LiveCams von Studio7 beobachten.

Ätna: Zunahme der Aktivität

Update 16.03.2017: Die Eruption aus dem Südostkrater hält weiter an. Nachts öffnete sich ein Förderschlot an der Basis des Kraterkegels und der Lavastrom geht nun von diesem neuen Förderschlot aus. Dieser überrollte bereits die Gegend am Torre del Filosofo und nahm Kurs auf das Valle del Bove, ohne dieses bisher zu erreichen. Die Öffnung des neuen Schlotes ging mit einer Abnahme des Tremors und der strombolianischen Eruptionen einher. Beide haben sich auf moderatem Niveau stabilisiert.

Update 20.00 Uhr: Wie heute Morgen vermutet steigerte sich die Eruption weiter und es begann ein Lavastrom zu fließen. Die Strombolianer wurden zu einer kleinen Lavafontäne. Diese Ausbrüche folgen dem gleichen Schema wie die Paroxysmen, verlaufen allerdings weniger explosiv und dauern daher länger. Auf einigen LiveCams ist das Spektakel zu beobachten. Wolken im Valle del Bove behindern die Sicht über Cams im Osten des Vulkans.

Originalmeldung: Am Ätna nimmt die vulkanische Aktivität aus dem Sattelvent zwischen den beiden Südostkratern weiter zu. Die strombolianischen Eruptionen pulsen nun wieder kontinuierlich und es wird sich sehr wahrscheinlich bald wieder ein Lavastrom manifestieren. Tremor steigt leicht an. Auf der Seismik sieht man eine leichte Erhöhung des Signals. Der neue Kegel auf dem Sattelvent wächst unaufhörlich und so verschmelzen der „Alte Südostkrater“ und der „Neue Südostkrater“ zu einem Kegel mit mehreren Förderschloten. Von daher werde ich in künftigen Nachrichten nur noch vom „Südostkrater“ sprechen.

Interessant ist ein kleines Schwarmbeben das sich an einem Seamount nördlich von Stromboli ereignete.

Erdbeben in der Eifel

Am Rand der Vulkaneifel manifestierte sich ein Erdbeben der Magnitude 2,7. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe und gut 15 km südöstlich von Mendig und dem Laacher See Vulkan. Das (stillgelegte) Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich bei Koblenz liegt noch näher am Epizentrum. Die Erdbebenwarte Bensberg registrierte bereits in den letzten Tagen mehrere Erdbeben mit Magnituden zwischen 1 und 2.

Nun stellt ein Erdbeben dieser Magnitude keine ernste Bedrohung dar, aber es verdeutlicht, dass die Region seismisch aktiv ist. Mit Erdbeben in Deutschland ist in der Tat jederzeit zu rechnen, besonders entlang des Rheingrabens.

Ätna: strombolianische Aktivität verstärkt

Gestern Abend verstärkte sich die strombolianische Aktivität aus dem Neuen Südostkrater weiter. Explosionen konnten im Minutentakt beobachtet werden. Die Quelle der Eruptionen war der neue Kraterkegel über dem Sattelvent.

Der Kilauea auf Hawaii ist weiterhin aktiv. In der Gipfelcaldera  brodelt ein Lavasee und ein Weiterer ist im Pu’u ‚O’o aktiv. Lavastrom 61 g fließt ins Meer und generiert einen Lavafall. Die Lavaausbrüche auf der Pali sind seltener geworden. In unserer Facebookgruppe wurden 2 Meldungen von Vulkanfreunden geteilt, die im Sperrgebiet der Gipfelcaldera erwischt wurden. Die Konsequenzen waren wenig erfreulich. Ein Betroffener zitiert die Aussage eines Rangers, nachdem das gesamte Gebiet mittlerweile sehr gut überwacht wird. Dies deckt sich mit meiner Beobachtung vom August letzten Jahres, wo ich eine gut versteckte Fotofalle im Sperrgebiet entdeckte.

In Peru ist der Sabancaya weiterhin aktiv und fördert sporadisch Aschewolken die relativ hoch aufsteigen können.

Der indonesischen Vulkan Sinabung zeichnet sich durch anhaltendes Domwachstum aus. Der Dom steht wieder kurz davor eine kritische Größe zu erreichen und man rechnet mit seinem partiellen Kollaps. Dabei werden dann pyroklastische Ströme erzeugt.

Vor der Küste Strombolis ereigneten sich mehrere schwache Erdbeben. Der „Dauerbrenner des Mittelmeeres“ ist seit seiner letzten Episode mit Lavastromtätigkeit im August 2014 nur noch sporadisch aktiv. Vielleicht stellen die Erdbeben ein Indikator dar, dass sich das bald wieder ändert.

Ätna: Drohen-Footage und strombolianische Eruptionen

Am Ätna auf Sizilien finden erneut strombolianische Eruptionen statt. Ort des Geschehens ist wieder der Sattelkrater zwischen den beiden Südostkratern. Es ist nicht unwahrscheinlich das sich die Aktivität in nächster Zeit wieder deutlich steigern wird.

Derweilen seht ihr hier meine Drohnen-Aufnahmen vom Ätna, die ich in der letzten Woche filmte. Wenn ihr über einen entsprechenden Monitor verfügt, könnt ihr das Video in 4k UHD anschauen. Zwar endete die Eruption bei meiner Ankunft, aber wenigstens spielte das Wetter mit, so dass ich die Kameradrohne einsetzen konnte.

Ätna: neue Luftaufnahmen

Ich war für ein verlängertes Wochenende am Ätna und filmte neue Luftaufnahmen mit der Kameradrohne. Das Wetter spielte zum Glück mit und ich erwischte einige recht windstille Stunde in der Gipfelregion. Weniger Glück hatte ich mit dem Vulkanausbruch:  dieser stoppte pünktlich bei meiner Ankunft am Vulkan.

Hier erste Standbilder aus den Videos. Selbige folgen bald.

Ätna: kleine Lavafontäne

Video: Dr. Boris Behncke INGV

Update 28.02.2017: Die Aktivität am Ätna auf Sizilien hält weiterhin an, ist allerdings schwächer als in der Initialphase gestern Abend. Der Tremor hat sich auf einem moderaten Niveau stabilisiert. Tagsüber sehen die Explosionen unspektakulär aus, da wenig Vulkanasche gefördert wird. Es ist bereits ein kleiner Kegel auf dem Sattel zwischen Alten- und Neuen Südostkrater entstanden. Der Lavastrom scheint noch zu fließen. Die Lavafront reicht bis auf Höhe des Torre del Filosofo hinab, fließt aber westlich davon am Krater von 2002 vorbei. Von dem ehemaligen Gebäude dort ist mittlerweile nichts mehr zu sehen.

Bei der Aktivität handelt es sich um einen irregulären Paroxysmus, der weniger explosiv verläuft, als in vorangegangenen Episoden der letzten Jahre. Dafür dauert die Hochphase länger. Ungewöhnlich ist auch die Richtung in der die Lava fließt. Bei den Paroxysmen der vergangenen Jahre floss die Lava überwiegend in östlicher Richtung ins Valle del Bove. Bei diesem Tal handelt es sich um eine Depression, die durch einen katastrophalen Hangrutsch im Osten des Feuerbergs entstand.

Update 22.30 Uhr: Der Vulkanausbruch hat sich weiter verstärkt. Die Lavafontäne ist höher geworden und es fließt ein Lavastrom über die Südflanke des Krater-Kegels.

Originalmeldung: Am Ätna steigert sich die vulkanische Aktivität deutlich! Auf den LiveCams sieht man derzeit eine kleine Lavafontäne aus dem Sattelvent des Neuen Südostkraters aufsteigen. Das ausgeworfenen Material rollt, bzw. fließt über die Außenflanke des Kegels. Der Tremor ist noch überraschend niedrig. Ob sich die Eruption zu einem kurzlebigen, aber heftigen Paroxysmus entwickelt ist noch offen.

Der Ätna ist der größte Vulkan Europas und einer der aktivsten Feuerberge weltweit. Er liegt unweit der Großstadt Catania. Dort ist auch das zuständige Vulkanobservatorium angesiedelt. Im INGV Catania arbeiten mehr als 100 Personen. Der Ätna zählt zu den am besten beobachteten Vulkanen und ist sehr gut erforscht. Dennoch lassen sich exakte Vorhersage zu Eruptionen nicht treffen. Oft wissen Forscher nur, dass der Vulkan zu einer Eruption bereit ist, ohne genau sagen zu können, wann der Ausbruch erfolgen wird.

Ätna: Erdbeben M 2,7

Am Ätna auf Sizilien manifestierten sich in den letzten 24 Stunden 2 Erdbeben der Magnituden 2,7 und 2,6. Die Hypozentren lagen in 1 km und 2 km Tiefe, was eigentlich das Besonderer an diesem Vorkommen ist. Die Epizentren lagen am westlichen Stadtrand des Ortes Zafferana. Zudem wurden zahlreiche Mikrobeben registriert.

Die strombolianischen Eruptionen aus dem NSC halten weiterhin an. Gestern Abend war zu beobachten, dass zahlreiche glühende Bomben auf der Außenflanke des Kegels landeten. Zudem war ein Förderschlot im Zentralkrater aktiv und erzeugte kleine Explosionen, die sich innerhalb des Kraters abspielten.

Auffällig ist, dass diese Form der Aktivität nun schon zu lange anhält, um direkt als Vorläufer neuer Paroxysmen interpretiert zu werden. Die Paroxysmen könnten auf sich warten lasse, weil sich nicht genug Gasdruck im Inneren des Vulkans aufbauen kann, da das Fördersystem seit den letzten größeren Eruptionen im Mai 2016 offen ist. Dies erkennt man am Jahresverlauf der thermischen Strahlung auf Mirova: die hohen Ausschläge Ende Mai markieren die letzten Paroxysmen am Ätna. Seitdem wird fast ständig eine schwache Wärmesignatur registriert, was vor den Paroxysmen nicht der Fall war.

 

Ätna: strombolianische Eruptionen

Bei schönstem Wetter sind heute die strombolianischen Eruptionen aus dem Neuen Südostkrater gut via LiveCam zu beobachten. Die Strombolianer erscheinen im Minutentakt. aufgrund des geringen Windes steigen diese senkrecht auf und schweben lange über dem Krater.

Gestern Abend sah man zudem kontinuierliche Rotglut über der Voragine. Das Magma steht also hoch im Förderschlot.

Eine Frage die viele beschäftigt ist, ob es in mittelbarer Zukunft paroxysmale Eruptionen geben wird. Ich halte dieses Szenario für wahrscheinlich, allerdings sind vom Ätna auch lange Perioden mit schwacher Gipfeltätigkeit bekannt, wie sie derzeit der Fall ist.

Ätna: strombolianische Eruptionen

Nach einer erneuten Pause setzten heute Nacht wieder strombolianische Eruptionen ein. Diese manifestieren sich aus dem Neuen Südostkrater. Aus dem Zentralkrater steigt ordentlich Dampf auf. Dieses Phänomen hängt allerdings auch von den klimatischen Bedingungen ab. Gestern fiel sehr viel Neuschnee und unsere alte Dame sieht richtig jungfräulich aus. Am besten kann man den Vulkan gerade via LiveCam beobachten.

Ätna: viel Neuschnee, wenig Asche

Update 08.02.2017: In der letzten Nacht legte Ätna scheinbar eine Pause in Sachen strombolianische Eruptionen ein. In unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“ wurde allerdings ein Bild eines Dampfringes veröffentlicht. Das deutet darauf hin, dass es tief im Förderschlot Eruptionen gegeben hat. Heute Morgen beendete der Neue Südostkrater (NSC) seine  nächtliche Pause und erzeugt wieder kleine Ascheeruptionen. Diese sind im Dampf des Zentralkraters, der genau über den NSC hinwegzieht, nicht immer einfach auszumachen.

Update: Nach 2 Tagen mit schlechtem Wetter und viel Neuschnee präsentiert sich Ätna in einem frischen Winterkleid. Erste (fast) wolkenfreie Blicke auf den Gipfel zeigten viel Dampf und gelegentliche Aschepuffs aus dem Neuen Südostkrater. Die Aktivität scheint ein wenig abgenommen zu haben. Diese Fluktuationen sind durchaus typisch für eine längere Aufwärmphase vor einem neuen Zyklus mit Paroxysmen. Dr. Boris Behncke vom INGV Catania schreibt dazu, dass ihn die jetzige Situation an den Februar 2012 erinnert. Damals kam es nach wochenlanger schwacher Gipfeltätigkeit zu einer Serie von Paroxysmen.

Originalmeldung: In den letzten Tagen war die strombolianische Tätigkeit am Ätna rückläufig, heute nimmt wieder deutlich zu. Auf der LiveCam kann man im Minutentakt Aschewolken aufsteigen sehen. Diese werden vom starken Wind sofort Richtung Norden verfrachtet und ihre genaue Größe lässt sich somit nicht bestimmen. Ich meine allerdings, dass inzwischen mehr Asche gefördert wird, als noch vor wenigen Tagen. Der Tremor ist noch unauffällig. Dafür zeigt MIROVA eine thermische Strahlung in Höhe von 25 MW an. Dies ist noch ein moderater Wert, deutet aber ein weiteres Aufheizen des Vulkans an. Ich denke, es wird demnächst wieder spannend werden, am mächtigsten Vulkan Europas.

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