El Hierro: neuer Lava-Austritt?

Die seismischen Daten auf El Hierro sind nahezu unverändert: der Tremor ist hoch, es wird leichte Deflation gemessen. Das sind Anzeichen dafür, dass der submarine Vulkanausbruch weiterhin im Gange ist.
Die Evakuierung von La Restinga wurde bereits gestern Abend abgeschlossen. Die knapp 600 Einwohner des Ortes kamen zum größten Teil bei Angehörigen im Nordteil der Insel unter.
Inzwischen schließen die Behörden nicht aus, dass auch an Land Lava austreten könnte. Zudem gebe es Anzeichen, dass sich Unterwasser bereits ein weiterer Förderschlot geöffnet hat. Die Lage des ersten Schlotes vom Montag wurde korrigiert; er soll sich nun in ca. 5 km Entfernung zur Küste in 900 m Wassertiefe befinden.
Eine 4 Meilen Sperrzone für Schiffe wurde im Bereich des Förderschlotes etabliert.

6 Gedanken zu “El Hierro: neuer Lava-Austritt?

  1. Insgesamt nahm der Tremor im Tagesverlauf etwas ab.
    Mir sind heute beim kurzen Durchschauen zwei Signale aufgefallen.

    http://www.ign.es/ign/head/volcaSenalesDiasAnterioresHora.do?nombreFichero=CHIE_2011-10-12_12-13&estacion=CHIE&Anio=2011&Mes=10&Dia=12&tipo=2&hora=12-13

    Ein kurzes Beben bei 28min, so als wenn eine Gesteinsformation geknackt wird. Nicht dramatisch und ist in den letzten zwei Tagen schon mehrmals, aber nicht so deutlich zu sehen gewesen.

    Interessanter, das hier:

    http://www.ign.es/ign/head/volcaSenalesAnterioresDia.do?nombreFichero=CHIE_2011-10-12&ver=s&estacion=CHIE&Anio=2011&Mes=10&Dia=12&tipo=2

    Dieses Bild bildet den Tagesverlauf ab.

    14:30 UTC. Der Tremor bricht schlagartig zusammen und baut sich langsam wieder auf.
    Das sieht so aus, als ob die Förderung kurzfristig zu einem großen Teil blockiert war.
    Spaltenverschluß. (Besser die Spalte bleibt offen und es kann an ungefährlicher Stelle Druck abgebaut werden.)

    Thorsten

  2. Hallo Marc,

    was würde/könnte im schlimmsten Falle der neue, weitere Förderschlot für die Menschen und Insel bedeuten? Besteht doch evtl. auch die Gefahr das sich noch weitere Förderschlote bilden?

    Danke für Feedback und liebe Grüße

    Gaby

    • Was genau passieren könnte lässt sich schwer sagen. Da die Lava dort normalerweise effusiv austritt, wird es wahrscheinlich nur zur Bildung von Lavafontänen und Lavaströmen kommen, wenn sich der Ausbruch an Land fortsetzen sollte. Allerdings besteht die Gefahr von Erdrutschen.
      Im flachen Wasser kann es zu magmatophreatischen Explosionen mit Ascheausstoß kommen, doch wahrscheinlich sind auch hier die Folgen lokal begrenzt.
      In den letzten 3 Monaten wurde wohl viel Magma akkumuliert, denke, der Ausbruch wird ein paar Wochen dauern, vielleicht mit Unterbrechungen und Öffnung weiterer Schlote.

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