Fagradalsfjall: Karten und Daten

Inzwischen hat sich die Fagradalsfjall-Eruption zu einem Dauerbrenner etabliert und ein Ende des Vulkanausbruchs ist nicht in Sicht. Allerdings erwies sich die Eruption bisher als sehr dynamisch und das Geschehen ändert sich permanent: alles ist im Fluss. Auf dieser Seite fasse ich die Karten, Grafiken und Daten zusammen, so dass man sich einen schnelle Überblick verschaffen kann.

Die Lage des Vulkans


Der Fagradalsfjall liegt im Südwesten der isländischen Reykjanes-Halbinsel und in Sichtweite der Blauen Lagune.

Die Spalten am Fagradalsfjall

Die Spalten auf Island. © Benjamin Henning

Im Südwesten der vulkanischen Erhebung öffneten sich bis jetzt (Stand 28.April) fünf kurze Spalten, die über dem magmatischen Gang liegen. Wie es für Spalten typisch ist, schlossen sie sich zum größten Teil schnell wieder und es bildeten sich Schlote, auf denen Hornitos wuchsen. Aktuell konzentriert sich die Aktivität auf einem Schlot im System 5.

Daten zur geförderten Lava am Fagradalsfjall

Daten zur Lava. © Universität Island.

Am 26. April betrug der Lava-Ausstoß 6,3 Kubikmeter Lava pro Sekunde. Das Lavafeld bedeckte eine Fläche von 1,13 Quadratkilometern. Insgesamt wurden bis zu diesem Zeitpunkt fast 19 Millionen Kubikmeter Lava gefördert. Damit erreichte der Lava-Ausstoß fast die Menge, die im Jahr 2011 bei der Fimmvörduhals-Eruption am Eyjafjallajökull gefördert wurde.

Chemische Analysen ergaben, dass ein primitives Magma gefördert wird, dass aus dem Erdmantel aufsteigt, ohne zuvor in einem Magmenkörper zu differenzieren. Daher gehen mehrere Wissenschaftler davon aus, dass die Eruption über Monate, wenn nicht sogar Jahre andauern könnte. Es wird auch darüber spekuliert, dass eine lang anhaltende Aktivitätsphase auf Reykjanes begonnen hat, in deren Verlauf auch andere Risssysteme auf der Halbinsel aktiv werden könnten. In diesem Fall würde es in den nächsten Jahrzehnten zu mehreren Eruptionen an unterschiedlichen Lokalitäten kommen. Dafür spricht nicht nur der Chemismus der Lava, sondern auch der Umstand, dass die Seismizität entlang mehrere Spaltensysteme auf Reykjanes in den letzten Jahren hoch war.

Magmatischer Gang auf Reykjanes

Der Dyke auf Reykjanes. © IMO

Seit Februar 2021 kam es zu einer seismischen Krise, die durch die Intrusion von Magma ausgelöst wurde. Es manifestierten sich Tausende Erdbeben und der Boden entlang des Magmatischen Gangs hob sich an.

Risssysteme auf Reykjanes

Risssysteme auf Reykjanes. © mbl

In den letzten Jahren manifestierten sich mehrere seismische Krisen auf Reykjanes. Teilweise gingen sie mit Bodendeformation einher. Besorgniserregend waren die Vorgänge, die sich 2020 nahe des Vulkans Thorbjörn bei Grindavik ereigneten. Schon damals hielt man eine Eruption am Spaltensystem von Eldvörp-Svartsengi für möglich.

Tremor am Fagradalsfjall

Tremor
Tremor am Fagradalsfjall. © IMO