Gunung Agung: erstes Foto vom Lavadom

Update:

Mittlerweile hat sich der Fotograf selbst geoutet und das Geheimnis um seine Identität gelüftet. Das Bild wurde vom indonesischen Bergführer Aris Yanto gemacht. Nachdem das Foto sehr viel Aufsehen erregte und die illegale Besteigung des Vulkans nicht weiter verfolgt wird, hat es sich getraut seine Identität preis zu geben.

Update 09.30 Uhr:

Hier nun das erste Foto des Lavadoms im Krater des Gunung Agung. Der Bildautor versicherte mir, dass das Bild auch den Wissenschaftlern des PVMGB/VSI zur Verfügung steht. Der Fotograf ist ein Risiko eingegangen um an das Foto zu gelangen, aber als erfahrener volcano spotter war er sich dessen bewusst. Die Nachahmung empfehle ich nicht und natürlich sollte man die geltenden Vorschriften respektieren.
Der Dom des Agung wird vom Fotografen mit dem Dom am Ibu auf Halmahera verglichen. Trotzdem würde ich das Gefahrenpotenzial größer einschätzen, da die Förderrate um ein Vielfaches höher ist. Nach wie vor besteht die Gefahr plötzlicher Ascheeruptionen. Spannend wird es, wenn sich der Krater ganz füllen sollte und die Lava über den Rand quillt. Momentan sieht es so aus, als würden sich keine großen Blöcke bilden. Trotzdem halte ich es für möglich, dass nicht nur Schuttlawinen entstehen, wenn die Lava überläuft, sondern auch pyroklastische Ströme. Da sich die Kraterwände Richtung Kraterrand immer weiter von einander entfernen steht noch einiges an Volumen parat, das die Lava aufnehmen kann, bevor der Krater voll ist. Dies mag noch Tage, oder sogar Wochen dauern, je nach Förderrate. Nach wie vor kann die Eruption natürlich auch jederzeit stoppen, doch normalerweise sind Vulkane die einen Dom bilden lange Zeit aktiv.

Originalmeldung:

Es gibt sie doch noch: die Pioniere unter den Vulkanbeobachtern. Ein verwegener Vulkanbegeisterter kämpfte sich den Weg hoch zum Krater des Gunung Agung und schickte mir ein erstes Foto zu. Es zeigt den flachen Lavadom, der (laut Aussage des Fotografen) ca. 60 m unter der tiefsten Stelle des Kraterrands steht. Der Dom sieht aus wie der pancake-dome des Avachinsky auf Kamtschatka. Der Informant (der ungenannt bleiben möchte) spürte Tremor, sah tagsüber aber keine Rotglut. Es gibt einen Förderschlot, aus dem kleine Ascheeruptionen erfolgten. Das Ganze soll der aktuellen Situation am Ibu ähneln.

3 Gedanken zu “Gunung Agung: erstes Foto vom Lavadom”

  1. Hallo Marc
    Freitag, 08. Dezember 2017
    Alarmstufe Rot auf Bali: Vulkan Agung stößt riesige Aschewolke aus.
    Gruß Carola

  2. „erfahrener volcano spotter“: Das möchte ich sehr hoffen, denn es gibt speziell auf Vulkanen auch jede Menge Glatteis für die vielen Esel, denen es zu wohl wird.

    • Ja, die gibt es. Besonders an Vulkanen wie dem Ätna, wo man nicht davor zurückschreckt Alte und kleine Kinder in Badeschlappen hoch zu fahren, um sie dann oben frieren zu lassen! Aber der Junge war sehr wahrscheinlich öfters auf einen aktiven Vulkan, als die meisten Vulkanologen!

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