Gunung Agung: starker Tremor und Dampf

Update 23.00 Uhr:

Mount Agung präsentiert sich zur Morgendämmerung auf Bali wolkenverhangen. Das Letzte, was ich via LiveCam beobachten konnte, waren rot illuminierte Wolken über den Krater. Optisch betrachtet ist die Eruptionswolke im Laufe des Tages kleiner geworden und enthielt mehr Dampf als Vulkanasche. Trotzdem registrierte das VAAC Darwin Vulkanasche in 8 km Höhe. Daher bleibt der Flughafen auf Bali bis mindestens Mittwoch Abend 23.00 Uhr geschlossen. MIROVA detektierte heute eine höhere thermische Strahlung als gestern. Sie belief sich auf 97 MW. Ob dies durch weniger Abschattung der kleineren Eruptionswolke kommt, oder ob sich mehr heiße Lava im Krater ansammelte ist unklar. Momentan wird kein Tremor aufgezeichnet. Die Inflation liegt bei 3 Microrad pro Tag. Es strömt also noch mehr Magma in den Untergrund des Gunung Agung, als eruptiert wird. Die Gefahr einer großen Eruption bleibt hoch, selbst wenn die Aktivität derzeitig rückläufig ist.

Originalmeldung:

Heute Morgen gab es am Gunung Agung eine starke Tremor-Episode. Im Seismogramm zeigt der Tremor die höchste Amplitude, die ich in der jetzigen Eruptionsphase beobachten konnte. Aufgrund der Bewölkung lässt sich nicht sagen, ob der Tremor mit einer stärkeren Eruption assoziiert war, oder nicht. Auf jeden Fall sorgte der Tremor für große Besorgnis bei der Bevölkerung und alle Menschen in einer 10 km durchmessenden Evakuierungszone wurden aufgefordert den Bereich umgehend zu verlassen. Mittlerweile geben die Wolken einen Blick auf den Vulkan frei und zeigen eine hohe Dampfwolke, die nur noch wenig Vulkanasche enthält.

Der Flughafen auf Denpasar soll bis mindestens Mittwoch gesperrt bleiben. Je nach Windrichtung und Ascheausstoß könnte der Flugbetrieb dann wieder aufgenommen werden. Sollte sich der Vulkan ähnlich wie bei dem letzten Ausbruch 1963 verhalten, muss man in den nächsten Wochen mit Lavaströmen und stärkeren Ascheeruptionen rechnen. Wer wichtige Termine Zuhause hat, sollte die Gelegenheit nutzen, die Insel zu verlassen, sobald der Flughafen wieder aufmacht.

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