Merapi: Inflation und Domwachstum

Der japanische Wissenschaftler Masako Iguchi leitete ein 3-jähriges Projekt am Vulkan Merapi. Er und sein Team kamen zum Schluss, dass der Vulkan wieder zu einer Eruption bereit ist, allerdings lasse sich nicht genau sagen, wann der nächste Vulkanausbruch kommen wird.
Am Merapi begann kurz nach der letzten Eruption im Oktober 2010 wieder Magma aufzusteigen, was zur Deformation der Vulkanflanken führte. Diese begannen sich zunächst leicht aufzublähen. Seit 2011 wächst bereits wieder ein neuer Lavadom im Krater.
Chris Weber bestieg den Kraterrand letztes Jahr und machte einige Fotos vom glühenden Lavadom. In den letzten Tagen wurden auch Bilder publiziert, die von einer ferngesteuerten Flugdrohne gemacht wurden. Hierauf sieht man, dass der Dom im 600 m durchmessenden Krater dampft.
Genau genommen ist der Merapi bereits in einer eruptiven Phase, denn ein Lavadom ist nichts anderes, als ein sehr zähflüssiger Lavastrom, der den Förderschlot verstopft. Wenn der Gasdruck im Inneren des Vulkans zu groß wird, kann es zu einem explosiven Ausbruch kommen. Gefürchtet sind auch Domkollapse, bei denen Gerölllawinen und pyroklastische Ströme ausgelöst werden.
Das Stadium mit Domwachstum kann mitunter Jahre andauern bevor es zu einem größeren Vulkanausbruch kommt. Nach dem Ausbruch von 2010 bietet der Krater viel Platz für einen Dom. Allerdings sind einige Vulkanologen der Meinung, dass der Merapi seinen Ausbruchscharakter geändert hat und zu einem Zyklus explosiver Eruptionen gewechselt ist, bei dem das Domwachstum eher eine untergeordnete Rolle spielt. In diesem Fall kann der Merapi schneller ausbrechen, als bisher angenommen. Einige Monate vor dem letzten Ausbruch wurde starke Inflation registriert. Diese kam weniger durch große Magmamengen zustande, die sich im Berg ansammelten, als durch hohen Gasdruck. Starke Explosionen sprengten dann auch den alten Lavadom aus dem Krater und lösten pyroklastische Ströme aus, die mehrere Dörfer zerstörten und mehr als 350 Menschen das Leben kosteten.

8 Gedanken zu “Merapi: Inflation und Domwachstum”

  1. Habe den Artikel von 2010 gelesen. Dort wird gesagt, dass sich die Magmakammer „unter Java“ befinde, also nicht nur unter dem Merapi? Dann könnte sie doch, wenn ich das richtig verstehe, auch an einer anderen Stelle ausbrechen, wenn es wirklich zu so einem Großausbruch käme. Das erinnerte dann schon ein bisschen an einen Supervulkan. Tambora hatte VEI 7 und förderte etwa höchstens 100 km³, meine ich mich zu erinnern. Dreimal soviel wären noch nicht die 1000 km³, ab denen man es Supereruption nennt. Toba hatte sogar davon ein mehrfaches, das kann einfach nicht sein, aber Toba klingt so ähnlich wie Tambora, die Namen kann man leicht verwechseln. So eine Erupton wie die von 1815 (Tambora) wäre aber auch schon heftig genug. Auf Java würde ich doch lieber nicht wohnen.
    – Übermorgen geht es in den Urlaub. Ein Highlight ist eine achstündige geführte Wanderung durch den Timanfaya-Nationalpark auf Lanzarote! Und eine zuverlässige Sonne ;-}

    Hella

    • Hierzu ein schlusskommentar von der merapi-seite (http://www.vulkane.net/vulkane/merapi/merapi.html) auf vulkane.net:

      „Wissenschaftler des Geoforschungszentrums Potsdam analysierten mit Hilfe von Seismometern das Verhalten der Erdbebenwellen unter dem Merapi. Unterschiedlich dichtes Material sorgt für verschiedene Ausbreitungsgeschwindigkeiten der Erdbebenwellen. So entdeckten die Forscher unter dem Merapi ein riesiges, schwammförmiges Gebilde das mit einem Fluid gefüllt zu sein scheint. Spekulationen um eine gut gefüllte Magmakammer und einer bevorstehenden Mega-Eruption geistern durch die Presse. Die Forscher halten sich indes mit eindeutigen Kommentaren zurück; obwohl die Möglichkeit besteht, dass es sich bei dem Fluid um Magma handelt, ist es keine Gewissheit. Sollte es Magma sein, dann schlummert unter dem Merapi etwa dreimal soviel Magma, wie bei der Eruption des Tambora 1815 gefördert wurde.“

      wie gesagt, bei dem fluid könnte es sich z.b. auch um hydrothermales tiefenwasser handeln. wenn es tatsächlich magma sein sollte, ist es nicht gesagt das es auch bei einer eruption komplett gefördert wurde. wer sich den merapi genauer ansieht erkennt, dass er schon mindestens 1 mal groß ausgebrochen ist. der heutige kegel bildete sich in einer caldera. yogja ist auf jedenfall ein heißes pflaster.

  2. Das mit der 3-fach so großen Magmakammer hab ich auch mal gelesen. Nur wurde da mit Tambora vergleichen. Und dass sie sich nicht 100% sicher seien ob es auch wirklich eine Magmakammer sei. Der Tobaausbruch war der größte je erfasste Ausbruch, größer als Yellosstone.
    Ich bin mir aber sicher dass es den Merapi irgendwann mal komplett in die Luft hauen wird so dass die Javajaner, speziell die Menschen aus Yoga ein ziemliches Problem kriegen.

  3. Eine 3-fach größere Menge als unter Toba kann ich mir nur schwer vorstellen, hast du noch den Link zum Artikel? VEI-6 ist beim Merapi durchaus denkbar, auch unter normalen Umständen.

  4. Ich glaub gelesen zu haben, dass sich unter dem Merapi eine 3fach grössere Magmamenge angesammelt hatm als beim Ausbruch des Toba.
    Ich bin ein Laie, aber könnte ein starker Ausbruch die Kategorie 6 bis 7 (VEI) erreichen?

    Wenn dem so wäre, könnte er Weltweit Hungersnöte auslösen…

  5. Hallo Marc

    Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, rechnen einige Wissenschaftler mit einem explosiven Vulkanausbruch. Sie denken daran und erwägen diese Möglichkeit, ohne sich zu weit aus dem Fenster zu legen.

    • Ja, man rechnet damit, nur wann der kommt ist unklar. Schon 2010 sagte man, dass sich die Ausbruchscharakteristik geändert hat. Der Vulkan ist explosiv ausgebrochen und hat den alten (effusiven) Dom ausgeblasen. Das Domwachstum war zu dieser Zeit eher gering.

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