Neuseeland: Tongariro und White Island

Die beiden Vulkane auf Neuseeland bestimmen auch heute wieder die Schlagzeilen!

Tongariro: Die Seismik ist relativ ruhig, zeigte nur ein kurzes Event mit höherer Amplitude, dass eine kleine Dampferuption markieren könnte. Wissenschaftler von GeoNet hatten auf einen Inspektionsflug diesmal Glück und konnten Aufnahmen des Eruptionszentrums machen. Unterhalb der oberen Te Mari Krater entstand ein neues Feld mit Förderschloten und Fumarolen. Lavabomben wurden in noch 1,5 km Entfernung gesichtet.

White Island: auf der Vulkaninsel gab es gestern eine seismische Krise mit starkem Tremor. Kurz nach Abklingen des Tremors verfärbte sich die große Dampfwolke braun. Es wurde mehr Asche gefördert. Im Kratersee beginnt ein kleiner Kegel zu wachsen. GeoNet warnt Besucher der Insel vor den Gefahren des Vulkanismus. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Zugang zur unbewohnten Insel scheinbar noch nicht gesperrt wurde. Man spricht jetzt offiziell von einer neuen Eruptionsphase.

Beide Vulkane gehören zur großen neuseeländischen Vulkanzone, die nach dem Supervulkan Taupo benannt ist. Taupo bildet das Zentrum der Taupo-Volcanic-Zone, Tongariro liegt im Südwesten, White Island im Nordosten der Zone. Haltet ihr es für einen Zufall, dass beide Vulkane gleichzeitig aktiv werden, oder seht ihr da eine Verbindung?

Hier geht es zu den Steckbriefen von Tongariro und White Island.

5 Gedanken zu “Neuseeland: Tongariro und White Island”

  1. Was mir komisch vorkommt ist, dass die Aktivität am Tongariro nach dem tiefen 7er Beben in der Cook-Strait vor einigen Wochen eingesetzt hat.(GeoNet hat diesen Zusammenhang in der Mail bestritten)
    Übrigens zeigt das Seismogramm von Rotorua, einem der 8 Supervulkanen auf der Nordinsel, ungewöhnliche Unruhe. Weißt du irgendwas darüber, Marc?

    • hallo jens,

      nein, davon habe ich noch nichts gehört. wird rotorua denn als supervulkan klassifiziert? ist zwar ne große caldera, aber hatte die eine vei 7-8 eruption? kenn da nur den taupo.
      das erdbeben vulkanausbrüche hervorrufen können ist ja bekannt, diese wirken mindestens ein halbes jahr nach. bald werden diesbezüglich neue forschungsergebnisse veröffentlicht, über die ich noch nicht reden darf 😉
      geonet ist übrigens recht schnell mit dementis… .

      • über die ich noch nicht reden darf…

        …und schreiben? *GRINS*

        bin übrigens gespannt, wie sich das entwickelt, ob nicht doch die ganze Region „erwacht“

      • Hallo Marc,
        Geheime Forschungen, klingt interessant. Ich hoffe wir werden eingeweiht, wenn es soweit ist.
        Ja, Rotorua hatte vor 220.000 Jahren eine VEI 7 Eruption.(340 km³ Tephra) Die anderen Supervulkane, die in den letzten 1 Mio Jahren ausgebrochen sind, wären Mangakino, Whakamura, Maroa, Reporoa und eben Taupo. Hinter Okataina und Kapenga steht noch ein kleines Fragezeichen bezüglich der Klassifizierung, aber die beiden Calderen sind jedenfalls groß genug. Außerdem soll ja vor der Küste ein weiterer Supervulkan entdeckt worden sein.

        Jedenfalls ist dort am Rotorua gerade ein wenig tremorähnliche Unruhe. Die Ursache kenn ich nicht, Erdbeben werden jedenfalls keine aufgeführt.

  2. Die beiden Vulkane liegen 223 km auseinander. Ein Zusammenhang ist schon denkbar. Zum einen kann es mit der Plattengrenze und deren tektonischen Erdbeben zu tun haben. Erdbeben in einem Bereich einer Plattengrenze wirken sich ja auch auf den Rest der Plattengrenze aus. Werden die Erdplatten z. B. nördlich und südlich von Neuseeland jeweils durch Beben stark verschoben, erhöht sich dementsprechend der Druck auf die Platten in Neuseeland selbst, weil sich ja nicht ewig nur die Platte südlich und nördlich Neuseelands verschieben kann, irgendwann muss sie sich zwangsläufig auch in Neuseeland selbst verschieben. Zu was so etwas führen kann, haben wir im März 2011 in Japan gesehen. In den Jahrhunderten zuvor war das Gebiet zwischen Tokio und dem Norden von Honshu verglichen mit umliegenden Bereichen des pazifischen Feuerrings vergleichsweise wenig von sehr starken Erdbeben betroffen. Dadurch waren die starken Beben nördlich und südlich dieses Gebiets in der Lage, die Spannung im Bereich zwischen Tokio und dem Norden von Honshu so stark zu erhöhen, dass sich die für die Auslösung eines Erdbebens der Stärke 9 erforderliche Energie vorhanden war. Die hätte nach meiner Einschätzung dieser Plattengrenze kaum vorhanden sein können, wenn es in den vergangenen Jahrhunderten einige Beben der Stärke 8 dort gegeben hätte.
    Somit können sich auch Erdbeben im Bereich von Tongariro so ausgewirkt haben, dass es im Bereich um White Island verstärkt Erdbeben gibt, die dann beide Vulkanschlote gleichzeitig „freigelegt“ haben könnten. Genauso könnte es umgekehrt sein.
    Was auch sein kann, ist, dass ein gewisser Zusammenhang zwischen dem Pumpen des Magmas aus dem Erdinneren bei beiden Magmakammern besteht. So könnte es sein, dass sich das Magma den „einfacheren Weg“ gesucht hat und jeweils in die leerere Magmakammer floss. Als dann beide zu voll waren, gab es halt bei beiden Vulkanen Ausbrüche. Das wäre zumindest eine Theorie.

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