Rabaul und Tavuvur

Der 688 Meter hohe Vulkan Rabaul liegt am nordöstlichen Rand von New Britanien (Papua Neuguinea) und zählt zu den Subduktionszonen-Vulkanen. Er fördert ein weites Spektrum an Laven. So gibt es hier Basaltlava neben Dacit. Es entstehen Lavadome die Peleeanisch Eruptieren und pyroklastische Ströme fördern. Vulkanische Eruptionen und strombolianische Ausbrüche sind häufig. Besonders nach starken Niederschlägen entstehen Lahars.

Der Vulkan formte nach seinem zweimaligen Kollaps eine Caldera, die auf der Gazelle-Halbinsel die Blanche-Bucht bildet. In nördliche Richtung verjüngt sich die Bucht zu einem natürliche Hafenbecken. Der Simpson Hafen war das Herzstück von Rabaul City, der damaligen Provinzhauptstadt der Gegend. Die Stadt spielte im 2. Weltkrieg eine strategisch wichtige Rolle im Pazifik und wurde von Amerikanern und Japanern erbittert umkämpft.

Die Caldera hat eine Größe von 14 x 9 km und bildete sich in 2 Phasen: vor 3500 Jahren und 1700 Jahren kam es zu großen Eruptionen, in deren Folge der Vulkan einsank. Eine starke Eruption wird auch für das 6. Jahrhundert vermutet. Möglicherweise verstärkte dieser Ausbruch den Rückgang der globalen Durchschnittstemperaturen, der für den Ausbruch der Pest in Europa verantwortlich gemacht wird. Einer Theorie zufolge wird ein Ausbruch des Krakatau im Jahre 535 dafür verantwortlich gemacht.

Nach der Calderabildung entstanden um den alten Vulkan zahlreiche neue Kegel. Auch in der Caldera selbst bildeten sich einige neue Vulkankegel. Die jüngst Aktiven sind der „Vulcan Crater“ an der südwestlichen Seite der Bucht und der gegenüber liegende Tavuvur.

Am 18. September 1994 begann an den beiden jungen Vulkankegeln, die ca. 8 km auseinander liegen, eine simultane Eruption. Asche verschüttete weite Teile von Rabaul-City und 70% der Stadt wurden zerstört. Ein pyroklastischer Strom aus dem „Vulcan Crater“ floss aufs Meer hinaus und löste einen kleinen Tsunami aus der ca, 300 m weit ins Land rollte.

Dank der Vorhersage des Ausbruches wurde Rabaul-City evakuiert und „nur“ 4 Personen starben. Zu diesem Zeitpunkt lebten mehr als 70.000 Menschen in der Stadt. Nur wenige von ihnen kehrten später zurück. Heute leben dort weniger als 4000 Menschen. Die meisten der Flüchtlinge ließen sich in Kopoko nieder, einem Ort auf der anderen Seite der Bucht.

Heute zählt der Tavuvur zu den frequent aktiven Vulkanen. Im Gegensatz zu den Daueraktiven Vulkane Stromboli und Yasur kann es hier zu längeren Aktivitätspausen kommen. Die Stärke der Eruption kann stark schwanken.

Am 23. Juli 2010 wurde von einer neuen Eruptionsphase mit kontinuierlichem Tremor berichtet. Eine Gas- und Aschewolke stieg auf. Strombolianische Eruptionen förderten glühende Schlacken.

Stromboli schweigt

Nach Berichten des INGV und Andrea Ercolani befindet sich die Aktivität des Stromboli auf dem niedrigsten Niveau seit Jahren. Der Aufstieg ist weiterhin gesperrt.
Vor fast genau 20 Jahren bestieg ich den Stromboli zum ersten Mal. In dieser Zeit habe ich den daueraktiven Vulkan nie so ruhig erlebt wie jetzt. Zwar gab es zwei Phasen während derer die Gipfelaktivität aussetzte, allerdings waren diese Ruhephasen mit vorangegangener Lavastromaktivität an der Flanke assoziiert.

Die jüngste Entwicklung am Stromboli begann Ende April mit einer größeren Explosion im Krater. Nach einem kurzfristigen Anstieg der Seismik und einem Anstieg der Gaskonzentration, ging die Amplitude der Beben stark zurück.

Rainer Albiez befand sich in der ersten Juli-Woche auf Stromboli und berichtete von schwachen Explosionen mit Förderhöhen von 50 – 75 Metern.

Der Bergführer Andrea Ercolani berichtet nun davon, das es nur noch ein paar Mal am Tag zu Ascheeruptionen kommt und die normale Daueraktivität mit der Förderung glühender Schlacke praktisch ausgesetzt hat.

Aufgrund der unklaren Situation bleibt der Aufstieg zum Krater gesperrt. Für den Vulkantourismus ist dies während der Hauptsaison ein übler Schlag. Die Führer überlegen nun neue Routen, die bis auf einer Höhe von 750 Metern führen sollen.

Aufgrund der erhöhten Gaskonzentration am Krater und Steinschlägen, bzw. Hangrutschungen auf der Sciara del Fuoco erscheint es mir wahrscheinlich, das sich der Vulkan bald mit einer größeren Eruption zurückmelden wird, evtl. sogar wieder mit Lavastromtätigkeit auf der Sciara. Vor den letzten beiden Ereignissen dieser Art in den Jahren 2002 und 2007 gingen Amplitude und Häufigkeit der seismischen Signale ebenfalls stark zurück. Allerdings befanden sich die strombolianischen Eruptionen zuvor auf hohem Niveau, was diesmal nicht der Fall war. Weiterhin besteht die Gefahr, das die Förderschlote aufgrund der niedrigen Aktivität verstopfen. Bei steigendem Gasdruck können diese in einer starken Explosion freigesprengt werden. So eine Eruption würde eine große Gefahr für etwaige Touristen am Kraterrand darstellen. Von daher ist die Sperrung des Vulkans sinnvoll und berechtigt. Schweigen auf hohem Niveau.

Kilauea mit Lavastrom

Wie das HVO berichtet ist der Kilauea auf Hawaii an zwei Stellen aktiv: aus der East Rift Zone strömt Lava durch Tubes. Die Lava tritt oberhalb des Highways 137 aus und fließt über die Straße.
Im Förderschlot des Halema`uma`u brodelt ein kleiner Lavasee.

Der Kilauea ist ein basaltischer Schildvulkan auf Big Island Hawaii. Er hat eine Höhe von 1222 Metern und zählt zu den Hot-Spot Vulkanen. Der gesamte Inselarchipel von Hawaii verdankt seine Existenz einer Magmablase, die vom Erdmantel aufsteigt und sich wie ein Schweißbrenner durch die Kruste des Pazifischen Ozeans brennt. Die Magmablase bleibt dabei ortstabil und so bildete (und bildet) sich eine Kette von Vulkaninseln. Nur die jüngsten Glieder dieser Kette ragen als Inseln über den Meeresspiegel auf; die älteren Inseln wurden bereits erodiert und ihre Stümpfe befinden sich Unterwasser. Sie verschwinden zusammen mit der Pazifischen Krustenplatte in der Subduktionszone vor Japan und Kamtschatka und werden im Erdmantel aufgeschmolzen. Ein Teil des recycelten Materials tritt dann als hochviskose Lava in den Vulkanen hinter der Subduktionszone wieder aus.

Der Kilauea hat an seinem Gipfel eine Caldera. Dieser Einsturzkrater wird Halema`uma`u genannt. Lange Zeit war der Halema`uma`u inaktiv, bis sich vor 2 Jahren ein neuer Förderschlot bildete. In diesem Förderschlot brodelt Lava, aber nur sporadisch kommt es zum Ausstoß von Asche. Zeitweise sind die Gasemissionen so hoch, das der Rundweg um die Caldera gesperrt werden muss. Nachts sieht man vom Calderarand den roten Schein der Lava in den Gasschwaden leuchten.

1983 verlagerte sich die Aktivität des Kilauea vom Halema`uma`u Richtung Südosten. Es bildete sich ein Risssystem das „East-Rift-Zone“ genannt wird. Im Oktober 1983 entstand dort der Pu’u ‚O’o-Kraterkegel, der bis heute aktiv ist. Zeitweise bildet sich in diesem Krater ein Lavasee. Die Lava fließt über mehrere Röhren unterirdisch ab. Nach einem Weg von 12 Kilometern erreicht ein Teil der Lava den Pazifischen Ozean und bildet am „ocean entry“ ein Lavadelta. Der „ocean entry“ ist ein beliebtes Touristenziel. Die Schaulustigen werden allerdings in sicherer Entfernung zu der Lava auf eine Besucherplattform geleitet. Von dort können sie den Kampf der Elemente Feuer und Wasser beobachten.

Zur Zeit ist eine der Lavaröhren verstopft, sodass die Lava schon vor ihrem Eintritt ins Meer die Erdoberfläche erreicht. Als dünnflüssiger Pahoehoe-Lavastrom sucht sie sich ihren Weg über den alten Highway 137 und bildet dort ein breites Lavafeld.

Seismik und Ascheausstoß am Soufrière Hills

Der Soufrière Hills auf Montserrat in der Karibik wird wieder zunehmend aktiv. In der vergangenen Woche wurde eine erhöhte Seismik verzeichnet, sowie röhrende Geräusche aus dem neuen Förderschlot gehört. Eine Aschewolke wurde ausgestoßen und zog über Plymouth hinweg.

Zwischen Dezember 2009 und März 2010 war der Soufrière Hills sehr aktiv. Der Alarm-Status bleibt auf Stufe 3