Zurück aus dem Ostafrikanischen Riftvalley

Nach fast 2 Wochen Riftvalley in Kenia melde ich mich nun am Schreibtisch zurück und werde die Seite wie gewohnt aktualisieren. In Kenia besuchte ich die Sodaseen, sowie die Masai Mara und den Amboseli-Nationalpark im Schatten des Kilimandscharo. In Kürze wird ein Reise-Spezial zum Thema erscheinen.

Während meiner Abwesenheit standen vor allem die Vulkane Kilauea, Gunung Agung und Anak Krakatau im Fokus der Vulkanspotter. Am Kilauea hält die Eruption weiterhin an. Die Lava sprudelt aus Spalte 8 und erreicht bei Kapoho den Ozean. Die Stärke der Eruption scheint etwas rückläufig zu sein. Die Subsidenz der Gipfelcaldera schreitet weiter fort. Auf Bali erzeugt Gunung Agung weitere Ascheeruptionen. Häufigkeit und Größe der Eruptionen nehmen derzeit ab. Anak Krakatau erzeugt starke Explosionen, die bis in 42 km Entfernung zu hören sind. Auf den Galapagos-Inseln ist der Vulkan Sierra Negra aktiv und produziert Lavaströme.

Gunung Agung: größere explosive Eruption

Am Gunung Agung auf Bali ereignete sich, gegen 21.15 Uhr Ortszeit, eine größere explosive Eruption. Das VAAC Darwin registrierte Vulkanasche in 8 km Höhe ü.NN. Der Vulkanausbruch ist auf der Seismik deutlich sichtbar. Große Teile der oberen Vulkanflanke wurden mit glühender Tephra bedeckt. Augenzeugen sprechen nicht nur davon, einen lauten Explosionsknall gehört zu haben, sondern sie haben eine Druckwelle gespürt. Für mich sieht es so aus, als hätte sich unter dem Dom viel Druck aufgestaut, welcher sich in der Explosion entlud. Auch eine phreatomagmatische Eruption ist denkbar. Vor der Eruption gab es im Tagesverlauf mehrere Erdbeben und schwächere Explosionen.

Es scheint bis jetzt die stärkste Explosion seit Beginn der Eruption im November 2017 gewesen zu sein. Es ist nicht auszuschließen, dass weitere starke Explosionen folgen werden. Normalerweise wäre es angebracht, wieder die Alarmstufe „rot“ auszurufen und das Sperrgebiet zu vergrößern. Es besteht die Gefahr, dass pyroklastische Ströme aus einer kollabierenden Eruptionswolke heraus generiert werden könnten. Die Situation zeigt, wie schnell sich das Geschehen am Vulkan ändern kann. Erst vor 2 Tagen hielten sich Personen am Kraterrand auf und machten unten gezeigte Bilder. Die heutige Explosion hätten sie sehr wahrscheinlich nicht überlebt.

Leider schaffe ich es in den nächsten Tagen nicht die Seite wie gewohnt zu aktualisieren. Die Updates werden bis zum 15.07. sporadisch erfolgen.

Gunung Agung mit neuen Daten

Der Vulkan auf Bali ist weiterhin aktiv. Im Laufe der letzten 24 Stunden ereigneten sich mehrere Asche-Dampf-Eruptionen. Die Eruptionswolken erreichten Höhen zwischen 200 und 2000 m.  Die Wolken werden nachts immer noch rot illuminiert, was auf das Vorhandensein frischer Lava im Krater hindeutet. Heute wurde eine Pressemitteilung herausgegeben, die meiner Meinung nach eine deutliche Verbesserung zu früheren Postings darstellt. Es wurde mitgeteilt, dass man kurz vor der neuen Eruptionsphase eine Inflation des Berges von 1 cm feststellte, zudem zog die Seismik deutlich an. Es wurde also registriert, wie das frische Magma aufstieg. Die Lava ergoss sich aus einem Schlot in der Mitte des Pfannkuchen-Doms und verteilte sich zirkular. Das geförderte Lava-Volumen entsprach 4-5 Millionen Kubikmeter. Der Wert von 20 Millionen Kubikmeter, der in einer früheren Mitteilung kommuniziert wurde, bezog sich wahrscheinlich auf das bereits zuvor geförderte Volumen. Insgesamt soll der Dom ein Volumen von 27 – 28 Millionen Kubikmeter umfassen. Die verbleibende Tiefe des Kraters beträgt ca. 80 m. Somit kann der Krater noch einiges an Lava aufnehmen, bevor Lavaströme über den Kraterrand fließen würden. Derweilen ist der größte Teil des frisch aufgestiegenen Magmas eruptiert und es bedarf einer neuen Inflation, bevor es zu größerem Lava-Erguss kommen kann. Etwas Lava scheint allerdings noch gefördert zu werden. Dennoch muss gesagt werden, dass sich immer noch viel Magma im Untergrund des Vulkans befindet. Es kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass sich stärkere Eruptionen ereignen werden.

Kilauea unverändert aktiv

Die Eruption auf Hawaii geht weiter und weiter. In den letzten Tagen änderte sich nur wenig am Eruptionsverhalten des Kilaueas. Spalte 8 speist weiterhin den kanalisierten Lavastrom, der bei Kapoho ins Meer mündet. Die Lava mündet dort derzeit in einem breiten Strom ins Meer, ohne sich vorher aufzusplitten und zu verteilen. Es wurden 2 weitere Häuser zerstört, als es zu Lavaströmen kam, die seitlich aus dem Kanal des großen Stroms ausgeflossen sind. Spalte 22 ist wieder reaktiviert worden und es wurde Lavaspattering beobachtet. Ein kurzer Lavastrom entstand.

Gunung Agung und die Urlaubsreisen

Der Gunung Agung auf Bali ist weiterhin aktiv: nachts sah man Rotglut aus dem Krater leuchten und gelegentlich stiegen Aschewolken auf. Laut dem VAAC Darwin wird Vulkanasche bis in einer Höhe von 6000 m registriert. Das sind etwa 2900 m über dem Krater des Agung. Allerdings hielt sich der sichtbare Teil der Aschewolken, welche ich per LiveCam beobachten konnte, in deutlich niedrigeren Höhen auf.

Da sich die neuen Eruptionen wieder kurz vor einer der Hauptreisezeiten ereignen, beschäftigt viele Bali-Urlauber das Thema Sicherheit und Fragen mich um Rat. Wie bereits während der ersten eruptiven Phase 2017 gilt, dass das weitere Verhalten des Vulkans praktisch nicht vorhersehbar ist. Im letzten Jahr bin ich (und viele Wissenschaftler) noch davon ausgegangen, dass sich der Vulkan ähnlich verhalten wird, wie bei der vorangegangenen Eruption. Das macht er aber scheinbar nicht! Gunung Agung lässt seinen Druck bisher Schubweise ab und der große Knall ist ausgeblieben. Es kann durchaus sein, dass er mit diesem Verhalten jahrelang weitermacht. Trotzdem bleibt ein Restrisko, einer relativ spontan einsetzenden Eruption mit katastrophalen Folgen, vorhanden. Absolute Sicherheit gibt es nicht an einem Vulkan, völlig unabhängig davon, was prognostiziert wird! Dennoch, bis jetzt besteht kein Grund für übermäßige Besorgnis. Solange man sich außerhalb des Sperrgebietes aufhält, ist man relativ sicher auf Bali. Welche Vorsichtsmaßnahmen jeder ergreifen kann und worauf man achten sollte habe ich in dem verlinkten Artikel zusammengefasst. Dort lest ihr meine persönlichen Empfehlungen, allerdings ohne Garantie auf Vollständigkeit, oder Wirksamkeit im Falle einer Katastrophe. Letztendlich sind immer den Empfehlungen und Weisungen der zuständigen Behörden Folge zu leisten!

Anak Krakatau mit thermischen Signal

Die Aktivität am Anak Krakatau geht weiter. Detaillierte Berichte bleiben derzeit aus, so dass ich hier auf die Interpretation der spärlichen Messdaten angewiesen bin, die öffentlich zugänglich sind. Die Seismik ist derzeit offline, dafür registriert MIROVA eine thermische Strahlung in Höhe von moderaten 41 MW. Gestern wurden 60 MW erreicht. Diese Werte sind typisch für strombolianische Eruptionen, die glühende Tephra fördern, die sich im Kraterbereich akkumuliert. Kleine Lavaströme innerhalb des Kraters sind ebenso denkbar, wie eine glühende Domplatte, welche ich im Jahr 2011 am Krakatau fotografieren konnte.

Kilauea: Subsidenz der Caldera geht weiter

Die Eruption am Kilauea auf Hawaii geht weiter und ist stabil. Spalte 8 ist von einem Kegel umgeben, der an seine höchsten Stelle 55 m hoch ist. Die Lavafontänen überragen diesen nur selten. Es wird ein kanalisierter Lavastrom gespeist, von dem gelegentlich kurze Seitenströme ausgehen. Gestern wurden 2 weitere Häuser zerstört. Die Lava mündet bei Kapoho ins Meer. Es gibt multiple ocean entrys. Litorale Explosionen gehen von diese aus und stellen eine Gefahr für Beobachter dar, die sich der Lava vom Meer aus nähern.

Die anhaltende Effusion von Lava im unteren Ostrift, ist für die Subsidenz der Gipfelcaldera verantwortlich. Der Boden der Caldera senkt sich fortlaufend und der Halemaʻumaʻu-Krater vergrößert sich zusehends. Weiterhin kommt es zu 1-2 Kollaps-Explosionen aus dem Krater, welche Energien freisetzten, die Erdbeben der Magnituden 5,2 – 5,3 entsprechen. Nach diesen Ereignissen geht die hohe Seismik im Gipfelbereich zurück, bis sie sich erneut dramatisch steigert. Das USGS veröffentlichte eine Animation, welche das Absacken des Calderabodens deutlich zeigt.

Anak Krakatau mit Ascheeruption

Am Vulkan in der Sunda-Straße wurde wieder eine kleine Aschewolke registriert. Die Seismik zeigt ein ungewöhnliches Muster aus kurzen Tremor-Episoden die schnell aufeinander folgen. Es sieht so aus, als würde frisches Magma aufsteigen.

Ätna: hot spot im NE-Krater

Am Ätna auf Sizilien zog die Seismik in den letzten Tagen wieder leicht an. Vor allem wurden mehrere Erdbeben in geringen Tiefen registriert. Auf aktuellen Satellitenfotos ist eine thermische Anomalie im Nordostkrater zu sehen.  Dort scheint das Magma hoch im Förderschlot zu stehen. Vielleicht kommt es dort bald zu strombolianischen Eruptionen. Der Neue Südostkrater scheint derzeit ungewöhnlich still zu sein. Man sieht dort keine thermische Anomalie. Berichte über Aschewolken blieben aus. Allerdings kann sich am Ätna alles sehr schnell ändern.

Sabancaya eruptiert glühende Tephra

Der Sabancaya in Peru ist weiterhin aktiv und erzeugt durchschnittlich 29 Ascheeruptionen pro Tag. Am 24. und 26. Juni zeichneten die Überwachungskameras Bilder auf, auf denen man nächtliche Rotglut sieht, was in der letzten Zeit nur selten vorkam.

Gunung Agung: Domwachstum bestätigt

Die Aktivität am Gunung Agung geht weiter. In den letzten 24 Stunden gab es mehrere moderate Ascheeruptionen. Die letzten Beiden förderten Vulkanasche ca. 1 km über den Krater. Die Vulkanasche ist sehr feinkörnig und leicht, weswegen sie sich lange in der Luft hält. Die Feinstaubkonzentration in den Ortschaften in Vulkannähe ist entsprechen hoch. Solche besonders feinkörnige Vulkanasche ist typisch für explosive Vulkanausbrüche aus einem Lavadom heraus. Die Tephra wird besonders fein fragmentiert, wenn sie sich durch Risse und Poren des Doms quetschen muss.

MIROVA misst weiterhin eine hohe thermische Strahlung. Aktuell beträgt sie noch 119 MW. Damit liegt die Wärmestrahlung immer noch über dem Höchstwert der initialen Eruptionsphase im November 2017. Die Strahlung wird von frischer Lava im Krater des Agungs erzeugt, welche effusiv gefördert wird und den Pfannenkuchen-Dom wachsen lässt. Das PVMGB spricht hier von schätzungsweise 20 Millionen Kubikmeter Lava, die in kurzer Zeit ausgetreten sind. Es ist eine der besonderen Eigenschaften des Agung, dass die Eruptionen sowohl effusiv, als auch explosiv sein können.

Die aktuelle Situation weckt neue Besorgnis bei den Balinesen.  Der Tourismus erholte sich gerade wieder von den sorgenvollen Unruhen zur Jahreswende. Nun, zur bevorstehenden Hauptreisezeit des Jahres, ist es wieder völlig offen, wie es am Vulkan weitergehen könnte. Noch werden die Bälle flach gehalten und der Alarmstatus bleibt bei „orange“. Doch es wurden bereits wieder Menschen evakuiert, die in die näher gelegenen Wohngebiete zurückgekehrt waren. Eine Prognose abzugeben ist schwierig, bis unmöglich. Nach wie vor sind die Szenarien aktuell, die ich im letzten Jahr zusammengefasst hatte. Solange sich die Magmakammer unter dem Agung nicht leert und deutliche Deflation registriert wird, ändert sich an diesen Szenarien auch nichts. Das Magma kann unter dem Agung Jahrzehntelang aktiv bleiben.

Aufgrund der weltweit gesteigerten Vulkanaktivität wird es heute Nachmittag einen weiteren Artikel in den News geben: Neuigkeiten vom Ätna, Kilauea, Krakatau und Sabancaya stehen aus. Zudem gab es ein Erdbeben M 6,0 vor der mexikanischen Küste.

Gunung Agung: Flugverkehr wurde beeinträchtigt

Der Gunung Agung heute Nacht. © Josh Johnson via FB „volcanoes and volcanism“.

Die paroxysmale Eruption am Gunung Agung hat seit heute Morgen um 5 Uhr Ortszeit deutlich an Kraft eingebüßt. Derzeit steigt allerdings noch eine Dampfwolke auf, die eine Höhe von gut 1 km über dem Krater erreicht. Während der Hochphase der Eruption stieg die Eruptionswolke fast 2,5 km über dem Krater auf. Die Basis der Wolke leuchtete rot, so dass davon auszugehen ist, dass glühende Lava eruptiert wurde. MIROVA registrierte eine moderate thermische Strahlung von 815 MW. Es wurden zahlreiche Personen aus dem näheren Umkreis des Vulkans evakuiert.

In einer Pressemeldung von Magma Indonesia heißt es, dass seit dem 13. Mai leichte Inflation (Magmaenaufstieg) registriert wird. Zudem war der Vulkan die ganze Zeit über aufgeladen, es fand in den letzten Wochen keine Deflation statt. Dies bedeutet, dass praktisch noch das ganze Magma im Untergrund steckt, welches seit Herbst 2017 aufgestiegen ist. Der Vulkan besitzt nach wie vor das Potenzial eine große Eruption zu generieren.

In einiger Entfernung vom Vulkan erreichte die Aschewolke eine Höhe von 8 km über dem Meeresspiegel. Sie beeinträchtigte den Flugverkehr und es wurde der VONA-Alarmstatus „orange“ ausgerufen. In Denpasar fielen zahlreiche Flüge aus. Sollte der Vulkan weiterhin aktiv bleiben, oder sogar größer eruptieren, dann müssten die Balinesen wieder mit empfindlichen Einbußen in der Tourismusbranche rechnen: nächste Woche beginnen die Winterferien in Australien und Bali ist das Mallorca der Australier.



Erstmalig, seit Beginn der Aktivität im Herbst letzten Jahres, hat der Agung das gemacht, was man der Seismik entsprechend erwarten würde. Man sah kontinuierlichen Tremor und es fand eine äquivalente Eruption statt. Im Gegensatz dazu konnten wir Ende letzten Jahres Episoden starken Tremors beobachten, ohne dass der Vulkan sichtbar ausbrach. Es wird auf jeden Fall wieder spannend am Vulkan!

Gunung Agung mit neuen Eruptionen

Update: Auf der LiveCam sieht man eine permanente Asche-Dampfwolke, die vom Krater des Agung aufsteigt. Diese erreicht eine geschätzte Höhe von 2,5 km über dem Gipfel, bevor sie vom Wind verdriftet wird. Es scheint der längste Ausbruch seit Monaten zu sein.

Originalmeldung: Der Vulkan auf Bali ist weiterhin aktiv und verkürzt die Intervalle zwischen seinen Ascheeruptionen. In den letzten 24 Stunden wurden 2 Aschewolken beobachtet. Das VAAC Darwin registriert Vulkanasche sogar in 7 km Höhe ü.NN. Derzeit sieht man auf dem Seismogramm Tremor zunehmender Stärke. Der Graph ähnelt dem eines Paroxysmus am Ätna. Wie immer ist es nicht auszuschließen, dass dieser Tremor von Menschen verursacht wird, doch heute ist das Signal stärker, als bei den üblichen Störsignalen künstlichen Ursprungs. Es besteht die Möglichkeit, dass sich eine stärkere Eruption aufbaut. Die Vulkanologen geben allerdings noch keinen Alarm. Ein Blick auf den Livestream könnte sich in den nächsten Stunden lohnen.

Ebeko: weiterhin aktiv

Der Kurilen-Vulkan Ebeko dominiert die Meldungen des VAAC Tokyo: seit gestern wurden 13 Aschewolken detektiert. Die Vulkanasche steigt bis in einer Höhe von 3,3 km ü.NN auf. Es scheint sich um frequente strombolianische Eruptionen zu handeln.

Kilauea: neue Risse

Die Eruption am Kilauea geht weiter. Nachdem in den letzten Tagen keine großen Änderungen der Aktivität beobachtet wurden, berichten Bewohner von Leilani nun von neuen rissen, die sich in einigen Straßen bilden. Bisher sind diese noch relativ schmal. Die neuen Risse könnten ein Anzeichen dafür sein, dass weniger Magma gefördert wird, als im Untergrund nachkommt.

Kirishima: weitere Explosion

Gestern eruptierte der Vulkan Kirishima erneut. Eine Aschewolke stieg auf. Das VAAC Tokyo registrierte Vulkanasche in 3 km Höhe ü.NN. es war die 2. Eruption innerhalb von 5 Tagen. Domwachstum wird nicht mehr gemeldet.

Sierra Negra: Seismik rückläufig

Der Vulkanausbruch auf der Galapagos-Insel Isabela geht weiter. Seismik, als auch die Wärmestrahlung reduzierten sich deutlich, dennoch fließen mehrere Lavaströme über die Nordflanke des Vulkans in Richtung Meer. Landwirtschaftliche Nutzfläche und die einmalige Tierwelt der Insel sind bisher nicht ernsthaft bedroht. Auf der Insel befindet sich eine Aufzuchtstation seltener Schildkrötenarten. Viele Naturliebhaber bereisen die Galapagos-Inseln wegen der einzigartigen Tierwelt des Archipels.

Sierra Negra: weitere Eruption auf Galapagos

Gestern Abend begann der Sierra Negra mit einer Eruption. Der Vulkan liegt auf der Galapagos-Insel Isabela, nur wenige Kilometer vom La Cumbre auf der Isla Fernandina entfernt. Dieser Vulkan war erst vor 10 Tagen ausgebrochen. Die aktuelle Eruption ist vom gleichen Typ wie der Ausbruch des La Cumbre: es öffnete sich eine Spalte, aus der Lavafontänen eruptieren. Diese speisen Lavaströme, die auf dem Weg zum Meer sind. Es wurden 50 Personen evakuiert, welche bei Gastfamilien untergekommen sind. Der Zugang zum Vulkan wurde gesperrt und die Alarmstufe „orange“ ausgerufen.

Wenige Stunden vor dem Vulkanausbruch ereignete sich eine seismische Krise, über die in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“ diskutiert wurde. Viele der Beben hatten Magnituden im 3er Bereich und lagen in Tiefen zwischen 6 und 1 km. Die stärkste Erschütterung brachte es auf M 5,3. Der finale Magmenaufstieg muss schnell gegangen sein. Vor der Eruption hörten Mitarbeiter des Nationalparks Geräusche wie von einem Blasebalg. Bereits seit 2 Jahren wurde starke Inflation und ein Anstieg der Seismik registriert. Der Ausbruch kam somit nicht völlig überraschend.

Gehäuftes Auftreten von Vulkanausbrüchen?

Diskutiert (und oft gestellt) wurde auch die Frage, ob es tatsächlich eine Häufung von Vulkanausbrüchen in der letzten Zeit gibt? Viele Wissenschaftler verneinen dies und sagen, dass es statistisch gesehen keine Hinweise dafür gebe, dass Vulkanausbrüche gehäuft vorkommen. Meine persönliche Beobachtung sagt hingegen, dass es sehr wohl eine Häufung gibt. Seit einem 3/4 Jahr brechen deutlich mehr Vulkane aus, als in den 3 Jahren zuvor. Zu dieser Zeit standen dafür deutlich mehr schwere Erdbeben im Fokus der Berichterstattung. Ob es ein Zufall ist, oder ob sich da Zyklen und Zusammenhänge andeuten vermag ich nicht zu sagen. Ich werde in nächster Zeit einen ausführlicheren Artikel zu dieser Thematik verfassen.

Kilauea: Lavadelta wächst

Die Leilani-Eruption am Kilauea auf Hawaii geht weiter. Der Schlackenkegel um Spalte 8 ist nun 60 m hoch. Die Lavafontänen überragen den Rand des Kegels nur noch selten. Wissenschaftler des HVO haben das Tempo der Lava im oberen Bereich des Lavastroms gemessen: am Wochenende erreichte die Lava eine Geschwindigkeit von 35 km/h. Gestern wurden 25 km/h gemessen. Bei diesen Geschwindigkeiten ist eine Flucht zu Fuß, vor herannahender Lava schwierig. Der kanalisierte Lavastrom ist 14 km lang und mündet bei Kapoho ins Meer. Das Lavadelta wächst mit einer Rate von 50 m pro Tag. Die Wachstumsrate betrug zuvor 200 m am Tag. Das Delta ragt mittlerweile gut 1 km ins Meer hinein und ist 2 km breit. Die Landschaft verändert ihr Gesicht nachhaltig. Allerdings ist es noch unklar, wie beständig das neu geschaffene Land sein wird. Die Kraft des Wassers nagt beständig an der Lava und wird das Delta zum großen Teil wieder abtragen. Auch die Lavaströme auf Land werden im tropischen Klima Hawaii’s schnell mit Vegetation überdeckt.

Campi Flegrei: Zugang zur Solfatara weiterhin gesperrt

Kurz vor Beginn der Reisesaison ist die Solfatara bei Pozuolli weiterhin gesperrt. Das Gleiche gilt für den Campingplatz. Dies berichtet Vereinsmitglied Stefan Tommasini. Die Sperrung wurde im Herbst letzten Jahres eingerichtet, infolge eines dramatischen Unfalls, bei dem fast eine ganze Familie den Tod fand. Damals war ein Kind über die Absperrungen geklettert und ist in der Nähe der Schlammquellen in einem Erdloch eingebrochen. Seine Eltern kamen bei dem Rettungsversuch ebenfalls ums Leben, nur der Bruder überlebte die Tragödie.

Die Solfatara ist ein Vulkankrater in der Caldera Campi Flegrei. In der Solfatara manifestieren sich die Kräfte des Vulkanismus am deutlichsten: Fumarolen und Schlammquellen brodeln in dem Kessel. Bis Dato war sie ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, die den Golf von Neapel besuchen.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.
error: Content is protected !!