Campi Flegrei vor kritischem Stadium?!

Heute geht ein Bericht durch die Medien, nach dem britische Forscher glauben dass die Bodendeformationen im Bereich der Campi Flegrei kurz davor stehen ein kritisches Stadium zu erreichen. Christopher Kilburn, Direktor des Hazard Centre des University College London befürchtet, dass weitere Unruhen zu einer Eruption führen könnten.

Diese These wird unter den Vulkanologen kontrovers diskutiert: Guiseppe De Natale vom INGV dementiert diese Befürchtungen und sagt, dass seine Studien belegen würden, das derzeit kein Grund zur Sorge besteht. 

Auf jeden Fall bleibt die Camp Flegrei im Fokus der Wissenschaftler und ist auch für uns ein heißes Thema. Einen Besuch ist der Golf von Neapel auch ohne Vulkanausbruch wert, wie mein Video auf Streaming Planet zeigt.

Papua Neuguinea: Erdbeben Mw 6,2

Heute bebte die Erde wenige Kilometer vor der Küste von Papua Neuguinea: Das Hypozentrum des schweren Erdbebens lag in nur 5 km Tiefe und ca. 28 km vom Vulkan Tavuvur in der Rabaul-Caldera entfernt. Ein Erdbeben dieser Größenordnung ist durchaus in der Lage einen Vulkanausbruch auszulösen, wenn der Vulkan geladen ist. Über Schäden liegen noch keine Meldungen vor, ich halte es aber aber für wahrscheinlich das es welche gab.

Sakurajima: neue Eruptionen

Nach einer kleinen Ruhephase mit nur wenigen Eruptionen, legte der japanische Vulkan Sakurajima gestern wieder eine bessere Performance hin und eruptierte 6 Aschewolken, die vom VAAC Tokyo registriert wurden. Heute addierte sich eine weitere Eruption dazu.

Eine weitere Meldung aus Japan kommt vom Inselvulkan Nishinoshima: der Lava-Ausstoß ist in den letzten Tagen konstant geblieben. Ein Lavastrom erreicht das Meer und baut ein neues Delta auf.

Der Shiveluch auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka ist auch weiterhin sehr munter: er brachte es seit gestern auf 12 Ausbrüche.

Last, but not least eine Newsmeldung vom Ätna: es manifestierten sich bereits gut 1 Dutzend Eruptionsversuche aus dem Sattelvent zwischen dem Alten- und Neuen Südostkrater. Die meisten der Versuche gehen mit kurzzeitiger strombolianischer Tätigkeit einher.

Ätna: Ausbruchsversuche

In den letzten 2 Tagen gab es am Ätna auf Sizilien mehrere Versuche einen Ausbruch zu starten. Was sich jetzt vielleicht nach dem Anfang eines Gefängnisromans liest, bezieht sich allerdings nicht auf Gardinen in Schweden, sondern auf eine versuchte vulkanische Eruption: auf der Tremorgrafik sieht man mehrere Spitzen. Dr. Boris Behncke vom INGV berichtet zudem von strombolianischen Eruptionen aus dem neuen Südostkrater, die mit diesen Ausbruchsversuchen korrelierten. Es stellt sich die Frage was als nächstes passiert? Schafft die alte Dame Ätna es noch einmal, das Magma bis ganz nach oben zu pumpen, oder sucht es sich gar einen anderen Weg? Um bei dem Bild eines Gefängnisausbruchs zu bleiben: ein seitlicher Tunnel wäre ganz nett. Aber das sind nur die Fantasien eines gelangweilten Autors.

Spannender ging es dagegen am Shiveluch auf Kamtschatka zu: hier krepierten die Eruptionen nicht, sondern brachen voll durch. In den letzten 2 Tagen registrierte das VAAC Tokyo 15 Aschewolken, die vom Dom des Vulkans ausgingen. Die Eruptionen hingen sehr wahrscheinlich mit partiellen Domkollaps und der Bildung pyroklastischer Ströme zusammen.

Stromboli: kontinuierliche Explosionen

In den letzten Stunden ist der italienische Inselvulkan Stromboli ziemlich munter und eruptiert ununterbrochen. Die kleinen strombolianischen Eruptionen manifestieren sich überwiegend aus dem südöstlichsten Förderschlot und sind einige 10er Meter hoch. MIROVA verzeichnet erstmalig seit langem eine leicht erhöhte thermische Strahlung. Wer ein wenig Muße hat, oder wem das Fernsehprogramm mal wieder zu langweilig ist, kann die Eruptionen via LiveCam beobachten

Am Ätna auf Sizilien bereitet sich der Neue Südostkrater auf eine neue Eruption vor. Der Tremor stieg heute Nachmittag kurzzeitig an, fiel dann aber wieder ab.

Recht munter ist auch der Klyuchevskoy auf Kamtschatka: das VAAC Tokyo verzeichnete seit gestern 5 Aschewolken die vom Vulkan aufgestiegen sind.

China: Erdbeben Mw 5,5

In der chinesischen Provinz Xinjiang bebte die Erde am frühen Donnerstagmorgen. Der stärkste Erdstoß hatte eine Magnitude von 5,5 und lag in 10 km Tiefe. es folgten weitere Beben mit Magnituden um 5. Mindestens 180 Häuser sind eingestürzt und bisher wurden 9 Tote und 23 Verletzte bestätigt. Mit weiteren Opfern ist zu rechnen. Dass bei einem Beben von mittlerer stärke soviel zerstört wurde, liegt auch an der maroden Bausubstanz der Gegend. Der Nordwesten Chinas zählt nicht zu den reichsten Regionen des Landes.

Ein Beben der Magnitude 5,1 wurde auch aus Azerbaijan gemeldet. Über Schäden ist noch nichts bekannt.

Bei den Südsandwich-Inseln gab es das stärkste Erdbeben der letzten 24 Stunden: es hatte eine Magnitude von 6,4. Auch hier lag das Hypozentrum in 10 km Tiefe. Das Erdbeben ereignete sich offshore und es dürfte keine weitere Folgen gehabt haben. 

Suwanose-jima: Eruptionen

Der Inselvulkan Suwanose-jima im Süden Japans ist wieder ausgebrochen. In den letzten 24 Stunden registrierte das VAAC Tokyo 5 Aschewolken. Vulkansche stieg bis zu 2,5 km hoch auf.

Einige Kilometer nördlich liegt der Sakurajima, der heute ebenfalls wieder eruptierte. Die Häufigkeit der Eruptionen ist in den letzten Tagen wieder rückläufig, dafür scheinen die vereinzelten Eruptionen recht stark zu sein: Vulkanasche steigt bis zu 3 km hoch auf.

Das VAAC registrierte ebenfalls Eruptionen der russischen Vulkane Shiveluch (Kamtschatka) und Ebeko (Kurilen).

MIROVA verzeichnet eine sehr hohe thermische Strahlung vom Erta Alé in der äthiopischen Wüste Danakil: derzeit sind es 1852 MW. Es ist also wieder sehr viel Lava unterwegs. Augenzeugenberichte fehlen saisonbedingt, daher kann man sich derzeit nur ein ungefähres Bild der Lage machen. Auf dem Sentinel-Satpic vom 29.04.2017 sieht man 3 Lavaseen und ein großes Lavafeld im Osten der südlichen Caldera.

Am Ätna auf Sizilien gab es vorgestern einige Erdbeben im Südwesten des Vulkans. Die Magnituden lagen knapp über 2, die Hypozentren in 30 km Tiefe. Ein weiterer Ausbruch lässt scheinbar auf sich warten.

 

Island: Erdbeben M 4,5

Im Süden von Island ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 4,5. das Hypozentrum lag in 7 km Tiefe und nur 20 km vom Vulkan Hekla entfernt. Es folgten mehrere Nachbeben.

Vulkanologen rechnen schon seit Jahren mit einem Ausbruch der Hekla. Die Bodendeformation ist hoch und der Vulkan bereit zu einer Eruption. Während des Wartens habe ich eine neue Seite mit Island-Reisevideos bei meinen Internet TV-Sender Streaming Planet hochgeladen. Die Island-Mediathek ist noch nicht komplett, weitere Videos folgen. Sie stammen von meiner 2-monatigen Islandreise im Jahr 2004. Damals sah ich zwar keinen Vulkanausbruch, aber es war eine sehr abenteuerliche Reise im VW-Bus.

In einem weiteren Vulkangebiet bebte die Erde mit einer Magnitude von 2,6: am Nordwestrand des Yellowstone Nationalpark.

Fuego: erneuter Paroxysmus

Update 06.05.2017: Heute sind weitere Details des Ausbruchs in einem Bulletin von INSIVUMEH veröffentlicht worden. Demnach handelte es sich bei dem 4. Paroxysmus des Jahres um den stärksten Ausbruch des Fuego seit 2012. Die Stärke der Eruption wird dort mit einem VEI 3 angegeben. In Bezug auf die Höhe der Aschewolke mag dieses zutreffen, allerdings denke ich kaum, dass ein entsprechendes Volumen an Tephra gefördert wurde. Die pyroklastischen Ströme flossen durch die Schluchten Teresa, Trinidad, Las Lajas. Die Asche-Ablagerungen können sich bei Regen in Lahare verwandeln und bedrohen nun weiterhin die Dörfer am Fuße des Vulkans. Außerdem waren auch normale Lavaströme unterwegs.

Originalmeldung: Der Fuego in Guatemala legte heute wieder einen Paroxysmus hin: seit gestern steigerte sich die Aktivität und heute erreichte sie einen dramatischen Höhepunkt, bei dem starke Explosionen mehrere pyroklastischer Ströme generierten. Mehr als 300 Menschen wurden aus Dörfern am Fuße des Vulkans evakuiert. Das thermische Signal bei MIROVA war vergleichsweise niedrig, was sehr wahrscheinlich durch dichte Bewölkung verursacht wurde.

Kilauea: Lavadelta kollabiert

Erneut ist es am Kilauea auf Hawaii zu einem Kollaps des Lavadeltas gekommen. Dieses wuchs seit gut 6 Wochen, nachdem der spektakuläre Lavafall verkrustete. Diesmal ist noch ein schmaler Streifen des Deltas stehen geblieben und die Steilklippe ist noch stehen geblieben, so dass es keinen neuen Lavafall gibt. Augenzeugen berichteten allerdings auch diesmal von litoralen Explosionen. 

Das HVO veröffentlichte vorher-nachher Fotos des Lavadeltas. Bereits am 27 April hatten sich erste Risse gebildet, doch am 03. Mai ging alles ganz schnell: innerhalb von 5 Minuten war da Delta verschwunden. Nun kann Lavastrom 61g wieder damit beginnen ein Neues aufzubauen.