Kollaps am Ätna

Der Bergführer Andrea Ercolani von Siciltrek informierte mich mit einem ersten Augenzeugenbericht vom Ätna. Demnach hat es keine Eruption gegeben, sondern einen Kollaps an der Basis der Depression von 2006. Dadurch ist eine Öffnung entstanden, aus der das rote Glühen auf den LiveCams stammt. Magma ist demnach nicht ausgeflossen! Tief im Inneren des NE-Kraters scheinen Explosionen stattzufinden, allerdings wird auch hier oberflächlich noch keine Lava ausgeworfen. Diese Aussagen decken sich auch mit der Seismik des INGV. Das fehlen von Tremor und eindeutigen Explosionssignalen sprechen gegen strombolianische Eruptionen, wie sie noch gestern abend vom INGV vermutet wurden! Der Magmaspiegel ist hoch und es kann jederzeit eine richtige Eruption beginnen.

Beben am Ätna

Am Ätna auf Sizilien kam es heute morgen um 6.50 Uhr zu einem Beben der Stärke 4.4. Inwiefern es die Aktivität am Ätna beeinflusste ist noch nicht klar. Schlechtes Wetter erschwert dort die Observierung. Auf jedenfall fanden abends noch strombolianische Eruptionen aus der Depression an der Aussenflanke des SE-Kraterkegels statt. Die Seismik zeigt weiterhin Mikrobeben an.
Nach dem Erdbeben verstärkte sich die explosive Aktivität am Stromboli.

Ätna auf Sizilien ausgebrochen!

Bereits gestern abend wiesen mich die vulkane.net Leser Vanni und Raimon auf einen möglichen Ausbruch hin. Auf der Ätna-Webcam war durch die Wolken ein schwaches Glühen zu sehen. Jetzt hat das INGV die Eruption am Gipfel bestätigt. Vermutlich handelt es sich um explosive Eruptionen aus dem SE-Krater. Aktivität aus dem NE-Krater scheint auch möglich zu sein, da unter diesem in den letzten Wochen Inflation von Magma gemessen wurde. Aufgrund des schlechten Wetters sind genaue Aussagen bisher nicht möglich.
Um 7.15 Uhr gab es eine stärkere Erschütterung im Seismogramm, im Augenblick ist die Seismik ruhig, Tremor ist nicht zu erkennen, sodass es sehr wahrscheinlich eine kleinere, kurzlebige Eruption ist. Vielleicht reaktivieren sich auch wieder die Lavaströme im Valle del Bove, die dort bis zum Frühsommer aktiv waren.