Ätna: erste strombolianische Eruptionen gesichtet.

Update: die Intervalle zwischen den kleinen strombolianischen Erptionen verkürzen sich. Die meisten Eruptionen spielen sich allerdings im Krater ab und nur selten fliegen Lavabomben über Kraterrand-Höhe.

Vor ca. 1 Stunde sichteten die Geonauten am Ätna auf Sizilien die ersten strombolianischen Eruptionen am Südost-2-Krater. Scheinbar bereitet sich die mächtige Dame Ätna auf einen neuen paroxysmalen Vulkanausbruch vor. Wann dieser stattfinden wird lässt sich nicht genau vorhersagen. Statistisch gesehen wird für das Wochenende mit einem neuen Paroxysmus gerechnet.

Vulkane weltweit: Santorin, Katla und Ätna

Santorin: in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung steht heute ein recht umfassender Artikel über die Zunahme der magmatischen Aktivität auf Santorin. Demnach hat sich unter dem Vulkan bereits so viel Magma angestaut, wie vor der Eruption 1925. Damals brach der Vulkan auf Nea Kameni aus und war 3 Jahre lang aktiv. Auf Santorin schmiedet man Evakuierungspläne und wie man Vulkantouristen bei einem Ausbruch fernhalten kann.

Katla: auf Südisland kam es in den letzten 24 Stunden zu einigen Beben. Besonders betroffen waren die Katla-Caldera, sowie die Gegend um Hekla.

Ätna: der Vulkan auf Sizilien ist derzeit ruhig und es gibt (noch) keine Anzeichen eines neuen Paroxysmus am Südost-2-Krater. Trotzdem sind einige Geonauten dort auf Beobachtungsposition. Vom Zeitintervall her wird ein neuer Ausbruch für das Wochenende erwartet, aber die mächtige Dame hat uns schon manches Mal eine lange Nase gezeigt.

Anak Krakatau: wachsender Lavadom im Krater

Wie unser Indonesien-Guide Andi und volcano discovery berichten, ist der Dom im Krater des Anak Krakatau weiterhin gewachsen. 2 Schlote entgasen stark, zudem haben sich an der Flanke weiter Fumarolenfelder gebildet.
Die Seismik bewegt sich seit Wochen auf hohem Niveau und mit einem explosiven Ausbruch muss jederzeit gerechnet werden.

Die Anfänge des Doms konnten Andi und die Geonauten im August beobachten. Hier gibt es eine Fotogalerie des letzten explosiven Ausbruches im November 2010.

Nordsee: drohende Umweltkatastrophe durch Gasleck

Auf eine Bohrinsel in der Nordsee vor Schottland ist es zu einer folgenschweren Panne gekommen: dort strömen große Mengen Erdgas aus, welches zu eine Umweltkatastrophe führen könnte. Das Gas enthält viel Schwefelwasserstoff, welches hochgiftig für die Meeresbewohner ist. Forscher befürchten sich ausbreitende Todeszonen in der Nordsee. Schwefelverbindungen hatten auch während des submarinen Vulkanausbruches vor der Kanareninsel El Hierro zu einem Fischsterben geführt. Der Betreiber der Bohrinsel ist der französische Ölkonzern Total, welcher nun ein Spezialschiff zur Überwachung und Untersuchung des Defektes auf den Weg gebracht hat.

Unterdessen werden die Pläne des Energieriesen RWE-Dea immer konkreter im Wattenmeer der Nordsee nach Öl zu Bohren. Dort vermutet man ein Erdölvorkommen von 23 Millionen Kubikmetern. Sollten sich die Vermutungen bestätigen, dann würde Deutschland weniger abhängig von Ölimporten aus dem nahen Osten werden. Die Anträge für Probebohrungen sind bereits gestellt und einige kommunale Politiker befürworten das Unterfangen. Die Kosten hierfür werden mit 100 Millionen Euro kalkuliert. Viel größer dürften die Umweltschäden sein, sollte es dort zu einer Panne kommen und Erdöl austreten.
Naturschützer befürchten indes einen massiven Eingriff in das empfindliche Ökosystem des Wattenmeeres und halten es zudem für gesetzwidrig.
Mir ist es vollkommen unverständlich, wie man Bohrungen im Nationalpark Wattenmeer genehmigen kann. Wie korrupt sind die Behörden? Werden Nationalparks tatsächlich nur ausgewiesen um EU-Richtlinien zu erfüllen, oder geht es noch um Umwelt- und Naturschutz? Wenn ich dabei erwischt werde, wenn ich mein Auto in der Einfahrt wasche muss ich mit einem Bußgeld rechnen und den Konzernen wird jede Freiheit gewährt.
Wie ist Euer Standpunkt zu dem Thema? Was ist wichtiger, Umweltschutz, oder Wirtschaftsboom?

Uturuncu: neuer Supervulkan in Bolivien?

Gestern veröffentlichte der Spiegel einen Bericht über den Vulkan Uturuncu, in dem gemutmaßt wurde, dass es sich bei dem Uturuncu um einen Supervulkan handeln könnte. Anlass zu diesen Spekulationen liefert eine Studie der US-Amerikanischen Cornell University. Das Team um Jennifer Jay führte Untersuchungen an diesem Vulkan durch und verzeichnete neben Tausenden Erderschütterungen eine Aufblähung des Bodens auf einer Fläche die 10 Mal so groß wie der Bodensee ist. Der Boden hebt sich hier mit einer Rate von 1 – 2 cm pro Jahr und das seit 20 Jahren. Verschiedene Autoren vermuten eine gigantische Magmakammer, die sich in 15 – 20 km Tiefe befinden soll. Pro Sekunde strömen 1000 Liter Magma nach. So sammelt sich im Untergrund genug Magma an um eine Supervulkan-Eruption zu verursachen, sollte sich das Magma in einer einzigen Eruption entladen.

Die letzte Eruption des Uturuncu ereignete sich vor ca. 270.000 Jahren. In der Nähe des Vulkans befinden sich einige Calderen, die von großen Vulkanausbrüchen zeugen. Für Supervulkane wie Yellowstone, Toba und Taupo sind lange Ruhephasen typisch, allerdings ist bisher nicht bekannt dass sich in der Vergangenheit in Bolivien eine vergleichbare Eruption zugetragen hat.

Die Wissenschaftler bezeichnen die Bodendeformation am Uturuncu bisher nur als Magmatismus, bzw. Plutonismus und sprechen nicht von einem bevorstehenden Vulkanausbruch. Das Magma kann auch im Untergrund stecken bleiben und einen neuen Pluton bilden. Solche (meist granitische) Intrusionen sind aus zahlreichen Orogenen der Welt bekannt, u.a. auch aus den Alpen. Diese sind allerdings normalerweise deutlich kleiner und lokal begrenzte Phänomene. Ich persönlich kenne nur die Granitintusionen der Baja California, die sich ebenfalls über ein sehr großes Areal erstrecken.

Will man besonders skeptisch sein, dann ist es nicht einmal 100% sicher, dass die Aufwölbung unter dem Uturuncu tatsächlich von Magma verursacht wird; nach den bisher veröffentlichten Daten kann man genaugenommen nur von Fluidbewegungen im Untergrund sprechen. Hier wären auch Tiefenwässer eine denkbare Alternative. Diese könnten an der Subduktionszone im Pazifik vor Chile mit der abtauchenden pazifischen Platte in den Untergrund gelangen und an dem Andenvulkan aufsteigen. Eine ähnliche Erklärung wurde nach jahrelangen Spekulationen um die Ursache des Bradyseismos bei Pozzuoli gefunden. Dort hebte und senkte sich in den 1980iger Jahren der Boden um 2 Meter. Pozzuoli liegt im Gebiet der Phlegräischen Felder, die auch unter Verdacht stehen eine Supervulkan-Eruption verursachen zu können, diese Spekulationen wurden allerdings ebenfalls durch Medienberichte geschürt.

Solange keine weiteren Indizien für einen bevorstehenden Vulkanausbruch sprechen, bin ich persönlich vorsichtig mit Vorhersagen und Spekulationen, ob am Uturuncu tatsächlich eine Supervulkan-Eruption droht. Die Bodendeformation könnte in einer solchen enden, ob und wann das Ereignis eintreten wird ist allerdings ungewiss.

Die Folgen einer Supervulkan-Eruption wären indes globalen Maßstabes mit folgenschweren Auswirkungen auf das Klima. Die Vulkanasche würde langfristig eine Gefährdung für den Flugverkehr darstellen und auch Luftfilter von Fahrzeugen, Klimaanlagen und Lüftungen (Rechenzentren) verstopfen. Unsere Zivilisation wäre gezwungen sich nachhaltig zu verändern. Doch das sind Spekulationen, bleibt abzuwarten mit welchen neuen Veröffentlichungen uns die Wissenschaftler in den nächsten Wochen überraschen.

Vulkane weltweit: Soufrière Hills, Batu Tara, Popocatepetl

Soufrière Hills: in den letzten Tagen verzeichnet das MVO eine leicht Zunahme der seismischen Aktivität am Dom des Soufrière Hills Volcano auf der Karibikinsel Montserrat. Am 22 März ereigneten sich 49 vulkanisch bedingte Erdbeben und am nächsten Tag waren es 54. Die Beben traten in Schwärmen auf, die sich innerhalb weniger Stunden manifestierten. Nach den beiden Schwarmbeben begann leichter Ascheausstoß aus einem Schlot am Dom. Zudem bildeten sich neue Fumarolen.
Die letzte eruptive Phase endete vor gut 2 Jahren und wurde durch Domwachstum und dem Abgang pyroklastischer Ströme gekennzeichnet. Höhepunkt der Eruptionsphase war der partielle Kollaps des Lavadoms und dem Abgang großer pyroklastischer Ströme die bis ins Meer flossen.

Batu Tara: am Vulkan Batu Tara ereignete sich eine größere Ascheeruption und der VAAC-Alarmstatus wurde auf „orange“ erhöht, da aufgrund der Vulkanasche eine Gefährdung für den Flugverkehr bestehen könnte.
Batu Tara liegt auf Kombo Island vor der Küste der indonesischen Insel Flores. Der Vulkan ist nur schwer zu erreichen und Aufnahmen von ihm sind eine Seltenheit. Im August 2011 unternahmen die Geonauten eine Expedition zu diesem entlegenen Vulkan. Wir charterten ein Fischerboot und schafften es mit einigen Schwierigkeiten sogar an der Küste unterhalb des Kraters anzulanden. Die Eruptionen glichen denen am Stromboli, waren aber weitaus stärker.

Popocatepetl: der Vulkan nahe der mexikanischen Hauptstadt zeigt zunehmende Anzeichen der Unruhe. So ereigneten sich in den letzten 24 Stunden 33 Ascheexhalationen die mit Wasserdampf und Schwefelgase gemischt waren. Anwohner der Region sahen nachts Rotglut am Gipfel. Vulkanischer Tremor wurde registriert.
Der Popocatepetl steht öfters in den Schlagzeilen, allerdings trifft diese Episode schwacher Aktivität mit dem Erwachen weiterer Vulkane Lateinamerikas in Zusammenhang. Eine mögliche Ursache für das zeitnahe erwachen mehrerer Vulkane könnte das Erdbeben in Mexiko sein, dass sich am Donnerstag nahe Acapulco ereignete.

Chile: Erdbeben M 7,1

An der Küste Zentralchiles ereignete sich gestern ein Erdbeben der Stärke 7,1. Das Hypozentrum befand sich in 30 km Tiefe in der Nähe des Küstenortes Talca. Über große Schäden, oder Todesopfer ist bisher nichts bekannt geworden. Allerdings wurden 7000 Menschen evakuiert, da man einen Tsunami befürchtete.

Vor 2 Jahren hatte es in der gleichen Region ein Erdbeben der Stärke 8,8 gegeben, bei dem mehr als 300 Menschen starben.

In einigen Hundert Kilometern Entfernung liegen die aktiven Vulkane Llaima und Villarrica. Es dürfte interessant sein zu beobachten, wie diese auf das Erdbeben reagieren. Der Villarrica zeigte letzte Woche bereits Anzeichen erhöhter Aktivität. Vom kleinen Lavasee im Förderschlot des Vulkans gingen 3 Ascheexhalationen hervor.

El Hierro: aktiver Jacuzzi gesichtet

Vor der Südküste der Kanareninsel El Hierro wurde gestern wieder ein aktiver Jacuzzi gesichtet. Diese whirlpoolartige Erscheinung auf der Wasseroberfläche deutet auf vulkanische Aktivität am Unterwasservulkan „Eldiscreto“ hin. Zumindest strömt dort Gas aus, möglich ist auch die Förderung von Lava. Zudem ereigneten sich gestern wieder 6 Erdbeben.

Erdbeben: Griechenland und Hawaii

In den letzten Stunden ereigneten sich gleich zwei Erdbeben der Stärke 4+: eines auf Big Island Hawaii und eines an der Küste des Ionischen Meeres in Griechenland. Dort befinden sich in ca. 500 km Entfernung zum Epizentrum die Vulkane Ätna und Santorin, die beide in den letzten Monaten von sich reden machten. Auf Big Island Hawaii liegen die Vulkane Mauna Loa und Kilauea. Während der Kilauea praktisch daueraktiv ist, halten Vulkanologen einen Ausbruch am Manua Loa für überfällig.

Erdbeben können Vulkanausbrüche hervorrufen. Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen arbeiten derzeit daran, den Zusammenhang zwischen Erdbeben und Vulkanausbrüchen genauer zu entschlüsseln. Ein weiterer Forschungsansatz beschäftigt sich mit der Theorie, dass Tiefenwässer im Gestein der Subduktionszonen Erdbeben auslösen können. Auf die Forschungsergebnisse können wir gespannt sein.

San Salvador: Schwarmbeben nach Erdbeben in Mexiko

Das Erdbeben in Mexiko mit einer Magnitude von 7,3, dass sich am Dienstag nahe Acapulco ereignete, löste möglicherweise Schwarmbeben am San Salvador Vulkan im gleichnamigen mittelamerikanischen Staat aus. Der Vulkan brach zuletzt 1917 aus.
Erdbeben stehen schon länger im Verdacht Vulkanausbrüche auslösen zu können. Diese Rückkopplungseffekte können noch ein halbes Jahr nach einem Erdbeben auf Vulkane wirken. Der San Salvador Vulkan ist ca. 1000 km vom Epizentrum des Mexiko-Erdbebens entfernt.

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