Beinahe Eruption in Saudi Arabien

Bereits im Mai und Juni 2009 wurde die Region um das alte Lavafeld von Harrat Lunayyir von mehr als 30.000 Erdstößen erschüttert. Nun hat ein amerikanisches Forscherteam um John Pallister vom USGS eine Arbeit veröffentlicht, die die Ursache hinter diesen Schwarmbeben aufdeckt.

Schon damals wurde vulkanische Aktivität im Untergrund, als Ursache der Erdbebentätigkeit in Saudi Arabien vermutet. Man rechnete jederzeit mit einem Vulkanausbruch in der Gegend von Harrat Lunayyir. Hier hatte es zuletzt im Jahr 1256 eine effusive Eruption gegeben, die das weit verzweigte Lavafeld mit zahlreichen Schlackenkegeln schuf.
Am 19. Mai 2009 kam es neben den Schwarmbeben zu einer starken Erschütterung mit einer Magnitude von 5,4. Das Beben war stark genug um den Erdboden aufreißen zu lassen. Nach Schwefel riechende Dämpfe entströmten dem Riss, der den Wüstenboden auf einer Länge von 8 Kilometern spaltet. 40.000 Menschen einer nahe gelegenen Siedlung wurden evakuiert, doch der befürchtete Vulkanausbruch blieb aus. Nach wenigen Tagen klangen die Schwarmbeben ab und die Situation entspannte sich.
John Pallister untersuchte nun die Ursachen dieses beinahe Vulkanausbruches und fand heraus, dass Magma bis 2 Kilometer unterhalb der Erdoberfläche aufgestiegen war und dort stecken blieb. Allerdings sammelte sich das Magma nicht in einer Magmakammer, sondern presste sich als eine große Platte aus Gesteinsschmelze durch die Erdkruste und bildete in einem 50 bis 80 Kilometer großen Gebiet einen Gang. Der Gang hob die ganze Gegend um Harrat Lunayyir um 40 cm an und im Zentralbereich der Intrusion brach das Gestein ein und schuf den Riss.
Dass in dieser Gegend überhaupt Magma vom Erdmantel aus aufsteigt, liegt an den Ausläufern des Ostafrikanischen Grabenbruches (Riftvalley), die sich im 200 Kilometer entfernten Roten Meer verzweigen. Entlang dieser kontinentalen Nahtstelle spaltet sich ein Teil Ostafrikas mit der Arabischen Halbinsel vom Rest des afrikanischen Kontinents ab.
Erstmalig konnten die Wissenschaftler die Intrusion eines magmatischen Ganges mit ihren Messinstrumenten beobachten. Sie waren darüber erstaunt in welcher Entfernung von der Plattengrenze der Gang eindrang. Die Wissenschaftler sind nun der Meinung, dass selbst das Gefährdungspotential von Metropolen wie Nairobi neu eingestuft werden muss. Nairobi liegt ca. 30 Kilometer vom Rand des Riftvalleys entfernt.
Auch für Harrat Lunayyir sei die Gefahr eines erneuten Vulkanausbruches nicht gebannt; magmatische Gänge können auch nach langer Zeit reaktiviert werden. Ein Vulkanausbruch in der Wüste scheint nach wie vor im Bereich des Möglichen.

Erdbeben unter isländischen Gletschern

Nachdem die Eruption am Eyjafjallajökull für beendet erklärt wurde, ereigneten sich gestern unter zwei weiteren isländischen Gletschern Erdbebenserien: unter dem Myrdalsjökull bebte es am westlichen Rand der Katla und unter dem Vatnajökull gab es einen Erdbebenschwarm am Barabunga-Vulkan. Dort gab es sogar ein Beben mit einer Magnitude größer als 3. Solche Erdbeben sind bereits für den Menschen spürbar.

Der Barabunga ist ein großer Vulkankomplex am Nordwestrand des Vatnajökull und liegt ungefähr 50 km vom Grimsvötn entfernt. Dieser Vulkan brach 1996 aus und löste eine schwache Eruption des Barabunga aus.

Der Vulkan Katla liegt in direkter Nachbarschaft zum Eyjafjallajökull und war zuletzt 1918 aktiv. Vulkanologen rechnen schon seit mehreren Jahren mit einem Ausbruch des Vulkans; bei den letzten 3 Eruptionen des Eyjafjallajökulls folgte die Katla einige Monate später.

Merapi mit steigender Aktivität

Das Vulkanologische Observatorium Indonesiens erhöhte die Warnstufe am Merapi auf „gelb“. Es wurde eine (nicht weiter bezeichnete) Zunahme der Aktivität festgestellt. Vermutlich wächst der Dom des Merapi.

Der Merapi eruptierte zuletzt im Frühjahr 2006. Pyroklastische Ströme zerstörten Teile des Dorfes Kali Adem. Menschen starben, als sie in einem Schutzbunker zuflucht vor den Glutwolken suchten.

Sinabung Pre-Eruption Fotos

Jens Edelmann bestieg den Sinabung bereits 1997. Aus dieser Zeit stammen die Fotos in der Bildergalerie. Sie zeigen eine Lavanadel (spezielle Form eine Lavadoms) aus Dazit. Möglicherweise könnte im Zuge der aktuellen Tätigkeit ebenfalls ein Dom wachsen.

© Jens Edelmann

Die Bilder zeigen auch ein Fumarolenfeld, in dem Schwefel abgebaut wurde. Der Umfang des Abbaus war geringer als der Schwefelabbau am Kawah Ijen.

Autor Jens Edelmann veröffentlichte mehrere Reisebücher. Ein Titel befast sich mit der Besteigung und Erkundung von Vulkanen und ist unter der ISBN 3-89416-764-5 zu beziehen.

Piton de la Fournaise

Gestern wurde am Piton de la Fournaise auf La Réunion eine starke Zunahme vulkanisch-tektonischer Erdbeben registriert. Die Zahl der Beben verdoppelte sich auf über 100 Events pro Tag. Das Hypocenter der Beben befinet sich an der Basis des Vulkans unterhalb des Hauptkraters Dolomieu. Im Gipfelbereich des Vulkans wurde leichte Inflation registiert. Ein Vulkanausbruch in der Gipfelregion scheint in nächster Zeit wahrscheinlich.

Erneute Eruption am Sinabung

Heute morgen kam es am Sinabung auf Indonesien zum 4 Ausbruch innerhalb von 9 Tagen. Der Paroxysmus war der bislang stärkste; die Aschewolke stieg bis 5 km hoch auf.

Inzwischen wurde eine LiveCam eingerichtet.

Paroxysmen nennt man Vulkanausbrüche die plötzlich anfangen und sich schnell zu einem Höhepunkt steigern. Diese Ausbrüche dauern oft weniger als 1 Stunden und können sehr explosiv sein. Zwischen 1999 und 2001 ereigneten sich am Ätna auf Sizilien zahlreiche Paroxysmen.

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