Drohende Vulkanausbrüche auf Indonesien: Tambora, Anak Ranakah, Lewotobi

In den letzten Tagen wurde gleich an 3 indonesischen Vulkanen die Alarmstufe hochgesetzt. Dies sind der Tambora auf Sumbawa (orange),  Anak Ranakah (orange) und Lewotobi  (gelb). Die Letzt genannten Vulkane befinden sich beide auf Flores. Der Status „orange“ bedeutet, dass ein Vulkanausbruch unmittelbar bevorsteht. Der Status „gelb“ ist eine Vorwarnstufe.

Der Tambora eruptierte im Jahr 1815 in einer VEI 7 Eruption und verursachte einen globalen Temperaturrückgang. Seitdem hatte er aber bereits 2 schwächere Eruptionen. Falls es dort zu einem neuen Vulkanausbruch kommen sollte, muss dieser nicht gleich katastrophal verlaufen.

Der Anak Ranakah ist ein Domkomplex am Rand der Poco Leok Caldera auf Westflores. Der Dom entstand erst 1987. Sehr wahrscheinlich ist der Dom nun wieder aktiv.

Lewotobi ist ein Doppelvulkansystem nahe der Inselhauptstadt Maumere. An diesem Vulkan bin ich erst vor einem Monat vorbei gefahren, als es Richtung Batu Tara ging.

Dank an Vanessa die mich darauf aufmerksam machte!

Erdbeben in Deutschland

Update: Hier noch zwei Erdbeben-Links, auch in Zusammenhang mit dem Cheb-Becken:

Observatorium Böhmen hier gibt es u.a. livestreams der Seismografen im Cheb-Becken.

EMSC ist ein europäisches Beobachtungszentrum, wo man auch seine gefühlten Erdbeben melden kann.

Am Niederrhein bebte heute um 19.02 UCT die Erde mit einer Magnitude von 4.6. Das Epizentrum lag bei Goch, nahe der Grenze zu den Niederlanden. Das Beben wurde bis ins Münsterland gespürt. Dort wackelten die Wände. Über Schäden liegen derzeit keine Meldungen vor.

Einen Artikel über Erdbeben in Deutschland gibt es hier.

Ätna: 13. Paroxysmus

Update: Augenzeugen der Eruption berichten, dass sich der neue SE-Krater im Zuge des Vulkanausbruches heute stark verändert hat. An der Basis der Nordflanke des Krater öffnete sich ein neuer Förderschlot, aus der eine kleine Aschewolke aufstieg. Die Ostseite mit der Scharte, wo die Lavaströme auslaufen scheint ausgeräumt worden zu sein, ebenso ein Teil der Nordflanke des Kegels. Eine spektakuläre Lavanadel ist stehen geblieben.

Vor wenigen Minuten begann der 13. Ätna-Paroxysmus in diesem Jahr. Wie bei den vorangegangenen Vulkanausbrüchen am Vulkan auf Sizilien, steigt der Tremor rapide an und aus dem SE-2-Krater schießt eine Eruptionssäule empor. Wahrscheinlich werden auch wieder Lavaströme gefördert die ins Valle del Bove fließen. Seit Beginn des Jahres wurde aus dem Pitkrater an der Flanke des SE-Krater-Kegels ein eigenständiger Schlackekegel, der immer mehr mit dem ursprünglichen Südostkrater verschmilzt.

Vielen Dank an die vulkane.net Leser, die mich darauf aufmerksam machten!

Katla: Schwarmbeben als Zeichen eines bevorstehenden Vulkanausbruches?

In den letzten Tagen und Wochen war es unter dem subglazialen Vulkan Katla seismisch sehr unruhig. Immer wieder kam es zu Schwarmbeben, so auch in den letzten 24 Stunden. Zudem registriert das Geophon von Jón Frimann harmonsichen Tremor unter dem Vulkan. Dieser Tremor wird im Allgemeinen durch Fluidbewegungen im Untergrund ausgelöst. Die Wissenschaftler der Universität Reykjavik sind der Meinung, dass es sich bei diesem Fluid derzeit wahrscheinlich nicht um Magma, sondern um Wasser handelt. Ob es sich bei diesem Wasser um Thermalwasser, oder um Schmelzwasser des Gletschers Mýrdalsjökull handelt ist nicht klar. Gestern stiegen die Wasserpegel der Gletscherflüsse leicht an, was auf einen erhöhten Wärmefluss unter Vulkan und Gletscher hindeuten kann.

So bleibt die Situation auf Island derzeit spannend, ein Vulkanausbruch der Katla scheint aber trotz hoher Seismik nicht unmittelbar bevor zu stehen.

Stromboli: Aufstieg gesperrt!

Wie ich soeben erfahre ist der Aufstieg zum Krater des Stromboli bereits seit dem 26. August gesperrt. Grund ist die seit Wochen anhaltende erhöhte Aktivität des Vulkans in Süditalien.

Größere Eruptionen, Intrakrater-Lavaströme, ein dauernd aktiver Hornito und hoher Tremor veranlassten die Behörden zu dieser Sicherheitsmaßnahme. Ein größerer Vulkanausbruch, oder eine Flankeneruption kann nicht ausgeschlossen werden.

Ätna, Katla und Sakura-jima

Ätna: Statistisch gesehen wäre der 13. Paroxysmus am Ätna innerhalb der nächsten 24 Stunden fällig. Die Seismik des INGV zeigt zahlreiche Signale kleiner Amplitude, die auf leichte Explosionen in einem der Krater hindeuten. Möglicherweise handelt es sich dabei um strombolianische Eruptionen im SE-2-Krater, die bisher als Anzeichen eines bevorstehenden Paroxysmus zu interpretieren waren.

Katla: unter dem subglazialen Vulkan auf Island bebt weiterhin die Erde und es kommt zu Schwarmbeben. Diese konzentrieren sich in der Caldera unter dem Gletscher Myrdalsjökull.

Sakura-jima: am daueraktiven Vulkan im Süden Japans gab es eine etwas stärkere Eruption als üblich.

Krakatau: kleine Lavafontäne

Chris Weber von VEI berichtet, dass er bei einem Besuch des Vulkans in der indonesischen Sundastrasse vor 2 Tagen, kleine Lavafontänen im Krater beobachten konnte. Diese waren ca. 10 m hoch und zischten aus einem Schlot der sich in der glühenden Lavaplatte bildete, die ich Anfang August dort sah. Möglicher Weise ist das der Beginn einer neuen Eruptionsphase auf Anak Krakatau.

Schwarmbeben: drohen Vulkanausbrüche von Katla und Cheb?

In den letzten Tagen kam es zu Schwarmbeben unter dem isländischen Vulkan Katla und dem tschechischen Cheb-Becken an der Grenze zu Bayern. In beiden Lokationen gab es auch einzelne Beben die eine Magnitude größer als 3 hatten.

Während ich die Wahrscheinlichkeit für eine Eruption der Katla innerhalb eines Jahres als relativ hoch einschätze, wird es im Cheb-Becken wahrscheinlich nicht so schnell einen Vulkanausbruch geben. Vor 4 Jahren arbeitete ich dort mit Forschern vom GFZ-Potsdam zusammen, die meinten, dass dort zwar magmatische Aktivität im Untergrund stattfinde, diese sich aber noch in der unteren Erdkruste abspiele. Neben den Schwarmbeben steigt dort vermehrt Kohlendioxid auf, dass Quellen zum sprudeln bringt.

Vielen Dank für die Postings der letzten Tage, die mich auf die Beben im Cheb Becken aufmerksam machten.

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