Kirshima: Erhöhung der Warnstufe

Am japanischen Vulkan Kirishima (Kirishimayama) wurde bereits im letzten Monat die Warnstufe auf “orange” erhöht. Das ist die 3. von 4 Warnstufen und bedeutet, dass es ohne weitere Vorwarnungen zu einem größeren Vulkanausbruch kommen kann.

Im letzten Jahr war der Krater Shinmoedake des Komplexvulkans Kirishima besonders aktiv und sorgte für Schlagzeilen. Der Vulkan liegt nur wenige Kilometer vom Sakura-jima entfernt, der sich bereits seit 21. März auf Alarmstufe “orange” befindet. In der letzten Woche kam es hier zu einer stärkeren explosiven Eruption, die Ascheniederschlag im nahegelegenen Kagoshima verursachte.

Ätna: Tremor steigt

Nach 2 Tagen relativer Ruhe steigt der Tremor am Ätna wieder an. Das Seismogramm der Messstation ECPN zeigt auch wieder ein Signal, dass entweder vom Tremor herrührt, oder durch Starkwind verursacht wird. Vermutlich baut sich gerade eine neue Episode verstärkter strombolianischer Aktivität in der Bocca Nuova auf, wie wir sie seit dem 2. Juli häufiger beobachten konnten.

Nyiragongo: Aufstieg gesperrt

Der Virunga Nationalpark hat seine Tore geschlossen. Davon betroffen ist auch der Aufstieg zum Lavasee des Nyiragongo. Grund für die Sperrung sind heftige Gefechte von Rebellen unter Führung von Laurent Nkunda und Regierungstruppen. Schon seit April spitzte sich die Lage zu und unzählige Menschen flüchteten zunächst in Camps der Bezirkshauptstadt Goma. Mittlerweile ist es dort auch nicht mehr sicher und die Menschen flüchten ins benachbarte Ruanda und Uganda. Besonders viele Kinder und junge Männer sind unter den Flüchtenden, da sie von Zwangsrekrutierung durch Rebellen bedroht werden. Frauen werden häufig vergewaltigt und misshandelt.

In den letzten Tagen ging die Armee mit Panzern und Kanonen in Stellung, um Goma zu verteidigen. Offiziell ist der Virunga Nationalpark bis 15. August gesperrt, vermutlich wird es aber weitaus länger dauern, bis der Bürgerkrieg wieder abflaut und Reisen zum Vulkan und zu den Gorillas wieder einigermaßen sicher sind. Viele Soldaten (und Rebellen) leiden Hunger und die verzweifelten Menschen machen auch vor den geschützten Gorillas nicht halt und schlachten diese ab.

Ätna: strombolianische Eruptionen

Die strombolianischen Eruptionen in der Bocca Nuova haben sich letzte Nacht deutlich verstärkt. Der Tremor stieg nach einer Periode relativer Ruhe stark an und auch auf dem Seismogramm ist Tremor zu erkennen. Zudem zeigte die “Radio Studio 7” LiveCam Rotglut im Dampf über dem Krater. In den letzten Tagen tauchten auch Bilder auf, die einen kleinen Lavastrom am Grund der Bocca Nuova zeigten.
Anwohner berichten zudem von lauten Explosionsgeräuschen aus dem NE-Krater. Man vermutet einen Hochstand der Lava und hält einen größeren Vulkanausbruch für immer wahrscheinlicher. Eine ähnliche Phase mit Wechsel zwischen paroxysmalen Vulkanausbrüchen und strombolianischer Aktivität gab es zwischen 1999 und 2001 vor der großen Spalteneruption, die sich dieser Tage zum 11. Mal jährt.

El Hierro: Erdbeben flacher

Auf der Kanareninsel ist die Seismik relativ ruhig geworden, die Zeit der zahlreichen Schwarmbeben ist erst einmal vorbei und scheinbar dringt kein neues Magma in die untere Erdkruste mehr ein. Dafür gibt es jetzt vereinzelte Erdbeben in einer Tiefe kleiner als 15 km. Es wurden sogar Beben in 1 – 3 km Tiefe registriert. Diese Hypozentren befanden sich unweit des submarinen Vulkans “El Discreto”. Es bleibt spannend abzuwarten, ob das Magam seinen Weg zur Oberfläche findet, oder in großer Tiefe stagniert.

Sumatra: Erdbeben M 6,4

Heute Nacht hat sich vor der indonesischen Insel Sumatra ein schweres Erdbeben der Magnitude 6,4 ereignet. Das Hypozentrum lag in einer Bucht der Insel Simeulue, in nur 10 km Tiefe. Die Insel liegt nahe der Subduktionszone, entlang derer sich in den letzten Jahren immer wieder schwere Seebeben ereigneten. Bis jetzt wurde 1 Todesopfer registriert. Es ist davon auszugehen, dass es Schäden in den Ortschaften gegeben hat. Tsunami-Alarm wurde nciht ausgelöst.

Sakura-jima: größere Explosion

Heute ereignete sich am japanischen Vulkane Sakura-jima auf Kyushu ein größerer explosiver Vulkanausbruch, als es sonst an diesem daueraktiven Vulkan üblich ist. Die Eruption erfolgte auch nicht aus dem Krater Showa-dake, sondern aus dem Minami-dake. Auf einem youtube Video sieht man, wie eine Aschewolke mehrere Kilometer hoch aufsteigt und Lavabomben die Vulkanflanken eindecken.
Sakura-jima zeigt sich seit Anfang des Jahres von seiner besonders aktiven Seite. Die alltäglichen Eruptionen sind häufig von vulkanischen Gewittern begleitet.

Tongariro: Schwarmbeben

In den letzten Tagen kam es am neuseeländischen Vulkanmassiv Tongariro zu Schwarmbeben. Die Wissenschaftler von GeoNet erhöhten die Alarmstufe auf „1“. Der benachbarte Vulkane Ruapehu ist immer auf dieser Warnstufe. Er brach zuletzt 1995 aus. Der jüngste Vulkanausbruch am Tongariro ereignete sich 1977. Die meisten Ausbrüche gingen in der Vergangenheit vom Hauptkrater Ngauruhoe aus.

Vulkane weltweit: Ätna, El Hierro, Dukono

Ätna: der Feuerberg auf Sizilien glänzt durch anhaltende strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova. Der Tremor fluktuiert, befindet sich aber nach wie vor auf erhöhtem Niveau. Nachts kann man auf der LiveCam Rotglut über dem Gipfel schweben sehen. Eine ähnliche Episode strombolianischer Aktivität gab es vor einem Jahr. Sie wurde durch einen paroxysmalen Ausbruch des Neuen Südostkraters beendet.

El Hierro: Gestern ereigneten sich 9 Beben unter der Kanareninsel. Gegenüber den Vortagen eine leichte Erhöhung, aber nichts im Vergleich zum Maximum der seismischen Krise vor fast 3 Wochen; zu dieser Zeit geb es weit über 100 Erdbeben am Tag.

Dukono: der Vulkan auf der indonesischen Insel Halmahera soll dieser Tage seismisch besonders aktiv sein. Fotos vom Guide „Aris“ zeigen ein gesättigtes Seismogramm vom Vulkanologischem Observatorium.

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