Schwarmbeben: drohen Vulkanausbrüche von Katla und Cheb?

In den letzten Tagen kam es zu Schwarmbeben unter dem isländischen Vulkan Katla und dem tschechischen Cheb-Becken an der Grenze zu Bayern. In beiden Lokationen gab es auch einzelne Beben die eine Magnitude größer als 3 hatten.

Während ich die Wahrscheinlichkeit für eine Eruption der Katla innerhalb eines Jahres als relativ hoch einschätze, wird es im Cheb-Becken wahrscheinlich nicht so schnell einen Vulkanausbruch geben. Vor 4 Jahren arbeitete ich dort mit Forschern vom GFZ-Potsdam zusammen, die meinten, dass dort zwar magmatische Aktivität im Untergrund stattfinde, diese sich aber noch in der unteren Erdkruste abspiele. Neben den Schwarmbeben steigt dort vermehrt Kohlendioxid auf, dass Quellen zum sprudeln bringt.

Vielen Dank für die Postings der letzten Tage, die mich auf die Beben im Cheb Becken aufmerksam machten.

13 Gedanken zu “Schwarmbeben: drohen Vulkanausbrüche von Katla und Cheb?”

  1. Wär jetzt interessant zu wissen, ob sich seit den letzten Schwarmbeben die Gaszusammensetzung der Mofetten (He-3/He-4 und Radon) und die Gas-Temperatur verändert hat. Das GFZ in Potsadamm ist da ja wahrscheinlich dran. Ist hier jemand vom GFZ dabei oder hat einen guten Draht dahin ??

    • Hi,

      hinter jeder Geschichte, steckt immer ein fünkchen Wahrheit. Sind wir mal gespannt, wie es sich alles entwickelt.

  2. Hi,

    ich wohne im Erzgebirge in Zwönitz und bekomme fast jedes Beben in der Nacht ab einer Stärke von 3,0 mit. Also ich bin kein Experte, nur ein Laie. Aber die Beben sind nicht gerade züglich, also alle 15 Jahre + – 5 Jahre. Auch die Intensität und Stärke ist meines erachtens diesmal höher wie 2009 und 1986. Auch in der angeblichen Ruhephase waren viel zu viel kleinere Microbeben vorhanden als üblich. Übrigens habe ich über Satellitenbild gesehen, das im unmittelbaren Bebengebiet ca. 5 Steinbrüche liegen. Könnten diese im labilen Gebiet, mit die Ursache sein? Ich sage es deshalb, weil bei jeder Sprengung ja das Gestein brüchiger wird. Sie als Geonaut wissen das ja auch. Ansonsten bleibt nur abzuwarten und zu hoffen, daß es alles unter 5,0 bleibt, wobei ich da kleinwenig Zweifel habe. Und falls es doch ein Vulkan enstehen sollte, brauchen wir dann wenigsten nicht mehr soweit zu verreisen.
    Übrigens, wie sieht es mit Ätna und Stromboli aus. Der Ätna hat am Ost-Krater eine kleine auffällige Wölbung bekommen? Und beim Stromboli hat sich langsam ein Dom gebildet und ist auch so sehr, sehr aktiv (laut Web-Cam). Kracht es dieses Jahr noch einmal richtig bei beiden bzw. dreien (Katla)?

    Gruß aus dem Erzgebirge

  3. Hallo,
    wir wohnen in Rossdorf Gundernhausen, Postleitzahl 64380. Hier gibts auch alte hoffentlich wirklich erloschene Vulkane. (Im April war ich auf einer 1 wöchigen Bildungsreise (einmal im Leben eine Reise gewonnen) in der Türkei und da habe ich so ein Minierdbeben im Taurus gemerkt–der Busfahrer hielt an und es kamen Steine runter, die Straße war gegen Steinschlag geschützt)
    Die Nacht von Samstag auf Sonntag bin ich aus dem Schlaf aufgewacht. Meine Tochter hat mir erzählt, dass als sie klein war, es hier auch ein Erdbeben gegeben habe, da bin ich mir ihr unter den Stahltürrahmen und habe gebetet dass das aufhört. 1995 ?1996? Sie hat sich am Sonntag bei mir beschwert, dass ich mich damals nicht aufgeregt habe, sie hätte so einen Alptraum von einem Erdbeben gehabt. Susanna wohnt allerdings in Frankfurt oder im Taunus (sie ist 21 Jahre alt und hat einen fast -Verlobten, der im Taunus wohnt) Sie studiert Chemie und meint ,dass sie in der Gegend schon als Kind Angst vor dem Vulkan hätte. Da wird auch Basalt abgebaut. Eben zitterte es wieder leicht.

    LG Ute um2 Uhr 59 zitterte es hier schon wieder Dienstags. Ich kann nicht schlafen beim geringsten mini-Erdbebenzittern

  4. Erneute Schwarmbeben in der Katla-Caldera

    Marc: Ist in etwa der gleiche Ausstoss in Sachen Fluoride und Schwefel etc. wei beim Ejafalla zu erwarten?

  5. @Marc: Gibt es auch einen Namen für einen etwaigen Vulkan im Cheb-Becken? Wenn vor 10.000 Jahren die letzte Eruption war, muss es ja eine art Krater oder Caldera geben, oder nicht?

    • Hi Patrick,
      in dem Gebiet befinden sich 2 Vulkane: der Eisenbühl (Zelezna hurka) und der Kammerbühl (Komorni hurka), deren letzter Ausbruch allerdings einige zehntausend Jahre zurück liegt.
      Der Eisenbühl befindet sich dierekt an der deutsch-tschechischen Grenze bei Neualbenreuth (dort liegt auch das Radon-Heilbad Sibyllenbad), der Kammerbühl – dort hat sich auch der Herr Goethe mal ziemlich ausgetobt) ist weiter nördlich.

    • Also, ich würde ihn nach der Quelle Bublak taufen. Das ist die Quelle, aus der z.Z. am meisten Kohlendioxid strömt. Einen offiziellen Namen gibt es nicht, man spricht bisher ja auch nur von magmatischer Aktivität. Der Magmakörper, der dort aufsteigt kann genausogut in der Kruste stecken bleiben und dort einen Pluton bilden.

    • Das Gebiet um die Quellen war noch nicht vulkanisch aktiv, das würde ein neuer Vulkan werden. Soweit ich weiß, ist das Cheb-Becken nicht vulkanischen Ursprungs, obwohl es morphologisch schon ein wenig an eine alte Caldera erinnert.

      • Danke für die Antworten!

        @Marc: Ich bezog mich auf die Info Seite über das Cheb Becken. Zitat:

        „Neben den Vulkanen der Eifel zählen die Vulkane in Böhmen zu den bekanntesten Feuerbergen in Zentraleuropa. Sie liegen im Dreiländereck Bayern, Sachsen und Tschechien. Der letzte Ausbruch fand hier vor ca. 10.000 Jahren statt, also in etwa zeitgleich mit dem Ausbruch des Laacher-See-Vulkans in der Eifel.“

        Auf welchen Vulkan beziehen sich dann hier die 10000 Jahre?

  6. Sogar hier in Leipzig konnte man das letzte „Cheb-Beben“ spüren; kurz vor 6 wackelte alles leicht samt Inventar.
    Da das Ereignis am sehr frühen Sonntagmorgan stattfand, waren so gut wie keine störenden Fremdeinflüsse vorhanden (LWK, Flugzeuge, Stadtlärm).
    Hier der Bericht in der LVZ:
    http://nachrichten.lvz-online.de/nachrichten/mitteldeutschland/beben-der-staerke-39-im-vogtland–bisher-heftigster-erdstoss-seit-ende-august/r-mitteldeutschland-a-104033.html

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