Kilauea: Schwarmbeben am 23.10.20

Gestern manifestierte sich auf Big Island Hawaii ein Schwarmbeben am Kilauea. Das EMSC registrierte mehr als 20 Erdbeben mit Magnituden größer als 2. Das stärkste Beben brachte es auf M 3,0. Die Seismometer verzeichneten überdies noch zahlreiche Erschütterungen mit kleineren Magnituden. Insgesamt wurden gut 130 Erschütterungen detektiert. Die Epizentren lagen gut 2 km nordwestlich der Halema’u’mau-Caldera, im Bereich des Ka’ōiki-Störungssystems. Die Tiefen der Erdbebenherde lagen um 3 km und damit sehr flach. Das HVO brachte ein Statement zum Geschehen heraus: die Wissenschaftler ordnen den Schwarm als normal ein. Andere Parameter haben sich nicht geändert und es steht keine unmittelbare Eruption bevor. Dennoch gilt, dass der Kilauea nach wie vor zu den potenziell aktiven Vulkanen zählt und sich langfristig betrachtet, wieder auf eine sichtbare Eruption vorbereitet.

Neuseeland: Beben im Norden

Vor der Nordküste der neuseeländischen Nordinsel gab es weitere Erdbeben in der Bay of Plenty. Das stärkste Beben hier brachte es auf M 3,9 in 41 km Tiefe. Das Besondere an diesem Schwarm ist, dass er sich in relativer Nähe zur Vulkaninsel White Island ereignete.

Ätna mit weiterer Seismik

Um bei den Erdbeben zu bleiben, die wenigstens im gewissen Rahme ein Bezug zu Vulkanen haben, möchte ich hier noch die Erdbeben am Ätna ansprechen. SismoWeb (INGV) zeigt aktuell die Erschütterungen am Ätna an, die sich bis zum 22. Oktober manifestierten. Es sind weitere Beben im Rahmen des bereits erwähnten Schwarms im Westen des Vulkans hinzugekommen. 18 Erschütterungen ereigneten sich an diesem Tag bis um 18:07 Uhr. EMSC registrierte inzwischen Beben unter dem Gipfel und westlich des Vulkans bei Tronia. Dort begann bereits in der letzten Woche ein Schwarmbeben. Es ist also viel Bewegung im und um den Ätna. Zumindest ein Teil der Seismik wird Magmenaufstieg geschuldet sein. Der Vulkan heizt nach wie vor auf.

Ätna: neue Eruptionen aus dem NSEC

Gestern Mittag und heute Morgen ereigneten sich am sizilianischen Vulkan Ätna zwei neue Phasen mit Asche-Ausstoß aus dem Neuen Südostkrater (NSEC). Die Aschewolken stiegen mehrere Hundert Meter hoch auf, bevor sie vom Wind verdriftet wurden. In den letzten Nächten wurden sporadisch auftretende strombolianische Eruptionen beobachtet. Die Seismizität ist relativ hoch. Gestern kam es -wie bereits erwähnt- zu einem kleinen Schwarmbeben im Westen des Vulkans. Die Tiefen der Hypozentren und die Lokalitäten deuteten darauf hin, dass die Beben im Zusammenhang mit Magmenaufstieg standen. Noch wird die Anzeige der Erdbeben auf der Karte des INGVs aktualisiert. Bisher werden 4 Erschütterungen mit Magnituden von 2 und größer angezeigt. Ein Beben war schwächer. Der Tremor bewegt sich im gelben Bereich seitwärts.

Bezymianny mit weiteren Eruptionen

Der Bezymianny auf Kamtschatka (Russland) ist weiter sehr aktiv. Seit gestern Vormittag gab es sieben weitere Aschewolken, die aller Wahrscheinlichkeit nach, durch den Abgang pyroklastischer Ströme generiert wurden. Die Vulkanasche stieg bis zu 9.500 m ü.N.N. hoch auf. Aktuell sieht man auf der Livecam einen kleinen Lichtpunkt: er wird von glühender Lava am Dom verursacht. MIROVA detektiert eine schwache bis moderate Wärmeanomalie. Da der Vulkan abgelegen liegt, fehlen genaue Beobachtungen und Daten zum Domwachstum.

Klyuchevskoy eruptiert strombolianisch

Der Nachbarvulkan des Bezymiannys, der Klyuchevskoy, eruptiert nicht nur effusiv, sondern auch strombolianisch. Heute kann man die Eruptionen sehr schön per LiveCam verfolgen. Der Lavastrom hat an Intensität zugenommen, zumindest spiegelt das der neue Rekordwert in Bezug auf die Thermalstrahlung wieder: es wurde ein sehr hoher Wert mit 1069 MW Leistung gemessen. Der höchste Wert der aktuellen Eruptionsphase.

Interessant ist der Umstand, dass beide Vulkane simultan eruptieren. Das ist in der Vergangenheit bereits öfters geschehen. Zufall, da die beiden Vulkane häufig eruptieren, oder gibt es einen Zusammenhang?

Ebenfalls aktiv ist der Karymsky, dazu später mehr.

Ätna: Update 18.10.20

Heute Nacht fluktuierte die Tremoramplitude am italienischen Vulkan Ätna wieder stärker und geriet dabei bis in den roten Bereich. Die Schwankungen repräsentierten eine Phase erhöhter Aktivität am Vulkan. Dr. Boris Behncke filmte von seinem Haus aus strombolianische Eruptionen aus dem Sattelvent des Neuen Südostkraters. Bei der Aktivität wurde glühende Tephra einige Zehner Meter über Kraterhöhe ausgeworfen. Auch wenn die Auswurfshöhe gering war, so gab es praktisch keine längeren Pausen zwischen den Explosionen, so dass man von kontinuierlicher Aktivität sprechen kann. Wahrscheinlich wurde auch Vulkanasche ausgestoßen, die auf dem Video aufgrund der Dunkelheit verborgen blieb.

Auf einem 2 Tage alten Satellitenbild sieht man 2 moderate thermische Anomalien im Neuen Südostkrater und im Nordostkrater, sowie den ersten Schnee der Saison.

Die seismische Aktivität direkt am Vulkan, wurde von einem Erdbeben der Magnitude 2,0 in 6 km Tiefe dominiert. Dieses Beben manifestierte sich im Valle del Bove, genauer, im südlichen Bereich der Depression. Der Erdbebenschwarm westlich des Vulkans ist noch aktiv. Heute Morgen manifestierte sich 3 km nordöstlich von Troina ein Erdstoß der Magnitude 3,1. Dabei handelte es sich um das stärkste Beben der Serie. Das EMSC registrierte seit gestern 26 Beben mit Magnituden größer als 2.

Ebeko eruptiert

Der russische Vulkan Ebeko liegt auf der Aleuten-Insel Paramushir und erwies sich in den letzten Jahren als der aktivste Vulkan des Inselbogens. Heute meldet das VAAC Vulkanasche in einer Höhe von 3000 m.

Kadovar emittiert Asche

Vor der Küste von Papua Neuguinea gibt der Kadovar wieder ein Lebenszeichen von sich und emittiert Vulkanasche. Das VAAC detektierte sie in einer Höhe von 1500 m über dem Meeresspiegel. Die Vulkanasche driftete in östlicher Richtung über die Bismarck-See. Auf einem Sentinel-Satellitenfoto vom 16. Oktober erkennt man eine Dampfwolke, sowie eine kleine thermische Anomalie im Kraterbereich.

Ätna-Region: Schwarmbeben

Gut 20 km westlich des Ätnas findet gerade ein Schwarmbeben statt. Die Epizentren werden gut 9 km westlich der Ortschaft von Troina lokalisiert. Die Hypozentren liegen um 30 km Tiefe. Stärkstes Beben hatte bisher die Magnitude 3,3. Unklar ist, ob es tektonische Beben sind, oder vulkanotektonische Erschütterungen. Die Tiefe spricht für letzteres: Magma könnte aufsteigen und in den Bereich der untere Erdkruste eindringen.

Ätna: Update 17.10.20

Am Ätna auf Sizilien gehen die Eruptionen weiter. Allerdings mit der Einschränkung, dass in den letzten Tagen keine Episoden mit Ascheausstoß dokumentiert wurden. Dafür meldet Vulkanologe Dr. Boris Behncke einen rot illuminierten Nachthimmel über dem Neuen Südostkrater. Die Seismizität ist relativ hoch. Am 15 Oktober wurden 10 Erschütterungen dokumentiert. Die beiden Stärksten hatten Magnituden von 1,3. Die Epizentren lagen überwiegend im Bereich des Zentralkraters und im Valle del Bove. Der Tremor bewegt sich ohne große Fluktuationen im gelben Bereich seitwärts. Ein Anzeichen dafür, dass gerade keine Ascheeruptionen stattfinden. Das Bild zeigt eine schöne strombolianische Eruption aus dem NSEC und wurde am Montag von Enrico Indovina veröffentlicht.

#Etna – 11 Ottobre 2020 | Continua l’attività esplosiva al cratere di sudest con frequenza ed intensità variabili!…

Gepostet von EtNative – to explore Mount Etna am Montag, 12. Oktober 2020

Karymsky in Eruption

Gestern brachte Das VAAC 3 VONA-Meldungen zum Vulkan in Kamtschatka heraus. Vulkanasche erreichte eine Höhe von 4000 m und driftete in östlicher Richtung. Menschen werden durch die Eruptionen des Karymskys nicht gefährdet, da er in einer unbesiedelten Gegend der sibirischen Halbinsel liegt.

Klyuchevskoy eruptiert effusiv

Ebenfalls in Kamtschatka liegt der Klyuchevskoy. Die letzten VONA-Meldungen liegen 2 Tage zurück, trotzdem ist der Vulkan noch aktiv. Er eruptiert einen Lavastrom, der über die Südflanke fließt. Nachts beschert er einen rot illuminierten Himmel. Ich gehe davon aus, dass es auch zu strombolianischen Eruptionen kommt.

Kerinci ist aktiv

Der Kerinci liegt auf der indonesischen Insel Sumatra und ist heute wieder mit einer VONA-Warnung vor Vulkanasche in den Meldungen vertreten. Hier wurde die Vulkanasche in einer Höhe von 4600 m festgestellt.

Semeru eruptiert Aschewolke

Der indonesische Vulkan Semeru eruptierte wieder eine Aschewolke. Das VAAC registrierte Vulkanasche in einer Höhe von fast 4000 m über Normalnull. Vom VSI wurden 54 seismische Eruptionssignale detektiert. Sie hatte Amplituden zwischen 10-21 mm. Die Erschütterungen dauerten bis zu 170 Sekunden. Außerdem wurden 10 Signale registriert, die auf starke Entgasungen/Exhalationen hindeuteten. Von vulkanotektonische Erdbeben wird nichts berichtet. Der Vulkan ist weiterhin sehr aktiv. Die Eruption ist stabil und Anzeichen für eine drastische Verstärkung des Geschehens gibt es derzeit nicht.

Suwanose-jima

Der japansiche Inselvulkan Suwanose-jima eruptiert strombolianisch. Vulkanasche steigt bis zu 1800 m hoch auf. Die bisher jüngste VONA-Meldung stammt von heute Nacht.

Popocatepetl: Update 14.10.20

Der mexikanische Vulkan Popocatepetl sorgte gestern Morgen (Ortszeit) für Unruhe bei den Anwohnern des Vulkans. Gegen 8.00 Uhr begann er mit dem kontinuierlichen Ausstoß von Vulkanasche. Laut der Katastrophenschutzbehörde CONRED erreichte die Eruptionswolke eine Höhe von 500 m über Krater und driftete in nordwestlicher Richtung. In einigen Ortschaften am Fuß des Feuerbergs kam es zu Ascheniederschlag und die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich dem Vulkan nicht mehr als bis auf 12 km zu nähern. Das VAAC registrierte Vulkanasche in einer Höhe von 6000 m über Normalnull. Die Vulkanologen von CENAPRED zeichneten darüber hinaus 84 Exhalationen auf und 433 Minuten Tremor. Mit weiteren Eruptionen muss gerechnet werden.

Ätna ist weiter munter

Der Ätna auf Sizilien (Italien) fährt mit seinem Tagesgeschäft fort und eruptiert aus dem Neuen Südostkrater phasenweise Vulkanasche und glühende Tephra. Auch der Nordostkrater ist weiterhin aktiv. Ein Satellitenfoto vom 11 Oktober zeigt nicht nur die zwei bekannten thermischen Anomalien in den genannten Kratern, sondern auch eine dritte in der Bocca Nuova. Es ist gut möglich, dass dieser Krater bald in das Geschehen eingreift und aktiv wird.

Sakura-jima erzeugt thermisches Signal

Am japanischen Sakura-jima konnte dieser Tage ein relativ seltenes Ereignis beobachtet werden: auf der Livecam war eine rot illuminierte Dampfwolke zu beobachten gewesen, ohne dass es zu einer erkennbaren Eruption gekommen wäre. Es steht also glühendes Magma im Förderschlot. Darüberhinaus registrierte MIROVA eine leichte thermische Strahlung mit einer Leistung von 8 MW. Da der Vulkan überwiegend Vulkanasche eruptiert, wird nur sehr selten eine thermische Strahlung detektiert. Es liegt die Vermutung nahe, dass der Vulkan dabei ist aufzuheizen und bald wieder explosiv tätig wird. Die Seismik ist allerdings noch gering.

Suwanose-jima mit VONA-Meldungen

Ganz im Süden des japanischen Archipels befindet sich der Inselvulkan Suwanose-jima. Im Gegensatz zum Sakura-jima ist er nicht in einer Aufheizphase, sondern schon in einer eruptiven. Seit zwei Tagen registriert das VAAC Tokio niedrige Aschewolken, die von strombolianischen Eruptionen erzeugt werden.

Klyuchevskoy: Lavastrom 1 km lang

Der Lavastrom am Klyuchevskoy (Kamtschatka) ist deutlich länger geworden und ist auf gut 1 km angewachsen. Dementsprechend hoch ist die Wärmestrahlung: aktuell werden 418 MW von Mirova registriert. Der Lavastrom fließt durch die Apakhoncha-Rinne und entspringt einem Schlot, der bereits bei der letzten Tätigkeitsphase aktiv war.

Nach Angaben des Leiters des Klyuchevskaia-Oberservatoriums -Juri Demyanchuk- hat die Aktivität des Vulkans in den letzten Tagen stark zugenommen. In einem Zeitungsinterview äußerte er sich folgendermaßen: „Im Krater gab es Emissionen von glühendem Material bis zu einer Höhe von etwa 100 m über dem Kraterrand. Über die gesamte Länge des Lavastroms gibt es ein starkes Glühen. Die vulkanischen Erschütterungen haben dramatisch zugenommen.“ Es könnte also auf eine weitere Zunahme der vulkanischen Aktivität hinauslaufen. Heute wurden allerdings noch keine VONA-Warnungen über Aschewolken herausgegeben.

Ätna: neue Fotos aus dem NE-Krater

Der Ätna auf Sizilien (Italien) ist weiter aktiv. So berichtet Dr. Boris Behncke von einer neuen Eruption aus dem Sattelvent am Neuen Südostkrater. Mehrere Minuten lang stieß der Vulkan Vulkanasche und glühende Tephra aus. Der Nordostkrater ist ebenfalls weiterhin aktiv und erzeugt Lavaspattering, das sich bis hin zu keinen strombolianischen Eruptionen steigern kann. Nächtliche Bilder visualisieren das Geschehen.

#Etna – 11 Ottobre 2020 | La bellissima attività intracraterica al cratere di nordest, vetta del vulcano. #sicily #volcanoes #eruption©️Photo Credit: Vincenzo Greco (guida vulcanologica)

Gepostet von EtNative – to explore Mount Etna am Sonntag, 11. Oktober 2020

Payaca eruptiert strombolianisch

Am guatemaltekischen Pacaya sind noch 2 Lavaströme aktiv: einer ist 100 m lang und fließt Richtung Norden, ein zweiter Strom bringt es auf 150 m Länge und ist in westlicher Richtung unterwegs. Während die effusive Tätigkeit etwas an Schwung verloren hat, steigerte sich die strombolianische Aktivität. Sie fördert glühende Tephra bis zu 175 m über Kraterhöhe.

Santiaguito erzeugt Ascheeruptionen

Der Domvulkan Santiaguito generiert Ascheeruptionen, die bis auf einer Höhe von 3500 m aufsteigen. Manche der Ausbrüche werden von starken Gasjets begleitet, die Geräusche wie ein startendes Düsenflugzeug erzeugen. Nachts wurde Rotglut am Dom beobachtet. Dieser wächst langsam. Immer wieder lösen sich Schuttlawinen vom Dom. Sie fließen über seine Südflanke.

Ätna: Video aus dem NE-Krater

Der Ätna auf Sizilien ist weiterhin aus 2 Kratern aktiv. Satelliten-Aufnahmen enthüllen 2 thermische Anomalien: eine geht vom Neuen Südostkrater aus, der ja bekanntermaßen strombolianisch aktiv ist und vor wenigen Tagen phasenweise Asche ausgestoßen hat. Die 2. Anomalie manifestiert sich im Nordostkrater. Der Gipfelstürmer Elia Finocchiaro erklomm ihn gestern und brachte ein schönes Video der Aktivität im Krater mit. Solche Bilder vom Nordostkrater haben Seltenheitswert. Zu sehen sind 3 aktive Schlote aus denen Lava spritzt. Aus einem der kleinen Schlote wurde eine strombolianische Eruption generiert. Um die Schlote bilden sich bereits Kegel.

Der Tremor fluktuierte in den vergangenen 2 Tagen nicht mehr so stark. Dafür gab es weitere Erdbeben unter dem zentralen Kraterbereich, im Valle del Bove und an der Pernicana-Störungszone. MIROVA registrierte eine hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von 170 MW. Sollte so ein Wert wiederholt gemessen werden, könnte es einen Intrakrater-Lavastrom geben.

Karymsky ist ausgebrochen

Der Karymsky liegt auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka und ist nach mehrwöchiger Ruhe wieder eruptiert. Das VAAC brachte in den letzten 48 Stunden 6 VONA-Warnungen heraus. Vulkanasche wurde in einer Höhe von 1800 m detektiert. Sie driftete in Richtung Südosten. Der Karymsky liegt in einer entlegenen Gegend Kamtschatkas und ist praktisch nur mit dem Hubschrauber erreichbar.

Klyuchevskoy: weitere Eruptionen

Im fernen Kamtschatka ist der Klyuchevskoy immer noch aktiv. Auf der Livecam sieht man eine rot illumierte Dampfwolke und gelegentliche strombolianische Eruptionen. Gestern wurden Aschewolken detektiert. Sie ließen Vulkanasche bis auf einer Höhe von 5500 m aufsteigen. Der Wind verfrachtete sie in südöstlicher Richtung. MIROVA verzeichnet eine moderate Wärmestrahlung.

Nevado del Ruiz in Eruption

In den letzten Tagen brachte das VAAC mehrere Meldungen zum Nevado del Ruiz in Kolumbien heraus.  Es wurden Aschewolken ausgestoßen, die bis auf einer Höhe von 6400 m aufstiegen. Da der Gipfel des Vulkans vergletschert ist, reagieren die Behörden auch bei kleineren Eruptionen besorgt, weil Schmelzwasser Lahare auslösen könnte.

Pacaya: Update 09.10.20

Der guatemaltekische Vulkan Pacaya führt heute die Schlagzeilen an, da er mindestens 2 Lavaströme eruptiert. Sie entspringen der Basis des Intrakraterkegels im McKenney Krater und erzeugen ein thermisches Signal mit 333 MW Leistung. Die Ströme fließen auf der Südost- und Nordostflanke und teilen sich in mehrere Arme. Von der Front der Ströme gehen Schuttlawinen ab. Genaue Längenangaben fehlen noch. INSIVUMEH berichtete gestern von nur einem Strom auf der Südflanke. Er hatte eine Länge von 250 m. Der längere der beiden Ströme wird heute auch in dieser Größenordnung liegen. Darüber hinaus ist der Pacaya strombolianisch aktiv und lässt glühende Tephra bis zu 100 m hoch aufsteigen. Die Eruption ist von Guatemala-City aus zu sehen. Auf Twitter wurden zahlreiche Bilder geteilt.

Klyuchevskoy löst VONA-Warnung aus

Auf Kamtschatka eruptiert der Klyuchevskoy weiter. Momentan ist er strombolianisch aktiv und scheint auch einen kurzen Lavastrom zu fördern. Heute Nacht stieß er eine Aschewolke aus, die bis auf einer Höhe von 5500 m aufgestiegen war. Das VAAC warnte den Flugverkehr vor Vulkanasche in der Luft.

Ätna mit weiteren Erdbeben

Vorgestern gab es am Ätna mehrere interessante Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2,9 und manifestierte sich 1100 m östlich vom Zentralkrater. Das Hypozentrum lag in nur 700 m Tiefe. In der gleichen Region gab es 4 weitere Erschütterungen. Im Norden des Vulkans ereignete sich ein Beben M 2,7, welches sich an der Pernicana-Störung manifestierte. Auch dieses Beben lag sehr flach. Das INGV lokalisierte den Erdbebenherd in nur 600 m Tiefe. Es gab ein weiteres Beben M 1,2. Die Beben an der Störungszone sind tektonischen Ursprungs, könnten aber dennoch Indikatoren für Magmenaufstieg sein, da das Magma auf die Störungszonen drücken kann und so in der Lage ist Erdbeben auszulösen. Betrachtet man die Erdbeben der letzten 4 Wochen (Karte), dann erkennt man, dass sich mehrere Bebencluster gebildet haben. Mindestens 2 der Cluster sind mit den großen Störungszonen assoziiert: Nahe der Ostküste bebete es an der Timpe-Störungszone und im Norden an der Pernicana-Störungszone.

Natürlich ist Ätna nicht nur seismisch aktiv, sondern auch eruptiv. In den letzten Tagen setzten sich die Eruptionen aus dem Sattelvent des Neuen Südostkraters fort. Es kam zu Strombolianern und Phasen mit Ascheausstoß. Der Tremor fluktuiert an der Grenze zum roten Bereich. Es gibt keine Indikatoren für kurzfristige Änderungen im Eruptionsgeschehen. Mittelfristig betrachtet könnte sich wieder eine intensivere Eruptionsphase zusammenbrauen.

Villarrica: 2 weitere Eruptionen

Am chilenischen Vulkan Villarrica ereigneten sich gestern 2 weitere Eruptionen. SERNAGEOMIN registrierte in diesem Zusammenhang 2 seismische Ereignisse mit langen Perioden, die auf die explosive Tätigkeit hindeuteten. Die Vulkanologen beschreiben die Ereignisse als moderat. Es wurden Aschewolken generiert, die ca. 400 m über Kraterhöhe aufstiegen. Das VAAC Buenos Aires brachte 2 VONA-Meldungen heraus, allerdings ohne eine Warnstufe für den Flugverkehr auszugeben. Die Eruptionswolken konnten von den Satelliten nicht geortet werden, was für ehr schwache Eruptionen spricht. Trotzdem eine interessante Entwicklung, da sich das Verhalten des Vulkans zu ändern scheint.


Ätna ist weiter fleißig

Unser europäischer Dauerbrenner Ätna ist weiterhin aktiv und eruptiert strombolianisch. Phasenweise gibt es länger anhaltenden Ascheausstoß, so auch heute Morgen, als ich via Livecam eine dieser Eruptionsphasen beobachten konnte. Die eruptierte Asche war von hellbrauner Färbung und wurden vom starken Westwind ins Valle del Bove gedrückt. Auf der Thermalcam konnte man kleine Signale beobachten, die auf Förderung glühender Tephra schließen ließen. Der Tremor fluktuierte im gelben Bereich. Die Erdbebentätigkeit zog am 4. Oktober wieder etwas an.

Pacaya und sein Lavastrom

In Guatemala ist der Pacaya weiter aktiv. Gegenüber dem Vortag berichtet INSIVUMEH von nur noch einem Lavastrom auf der Südflanke, der eine Länge von ca. 100 m hatte. Strombolianische Eruptionen förderten Tephra bis zu 100 m hoch. Heute registriert MIROVA eine hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von 210 MW. Das deutet darauf hin, dass der Lavastrom entweder länger geworden ist, oder dass wieder ein 2. Strom unterwegs ist. Eine Eruption ist ein dynamischer Prozess, bei dem sich das Geschehen schnell ändern kann.

Nyiragongo ist heiß

Am Virunga-Vulkan Nyiragongo im Kongo wurde heute eine sehr hohe Thermalstrahlung gemessen. Sie hatte eine Leistung von 1826 MW. Man kann davon ausgehen, dass der Lavasee sehr aktiv ist und dass die Lava relativ hoch im Pitkrater steht.