Fuego: erneuter Paroxysmus

Seismik und thermische Strahlung am Fuego in Guatemala sind sehr hoch. Der Vulkan begann gestern Abend mit einer neuen paroxysmalen Phase. In den letzten Tagen nahmen die Strombolianer zu und es war abzusehen, dass der neue Paroxysmus in den Startlöchern stand.

Der Pacaya ist ebenfalls noch aktiv und zeigt heute ein moderates thermisches Signal. Auf der LiveCam ist zu sehen, dass der Lavastrom scheinbar kleiner geworden ist. Im McKenny Krater manifestieren sich weiterhin strombolianische Eruptionen.

Der Ätna auf Sizilien ist weiterhin strombolianisch Tätig. Die Seismik ist relativ hoch, was auf Magmabewegungen im Untergrund hindeutet. Besonders in der Monatsübersicht wird deutlich, wie aktiv die Seismik ist und welchen Weg das Magma nimmt. Im Bereich der Liparischen Insel war die Seismik auch erhöht. Eine Zone südöstlich des Strombolis wird in den Grafiken nicht erfasst: dort gab es mehrere Erdbeben in großer Tiefe.

Auf den Aleuten ist der Vulkan Bogoslof weiterhin munter und erzeugt sporadisch explosive Eruptionen. Asche- und Dampfwolken steigen mehrere Kilometer hoch auf. Seit Beginn der Eruptionen Ende vergangenen Jahres hat die kleine Vulkaninsel ihr Gesicht stark verändert und ist deutlich größer geworden.

Am Kilauea auf Hawaii stagnierte die Deformation für 2 Tage, heute wird wieder leichte Inflation registriert. Lavastrom 61g ist weiterhin aktiv. Der Lava-Schlauch ist kleiner geworden, fließt aber noch in den Ozean und erzeugt dabei litorale Explosionen. Scheinbar wird der größte Teil der Lava fragmentiert, so dass sich kein neues Lavadelta bildet. Es gibt oberflächlich fließende Lava auf der Küstenebene. Diesbezüglich liegen mir 2 verschiedene Berichte vor. Das HVO meldete gestern besagte Lavaströme in 1 km Entfernung von der Küstenstraße, während es in einem Medienbericht heißt, die Lava hätte bereits die Küstenstraße erreicht.

Auf Kamtschatka ist der Shiveluch derzeit besonders aktiv und erzeugt zahlreiche Aschewolken, die vom VAAC Tokyo registriert werden. Die Vulkanasche steigt bis zu 5 km hoch auf. Wahrscheinlich werden pyroklastische Ströme generiert.

Batu Tara: thermisches Signal

Auf der indonesischen Vulkaninsel Batu Tara scheint der Vulkan nach mehrmonatiger Ruhe wieder aktiv geworden zu sein. Zumindest registrierte MIROVA in den letzten Tagen wieder ein schwaches thermisches Signal, welches von strombolianischen Eruptionen herrühren könnte. Allerdings kann so ein Signal auch durch einen Waldbrand o.ä. hervorgerufen werden. Eine visuelle Bestätigung dürfte ein wenig auf sich warten lassen, da die entlegenen Insel sehr selten besucht wird.

Am Ätna auf Sizilien hält die strombolianische Tätigkeit aus dem Neuen Südostkrater an. Die Bocce in der Voragine scheint ebenfalls aktiv zu sein. Es wurden mehrere flache Erdbeben im Osten des Vulkans registriert.

Die Eruption am Anak Krakatau scheint sehr kurzlebig gewesen zu sein. Unser Freund Andy berichtet, dass keine Seismik mehr registriert wird. Ob Anak Krakatau nur pausiert, oder ob es das schon wieder mit der Eruption war, bleibt abzuwarten.

Der Copahue in Chile ist wieder aktiver geworden. Es wird von Ascheeruptionen berichtet, sowie von nächtlicher Rotglut über dem Krater. Der Vulkan ist immer wieder sporadisch tätig.

Am Masaya in Nicaragua sind 2 Vulkanologen verunglückt, die im Krater des Vulkans arbeiteten. Sie hatten sich auf die Terrasse über den aktiven Lavasee abgeseilt. Scheinbar hat es Probleme mit dem Seil gegeben und sie sind in 350 m Tiefe gestrandet. einige Medien berichten, sie seien abgestürzt. Die Feuerwehr musste mit schwerem Equipment zur Bergung anrücken. Diese dauerte 3 Stunden. Die Vulkanologen konnten leicht verletzt geborgen werden.

Nahe des neuseeländischen Calderavulkans Taupo manifestierte sich in den letzten Tagen ein Schwarmbeben. GeoNet registrierte zwischen Taupo und Tongariro 290 Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 3,8. Solche Schwarmbeben entlang der Taupo-Volcanic-Zone kommen mehrmals im Jahr vor. Die örtlichen Vulkanologen zeigen sich nicht besorgt.

Ätna: Erdbeben M 2,7

Am Ätna auf Sizilien manifestierten sich in den letzten 24 Stunden 2 Erdbeben der Magnituden 2,7 und 2,6. Die Hypozentren lagen in 1 km und 2 km Tiefe, was eigentlich das Besonderer an diesem Vorkommen ist. Die Epizentren lagen am westlichen Stadtrand des Ortes Zafferana. Zudem wurden zahlreiche Mikrobeben registriert.

Die strombolianischen Eruptionen aus dem NSC halten weiterhin an. Gestern Abend war zu beobachten, dass zahlreiche glühende Bomben auf der Außenflanke des Kegels landeten. Zudem war ein Förderschlot im Zentralkrater aktiv und erzeugte kleine Explosionen, die sich innerhalb des Kraters abspielten.

Auffällig ist, dass diese Form der Aktivität nun schon zu lange anhält, um direkt als Vorläufer neuer Paroxysmen interpretiert zu werden. Die Paroxysmen könnten auf sich warten lasse, weil sich nicht genug Gasdruck im Inneren des Vulkans aufbauen kann, da das Fördersystem seit den letzten größeren Eruptionen im Mai 2016 offen ist. Dies erkennt man am Jahresverlauf der thermischen Strahlung auf Mirova: die hohen Ausschläge Ende Mai markieren die letzten Paroxysmen am Ätna. Seitdem wird fast ständig eine schwache Wärmesignatur registriert, was vor den Paroxysmen nicht der Fall war.

 

Ätna: strombolianische Eruptionen

Bei schönstem Wetter sind heute die strombolianischen Eruptionen aus dem Neuen Südostkrater gut via LiveCam zu beobachten. Die Strombolianer erscheinen im Minutentakt. aufgrund des geringen Windes steigen diese senkrecht auf und schweben lange über dem Krater.

Gestern Abend sah man zudem kontinuierliche Rotglut über der Voragine. Das Magma steht also hoch im Förderschlot.

Eine Frage die viele beschäftigt ist, ob es in mittelbarer Zukunft paroxysmale Eruptionen geben wird. Ich halte dieses Szenario für wahrscheinlich, allerdings sind vom Ätna auch lange Perioden mit schwacher Gipfeltätigkeit bekannt, wie sie derzeit der Fall ist.

Ätna: strombolianische Eruptionen

Nach einer erneuten Pause setzten heute Nacht wieder strombolianische Eruptionen ein. Diese manifestieren sich aus dem Neuen Südostkrater. Aus dem Zentralkrater steigt ordentlich Dampf auf. Dieses Phänomen hängt allerdings auch von den klimatischen Bedingungen ab. Gestern fiel sehr viel Neuschnee und unsere alte Dame sieht richtig jungfräulich aus. Am besten kann man den Vulkan gerade via LiveCam beobachten.

Ätna: viel Neuschnee, wenig Asche

Update 08.02.2017: In der letzten Nacht legte Ätna scheinbar eine Pause in Sachen strombolianische Eruptionen ein. In unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“ wurde allerdings ein Bild eines Dampfringes veröffentlicht. Das deutet darauf hin, dass es tief im Förderschlot Eruptionen gegeben hat. Heute Morgen beendete der Neue Südostkrater (NSC) seine  nächtliche Pause und erzeugt wieder kleine Ascheeruptionen. Diese sind im Dampf des Zentralkraters, der genau über den NSC hinwegzieht, nicht immer einfach auszumachen.

Originalmeldung: Nach 2 Tagen mit schlechtem Wetter und viel Neuschnee präsentiert sich Ätna in einem frischen Winterkleid. Erste (fast) wolkenfreie Blicke auf den Gipfel zeigten viel Dampf und gelegentliche Aschepuffs aus dem Neuen Südostkrater. Die Aktivität scheint ein wenig abgenommen zu haben. Diese Fluktuationen sind durchaus typisch für eine längere Aufwärmphase vor einem neuen Zyklus mit Paroxysmen. Dr. Boris Behncke vom INGV Catania schreibt dazu, dass ihn die jetzige Situation an den Februar 2012 erinnert. Damals kam es nach wochenlanger schwacher Gipfeltätigkeit zu einer Serie von Paroxysmen.

Ätna: strombolianische Eruptionen

Nachdem gestern die strombolianische Tätigkeit am Ätna rückläufig war, nimmt sie heute Morgen wieder deutlich zu. Auf der LiveCam kann man im Minutentakt Aschewolken aufsteigen sehen. Diese werden vom starken Wind sofort Richtung Norden verfrachtet und ihre genaue Größe lässt sich somit nicht bestimmen. Ich meine allerdings, dass inzwischen mehr Asche gefördert wird, als noch vor wenigen Tagen. Der Tremor ist noch unauffällig. Dafür zeigt MIROVA eine thermische Strahlung in Höhe von 25 MW an.

Ätna: neuer Pitkrater

Marco Neri vom INGV berichtet über einen neuen Pitkrater in der Bocca Nuova. Aus diesem steigt bis zu 700 Grad heißer Dampf auf, der nachts rot illuminiert wird. Bereits im August letzten Jahres entstand ein Pitkrater in der Voragine. Unter einem Pitkrater versteht man einen Krater mit senkrecht abfallenden Wänden, wie der Schacht in einem Bergwerk.

Bocca Nuova und Voragine sind die beiden Zentralkrater des Ätnas. Sie sind im Laufe der Jahre praktisch zusammen gewachsen. Zu den Gipfelkratern zählen auch der Nordost-Krater und der Südostkrater. Aus diesem gab es heute Morgen eine relativ starke strombolianische Eruption. Glühende Lavabrocken kullerten bis zum Fuß des Kraterkegels. Ein Foto findet ihr in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism„.

Wie geht es weiter am Ätna? Diese Frage stellen sich auch die Vulkanologen. Marco Neri sagt dazu, dass wir diesmal eine relativ lange und langsame Aufheizungsphase erleben. Der Erdbebenschwarm vom Montag lässt zudem vermuten, dass eine große Magmamenge dabei ist aufzusteigen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis wir am Ätna neue spektakuläre Eruptionen erleben werden. Welcher Art diese sein werden ist noch ungewiss.

Ätna: Schwarmbeben unter der Südflanke

Update 31.01.2017: In der Nacht lebten die strombolianischen Eruptionen aus dem Sattelvent im Neuen Südostkrater wieder auf. Zudem stimmt auch mindestens 1 Schlot in der Bocca Nuova mit ein und eruptierte Vulkanasche. Aus einem weiteren Schlot war Rotglut zu sehen. Heute Morgen scheint die Aktivität wieder abgenommen zu haben. Allerdings sieht man auf der Thermalcam des INGV eine heiße Fumarole am Neuen Südostkrater. Mirova registriert eine thermsiche Strahlung von 19 MW. Diese wird recht kontinuierlich aufgezeichnet und deutet darauf hin, dass das Magma hoch im Fördersystem steht.

Update: Das INGV Catania veröffentlichte soeben einen ersten Bericht zum Schwarmbeben. Dort ist von ca. 60 Einzelbeben die Rede. Bei den meisten dieser Beben handelt es sich um Mikrobeben, die auf der allgemein zugänglichen Seismik nicht dargestellt werden.

Originalmeldung: Heute Vormittag manifestierte sich ein Schwarmbeben unter der Südflanke des Ätnas. Es wurden bisher 8 Erdbeben mit Magnituden größer als 2 registriert. 5 davon brachten es auf Magnituden im 3er Bereich. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 3,5. Die Beben lagen in Tiefen zwischen 12 und 14 km bei „Casa Milia“ an der westlichen Umrundungsstraße, einige Kilometer oberhalb von Nicolosi. Laut Dr. Boris Behncke sind diese Erdbebenschwärme in der Vergangenheit typisch gewesen, wenn sich größere Mengen Magma auf den Weg machten. Diese Aussage deckt sich mit meiner Vermutung von letzter Woche, im Zusammenhang mit dem tiefer gelegenen Schwarmbeben im Norden des Vulkans.

Wir haben nun 3 Indizien dafür, dass sich mittelfristig sogar eine Flankeneruption ereignen könnte:

  • Seismik entlang der Pernicana-Störung
  • Tiefe Schwarmbeben unter der Nordflanke
  • Einen Erdbebenschwarm in mittlerer Tiefe im Süden.

Natürlich lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht mit Sicherheit sagen, dass eine Flankeneruption resultieren wird, aber zumindest eine neue Serie mit Paroxysmen scheint mir in den nächsten Wochen, oder Monaten immer wahrscheinlicher zu werden. Wobei nicht auszuschließen ist, dass es erst einige Paroxysmen geben wird und dann eine Flankeneruption folgt, so wie es 2001 der Fall war. Doch das ist rein spekulativ.

Fournaise: Inflation steigt

Am Piton de la Fournaise (La Réunion) wird seit dem 22.01.2017 wieder eine Zunahme der Inflation gemessen. Zudem stieg die Tätigkeit vulkanotektonsicher Erdbeben an. Diese liegen in geringer Tiefe unter dem Gipfelkrater. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die oberste Magmakammer wieder füllt. Diese liegt 1,5 – 2 km unter dem Gipfel. Es wurde ein starker Rückgang des Kohlendioxid-Ausstoßes verzeichnet, genauso wie kurz vor den Eruptionen der letzten beiden Jahren. Daher rechnen die Vulkanologen vor Ort mit einer kurz bevorstehenden Eruption. 

Am Ätna auf Sizilien fanden heute Morgen 2 Erdbeben M 2,7 und 3,2 statt. Die Hypozentren lagen in 12 und 14 km Tiefe unter der SSW-Flanke des Vulkans. Die Beben sind auf der Seismik deutlich zu sehen. Die strombolianischen Eruptionen aus dem Sattelvent des Neuen Südostkraters haben in Häufigkeit und Stärke nachgelassen. Sporadisch steigt noch etwas Asche auf.

Update: innerhalb von 1 Stunde folgten in der Gegend um „Casa Milia“ 2 weitere Erdbeben vergleichbarer Magnituden.

Über die Aktivität des Erta Alé in Äthiopien liegen mir widersprüchliche Informationen vor. Eine Quelle sagt, dass der Lavasee kollabiert sei und derzeit keine Lava zu sehen ist. Ein anderer Informant spricht davon, dass es Lava im neue abgesenkten Nordkrater gibt, diese aufgrund der starken Dampfentwicklung aber praktisch nicht zu sehen sein. Die thermische Strahlung ist in etwa auf dem Niveau des Kilauea angekommen. Dass würde für letztere Aussage sprechen.