Island: Schwarmbeben Kolbeinsey

Gestern manifestierte sich 250 km nördlich von Island ein ungewöhnlich starkes Schwarmbeben. Mehrere Einzelbeben brachten es auf Magnituden zwischen 4 und 5. Die Epizentren lagen in einem Gebiet 80 km nördlich der Insel Kolbeinsey. Seit längerem wurde dort eine Erhöhung der Seismik registriert, doch der aktuelle Erdbebenschwarm war ungewöhnlich stark.

Herdubreid: Schwarmbeben

Unter dem isländischen Tafelberg-Vulkan Herdubreid manifestiert sich ein starkes Schwarmbeben. In den letzten 48 Stunden wurden 205 Einzelbeben registriert. 2 der Erdbeben brachten es auf Magnituden größer als 3. Die Tiefe der Erdbeben variiert, liegt im Durchschnitt bei ca. 5 km. 

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Erdbeben in Zusammenhang mit dem Aufstieg von Magma stehen. Ob- und wann es zu einem Vulkanausbruch kommen könnte ist derzeit noch völlig offen. Im Falle der letzten Eruptionen auf Island dauerten solche Schwarmbeben mehrere Wochen an, bevor es zu einem Ausbruch kam. 

Bardarbunga: Erdbeben M 4,0

Unter dem isländischen Vulkan Bardarbunga bebte wieder die Erde. Es kam zu einer Erdbebenserie, bei der die stärksten Erschütterungen die Magnituden 4,0 – 3,9 – 3,3 aufwiesen. Die Hypozentren lagen in 11 km Tiefe. Auch unter dem Gletschervulkan Katla kam es zu weiteren Erdbeben.

Zudem ereignete sich unter Kreta heute ein Erdbeben der Magnitude 4,4. Das Hypozentrum lag offshore in 50 km Tiefe und dürfte keine Schäden verursacht haben.

Erwähnenswert sind mittelstarke Erdbeben der Inselwelt des Pazifiks: auf Vanuatu, Sumatra, Halmahera und Hokkaido kam es zu Beben mit Magnituden zwischen 5 und 6.

Schweiz: Erdbeben M 4,6

In der Schweiz ereignete sich gestern Abend ein Erdbeben der Magnitude 4,6. Das Hypozentrum lag in 5 km Tiefe bei dem Örtchen Linthal. Es folgten einige schwache Nachbeben.

Bereits am Sonntag manifestierte sich ein Schwarmbeben am Kilauea auf Hawaii. Es wurden 31 einzelne Erschütterungen gemessen. Die Stärkste brachte es auf M 3,5. Die Hypozentren lagen unweit der Gipfelcaldera in 2-3 km Tiefe.

Schwarmbeben gab es am Wochenende auch wieder auf Island. Die „hot spots“ lagen dabei unter den Vulkanen Katla und Bardarbunga.

Katla: neues Schwarmbeben

Update: unter der Katla manifestierte sich ein weiterer Erdbebenschwarm. Die stärkste Erschütterung brachte es auf M 3,0.

Originalmeldung: Unter dem isländischen Gletschervulkan Katla kam es heute Morgen zu einem Erdbebenschwarm. Es wurden in den letzten 48 Stunden 26 Einzelbeben registriert. Die Hypozentren liegen zwischen o,1 km und 7 km Tiefe. Rein eisbedingte Erdbebewegungen erscheinen somit unwahrscheinlich.

Die isländischen Vulkanologen rechnen bereits seit mehreren Jahren mit einem baldigen Ausbruch des Vulkans. Wann dieser tatsächlich kommt kann derzeit niemand vorhersagen.

Dank an Daniel für den Hinweis.

Island: Schwarmbeben

In den letzten 24 Stunden gab es an 3 Locations auf Island Schwarmbeben: Bardabunga, Katla und Hrómundartindi (Reykjanes Halbinsel). Das stärkste Beben eines jeden Schwarmbebens brachte es auf eine Magnitude zwischen 3 und 4. Die größte Anzahl an Erdbeben manifestierte sich unter Hrómundartindi. Dort wurden bisher 100 Beben registriert. Die Tiefe der Beben liegt bei ca. 5,5 km.

Schwarmbeben stehen oft im Zusammenhang mit der Intrusion von Magma: wenn es in der Erdkruste aufsteigt bahnt es sich einen Weg durch das Gestein, welches zerbricht. Dabei werden schwache Erdstöße erzeugt.

 

Katla: Schwarmbeben

Starkes Schwarmbeben unter der Katla.Update 19.00 Uhr (30.09.16): IMO erhöhte die Alarmstufe auf „gelb“, obwohl nach wie vor weder Tremor, noch Inflation registriert wurden. Die Zahl der Beben steigerte sich auf 352. In den letzten Stunden ist die Bebenhäufigkeit ein wenig rückläufig.

Update 30.09.16: Heute Nacht ereigneten sich weitere Erdbeben. 4 Beben hatten Magnituden zwischen 3 und 4.  Insgesamt waren es in den letzten 48 h 257 Beben. IMO hat noch kein offizielles Statement gegeben, sobald ich mehr weiß teile ich es Euch mit.

Originalmeldung: Gerade findet unter der Katla ein starkes Schwarmbeben statt: in den letzten Stunden ereigneten sich 105 Einzelbeben, deren Hypozentren in weniger als 1 km Tiefe liegen sollen. Für aufsteigendes Magma ist diese Tiefe zu gering, da müsste sich bereits eine Spalte bilden, oder Eisverschiebungen statt finden. Hält die seismischen Aktivität in den nächsten Tagen an, wächst die Wahrscheinlichkeit für einen baldigen subglazialen Ausbruch!

Katla: Erdbeben M 4,5

Schwarmbeben unter der Katla. © IMOUpdate 23.30 Uhr: das IMO meldet heute Abend einen kleinen Gletscherlauf (jökullinn hlaupa, oder jökulhlaup), der sich in 2 Flüssen am Myrdalsjökull manifestiert. Neben steigenden Pegeln in den Flüssen Múlakvísl und Bláfjallakvísl, wurde eine erhöhte Schwefeldioxid-Konzentration gemessen. Dies könnten Indizien sein, dass es unter dem Gletscher tatsächlich zu einer (kleinen) Eruption gekommen sein könnte. Zudem gab es Mittags ein weiteres Erdbeben M größer 3. Dank an Tippgeber Daniel Rüedi!

Eine IMO-Wissenschaftlerin sagte hingegen am Nachmittag, es gebe noch keine Anzeichen für einen subglazialen Vulkanausbruch. 

Ich halte die Seismik derzeit auch für zu gering, als dass es schon zu einer größeren Eruption unter dem Eis gekommen sein könnte, allerdings fehlen Vergleichswerte, da die letzte große Eruption der Katla 1918 statt fand.

Originalmeldung: Unter dem isländischen Gletschervulkan Katla manifestierte sich ein Erdbeben mit der Magnitude 4,5 , dessen Hypozentrun mit 3,8 Kilometer Tiefe angegeben ist. Es ist sogar ein weiteres Beben der gleichen Stärke aufgeführt, dass wenige Sekunden später registriert wurde. 2 weitere Beben die vorher statt fanden brachten es auf M 3,1 und 3,0. Die Erdbeben sind Teil eines Schwarmbebens und der tendenziell steigenden seismischen Aktivität unter dem großen Calderavulkan. Es war das stärkste Beben unter der Katla seit 1977. Damals brachte es des Beben auf M 5,1.

Isländische Vulkanologen weisen immer wieder darauf hin, dass ein Ausbruch der Katla statistisch gesehen überfällig ist und man jederzeit mit einer Eruption rechnen muss. Sollte sich die seismische Aktivität deutlich steigern, könnte es ein Indiz sein, dass die Eruption nicht mehr so lange auf sich warten lässt.

Über den Vulkan:

Der Name Katla ist eine weibliche Ableitung des isländischen ketill, was auf Deutsch soviel wie „Kessel“ bedeutet.

Katla ist der zentrale Vulkan eines etwa 100 km lang Vulkansystems. Das vom Zentralvulkan beherrschte vulkanische Spaltensystem reicht von der Eldgjá im Nordosten bis zu den der Südküste vorgelagerten Westmännerinseln.

 

Island: zahlreiche Beben

Zahlreiche Erdbeben manifestieren sich auf Island. © IMOAuf Island ereigneten sich in den letzten 48 Stunden zahlreiche Erdbeben. 8 hatten Magnituden zwischen 3 und 4. Unter dem Bardarbunga manifestierten sich 3 dieser Beben. Sie sind sehr wahrscheinlich mit dem Absinken bzw. Kollabieren des Calderadaches assoziiert. Dieser Prozess hält seit der Eruption im letzten Jahr an. Für die Wissenschaftler eine seltene Gelegenheit diesen Prozess vor Ort zu beobachten. 

Die Beben im Norden Islands gehen wahrscheinlich mit einer Magmaintrusion an der Tjörnes-fracture-zone einher. Solche Ereignisse sind dort öfters zu verzeichnen. 

Island: erhöhte Seismik

Schwarmbeben auf Island. © IMODurch Island zieht derzeit eine Welle schwacher Erdbeben, von der viele Vulkanregionen entlang des NE-SW streichenden Störungssystems betroffen sind. Die Beben beginnen am Reykjanes ridge, ziehen durch Hekla und Katla, gehen weiter zu Grimsvötn und Bardarbunga, um dann über den Herdubreid in der Tjörnes fracture zone zu enden. Diese Beben mit Magnituden kleiner 3 sind sehr wahrscheinlich tektonischen Ursprungs und mit 2 stärkeren Beben assoziiert, die sich weit südwestlich vor Island ereignet haben: diese Beben brachten es auf M 4,9 und 4,5 und lagen in 10 km Tiefe.

Derweilen geistert das Schreckgespenst „Hekla“ durch die Medien. Es ist richtig, dass ein Vulkanausbruch dort überfällig ist und jederzeit einer stattfinden kann. Dass muss aber nicht heißen, das der Ausbruch unmittelbar bevorsteht. Die Stärke der Eruption lässt sich auch nicht vorhersagen und es ist unklar, ob es wieder zu Flugausfällen in Europa kommen wird, wie 2010 bei dem Eyjafjallajökull-Ausbruch.