Indonesien: Erdbeben Mw 6,8 vor Java

In Indonesien bebte die Erde mit einer Magnitude von 6,8. Das Epizentrum liegt offshore, vor der Küste im Nordwesten Javas, kurz vor der Einfahrt in den Sunda Strait. Obwohl das Hypozentrum in 40 km Tiefe liegt, wurde Tsunami-Alarm gegeben. Das Erdbeben rockte auch den Inselvulkan Anak Kratau. Interessanter Weise erscheint das Signal auf dem Seismogramm nicht als gesättigt, was einiges über die Einstellung des Geräts verrät. Es bleibt spannend abzuwarten, ob der Erdstoß größere Eruptionen am Krakatau triggert.

Papua Neuguinea: Starke Erdbeben

Gestern Abend ereignete sich in Papua Neuguinea eine Serie starker Erdbeben. Es wurden 5 starke Erdbeben registriert. Diese hatten Magnituden zwischen 7,0 und 5,9. Das Hypozentrum des Hauptbebens wurde von 100 auf 30 km Tiefe korrigiert. Betroffen war die Region New Britain. Der nächst gelegenen größere Ort ist Kimbe, 117 km vom Epizentrum entfernt. Dort leben 18.000 Menschen. Es wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben, die relativ schnell wieder aufgehoben wurde. Meldungen über Opfer, oder Schäden liegen noch nicht vor. Die Gegend ist relativ dünn besiedelt und es dauert eine Weile bis sich Nachrichten verbreiten. Unweit des Bebenzentrums liegt der Vulkan Ulawun.

Bali-See-Beben: Todesopfer auf Java

Das Erdbeben der Magnitude 6,0, welches sich gestern in der Bali-See ereignete, kostete mindestens 3 Personen das Leben. Die Menschen starben, als im Bezirk Sumenep im Osten Javas Häuser einstürzten. Das Beben ereignete sich an einer lokalen Störungszone, die in der Verlängerung (oder am Ende) des Flores back arc thrust fault liegt. Die tektonischen Karten sind sich nicht einig, ob die Störungszone vorher ausläuft, oder etwas südlich des Epizentrums endet. Am Flores thrust ereigneten sich die katastrophalen Erdbeben von Lombok. Sollte das Erdbeben in der Bali-See mit dieser Störungszone assoziiert sein, haben wir nun eine seismische Lücke zwischen Lombok und der Bali-See. Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit eines vergleichbaren Erdbebens direkt vor Bali relativ hoch ist. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit auch nicht höher, als Vorgestern. Der Unterschied besteht darin, dass wir uns dessen bewusst werden. Die Spannungen bauen sich über lange Zeiträume auf und es gibt in Indonesien immer ein hohes Erdbebenrisiko!

Lage des Flores thrust. Aktuelles Erdbeben lag am Westende der Störungszone. © http://sp.lyellcollection.org, Ron Harris & Jonathan Major

Kurilen: Erdbeben Mw 6,4

Östlich der Kurilen-Insel Pamushir bebte die Erde mit einer Magnitude von 6,4. Es folgten zahlreiche Erdbeben mit Magnituden im 5er Bereich. Zudem gab es vor einigen Tagen Vorbeben. Das Hypozentrum des Hauptbebens lag in 10 km Tiefe. Bei den Kurilen handelt es sich um einen vulkanischen Inselbogen. Auf Pamushir ist der Ebeko aktiv. Er zeigte keine besondere Reaktion auf die Erschütterungen. 5 Stunden nach dem Hauptbeben eruptierte der Vulkan Sarychev Peak, der weiter südlich des Epizentrums liegt.

Loyality Islands: Erdbeben Mw 7,1

Südwestlich der Loyality-Inseln gab es ein Erdbeben (Seebeben) der Magnitude 7,1. Das Hypozentrum lag in 20 km Tiefe. Die Inselgruppe liegt im Pazifik, östlich von Australien Bis nach neu Kaledonien sind es 241 km, Bis nach Vanuatu 284 km. Über Schäden liegen keine Meldungen vor. Tsunami-Alarm wurde offensichtlich auch nicht gegeben. Für die Generierung von Tsunamis lag das Beben auch zu tief. Es wurden Vor- und Nachbeben registriert.

Erdbeben Mw 6,4 am Marianen-Graben

Im Pazifik manifestierte sich ein weiteres starkes Erdbeben im Marianen-Graben. Dort wird die Pazifische Platte unter den Asiatischen Kontinent subduziert. Das Hypozentrum lag in 49 km Tiefe und 202 km nordöstlich von Saipan. Dort leben 48.000 Menschen.

Indonesien: Erdbeben Mb 5,5

Vor der Südküste der indonesischen Insel Java gab es ein Erdbeben der Magnitude 5,5. der Erdbebenherd lag in 55 km Tiefe und 196 km südlich von Semarang. das Beben spiegelt sich auf zahlreichen Seismogrammen der Vulkane Indonesiens wieder.

Aserbaidschan: Erdbeben Mb 4,9

Ein mittelstarkes Erdbeben ereignete sich im Kaspischen Meer, vor der Küste von Aserbaidschan. Es lag 10 km tief und erschütterte die Region um den Ort Ardabil. Bis nach Baku sind es mehr als 200 km.

Los Angeles: Erdbeben Mw 4,4

Im Großraum von Los Angeles  bebte die Erde mit einer Magnitude von 4,4. Das Hypozentrum lag in 6 km Tiefe und 45 km östlich der Stadt am Fuße des Mount San Antonio.  Die Gegend steht unter dem Einfluss von Störungszonen, welche mit der San Andreas Verwerfung assoziiert sind. Es gab bereits 2 Schwache Nachbeben. Im US-Bundesstaat Kalifornien gibt es besonders viele Prepper, die sich auf ein katastrophales Erdbeben vorbereiten. Seismologen erwarten dort ein Erdbeben mit Magnituden größer als 6,7 innerhalb der nächsten 30 Jahre. In dem dicht besiedelten Gebiet ist eine Katastrophe also vorprogrammiert.

Java: schweres Erdbeben Mw 6,5

Im Südwesten der indonesischen Insel Java ereignete sich ein schweres Erdbeben der Magnitude 6,5. Das Hypozentrum lag in 107 km Tiefe kurz vor der Küste bei Pangandaran. Die genaue Lage des Epizentrums wird unterschiedlich angegeben. Der USGS verzeichnet es offshore, EMSC an Land. Trotz der Tiefe wurde Tsunamialarm gegeben. Mehr als 100 Häuser wurden beschädigt, oder stürzten ein. Es gibt mindestens 2 Todesopfer und 7 Verletzte. Teilweise brach Panik aus. Es folgten starke Nachbeben.

Island Erdbeben unter Bardarbunga

Auf Island bebte die Erde mit einer Magnitude von 3,5. Das Hypozentrum lag in 11 km Tiefe unter dem Gletschervulkan Bardarbunga. Der Vulkan war 2014 Schauplatz einer spektakulären Eruption.

Weitere Erdbeben am Ätna

Im Westen des Vulkans gab es 2 weitere Erdbeben mit Magnituden um 2 in 10 km Tiefe. Ort des Geschehens ist der Ort Bronte. In den letzten Tagen gab es mehrere kleine Erdbebenschwärme.

Die Karte des INGV wird leider immer nur mit Verzögerung aktualisiert, daher werden die neusten Erdbeben dort noch nicht angezeigt. Dargestellt werden die Erdbeben der letzten 15 Tage. Da ist schon einiges in Bewegung unter dem Ätna.

Lavastrom auf Stromboli versiegt

Der Lavastrom versiegte bereits, doch die italienischen Vulkanologen reagierten schnell: Marco Neri veröffentlichte eine ausführlichen Bericht in einer italienischen Zeitung und teilte diesen in unserer Facebook-Gruppe. Demnach ergoss sich der Lavastrom aus einem Schlot an der Nordwand des Kraters und erreichte den oberen Teil der Sciara del Fucco. Die Aktivität wurde von moderaten Explosionen begleitet. Der Vulkanologe betont, dass bei solchen Events auch starke Explosionen auftreten können, die Lavabrocken bis auf den Pizzo auswerfen. Interessant ist die Bemerkung, das die Vulkanologen mit dem Auftreten eines Lavastroms gerechnet haben. Es wäre sehr interessant weitere Einschätzungen der Vulkanologen zu erfahren. Mich würde es nicht verwundern, wenn wir in den nächsten Wochen Zeugen ähnlicher Ereignisse werden würden. Auf Youtube gibt es nun ein Video der Initialphase der Lavastrom-Eruption. Sehr interessant zu sehen, wie sehr sich das Innere des Kraters in den letzten Monaten änderte.

Dieng: phreatische Eruption mit Verletzten

Auf dem indonesischen Dieng-Plateau ereignete sich heute eine spontane phreatische Eruption am Sileri Krater. Bei der Eruption wurde ein Gemisch aus anstehendem Gestein, Wasser, Schlamm und Dampf mehr als 50 m hoch in die Luft geschleudert und regnete auf eine Besuchergruppe einheimischer Touristen nieder. Mindestens 4 Personen wurden verletzt. Das Tragische: ein Rettungshubschrauber, der zur Hilfe eilte, stürzte ab. Dabei fanden mindestens 2 Personen den Tod. Update: die Zahl der Opfer erhöhte sich auf 8.

Das Dieng Plateau liegt in Zentraljava auf 2000 m Höhe. Es ist ein spirituelles Zentrum mit mehreren alten Hindutempeln. Bei Pilgern und Touristen steht das Dieng Plateau hoch im Kurs. Neben den Tempeln werden die zahlreichen Vulkankrater besucht, in denn es mehrere bunte Seen und Pools zu besichtigen gibt. Die Gegend ist Hydrothermal sehr aktiv und es gibt ein kleines Geothermalkraftwerk und Mudpools.

Die blauen Flammen vom Kawah Ijen

Die Bildergalerie entstand am 25. und 26. August 2015.

Kawah Ijen war eigentlich nur ein Nebenziel meiner Reise im August 2016. Eigentlich wollte ich zusammen mit Martin und Thorsten den Nachbarvulkan Raung besteigen, doch die Eruption des 3332 m hohen Vulkans endete kurz vor unserer Ankunft auf Java. So machten wir aus der Not eine Tugend und besichtigten den Schwefelabbau im Krater des Kawah Ijen. Im Mittelpunkt unseres bestreben standen die Blauen Flammen des brennenden Schwefels, welcher im Krater an Fumarolen kondensiert und per Hand abgebaut wird.

Während unserer Anfahrt ergab sich ein Problem gesperrter Straßen, die vom Südosten auf die Flanke des Ijen-Massiv führen. Tatsächlich wurde in den Dörfern ein Fest gefeiert, welches an unseren Karneval erinnert: die Menschen verkleideten sich als Figuren der hiesigen Mythologie und des Zeitgeschehens und veranstalteten Straßenumzüge. Für uns eine willkommener Einblick in das Leben der Indonesier.

Mit 2 Stunden Verspätung erreichten wir die Kawah-Ijen-Lodge, wo wir mal ein luxuriöses Quartier bezogen. Vom Schwimmbecken aus bot sich ein Blick über Reisterrassen bis zum Ijen, der heute allerdings im Nebel verhüllt war.

Am nächsten Morgen besuchten wir zunächst eine kleine Schwefelfabrik, in der der Schwefel geschmolzen und gereinigt wurde. Wie der Abbau selbst, geschah hier alles unter einfachsten Methoden. Die Schmelzöfen wurden per Holzfeuer betrieben und der geschmolzene Schwefel gefiltert und anschließend in Bottichen gefüllt, welche über den weiträumigen Boden ausgeschüttet wurde. Der flüssige Schwefel erstarrte zu einer dünnen Kruste auf dem Boden, welche zu Platten zerbrochen wurde und mit Schneeschiebern auf eine Haufen geschoben wurden. In Säcken verpackt trat der Schwefel dann seine Reise zu den Bestimmungsorten an.

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum Krater. Verwundert stellte ich fest, dass ein Stück Hightech Einzug im Tagebau gehalten hatte: einige Schwefelträger verwendeten eine Art Schubkarre um den Schwefel zu transportieren. Die Karren hatten bereits tiefe Spurrillen in den Weg gefressen, welche den Aufstieg nicht angenehmer machten.

Pünktlich zur Abenddämmerung erreichten wir den Kraterboden mit seinem Schwefelabbau. Die bis zu 240 Grad heißen Dämpfe aus den Fumarolen werden durch ein Rohrsystem zum Rand des Kratersees geleitet. Dort kondensiert der Schwefel am Ende der Rohre und wird von den Arbeitern gebrochen und eingesammelt.

Mit zunehmender Dunkelheit konnte ich immer besser das Ziel meiner fotografischen Begierden ausmachen: die blauen Flammen des Schwefelbrandes. Dieser manifestiert sich am Ende der Rohrleitungen. Die Flammen zischen dabei teilweise wie aus eine Schweißbrenner aus den Rohren hervor. Mit etwas Glück sieht man auch ein Rinnsal brennenden Schwefels, welches sich langsam hangabwärts bewegt.

Das Fotografieren gestaltet sich hier immer schwierig: die Gase hüllen oft die Fumarolen ein und man muss auf die kurzen Augenblicke warten, während derer man freie Sicht hat. Mein Problem war, dass der Filter meiner Gasmaske aufgab und ich deutlich mehr Schwefelgase inhalierte, als mir gut tat! So machte ich mich nach 2 Stunden wieder an den Aufstieg, doch das war eigentlich schon zu spät. Meine Bronchien schleimten ohne Ende und meine bis dahin leichte Erkältung verschlimmerte sich deutlich. Als meine Nase nach ein paar Tagen wieder frei war, merkte ich, dass mein Geruchssinn zu 90% ruiniert war. Sogar nach einem Jahr war er noch nicht wieder richtig hergestellt.

Bromo: Alarmstufe „orange“

Die letzten Wochen des Jahres gehen in Indonesien genauso spannend weiter wie die vorangegangenen Monate: am Bromo setzte gestern Tremor ein und der Alarmstatus wurde auf „orange“ erhöht. In den Wochen zuvor stiegen Seismik und Gasausstoß deutlich an. Teilweise mischte sich sogar etwas Vulkanasche in die Dampfwolke die zuletzt gut 150 m hoch aufstieg.

Der letzte größere Ausbruch des Bromo begann im Dezember 2010 und dauerte bis Frühjahr 2011. Damals kam es zu Störungen im Flugverkehr und die Ernte wurde auf vielen Feldern von Asche erstickt.

Erdbeben vor Puerto Rico und Java

Vor der Südküste Ostjavas ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 5,8. Das Hypozentrum lag in 80 km Tiefe. Aufgrund der Tiefe dürfte kein Tsunami entstehen. Dennoch könnte sich das Erdbeben auf aktive Vulkane wie den Raung auswirken.

Schwarmbeben im Norden der großen Karibik-Inseln. © ESMC

Vor der Nordküste Puerto Ricos findet seit mehreren Wochen ein starker Erdbebenschwarm statt. Die seismische Tätigkeit steht im Zusammenhang mit der Subduktionszone vor der Erdbebenzone. Ebenfalls in der Karibik (Grenada) liegt der Unterwasservulkan Kick ’em Jenny der in den letzten Tagen für Aufregung sorgte. Dort geht die seismische Aktivität derzeit allerdings zurück. Interessanter Weise verzeichnete das EMSC nicht einen einzigen Erdstoß dort. Es liegt die Vermutung nahe, dass die registrierten Beben dort sehr schwach waren.