Hagelsturm in Guadalajara

In der mexikanischen Stadt Guadalajara legte ein ungewöhnlich starker Hagelsturm das öffentliche Leben lahm. In der Nacht zum Sonntag kam es zu so einem starken Hagelniederschlag, dass in einigen Stadtbezirken die Straßen von einer mächtigen Eisschicht bedeckt sind. Stellenweise sind die Eisfluten bis zu 1 Meter tief. Autos versanken in den Eismassen, Geschäfte wurden überflutet. Der Zivilschutz kam zum Einsatz.

Im Juni ist es in Guadalajara bis zu 29 Grad warm, allerdings herrscht Regenzeit. Trotzdem sind solche Hagelstürme selten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Zusammenhang zum anthropogenen Klimawandel besteht. Derzeit wird das Wetter im Westen Mexikos vom tropischen Sturmtief Alvin bestimmt.

Extremtemperaturen und Waldbände in Deutschland und Europa

Dass die Wetterextreme in Europa und Deutschland mit dem anthropogenen Klimawandel zusammenhängen, bezweifeln nur noch wenige Wissenschaftler. So wurde am Wochenende der neue Temperaturrekord vom Mittwoch bereits wieder übertroffen:  In Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt wurden am Sonntag 39,6 Grad gemessen. Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnung war es in einem Juni heißer. Noch extremer waren die Temperaturen in Frankreich: Im Ort Gallargues-le-Montueux wurden am 28. Juni 45,8 Grad gemessen. Damit wurde der bisherige Hitzerekord um 1,7 Grad überboten. In 4 Departments wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen. Auch in Spanien herrschten extreme Temperaturen. Dort starben mehrere Personen aufgrund der Hitze.

In Deutschland kam es zu mehreren Wald- und Feldbränden. Besonders schlimm betroffen ist die Region um den Ort Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern. Dort brennen ca. 430 Hektar Wald in einem alten Truppenübungsplatz. Dort wird auch noch alte Munition vermutet, was die Löscharbeiten erschwert. Das Dorf Trebs wurde inzwischen evakuiert. so etwas kam in Deutschland bisher selten vor.

Bei Lübeck wurde die Autobahn A 1 wegen Hitzeschäden gesperrt. Zudem wurde eine Unwetterwarnung für Teile von Nord- und Süddeutschland herausgegeben. Im Hitze geplagten Frankreich entstand eine Superzelle, die schwere Gewitter und evtl. sogar Tornados mit in den Südwesten Deutschlands bringen könnte.

Überflutungen in Russland

In der sibirischen Region um Irkutsk kam es Ende letzter Woche zu schweren Überflutungen: lang anhaltender Regen ließ mehrere Flüsse über die Ufer treten. Es wurden 20 Ortschaften überflutet. 2500 Häuser stehen unter Wasser. Mindestens 5 Menschen starben in den Fluten.

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Popocatepetl eruptiert hohe Aschewolken

Heute steht der Popocatepetl in Mexiko erneut in den Schlagzeilen, weil er gestern 2 Aschewolken erzeugte, die bis in einer Höhe von 10.700 m über dem Meeresspiegel aufgestiegen sind. CENAPRED berichtete zudem von 185 Asche-Dampf-Exhalationen und von einem vulkanotektonischen Erdbeben mit einer Magnitude von 3,1. Die Erschütterung war schon recht heftig und ist deutlich als Ausschlag großer Amplitude im Seismogramm zu erkennen. Die Seismometer registrierten 166 Minuten Tremor. Es sieht so aus, als hätte Popocatepetl vor seine Aktivität weiter zu steigern.

Update: Heute Morgen gab es eine weitere Eruption am Popocatepetl. Eine Aschewolke stieg bis zu 8500 m hoch auf. Die Vulkanasche verteilte sich großflächig.

Stromboli legt zu

Auf der Liparischen Insel Stromboli geht es momentan wieder heißer her. Augenzeugen der Eruptionen berichteten eine Aktivitätssteigerung. Besonders aktiv ist ein relativ neuer Förderschlot im zentralen Kraterbereich. Von ihm gehen schmale Lavafackeln aus, die unter hohem Druck und mit lautem Getöse aufsteigen. Sentinel-Satellitenaufnahmen zeigen eine thermische Anomalie, die größer als sonst ist. Es wird verhältnismäßig viel heiße Tephra im Krater abgelagert. Das Spektakel lässt sich auch via Livecam beobachten.

Manam in Eruption

Auf Papua Neuguinea gibt es eine weitere Eruption des Inselvulkans Manam. Er liegt vor der Küste des Inselstaates in der Bismarck-See. Das VAAC meldet Vulkanasche in 3700 m Höhe. In der letzten woche gab es ebenfalls eine einzelne Eruption, die bisher nicht zu einem neuen Paroxysmus führte.

Sangeang Api produziert Aschewolken

Der entlegene Inselvulkan des indonesischen Archipels erzeugte gestern eine Aschewolke, die bis auf einer Höhe von 1200 Metern über dem Meeresspiegel aufstieg. In den vergangenen tagen wurde auch eine moderate Wärmestrahlung registriert. Nach einigen recht ruhigen Monaten mit nur geringer Aktivität legt diese nun wieder zu.

Crater Lake mit seismischen Schwarm

Wie das USGS meldete, ereignete sich letzte Woche unter dem Crater Lake ein schwaches Erdbeben der Magnitude 1,3 Das Hypozentrum lag in nur 2 km Tiefe. Anschließend wurde ein Schwarm sehr schwacher Erdstöße registriert. Es wird von gut 2 Dutzend Beben berichtet, die sich innerhalb von 12 Stunden manifestierten. In den letzten Tagen wurden 50 weitere Erschütterungen aufgezeichnet.
Crater Lake ist eine große wassergefüllte Caldera im Norden Kaliforniens. Die Caldera ist der Rest des Vulkans Mount Mazama, der sich vor gut 7700 Jahren sprengte. In der Caldera bildete sich ein neuer Schlackenkegel. Der Vulkan ist potenziell aktiv. Das Schwarmbeben könnte auf die Bewegung magmatischer Fluide im Untergrund hindeuten.

Chile: Erdbeben M 6,4

Wenige Kilometer vor der chilenischen Küste bei Coquimbo bebte die Erde mit einer Magnitude von 6,4. Das Hypozentrum lag mit 2 km Tiefe sehr flach. Es ereigneten sich zahlreiche moderate Nachbeben. Aufgrund der geringen Tiefe des Erdbebenherdes schätze ich das Zerstörungspotenzial des Bebens als relativ groß ein. Meldungen über Schäden liegen bisher allerdings nicht vor.

Das Erdbeben ereignete sich an einem der Bebenspots des Südamerikanischen Küste. Valparaiso liegt nicht allzu weit entfernt: dort ereignete sich einige der stärksten Erdbeben der Geschichte mit Magnituden größer als 8. Grund für die Erdbeben ist das Zusammentreffen der ozeanischen Nazca-Platte mit dem südamerikanischen Kontinent. Die Nazca-Platte wird vor der Küste subduziert. Dabei kommt es zum Verhaken der Platten und dem Aufbau von Spannungen. Diese lösen sich mit einem Ruck, wodurch die Erdbeben entstehen. Bei den Erdbeben vor der Küste können auch Tsunamis entstehen.

Südlichen Mittelatlantischen Rücken: Erdstoß M 5,6

Gestern ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 5,6 am Mittelatlantischen rücken auf der Südhalbkugel. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Das Epizentrum in etwa auf einem Breitengrad mit Kap Hoorn.

Erdbebenschwarm vor Mexiko

Vor der mexikanischen Küste beim Bundesstaat Oxaca bebt die Erde im Dauermodus: die meisten Erschütterungen haben Magnituden zwischen 3 und 4. Die Hypozentren liegen in unterschiedlichen Tiefen zwischen flach und tief. Die Vielzahl der Beben und die relativ große räumliche Ausdehnung entlang der Küstenregion, lassen vermuten, dass die Subduktionszone auf breite Front sehr aktiv ist. Die Beben bauen große Spannungen ab, die sich sonst vermutlich in einem Starkbeben entladen würden. Trotzdem sind diese nicht auszuschließen.

Polen: Erdbeben M 3,1

In Polen gab es ein weiteres Erdbeben. Es hatte die Magnitude 3,1 und lag in nur 1000 m Tiefe. Es manifestierte sich 4 km vom Ort Polkowice entfernt. Das Beben stand vermutlich mit dem Einsturz eines Bergbaustollens in Verbindung.

Mexiko: Erdbeben Mw 6,6

Im Süden von Mexiko ereignete sich gestern Abend ein Erdbeben der Magnitude 6,6. Das Hypozentrum lag in 70 km Tiefe. Trotz der großen Tiefe des Erdbebenherdes, wurde der Erdstoß im Umland deutlich gespürt und sogar in Guatemala City wahrgenommen. Das Epizentrum lag an der Grenze zu Guatemala. In 80 km Entfernung liegt der Vulkan Santiaguito. Berichte über größere Schäden liegen nicht vor, allerdings wurden einige Gebäude leicht beschädigt.

Sumatra: Erdbeben Mw 5,9

Westlich der indonesischen Insel Sumatra ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 5,9. Das Hypozentrum lag in 53 km Tiefe. Bereits zuvor wurden einige starke Erdstöße registriert. Die Epizentren lagen beim Mentawai-Archipel, das vor der Küste Sumatras liegt.

Jan Mayen Region: Schwarmbeben

Update: Es ereignete sich ein weiteres Erdbeben mit der Magnitude 5,0. Das Hypozentrum lag in 2 km Tiefe.

Originalmeldung: Südwestlich der Insel Jan Mayen ereignet sich derzeit ein Schwarmbeben. Die Erschütterungen haben Magnituden größer 4 und manifestieren sich entlang des Mittelozeanischen Rückens. Auf Jan Mayen liegt der Beerenberg-Vulkan der allerdings bisher ruhig bleibt.

Kárpathos: Erdbeben M 4,8

Gestern bebte die Erde auch östlich der griechischen Insel Kárpathos. Der Erdstoß ereignete sich 30 km nördlich der Inselhauptstadt und hatte eine Magnitude von 4,8. Die Tiefe des Herdes lag bei 40 km.

Ätna: weitere Erdbeben

Auch am Ätna auf Sizilien ereigneten sich in den letzten Tagen mehrere Erdbeben mit Magnitude größer als 2. Diese manifestierten sich an verschiedenen Lokalitäten im Norden und Süden des Feuerbergs. Die Erdstöße wurden von reger Mikroseismik begleitet. Einen unmittelbaren Grund zur Sorge gibt es zwar nicht, dennoch zeigen die Erdstöße, dass sich weiterhin Magma im Untergrund des Vulkans bewegt. Zudem wurden weiterhin Ascheeruptionen beobachtet, die sich aus der Bocca Nuova und dem Nordostkrater manifestierten. Während es heute Vormittag relativ ruhig ist, zeigt die Seismik, dass es Nachts zahlreiche schwach Explosionen gegeben haben muss. Der Tremor ist noch im normalen Bereich. Doch wie es für den Ätna typisch ist könnte sich das schnell ändern.

Japan: Erdbeben Mw 6,3

Südlich der japanischen Insel Kyushu gab es ein Erdbeben der Magnitude 6,3. Das Hypozentrum lag in 25 km Tiefe. Das Epizentrum lag östlich der Insel Tanegashima, die bereits zum Ryukyu-Inselbogen gehört. Das Besondere an diesem Beben ist, dass es sich unweit der gigantischen Kikai-Caldera manifestiert. In dem Bereich liegen auch noch mehrere kleine Vulkaninseln wie Kuchinoerabujima. Auch der bekannte Sakurajima liegt im Wirkungskreis des Erdbebens. In den letzten 2 Tagen registrierte das VAAC Tokio 9 Aschewolken, die vom Saku ausgingen. Die Vulkanasche stieg bis zu 3700 m hoch auf. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Erdbeben die Aktivität des einen oder anderen Vulkans beeinflussen wird. In diesem Zusammenhang zeigte jüngst eine Studie, dass Erdbeben nicht nur Vulkanausbrüche auslösen können, sondern diese auch dämpfen könnten. Willkommen in der wunderbaren Welt der unkalkulierbaren Kräfte der Natur!

Indonesien: Mehrere Erdbeben südlich von Java

In Indonesien bebte die Erde heute wieder mehrfach. Am prägnantesten ist ein Erdbebenschwarm südlich der Insel Java. Dort manifestierten sich 9 Erdbeben mit moderaten Magnituden bis 4,7. Die Hypozentren liegen in 10 km Tiefe. Zudem gab es auch außerhalb des Schwarmbeben-Clusters mehrere moderate Erdbeben. Sie zeigen, wie sehr die Störungszone des Sundabogens unter Spannung steht. Einige Inseln weiter westlich gab es ebenfalls Erdbeben. Erwähnenswert ist ein Erdstoß der Magnitude 4,4 südlich von Sumbawa.

Die Erde, oder vielmehr der Seeboden, bebte auch im Norden des indonesischen Archipels. In der Molukken-See gab es Erdbeben im 4-er Bereich. Die Beben dort liegen zwischen den Inseln Sulawesi und Halmahera. Auch das Zentrum von Sulawesi wurde von moderaten Erdbeben erschüttert. In der Region gibt es zahlreiche aktive Vulkane: Dukono, Gamalama, Soputan und Karangetang, um nur einige zu nennen.

Die Erde bebt in Mexiko

Die Situation in Indonesien wird nur noch durch die zahlreichen Erdbeben an der mexikanischen Südküste getoppt! Die Provinz Oxaca ist für ihre Erdbeben bekannt. Derzeit manifestiert sich ein neuer Erdbebenschwarm mit moderaten Magnituden. Im Allgemeinen heiße es, dass es besser ist, wenn sich die Spannungen in den Störungszonen durch viele kleinere Erdbeben abbauen, als in wenigen starken. Allerdings sind die vielen moderaten Erdbeben kein Garant dafür, dass es nicht auch zu einem Starkbeben kommen kann. Die tektonische Situation in Mexiko ist sehr komplex. Die vielen schwachen Erdbeben sind Indikatoren für Plattenbewegungen, die an assoziierten Störungszonen große Spannungen aufbauen können.

Alaska: Erdbeben Mw 6,4

Dieser Artikel erhielt am 13.08.2018 ein Update.

Im Norden des US-Bundesstaates Alaska ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 6,4. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe, in einer dünn besiedelten Gegend. Die Siedlung Kaktovik ist 84 Kilometer entfernt. Daher rechne ich nicht mit großen Schäden. Erdölbohranlagen und Pipelines, die in der Region verlaufen, sollen unbeschädigt geblieben sein. Es folgten zahlreiche starke und mittelstarke Nachbeben. Ich halte es für möglich, dass sich weitere starke Erdbeben manifestieren.

Das Erdbeben entstand an einer Störungszone, die mit der Nord-Amerikanischen Kordilleren assoziiert ist. Entlang der Störungszone schieben sich 2 Gesteinspakete übereinander.

Lombok mit weiteren Nachbeben

Auch heute kam es zu Nachbeben unter der Insel Lombok. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 4,5. Erst nach und nach wird das Ausmaß der Schäden klar, welche von dem Hauptbeben verursacht wurden. Auch die Opferzahlen steigen weiter. Nach offiziellen Angaben wurden nun mindestens 392 Tote bestätigt. 400.000 Personen wurden evakuiert und leben nun in Notunterkünften. Zunächst wurde von 150.000 Obdachlosen berichtet. Das waren wohl die Menschen, deren Häuser komplett zerstört wurden. Zudem sind aber viele Häuser durch das Erdbeben so stark beschädigt worden, dass sie unbewohnbar geworden sind. Die Schäden auf der Nachbarinsel Bali scheinen auch größer zu sein, als zunächst angenommen. Hier waren zahlreiche Dächer beschädigt worden. Für mich hört es sich so an, als würde es lange Zeit dauern, bis die Infrastruktur der Insel wiederhergestellt ist. Der gerade erst auflebende Tourismus der Region dürfte zum erliegen kommen.

Erdbeben vor Mexiko

Vor der mexikanischen Pazifikküste ereigneten sich mehrere mittelstarke Erdbeben. Besonders betroffen waren die Provinzen Guerrero und Oxaca. Erdbeben sind hier an der Tagesordnung, allerdings waren sie in den letzten Wochen weniger häufig. Momentan steigt die Seismik dort wieder an.

Fernandina: Spalteneruption mit sea entry

Auf der Galapagos-Insel La Cumbre ist erneut der Vulkan Fernandina ausgebrochen. 9 Monate nach der letzten Eruption öffnete sich eine lange Spalte, aus der Lavafontänen gefördert werden. Diese speisen Lavaflüsse, welche bereits das Meer erreichten. Die Spalte verläuft entlang des Kraterrandes auf der Nordseite der Vulkaninsel. Der Ausbruch begann heute nach einer kurzweiligen seismischen Krise gestern. Das stärkste Beben brachte es auf Mw 4,1 und lag in 4 km Tiefe. Da sieht man mal, wie schnell Magma aufsteigen kann.

MIROVA registriert eine extrem hohe thermische Strahlung von 11594 MW. Es wird sehr viel Lava gefördert. Der letzte Ausbruch verlief ähnlich stark, dauerte aber nur wenige Tage.

Kilauea: Eruption geht weiter

Laut MIROVA emittiert der Kilauea eine Wärmestrahlung von 19654 MW und toppt damit sogar noch die Eruption des Galapagos-Archipels. Die meiste Lava wird aus Spalte 8 gefördert und fließt durch einen kanalisierten Lavastrom Richtung Ozean. Die Lavafontäne erreicht eine Höhe von 65 m. Sie überragt den Schlackenkegel um den Schlot nur um 10 m.

Die Subsidenz des Halema’uma’u-Kraters hält an. Das HVO registrierte bis zu 35 Erdbeben pro Stunde. Eine Explosion, die tief unten im Fördersystem saß und die seismische Energie eines Erdbebens der Magnitude 5,3 hatte, soll die Spannung aus dem System genommen haben. Seitdem finden wieder weniger Erdbeben statt. Ich stelle mir die Frage, wie explosive Eruptionen Spannungen im Gestein abbauen können? Wenn die stärkeren Erdbeben quasi unterirdische Explosionen sein sollen, sind es die kleineren Erschütterungen vielleicht auch?

Popocatepetl eruptiert 2 Mal

Nach einigen Wochen mit eher geringer Aktivität meldete sich „El Popo“ gleich mit 2 Explosionen zu Wort, die Vulkanasche bis zu 2 km über Gipfelhöhe aufsteigen ließen. Die Aktivität fand bei schönstem Wetter statt. Zudem wurden 64 schwache Exhalationen registriert und ein vulkanotektonisches Erdbeben der Magnitude 3. Popocatepetl ist nicht nur der höchste Vulkan in Mexiko, sondern auch einer der Aktivsten.

Grimsey: Schwarmbeben intensiviert

Das Schwarmbeben vor der isländischen Insel Grimsey hat wieder an Intensität zugenommen. In den letzten 48 Stunden ereigneten sich 1557 einzelne Erdbeben. 24 hatten Magnituden größer als 3. Das Stärkste brachte es auf M 3,9. Nach wie vor halte ich einen Zusammenhang mit magmatischer Aktivität im Untergrund für möglich. Die Erdbeben liegen unter einem submarinen Vulkankegel des Nafir-Vulkan-Systems nordöstlich von Grimsey.

Seismische Schwärme sind entlang der Tjörnes fracture zone nichts ungewöhnliches, allerdings sind Schwärme dieser Größenordnung selten. Der Letzte ereignete sich im Jahr 2013. Damals war ein stärkeres Erdbeben Ursache zahlreicher Nachbeben. Ein auslösendes stärkeres Erdbeben gab es diesmal nicht. Im Bereich der nördlichen Spreizungszone Islands finden derzeit vermehrt Erdbeben statt. Diese Aktivität erstreckt sich von Grimsey bis zum Vulkan Askja im isländischen Hochland.

Mexiko: Erdbeben Mw 7,2

Im mexikanischen Oxaca ereignete sich ein starkes Erdbeben der Magnitude 7,2. Laut EMSC lag das Hypozentrum in 10 km Tiefe, 30 km nordöstlich der Ortes Pinotepa de Don Luis. Laut dem USGS lag der Bebenherd in einer Tiefe von 24 km. Es gab zahlreiche Nachbeben. In Pinotepa gab es starke Gebäudeschäden, aber scheinbar keine direkten Todesopfer. Diese gab es in Folge eines Hubschrauberabsturzes, in dem der mexikanische Minister Alfonso Navarrete saß, der sich auf dem Weg ins Erdbebenzentrum befand. Der Minister blieb unverletzt, allerdings nicht die Menschen, die sich an der Absturzstelle aufhielten. Die Erdstöße waren auch in Mexiko Stadt zu spüren, allerdings gab es dort nur geringe Schäden. Erst im letzten Jahr gab es mehrere starke Erdbeben in der Region, die viele Tote zur Folge hatten. Der Vulkan Popocatepetl reagierte mit erhöhter Aktivität auf die Erdbeben.

Wales: Erdbeben Mw 4,7

Im britischen Wales ereignete sich ein Erdbeben Mw 4,7 in 10 km Tiefe. Das Epizentrum lag 49 km nordwestlich von Cardiff. Die Britischen Inseln werden nicht täglich von Erdbeben heimgesucht und die Bewohner der Gegend dürften ziemlich überrascht gewesen sein, als die Erde spürbar bebte. Erdbeben dieser Stärke können durchaus schon Gebäudeschäden an betagter Bausubstanz verursachen.

Mexiko: Erdbeben Mw 6,3

Mexiko wurde erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert. Es ereignete sich im Golf von Mexiko Kalifornien und hatte eine Magnitude von 6,3. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Es folgten 2 Nachbeben Mw 4,3 und 4,2. Große Schäden gab es wohl nicht, die nächste Ortschaft ist 83 km entfernt.

Am mexikanischen Erdbebenspot in der Provinz Oxaca kam es zu weiteren Erdbeben mit Magnituden zwischen 3,4 und 4,0. Die Beben manifestieren sich hier an einer Störungszone entlang der pazifischen Plattengrenzen.

Erdbeben im Iran

In der Grenzregion Iran-Irak kam es zu einem weiteren Erdbeben der Magnitude 5. Das Hypozentrum lag in 53 km Tiefe. Es folgten Nachbeben. Die Erdbeben hier stehen im Zusammenhang mit der Kollision der Arabischen- und Eurasischen Platten. Iran und Irak werden öfters von starke Erdbeben heimgesucht. So starben beim Erdbeben von Bam im Jahr 2003 mehr als 26.000 Menschen. Über 30.000 wurden verletzt.

Neue Erdbeben im Mittelitalien

In der Erdbebenprovinz bei Amatrice kam es in den letzten Tagen wieder häufiger zu schwachen Erdbeben mit Magnituden um 2,5. Diese zeigen, dass die Region immer noch nicht zur Ruhe gekommen ist und sich stärkere Erdbeben ereignen könnten. Diese sind dann weiter nördlich, oder südlich der bisherigen Erdbebenzone zu erwarten. Im Sommer letzten Jahres hatte ein Serie starker Erdbeben mehrere Ortschaften zerstört. Die Erdstöße sorgten sogar in Rom für Panik.

Erdbeben am Kilauea auf Hawaii

Nachdem die Seismik auf Hawaii in den letzten Wochen gering war, manifestierten sich gestern 7 schwache Erdbeben am Vulkan. Sie hatten Magnituden um 2,5 und lagen überwiegend in geringer Tiefe. Die steigende Seismik deutet an, dass sich am Vulkan etwas ändert. Sehr wahrscheinlich steigt viel Magma auf. Die Aktivität könnte in einem stärkeren Vulkanausbruch gipfeln.

Erdbeben vor Mexiko, Guatemala und Costa Rica

Vor den Küsten der mittelamerikanischen Staaten Mexiko, Guatemala und Costa Rica manifestierten sich mehrere Erdbeben mit Magnituden zwischen 4 und 5. Besonders auffallend ist die Häufung von Erdbeben vor dem mexikanischen Bundesstaat Oxaca. Dort hatte es bereits im letzten Monat mehrere starke Erdbeben gegeben. Scheinbar steht derzeit die gesamte Subduktionszone Mittelamerikas unter besonders hoher Spannung, so dass die Gefahr starke Erdbeben in der Region besonders hoch geworden ist. Von starken Erdbeben könnten auch die Subduktionszonen-Vulkane der Region getriggert werden. Die Vulkan Popocatepetl und Fuego reagierten bereits auf die Erdbeben der letzten Wochen mit stärkeren Eruptionsphasen. In Costa Rica kam es in den letzten Wochen auch zu mehreren schwachen Erdbeben im Bereich der Vulkane Irazu und Poás.