Piton Fournaise: Eruption am 27. April

Update 23.00 Uhr: Inzwischen sind weitere Details der Eruption bekannt geworden. Zu Beginn der Eruption betrug die Förderrate zwischen 15 und 8 Kubikmeter pro Sekunde. Nachmittags waren es dann nur noch 7 – 3 Kubikmeter. MIROVA registriert eine Wärmestrahlung von gut 2100 MW. Der Höchstwert belief sich auf 3596 MW. Es wird keine Bodendeformation aufgezeichnet und der Tremor ist ebenfalls rückläufig. Alles in allem ist es eine kleinere Eruption und wird sehr wahrscheinlich nicht sehr lange anhalten. Fotos gibt es in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“.

Originalmeldung: Gestern Abend begann ein Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion. 4 Stunden vor der Eruption begann eine seismische Krise, gepaart mit einer schnellen Inflation. Gegen 23.50 Uhr öffnete sich dann eine Eruptionsspalte im Kratergebiet von Rivals. Dieses liegt an der Südflanke des Kraterkegels Dolomieu. Es wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen und der Zutritt in die Caldera wurde gesperrt. Es ist der 2. Ausbruch innerhalb weniger Wochen. Allem Anschein nach handelt es sich wieder um einen kleineren Ausbruch, der keine Gefahr für die Anlieger des Vulkans darstellt. Die Kamera auf dem Piton Bert überträgt das Ereignis live.

Kilauea: Deflation hat begonnen

Update: Unter der Gipfelcaldera hält die Deflation an und der Spiegel des Lavasees ist deutlich gefallen: er steht 16 m unterhalb der Kante, welche nun durch die Überflutungen der letzten Tage höher liegt. Der Lavasee ist noch vom Jaggar-Museum aus sichtbar.

Originalmeldung: Gestern ereignete sich der bisher größte Überlauf des Lavasees im Halema‘uma‘u -Krater, seitdem der Lavasee im Jahr 2008 erschienen ist. Die Lava floss über den Boden des Halema‘uma‘u und überflutete gut 2/3 seine Fläche. Das Ereignis dauerte zwischen 6:30-10:30 Uhr 6:30-10:30. Dann setzte Deflation ein und die Spiegel des Lavasees fiel um einige Meter. Aktuell steht er ca. 3 m unter der Kante. Am Morgen gab es zudem ein Erdbeben der Magnitude 3,2, welches sich unter dem Gipfel manifestierte. Zum ersten Mal seit Wochen setzte auch am Pu‘u ‘Ō‘ō leichte Deflation ein. Die Situation dort ist aber nach wie vor angespannt.

Piton de la Fournaise: Eruption hat begonnen

Update 04.04.2018: Die Eruption am Piton de la Fournaise ist bereits wieder vorbei! Es war eine der Kürzesten in der Geschichte des Vulkans. Die Vulkanologen äußern sich nicht, ob sie mit einem Wiederaufleben des Vulkanausbruchs rechnen. Auf jeden Fall wird kein Tremor mehr registriert. Nur wenige Menschen sahen den Ausbruch. Das Gebiet ist nur schwer zugänglich, besonders, da ein Erdrutsch einen Pfad verschüttete, der entlang des Calderarandes Richtung Nez Coupé de Sainte-Rose führt. Die Spalte verläuft entlang des östlichen Calderarandes, welcher vor langer Zeit vermutlich kollabierte. Der Alarmstatus „1“ wird aufrecht gehalten, der Zugang zu Caldera ist gesperrt. Eine Bilderstrecke gibt es hier.

Update 22.00 Uhr: Fotos der Eruption zeigen, dass die Eruptionsspalte länger ist, als man auf dem Video unten erkennen kann. Entweder zeigt das Video nur einen Abschnitt der Spalte, oder diese Vergrößerte sich im Laufe des Tages. Sie besteht aus mehreren Segmenten entlang der nordöstlichen Steilflanke ins Grand Brulé und ist mehrere hundert Meter lang. Es bildeten sich bereits erste Schlackenkegel auf der Spalte. Lavaströme fließen über den Hang. Bisher wird vergleichsweise wenig Lava gefördert.

Update 13.00 Uhr: Mittlerweile gibt es ein erstes Video der Eruption. Diese ist bisher vergleichsweise klein: die Spalte ist keine 100 m lang und es werden niedrige Lavafontänen gefördert. Das Wetter ist bescheiden und auf den Livecams sieht man nichts.

https://www.facebook.com/lequotidien/videos/10155076740906268/

Originalmeldung: Der Piton de la Fournaise brach heute um 11 Uhr Ortszeit aus. Der Vulkanausbruch begann nach einer kurzen seismischen Krise. Viele Informationen liegen noch nicht vor, aber scheinbar öffnete sich eine Eruptionsspalte auf der Nordseite der Caldera Enclos Fouqué. Die Spalte liegt in der Nähe des Nez Coupé auf der Seite, die Richtung Sainte-Rose zugewandt ist. Bisher spielt sich die Eruption in der Caldera ab. Allerdings ist sie nach Osten offen und bei einem größeren Ausbruch besteht die Gefahr, dass Lavaströme die Küstenregion erreichen.

Piton Fournaise: Eruption geht schwach weiter

Auf dem aktuelle LiveCam Foto vom Fournaise sieht man, dass sich die Eruption auf schwachem Niveau stabilisiert hat. Ein Schlot speist eine wenige Meter hohe Lavafontäne von der ein Lavastrom ausgeht. Dieser ist insgesamt 2,2 km lang. Ich denke, im Augenblick ist er nur auf eine Länge von einige Hundert Metern aktiv. Die Wärmestrahlung liegt bei relativ konstanten 900 MW. Der Tremor ist deutlich zurückgegangen und geht mit geringer Intensität weiter. Erdbeben wurden in den letzten 24 h nicht registriert.

Der Turrialba in Costa Rica emittierte seit gestern mehrere kleine Aschewolken. Sie wurden vom Wind schnell seitwärts verfrachtet, so dass sie nur wenige Hundert Meter hoch aufstiegen.

 

Piton Fournaise: Neue Eruption

Update 15.07.17: Die Eruption scheint sich bereits ihrem Ende zu nähern. Gestern Morgen waren entlang der 450 m langen Spalte, bis zu 7 größere und mehrere kleine Fontänen aktiv, am Abend waren es noch 3. Heute Morgen sieht man nur Gas aufsteigen. Gestern erreichte der Lavastrom eine Länge von ca. 3 km. In kurzer Zeit ist verhältnismäßig viel Lava ausgetreten. Die Wärmestrahlung ist stark rückläufig, liegt allerdings noch bei 1081 MW. Gut möglich, dass der Lavastrom noch aktiv ist.

Originalmeldung: Der Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion ist heute Nacht um 0.50 Uhr (Ortszeit) ausgebrochen. Am Fuße des Dolomieu öffnete sich eine Eruptionsspalte aus der kleine Lavafontänen aufsteigen. Diese generieren einen Lavastrom. MIROVA zeigt eine sehr hohe Wärmesignatur von mehr als 4000 MW. Den Vulkanausbruch kann man via LiveCam, oder vom Piton de Bert aus beobachten. Der Zugang zur Caldera wurde gesperrt.

Fournaise: Inflation steigt

Am Piton de la Fournaise (La Réunion) wird seit dem 22.01.2017 wieder eine Zunahme der Inflation gemessen. Zudem stieg die Tätigkeit vulkanotektonsicher Erdbeben an. Diese liegen in geringer Tiefe unter dem Gipfelkrater. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die oberste Magmakammer wieder füllt. Diese liegt 1,5 – 2 km unter dem Gipfel. Es wurde ein starker Rückgang des Kohlendioxid-Ausstoßes verzeichnet, genauso wie kurz vor den Eruptionen der letzten beiden Jahren. Daher rechnen die Vulkanologen vor Ort mit einer kurz bevorstehenden Eruption. 

Am Ätna auf Sizilien fanden heute Morgen 2 Erdbeben M 2,7 und 3,2 statt. Die Hypozentren lagen in 12 und 14 km Tiefe unter der SSW-Flanke des Vulkans. Die Beben sind auf der Seismik deutlich zu sehen. Die strombolianischen Eruptionen aus dem Sattelvent des Neuen Südostkraters haben in Häufigkeit und Stärke nachgelassen. Sporadisch steigt noch etwas Asche auf.

Update: innerhalb von 1 Stunde folgten in der Gegend um „Casa Milia“ 2 weitere Erdbeben vergleichbarer Magnituden.

Über die Aktivität des Erta Alé in Äthiopien liegen mir widersprüchliche Informationen vor. Eine Quelle sagt, dass der Lavasee kollabiert sei und derzeit keine Lava zu sehen ist. Ein anderer Informant spricht davon, dass es Lava im neue abgesenkten Nordkrater gibt, diese aufgrund der starken Dampfentwicklung aber praktisch nicht zu sehen sein. Die thermische Strahlung ist in etwa auf dem Niveau des Kilauea angekommen. Dass würde für letztere Aussage sprechen.

Piton Fournaise und mehr

Der Piton de la Fournaise zeigt seit 3 Tagen wieder Zeichen des Erwachens: es werden VT-Beben und Inflation registriert, was auf aufsteigendes Magma hindeutet.

Am ähnlichen Vulkan Kilauea auf Hawaii stagniert der Lavastrom 61g knapp 900 m vor der Küste. Er ist noch aktiv, bewegt sich an seiner Front aber nur noch extrem langsam vorwärts.

Auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka sorgte in den letzten Tagen der Shiveluch für Wirbel. Vom Domvulkan gehen immer wieder Aschewolken aus, die mit pyroklastischen Strömen assoziiert sind.

Ähnlich verhält es sich am Sinabung auf Sumatra. Auch hier kommt es zu Abbrüchen am Lavadom und es entstehen glühende Schuttlawinen und kleine pyroklastische Ströme.

Ein anderer Domvulkan steht weiterhin in den Schlagzeilen: Santiaguito in Guatemala eruptierte gestern abermals eine Aschewolke.

Piton de la Fournaise und Kilauea

Nach der kurzlebigen Eruption des Fournaise Ende Mai gibt es weiterhin Anzeichen das Magma aufsteigt. Die Seismik ist erhöht und es findet im Bereich des Gipfelkraters Inflation statt. Dieses Verhalten wurde zwar nach den letzten Eruptionen ebenfalls beobachtet, doch es ist nicht auszuschließen, das es in kürze zu einem weiteren Vulkanausbruch kommen könnte.

Neuigkeiten gibt es auch von einem anderen Schildvulkan, dem Kilauea auf Hawaii. Seit einigen Tagen senkt sich der Kraterboden immer weiter ab. Dass hat direkte Auswirkungen auf den Lavastrom vom 27. Juni (2014): bei einem Erkundungsflug konnte gestern keine frische Lava mehr gesichtet werden. Der relativ neue Lavastrom vom 24. Mai fließt Richtung Pali und damit in Richtung Küste. Er ist bereits 3,4 km lang. Es besteht also die Chance, dass es bald wieder einen ocean entry zu bewundern gibt.

Vulkane weltweit

Colima: der mexikanische Vulkan eruptierte wieder Aschewolken. Die Eruptionswolken stiegen gut 2 km über den Krater auf.

Cotopaxi: die Situation in Ecuador ist praktisch unverändert. Der Vulkan stößt weiterhin moderat Vulkanasche aus, während die Seismik recht hoch ist. In den umliegenden Gemeinden wurden mittlerweile alle auf mögliche Evakuierungen vorbereitet.

Gamalama: auf der indonesischen Insel Ternate ist der Gamalama erneut ausgebrochen. Er eruptierte eine Aschewolke die den Flugverkehr zum Flughafen Sultan Babullah störte. Dieser musste für 2,5 Stunden gesperrt werden.

Piton Fournaise: die Eruption auf La Réunion geht auf niedrigem Niveau weiter. Es werden 5 Kubikmeter Lava pro Sekunde gefördert. Der Lavastrom fließt zum Teil in einem Tunnel. Tremor ist niedrig, aber stabil.

Eruption am Piton de la Fournaise stabil

Update 19.50 Uhr: Die Eruption geht weiter, der Tremor ist stabil und variiert nur gering. Einige kleine Lavafontänen sind aktiv und die Lavaströme haben eine Distanz von 1600 m zurückgelegt. Die Lavatemperatur beträgt 1100 Grad Celsius. Sie wurde heute Nachmittag von Mitarbeitern des Vulkanologischen Observatoriums gemessen. Weitere Fotos sind hier zu sehen.

Die Eruption am Piton de la Fournaise begann gestern gegen 19.10 Uhr nach einer seismischen Krise. Bereits am Nachmittag erhöhte sich die Zahl der Erdbeben, die im Krater Dolomieu zahlreiche Erdrutsche auslösten. Anhand der seismischen Signale konnten die Vulkanologen den Magmaaufstieg genau verfolgen. Zunächst stieg das Magma entlang dem zentralen Förderschlot unter dem Dolomieu auf, als es dann kurz vor der Basis des Krater-Kegels in südöstliche Richtung abknickte. Es erreichte in der Nähe des alten Nebenkraters Château Fort die Oberfläche. Es entstand ein Riss von ca. 150 m Länge. Mehrere Lavafontänen mit einer Höhe zwischen 20 und 30 Metern erschienen und speisten kleine Lavaströme. Heute Morgen beschränkte sich die Tätigkeit bereits auf 4 Austrittsstellen, um die sich kleine Kegel bilden. Die Eruption ist stabil und geht auf diesem Niveau weiter.

Vom Aussichtspunkt Pas de Bellecombe aus ist die Eruption nicht sichtbar. Am Pas de Bellecombe beginnt auch der Wanderweg in die Caldera Enclose Fouqué, der Zugang ist derzeit gesperrt.

Einen Blick auf das Eruptionszentrum bekommt man vom Piton de Bert, der durch einen halbstündigen Marsch von einem Parkplatz an der Plain des Sables erreichbar ist. Am Piton de Bert steht auch eine neue LiveCam auf der man derzeit eine kleine Dampfahne der Eruption sieht.

Dieser Ausbruch ist der Erste außerhalb des Gipfelkraters seit der großen Eruption vom April 2007. Damals öffnete sich eine Eruptionsspalte auf 500 Metern Höhe und in kurzer Zeit erreichten Lavaströme den Indischen Ozean. Seitdem gab es 6 weitere Eruptionen im und am Krater Dolomieu. Der längste Ausbruch dauerte 63 Tage, der Kürzeste nur 6 Stunden.

Fotos und aktuelle Berichte auf Französisch gibt es hier.

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