Banda Api: hohe Seismik

Am entlegenen Vulkan Banda Api im indonesischen Maluku Tengah ist die Seismik so hoch, dass gut 1000 Menschen evakuiert werden müssen, die in einem Umkreis von 1 km zum Gipfel des Vulkans leben. Die 640 m hohe Vulkaninsel Banda Api liegt in einer 7 km großen Caldera, die zum größten Teil unter Wasser liegt. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1988. Nach einer Erdbebenserie eruptierte der Vulkan explosiv. Es öffnete sich eine Spalte, die sich quer durch den ganzen Vulkan zog. Vulkanasche stieg bis zu 16,5 km hoch auf.

Seismik ist auch ein Thema auf Island, wo es heute ganz gut rappelte. Unter dem Bardarbunga manifestierten sich mehrere Erdbeben. Die beiden Stärksten brachten es auf M 4,1 und M 3,2. Auch am Ätna auf Sizilien kam es zu einem weiteren Beben M 2,6.

Fournaise: seismische Krise

Update 01.02.2017: Erste Bilder der Eruption am Fournaise bestätigen die Vermutung, dass es sich um einen relativ kleinen Vulkanausbruch handelt. Derzeit ist nur ein Schlot aktiv der eine kleine Lavafontäne fördert. Diese speist einen Lavastrom der den Fuß des Kraterkegels Dolomieu erreicht.

Update: Die erwartete Eruption begann um 19.40 Uhr (Ortszeit) auf der Südostseite des Kraterkegels Dolomieu. Auf den LiveCams ist noch nichts spektakuläres zu sehen. Nur die Cam am Piton de Bert zeigt 2 verschwommene rote Punkte die eine Eruption erahnen lassen. Leider ist das Wetter jahreszeitlich bedingt schlecht.

Originalmeldung: Am Piton de la Fournaise auf La Réunion im Indischen Ozean setzte heute Nachmittag (15.22 Uhr Ortszeit) eine seismische Krise ein. Diese könnten den Beginn einer neuen Eruption markieren. Der Alarmstatus wurde auf “1” gesetzt und der Zugang zur Caldera gesperrt. 

Ätna: neue Mikrobeben

In den letzten Tagen ereigneten sich am Ätna wieder mehrere leichte Erdbeben, einige von ihnen in geringer Tiefe südlich des Hauptkraters. Zudem fanden gelegentliche Asche-Emissionen statt. Einige Spitzen im Tremor deuten darauf hin, dass es heute zu einem weiteren Erdbebenschwarm kam, der in der Seismik noch nicht angezeigt wird.

 

Katla: Erdbeben M 4,5

Schwarmbeben unter der Katla. © IMOUpdate 23.30 Uhr: das IMO meldet heute Abend einen kleinen Gletscherlauf (jökullinn hlaupa, oder jökulhlaup), der sich in 2 Flüssen am Myrdalsjökull manifestiert. Neben steigenden Pegeln in den Flüssen Múlakvísl und Bláfjallakvísl, wurde eine erhöhte Schwefeldioxid-Konzentration gemessen. Dies könnten Indizien sein, dass es unter dem Gletscher tatsächlich zu einer (kleinen) Eruption gekommen sein könnte. Zudem gab es Mittags ein weiteres Erdbeben M größer 3. Dank an Tippgeber Daniel Rüedi!

Eine IMO-Wissenschaftlerin sagte hingegen am Nachmittag, es gebe noch keine Anzeichen für einen subglazialen Vulkanausbruch. 

Ich halte die Seismik derzeit auch für zu gering, als dass es schon zu einer größeren Eruption unter dem Eis gekommen sein könnte, allerdings fehlen Vergleichswerte, da die letzte große Eruption der Katla 1918 statt fand.

Originalmeldung: Unter dem isländischen Gletschervulkan Katla manifestierte sich ein Erdbeben mit der Magnitude 4,5 , dessen Hypozentrun mit 3,8 Kilometer Tiefe angegeben ist. Es ist sogar ein weiteres Beben der gleichen Stärke aufgeführt, dass wenige Sekunden später registriert wurde. 2 weitere Beben die vorher statt fanden brachten es auf M 3,1 und 3,0. Die Erdbeben sind Teil eines Schwarmbebens und der tendenziell steigenden seismischen Aktivität unter dem großen Calderavulkan. Es war das stärkste Beben unter der Katla seit 1977. Damals brachte es des Beben auf M 5,1.

Isländische Vulkanologen weisen immer wieder darauf hin, dass ein Ausbruch der Katla statistisch gesehen überfällig ist und man jederzeit mit einer Eruption rechnen muss. Sollte sich die seismische Aktivität deutlich steigern, könnte es ein Indiz sein, dass die Eruption nicht mehr so lange auf sich warten lässt.

Über den Vulkan:

Der Name Katla ist eine weibliche Ableitung des isländischen ketill, was auf Deutsch soviel wie “Kessel” bedeutet.

Katla ist der zentrale Vulkan eines etwa 100 km lang Vulkansystems. Das vom Zentralvulkan beherrschte vulkanische Spaltensystem reicht von der Eldgjá im Nordosten bis zu den der Südküste vorgelagerten Westmännerinseln.

 

Bardarbunga: Erdbeben

Heute Morgen gab es unter dem isländischen Vulkan Bardarbunga ein Erdbeben der Magnitude 4,4. Das Hyppozentrum lag in 6,1 km Tiefe. Es folgten ca. 20 Nachbeben, 2 von ihnen mit M größer 3. Die Vulkanologen sehen aber noch keinen Grund zur Besorgnis.

Die Seismik am Ätna auf Sizilien ist derweilen auch wieder unruhiger geworden. Es ist nicht auszuschließen, dass in den nächsten Tagen weitere Paroxysmen folgen. Ich werde morgen zum Ätna reisen um dort ein verlängertes Wochenende zu verbringen.

Bardarbunga: weiter steigende Seismik

Erhöhte Seismik am Bardarbunga. © IMOHeute konnte man in der isländischen Presse einen Bericht lesen, nach dem sich führende Vulkanologen der Insel besorgt zeigten, dass der Bardarbunga mittelfristig wieder ausbrechen könnte. Seit einigen Monaten steigt die Seismik wieder an. Auch heute gab es ein Schwarmbeben. Die Seismik ist nicht nur unter dem Zentralvulkan erhöht, sondern entlang des Störungssystems bis zum Herdubreid.

Steigende Seismik wird auch am neuseeländischen Vulkan Ruapehu beobachtet und die Vulkanologen warnen vor einem Aufstieg zum Gipfel. Der Vulkan ist für phreatische Eruptionen berüchtigt.

Seismik am St. Helens

Seismik am St. Helens. © Wes Thelen | USGSWährend ich am Wochenende auf der Jahreshauptversammlung der Vulkanologischen Gesellschaft verweilte, bestimmt der Mt. St. Helens die vulkanischen Pressemeldungen: das USGS der Cascadenvulkane gab bekannt, dass die Seismik unter dem Vulkan seit März erhöht ist. Seit dem wurden 130 Mikroerdbeben mit Magnituden kleiner gleich 1,3 registriert. Die Hypozentren lagen in Tiefen zwischen 7 und 2 Kilometern. Zunächst gab es nur vereinzelte Erdbeben, zuletzt steigerte sie sich auf 40 pro Woche. Die Vulkanologen gehen davon aus, dass die Erdbeben durch Magmabewegungen im Untergrund verursacht werden. Allerdings sehen sie noch keine unmittelbare Gefahr eine bevorstehenden Vulkanausbruchs. Der Jahrestag der katastrophalen Eruption des St. Helens im Jahr 1980 jährt sich am 18. Mai.

Erwähnenswert ist auch ein weiterer Paroxysmus am Fuego in Guatemala. Die Aktivität steigerte sich relativ schnell und unvermittelt.

Kilauea: erhöhte Aktivität

Erhöhte Seismik am Kilauea. Copy; HVOIn den letzten Tagen ist die Aktivität am Vulkan auf Hawaii wieder etwas gestiegen. Es finden vermehrt schwache Erdbeben statt und der Pegel des Lavasees in der Gipfelcaldera stieg vorgestern auf 22 m an. Von öffentlich zugänglichen Punkten aus war der Lavasee knapp sichtbar. Gestern ist der Pegel wieder auf 33 m gefallen.

Im Puʻu ʻŌʻō – Krater war eine Förderschlot aktiv und der Kraterboden wurde teilweise mit Lava geflutet.

Wo wir beim Thema erhöhte Seismik sind: unter dem isländischen Bardarbunga ereigneten sich zum Wochenstart mehrere Erdbeben. 3 hatten Magnituden größer gleich 3.

Kirishima: erhöhte Seismik

Der Shinmoe-dake im Jahr 2015. © Marc Szeglat

Der Vulkan auf der japanischen Insel Kyushu liegt in Sichtweite des bekannten Feuerberges Sakurajima. Das JMA registriert erhöhte Seismik: so wurden gestern 158 Beben aufgezeichnet. Eine erhöhte Thermalstrahlung am Krater Shinmoe-dake wurde bisher nicht gemessen. Vulkanologen halten eine kleinere Eruption für möglich und errichteten eine 1 km Sperrzone um den Krater.

Kirishima ist ein komplexer Vulkan mit mehreren Kratern. Shinmoe-dake eruptierte zuletzt im März 2011 und davor im Jahr 2008. Hier gibt es eine LiveCam.

Ätna: erneuter Tremoranstieg

Mikroseismik am Ätna. © INGVLetzte Nacht gab es eine erneute Erhöhung des Tremors. Ich vermute diese hing mit einer Intensivierung der strombolianischen Tätigkeit in der Voragine zusammen. Zudem gab es in den letzten Tagen wieder vermehrte Mikrobeben. Die Hypozentren lagen in Tiefen kleiner 5 km und scheinen sich (mehr oder weniger) entlang einer SW-NE streichenden Linie ereignet zu haben, die parallel zur Hauptstörungzone des Vulkans verläuft.