Mayotte: Insel verschiebt sich

Mysteriöses ereignet sich dieser Tage auf unserem Planeten: Ein Hobby-Seismologe fand heraus, dass unser Planet am 11. November von einem seltsamen Erdbeben heimgesucht wurde. Seltsam deswegen, weil es sich nicht um ein typisches Erdbeben handelte, das Primär- und Sekundärwellen ausgesendet hatte, sondern nur aus Oberflächenwellen zu bestehen schien. Den Ursprung dieser Wellen sehen Seismologen nun in einem Seegebiet 25 km östlich der Insel Mayotte.

Mayotte ist eine Insel im Indischen Ozean. Sie liegt zwischen dem Archipel der Komoren und Madagaskar und ist vulkanischen Ursprungs. Allerdings ist die letzte Eruption mindestens 4000 Jahre her. Grund für den Vulkanismus soll ein Mantel Plume sein, der tief im Erdmantel verwurzelt ist. Insofern gleicht Mayotte der Insel La Réunion, dessen aktiver Vulkan der Piton de la Fournaise ist. La Réunion liegt südöstlich von Madagaskar, während Mayotte im Nordwesten liegt. Die Vulkanologen des Observatoriums von La Réunion haben sich nun der Untersuchung der mysteriösen Erdbeben angenommen.

Seit Mai 2018 wird die Insel Mayotte von Erdbeben heimgesucht. Das stärksten Beben des Schwarms brachte es auf eine Magnitude von 5,9. Es fanden noch mehrere Erdbeben im 4er und 5er Bereich statt. Die Mehrzahl der Erdbeben hatte allerdings geringere Magnituden. Jetzt fanden Forscher heraus, dass sich die Insel verschiebt! Die Verschiebung findet in 2 Richtungen statt. Mayotte verschob sich um 9 cm nach Osten und sank dabei um 8 cm ab. Die Beträge lesen sich erst einmal klein, sind es aber nicht. Betrachtet man die Kürze der Zeit, dann kommt für die Bewegung nur ein vulkanologischer Prozess in frage: Deflation! Eine große Menge Magma muss aus einem unterirdischen Reservoir abgeflossen sein. Nur wohin? Vulkanologen haben sich dieser Frage angenommen, doch noch keine wirkliche Lösung gefunden. Bisher muss mindestens eine Magma-Menge von 1 Kubikkilometer abgeflossen sein und es könnte sein, dass sich eine Caldera bildet, wie wir es während der Eruption des Vulkans Bardarbung auf Island beobachten konnten. Im Jahr 2014 wurde etwas mehr als 1 Kubikkilometer Lava eruptiert und die Caldera unter Islands größtem Gletscher, dem Vatnajökull, sank um fast 100 m ab.

Die Forscher von La Réunion halten es für möglich, dass sogar bis zu 3 Kubikkilometer Magma abfließen könnten, was uns wieder auf die Frage zurück bringt, wohin es abfließt. Tritt es am Meeresboden als Lava aus, oder fließt es unterirdisch ab, vielleicht sogar zurück in den Erdmantel? Sichtbare Anzeichen einer submarinen Eruption gibt es bisher nicht, allerdings ist der Indische Ozean hier auch mehrere 1000 Meter tief. Die Forscher wollen nun eine Kampagne starten, um dem Phänomen weiter auf den Grund zu gehen.

(Quellen: brgm.fr, clicanoo.re, ipgp.fr, spektrum.de)

Türkei: submariner Vulkanausbruch

In der unterseeischen Erdbebenregion in der Marmaris-See zwischen der griechischen Insel Rhodos und der türkischen Küste, haben Wissenschaftler der Istanbul Technical University nun 2 aktive vulkanische Förderschlote entdeckt. Zudem wurde eine Erhöhung der Wassertemperatur gemessen. Dieses deutet auf eine submarine Eruption hin. Die potenziellen Förderschlote liegen in 200 m Wassertiefe.

In den vergangenen Wochen war es in dieser Region zu einem massiven Erdbebenschwarm gekommen. Bereits im Jahr 2009 soll sich hier eine submarine Eruption zugetragen haben.

Ozeanien: submariner Vulkanausbruch

Im Südpazifik untersuchen Wissenschaftler von GeoNet einen 463 x 55 Kilometer großen Bimsteppich, der auf dem Wasser treibt. Der Bimsteppich deutet auf einen submarinen Vulkanausbruch hin. Als Verursacher vermuten die Wissenschaftler den Vulkan Monowai zwischen Neuseeland und Tonga. Somit sind zeitgleich 3 Vulkane in Ozeanien aktiv geworden und die Wissenschaftler von GeoNet haben alle Hände voll zu tun.

Monowai ist ein submariner Vulkan des Kermadec-Inselbogens und liegt ca. 1200 km nördlich Neuseelands. Entlang dieser Zone wird die Pazifische Platte unter die Indo-Australische Platte subduziert. Die Subduktionszone findet im Norden ihre Fortsetzung in der Tonga-Störungszone und im Süden in der Taupo-Volcanic-Zone (TVZ).  Zur  TVZ gehören die Vulkane Tongariro und White Island, die in der letzten Woche ebenfalls aktiv geworden sind. Scheinbar ist da viel Bewegung entlang der Subduktionszone, an der es in den letzten Monaten auch einige schwere Erdbeben gab. Es ist nicht auszuschließen, dass in nächster Zeit weitere Vulkane Neuseelands aktiv werden.

Der Gipfel des Monowai liegt nur 132 Meter unter dem Meeresspiegel. Sollte er tatsächlich der Verursacher der Eruption sein, ist bei diesen Fördermengen die Geburt einer neuen Insel durchaus möglich.

El Hierro: neue Tiefenmessungen

Update 16.30 Uhr: heute ereigneten sich bereits 16 Erdbeben, was für dieses Jahr schon einen neuen Rekord darstellt. Allerdings waren es vor der eigentlichen Eruption mehrere hundert Erdbeben (453 Spitzenwert) pro Tag. Leser berichten, dass per LiveCam wohl auch wieder ein Jacuzzi beobachtet wurde.

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Gestern veröffentlichte das IEO neue Tiefenmessungen des intern „El Discreto“ genannten submarinen Vulkans vor El Hierro, die in der letzten Woche vom Forschungsschiff Ramon Margalef gemacht wurden. Demnach befindet sich der Krater des Hauptkegels in einer Wassertiefe von 125 m. Zudem wurde ein neuer Kegel entdeckt, der etwa 75 m hoch sein soll. Sein Krater befindet sich noch 350 m unter der Wasseroberfläche. Die Tiefenangaben sind mit Vorsicht zu genießen, da verschiedene Quellen andere Zahlen veröffentlichten, was wahrscheinlich auf Übersetzungsfehler zurück zu führen ist.
Den neuen Daten zu Folge liegt der Krater aktuell 5 m tiefer als zuvor gemessen. Das kann durch Kollaps bedingt sein. Wenn in den letzten Wochen ein neuer Kegel an der Seite des Hauptkegels gewachsen ist erklärt dies, warum die Insel nicht auftaucht, obwohl der submarine Vulkanausbruch nun bereits seit viereinhalb Monaten anhält.
Heute ist der Tremor nahe der Flatline und es werden weder Wasserverfärbungen, noch Gasaustritte beobachtet. Dafür nimmt die Zahl der Erdbeben deutlich zu, was auf entsprechenden Druck in der Magmakammer hindeutet. Wahrscheinlich geht die Aktivität am „El Discreto“ bald weiter. Möglich wäre auch, dass sich das Magma einen neuen Austrittsweg sucht.

El Hierro: Tremor konstant

Seit 24 Stunden ist der Tremor auf El Hierro konstant, allerdings auf niedriegem Niveau. Vereinzelt treten Erdbeben auf, ihre Anzahl ist aber rückläufig, seitdem wieder Lava am submarinen Förderschlot austritt. Zeitweise ist ein brodelnder Jacuzzi zu erkennen. Die Wasserverfärbungen sind deutlich ausgeprägt.

Die GPS-Daten deuten eine leichte Inflation an. Hier ist mir aufgefallen, dass die Skala der Grafik neu kalibriert wurde. Die Inflation fällt nun über den gesamten Eruptionszeitraum mit ca. 1,5 cm deutlich geringer aus als zuvor, als Spitzenwerte um 3 cm gemessen wurden.

El Hierro: Tremor flatline

In den letzten 24 Stunden war der Tremor auf El Hierro auf einem Tiefststand und ist praktisch nicht mehr vorhanden. Scheinbar tritt keine Lava mehr am submarinen Förderschlot bei La Restinga aus. Allerdings ist in den letzten Tagen eine Zunahme an Erdbeben-Aktivität zu verzeichenen. Heute erschütterten den Inselsüden bereits 7 Erdbeben in Tiefen um 12 km. Diese Beben können mit Magmabewegung im Untergrund assoziiert werden. Von daher pausiert der Vulkanausbruch möglicherweise nur.

El Hierro: neue Daten

Nun liegen die neue Daten der Messkampagne vor,  die letzte Woche vom Forschungsschiff „Ramon Margalef“  in der Las Calmas See durchgeführt wurde. Demnach liegt der Krater des submarinen Vulkans noch 130 Meter unter dem Meeresspiegel. Seit November gewann der Vulkan somit 20 – 30 m Höhe. Wenn der Kegel um weitere 30 m anwachsen sollte, kann man mit mehr Oberflächenaktivität rechnen. Möglicherweise werden dann Dampfexplosionen sichtbar.

Sichtbar waren in den letzten Tagen auch wieder schwimmende Lavaklasten. Insgesamt wurden bisher ca. 0,145 Kubikkilometer Lava gefördert.  Diese Fördermenge übersteigt anfängliche Prognosen der Wissenschaftler um das Doppelte, dennoch handelt es sich noch eher um einen schwachen Ausbruch und ist in etwa mit der 1. Eruptionsphase am Fimmförduháls (Eyjafjallajökull) zu vergleichen. Seit November halten sich Lavazufluss und Lavaabfluss ungefähr die Waage, sodass der Vulkanausbruch durchaus noch lange weitergehen kann.

Gestern kollabierte der Förderschlot und der Lavaausfluss stoppte bis gegen 4 Uhr in der Nacht. Dann setzte wieder leichter Tremor ein.

Manfred Betzwieser (http://elhierro1.blogspot.com) taufte den neuen Unterwasservulkan „Eldiscreto“. Ein passender Name wie ich finde.

El Hierro: nahezu kontinuierliche Dampfentwicklung

Heute Nachmittag zeigen die LiveCam-Bilder eine nahezu kontinuierliche Dampfentwicklung auf der Wasseroberfläche oberhalb des Förderschlotes. Bei unruhiger See ist es nicht genau auszumachen, ob die Ursache hierfür heiße Lavaklasten sind, oder ob der Dampf direkt vom Scholt aus aufsteigt, bzw. ob sich das Wasser nun soweit erhitzt hat das es verdampft.

Heute ereigneten sich bisher 6 Erdbeben. Der Tremor bewegt sich auf  schwachem-mittlerem Niveau, allerdings ist die Skalierung der Seismogramme unklar.