Was ist ein Vulkan?

Vulkane sind Öffnungen in der Erdkruste aus denen Lava und vulkanische Gase aus dem Erdinneren entweichen. Das entweichen der Lava wird als Vulkanausbruch, oder Eruption bezeichnet. In bewohnten Gegenden kann ein Vulkanausbruch katastrophale Wirkungen haben und Menschen gefährden.

Ein Vulkan wächst

Die Austrittsstellen von Lava und Gas werden als Schlot, Krater, Spalte, Bocce oder Fumarole bezeichnet. Aus Letzteren entweichen nur Gase. Um die Austrittsstelle in der Erdkruste lagert sich die entweichende Lava ab und lässt so einen Vulkan wachsen. Fein fragmentierte Lava wird Vulkanasche genannt. Sie kann hoch in die Atmosphäre aufsteigen und mit dem Wind verfrachtet werden. Die austretenden Gase vermischen sich mit der Atmosphäre. Aus den Gasen können auch Mineralien wie Schwefel kristallisieren, welche sich um die Austrittsöffnung ablagern.

Lava ist eine weitgehend entgaste Gesteinsschmelze und erstarrt während der Abkühlung zu festem Gestein. Dieses Gestein wird als Vulkanit bezeichnet und baut das eigentliche Vulkangebäude auf. Es gibt unterschiedliche Lava-Arten aus denen verschiedene Vulkanite entstehen.

Schematische Darstellung eines Stratovulkans mit einer vulkanianischen Eruption. © fotoliaVulkane dienen dem System Erde als Überdruckventile und stabilisieren damit die feste Erdkruste. Zudem fördern sie wichtige Stoffe aus dem Erdinneren an die Oberfläche.

Ihre Gase und Aerosole helfen das Klima zu regulieren und schwitzen neben Kohlendioxid viel Wasserdampf aus. Die Lava ist reich an Mineralstoffen, welche den Boden in Vulkannähe besonders fruchtbar machen.

Ein Vulkan kann unterschiedliche Formen annehmen, welche stark von der Art der Lava abhängt, aus denen der Vulkan besteht. Der Typ des Vulkanausbruchs hängt maßgeblich vom Magma ab.

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Bildergalerie: Karangetang Api Siau

Die Fotos dieser Bildergalerie entstanden auf Api Siau und Sulawesi, zwischen dem 28.08.2015 und 01.09.2015. Der Vulkan Karangetang zeigte sich von seiner aktiven Seite.

Zum ersten Mal hörte ich von Api Siau und dem Karangetang im Jahr 2008. Damals war ich mit Alain am Anak Krakatau unterwegs und er schwärmte von dem kleinen Eiland und seinem Vulkan. 7 Jahre hat es dann gedauert, bis ich Gelegenheit hatte die Vulkaninsel zwischen Sulawesi und den Philippinen zu besuchen. Und das geschah eigentlich auch mehr aus Verlegenheit, denn als dass es geplant war: das eigentliche Ziel der Geonauten war der Vulkan Raung auf Java, doch die Eruption endete kurz vor unserer Ankunft auf Java. So beschlossen wir nach einem Abstecher zum Kawah Jjen weiter gen Nord-Sulawesi zu fliegen. Von Manado aus nahmen wir eine Fähre gen Api Siau. Das angebliche Schnellboot klapperte sämtliche Inseln auf dem Weg ab und so waren wir über 5 Stunden auf See. An jeden Hafen wurde das Boot von einer Heerschar Händler gestürmt, die den wenigen Passagieren Obst und Gebäck anboten. Eins stand sehr schnell fest: die Menschen hier waren noch deutlich näher an ihren traditionellen Wurzeln, als die Leute auf Java.

Die Einfahrt nach Api Siau war sehr schön. Vor der langgestreckten Bucht lagen mehrere kleine Inseln und die Gegend sah doch sehr nach Traumstrände und Taucherparadiese aus, die von den Kegel des rauchenden Vulkans dominiert wurden. Schnell bezogen wir das einzige Hotel im Ort, dessen Ausstattung eher als rudimentär beschrieben werden kann. Allerdings lag es praktisch am auslaufenden Vulkanhang und bot einen direkten Blick auf die Feuerrutsche. Die erste Nacht verbrachten wir fotografierend am Hotel, wobei ich mir der exponierten Lage durchaus bewusst war: ein größerer pyroklastischer Strom könnte jeder Zeit durch den Ort marschieren und würde dabei wohl auch kaum das Hotel verschonen. Doch wie so häufig beruhigte der Gedanke, dass die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas ausgerechnet jetzt passiert, relativ gering ist. Dabei hatten wir es natürlich gerade auf pyroklastische Ströme abgesehen, die gelegentlich vom Dom abgehen. Diese sahen wir in unserer ersten Nacht allerdings nicht und auch nicht in den folgenden 2 Nächten. Dafür wälzte sich ein extrem zäher Lavastrom über den Hang und verursachte glühende Schuttlawinen. Gelegentlich waren strombolianische Eruptionen am Gipfel zu sehen, doch auf dieser Distanz wirkten sie wie winziges Tischfeuerwerk. Trotzdem, uns war bewusst, dass der Karangetang ein gefährlicher Vulkan ist. Erst vor wenigen Monaten rauschte einer der gefürchteten Pyroklastischen Ströme durch ein Flussbett bis in bewohntes Gebiet und zerstörte einige Häuser.

Am 3. Tag erreichte uns die Nachricht über einen Ausbruch des Lokon auf Sulawesi und wir reisten wieder überstürzt ab. Leider hatten wir keine Zeit mehr die Insel genauer zu erkunden, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Bardarbunga: hohe Gaskonzentrationen

Das Lavafeld erreicht den Jökulsá á Fjöllum. © Nasa Earthobservatory.Der Vulkanausbruch auf Island geht unvermindert weiter. Der Lavastrom fließt in das Flussbett der Jökulsá á Fjöllum. Es entsteht Wasserdampf, aber keine litoraeln Explosionen. Es könnte ein Lava-Damm entstehen, der den Fluss aufstaut, oder umlenkt. In diesem Fall besteht Überflutungsgefahr. Schon jetzt soll mehr Lava gefördert worden sein, als bei der Askja-Eruption 1874, oder dem Ausbruch der Krafla 1984.

Sorgen bereitet die zunehmende Gaskonzentration. Im Osten der Insel warnt man bereits vor erhöhtem Risiko für Menschen mit Atemwegbeschwerden. Die Wissenschaftler im Eruptionsgebiet müssen Gasmasken tragen und Gasmelder dabei haben. Sie wurden mehrfach angewiesen das Gebiet zu verlassen. Die große Wärmeabstrahlung, die vom Lavafeld ausgeht verursacht ein eigenes Mikroklima mit Wolkenbildung, Turbulenzen und Tornados. Diese stellen eine Gefahr für tieffliegende Kleinflugzeuge dar.

Immer mehr Forscher befürchten einen großen Ausbruch des Bardarbunga. Es wurden wieder 2 stärkere Erdbeben mit Magnituden zwischen 4 und 5,5 registriert. Die Absenkung des Calderabodens geht weiter. Energieversorger, die Wasserkraftwerke betreiben, befürchten im Falle eines Ausbruches unter dem Eis große Gletscherläufe. Die Wassermassen könnten ihre Infrastruktur zerstören. (Quellen IMO, RUV)

Bardarbunga: Erdbeben M 5,7

Der Erdbebenschwarm am isländischen Vulkan Bardarbunga hält weiterhin an. Heute Nacht ereignete sich das bisher stäkste Erdbeben mit einer Magnitude von 5,7. Das Hypozentrum lag in 6 km Tiefe am Nordrand der Bardarbunga-Caldera. Vulkanotektonische Beben dieser Größenordnung sind selten.

Die meisten Beben manifestieren sich nun im eisfreien Gebiet nördlich des Gletschers. Die Spitze des magmatischen Gangs (Dyke) liegt ca. 6 km vom Eisrand entfernt und migriert weiter in nördlicher Richtung auf die Askja-Caldera zu. Die Anzahl der Erdbeben ist etwas rückläufig, liegt aber noch auf hohem Niveau.

Ich mache mich heute Abend auf den Weg nach Island und bleibe voraussichtlich bis Montag. Falls es etwas Besonderes zu berichten gibt, werde ich twittern (siehe rechts), oder bei Internetzugang hier schreiben.

Hier noch ein Video der Eyjafjallajökull-Eruption von 2010. So etwas könnte sich bald entlang des magmatischen Gangs ereignen.

Vulkane Italiens

Ätna: die Eruption an der Ostflanke des Nordost-Krater-Kegels geht weiter. Der Tremor fluktuiert stark, bewegt sich aber noch auf erhöhtem Niveau. Sehr wahrscheinlich gibt es zwischen den stärkeren Explosionen immer wieder Pausen. Derweil hat sich die jüngste Schlotöffnung vom 25. Juli einen kleinen Kegel zugelegt. Die Eruptionen schmeißen einzelne Lavabrocken fast bis auf Gipfelhöhe des NE-Kraters.

Gesättigte Signale in der Stromboli-Seismik. © INGVStromboli: die explosive Aktivität hat in den letzten Tagen deutlich an Stärke zugelegt. Die Seismik zeigt einige große Peaks und kurze Abstände zwischen den Explosionen. Auf der LiveCam hat man gute Chancen eine Eruption zu sehen.

Askja: großer Erdrutsch

In der Askja-Caldera ereignete sich gestern ein großer Erdrutsch. Ein Teil der Süd- Flanke der Caldera rutschte in den Askja-See (Öskjuvatn-Lake) und verursachte eine hohe Flutwelle. Wasser schwappte bis in den Viti-Krater. Der Zugang zur Caldera wurde gesperrt. Das Ereignis löste laut Jon Friman harmonischen Tremor aus, der ca. 20 Minuten anhielt. Da der Erdrutsch nachts stattfand gab es wohl keine Opfer.

Theoretisch könnte durch die Druckentlastung des abgerutschten Materials ein Vulkanausbruch ausgelöst werden. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Schwarmbeben in der Region, die auf aufsteigendes Magma hindeuteten. Doch für einen bevorstehenden Vulkanausbruch gibt es derzeit keine Anzeichen.

Der Erdrutsch wurde wahrscheinlich durch warmes Wetter ausgelöst. Das Eis im Boden und auf den Caldera-Wänden ist geschmolzen und destabilisierte den Hang. Solche Ereignisse werden in Permafrost- und Gletscherregionen weltweit befürchtet: Grund dafür ist die globale Erwärmung.

Video: Dukono auf Halmahera

Das Video zeigt die Eruptionen des Vulkans Dukono auf der indonesischen Insel Halmahera. Es entstand im Juni 2014. Videotechnisch gesehen ein interessantes Projekt, da ich die Vulkanaufnahmen erstmals in 4k-Auflösung (ultra-Hd) gefilmt habe. Die Aufnahmen vom Aufstieg wurden hingegen mit einer kleinen Actioncam gefilmt. Das Video hier läuft in HD-Auflösung.

Shiveluch: Ascheeruptionen

Das VAAC Tokyo registrierte in den letzten 24 Stunden 4 Ascheeruptionen des Vulkans Shiveluch auf Kamtschatka. Diese gingen mit partiellen Domkollaps und dem Abgang Pyroklastischer Ströme einher. Vulkanasche stieg dabei bis in einer Höhe von 10 km auf. Eine Gefahr für die Anwohner bestand nicht, hoch aufsteigende Vulkanasche kann allerdings den Flugverkehr gefährden.

Kilauea: erhöhte seismische Aktivität

Am Kilauea auf Hawaii verzeichnete das HVO erhöhte seismische Aktivität in der Nähe der Gipfel-Caldera. Am Halema`uma`u-Krater kam es in den letzten 24 Stunden zu 77 flachen vulkanischen Erdbeben. Zudem ist der Schwefeldioxid-Ausstoß hoch: zwischen 3000 und 5000 t werden täglich gefördert. Bei mäßigem Wind war die SO2-Konzentration am Krater zeitweise extrem und sprengte mit 50 ppm die Skala der Messgeräte. Der Spiegel des Lavasees fiel infolge einer Deflation auf 50 m. Trotzdem wurde eine Ausdehnung des Gipfelbereiches beobachtet. Die Vulkanologen geben eine Ausdehnung von 10 cm pro Jahr an. Der Druck in der Magmakammer scheint hoch zu sein.

Vulkane weltweit

Ätna: an meinem italienischen Lieblingsvulkan ist es dereit relativ still. Allerdings gibt es seit ein paar Tagen wieder einige Beben. 4 Erschütterungen manifestierten sich im Südosten des Vulkans in nur 5 km Tiefe. Gestern wurde eine größere Dampfwolke beobachtet, die von der Bocca Nuova ausgstoßen wurde. Ein kurzfristiger Ausbruch würde mich allerdings erstaunen.

Asche am UbinasUbinas: in Peru stößt der Ubinas weiterhin Vulkanasche aus, allerdings ist die Aktivität rückläufig. Neben Menschen wurden nun auch Tiere aus der Gegend um den Vulkan evakuiert. Die anhaltende Asche-Emission stellt eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier dar.