Vesuv: Simulation eines Vulkanausbruches

Das INGV-Neapel stellte auf einem Vulkanologen-Kongress eine neue Computersimulation vor, die die ersten Minuten eines Vesuv-Ausbruches zeigt. Durch klicken auf das Bild gelangt ihr zu einem Video von Spiegel-Online mit besagter Animation.

Ziel der neuen Animation sei es, die Bevölkerung im Golf von Neapel auf die Gefahren hinzuweisen, die vom Vesuv ausgehen. Es leben ca. 3 Millionen Menschen im Einzugsgebiet des Vulkans und mehr als 750.000 in der Zone mit der höchsten Gefahrenstufe. Die Simulation zeigt einen Ausbruch mittlerer Stärke, wie er sich zuletzt 1631 ereignete. Die Folgen eines Vulkanausbruches wie im Jahre 79 n.Chr. wären weitaus dramatischer. Damals wurden die Städte Pompeji, Herculaneum und Stabiae zerstört. In der Bronzezeit ereignete sich die Avellino-Eruption die noch stärker war. Dass zeigt, dass die neue Simulation kein worst-case Szenario darstellt, sondern eher eine Verharmlosung des Gefahrenpotentials des Vesuvs ist.

7 Kommentare zu „Vesuv: Simulation eines Vulkanausbruches

  1. Finde der Bericht ist noch ziehmlich „milde“ ausgefallen, zumal man aus wissenschaftlicher Sicht beim nächsten Ausbruch mit einem eher „Heftigen“ zu rechnen hat, da sich der Vesuv schon viel zu lange ungewöhnlich ruhig verhält.
    Tatsächlich ist es so daß die Neapolitaner den Berg nicht wirklich als so grosse Gefahr betrachten oder die Gefahr mit einer Art „Galgenhumor“ hinnehmen und beiseite schieben.
    Sicher ist, daß der nächste Ausbruch ein ziehmliches Chaos zur Folge haben wird. Sollte Vesuvio jetzt aus seinem „Nickerchen“ erwachen oder Anzeichen dafür auftreten, wird die Zahl der Opfer sehr davon abhängen ob sich Behörden und Bevölkerung vor dem Hautausbruch richtig verhalten und unverzüglich einen vernünftigen Rückzug vom Berg durchführen und ob dafür noch genug Zeit bleibt.
    Da ein vernünftiger/geordneter „Rückzug“ jedoch schwer möglich und kaum zu erwarten ist, werden die Opferzahlen so oder so entsprechend ausfallen. Es ist auch schwer vorstellbar, daß sich eine grosse Zahl der Bewohner für mehrere Monate vom Berg entfernt hält (bzw. entfernt halten lässt), ohne zu wissen ob nun ein Ausbruch tatsächlich folgt oder nicht. Wir werden es sehen. Gruß
    Stolli

  2. Simulation belongs to the world of computer science, namely exact sciences! An eruption is not an exact science; most of the time, it is unpredictable and its process is very difficult to simulate. You can simulate the theoretical behaviour of a pyroclastic flow but what will happen on a volcano may be very different. As far as Vesuvius is concerned, nobody knows waht the next eruption will be like. It may look like the event in 1631 or the volcano might decide something else. Whatever the kind of eruption, I’m sure evacuating the people who are threatened will not be easy! We are in undisciplined southern Italy and no simulation is possible for this!!

  3. Hahaha! Was für ein Text von Spiegel-Online! Wenn´s nicht so traurig wäre, ich würde vor Lachen ja brüllen.

    • Naja, der Artikel wirkt etwas dramatisiert. Aber prinzipiell ist die Situation natürlich schon ziemlich schwierig. Man kann 1 Woche vor einem möglichen Ausbruch nicht wirklich abschätzen wie dessen Stärke sein wird. Geht man vom Mittelmaß aus, dann müssten mindestens eine halbe Million Menschen evakuiert werden. In einer Stadt wie Neapel ist das sicher sehr schwierig. Die meisten Menschen würden sicherlich selbständig das Weite suchen. Aber es wird mit Sicherheit tausende geben, die die Situation falsch einschätzen oder aus irgendwelchen Gründen die Evakuierung ablehnen.

      Noch schlimmer wird das Katastrophenschutzproblem, wenn eine oder mehrere Evakuierungen angeordnet werden, ohne daß der Vulkan tatsächlich ausbricht. Wenn die Anwohner aufgrund von Fehl-Alarmen evakuiert werden, dann wird das unweigerlich dazu führen, daß sie beim nächsten Alarm zaghafter reagieren. Wie bereitet man die Bevölkerung auf diese Situation richtig vor? Das ist für die Verantwortlichen eine ziemlich komplizierte Aufgabe, an der aber womöglich sehr viele Menschenleben hängen.

      • kommt noch dazu, dass nach neuestem Wissen die Magmakammer unter dem Vulkan sich auf 650 qm2 verteilt, teilweise bis in die City von Neapel…

        • und auf der anderen Seite die Phlegräischen Felder, die meines Erachtens schwieriger einzuschätzen sind. Neapel von oben betrachtet ist eine Rattenfalle, selbst wenn es zu einer erfolgreichen Evakuierung kommen sollte, wo sollen die Menschen hin – ca. 2 Millionen müssen Verpflegt, mit Wasser und Unterkunft versorgt und medezinisch/psychologisch betreut werden. Italien ist nicht mehr so leer und groß wie zu den Zeiten der alten Römern wo man einfach sagen konnte sucht euch was Neues. Kurz, ein Ausbruch in der stärke von Pompey mit oder ohne Evakuierung wird die Welt in Europa neu ordnen.

        • und auf der anderen Seite die Phlegräischen Felder, die meines Erachtens schwieriger einzuschätzen sind. Neapel von oben betrachtet ist eine Rattenfalle, selbst wenn es zu einer erfolgreichen Evakuierung kommen sollte, wo sollen die Menschen hin – ca. 2 Millionen müssen Verpflegt, mit Wasser und Unterkunft versorgt und medezinisch/psychologisch betreut werden. Italien ist nicht mehr so leer und groß wie zu den Zeiten der alten Römern wo man einfach sagen konnte sucht euch was Neues. Kurz, ein Ausbruch in der stärke von Pompey mit oder ohne Evakuierung wird die Welt in Europa neu ordnen.

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